Ausgabe 
23.4.1917
 
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als Werbemittel braucht kein Wort toeiter verloren zu tverden, und daß ein solches Werben durch Bilder gerade in den Ländern, die torr wirtschaftlich erschließen trollen, be onders zweckmäßig wäre, bedari auch keiner weiteren Erörterung.

* Drahtlose Telephonie zwischen Newyor kund San Franzis ko. Von einem bedeutenden Fortschritte deö drahtlosen Tclephonie berichtet die neirgegründete, in Göteborg er­scheinende Fachzeittmg für drahtlose Telegraphie und Telephonie ,,Rabio". Wahrend des Krieges soll es den Amerikanern ge­lungen sein, die gewaltige Entfernung zwischm Newyork und der San Franz csko-Bucht mit Hilfe drahtloser Telephonie zu über- Jjxnmeit, uni> der Vorsitzende. der American Telephone and Telegraph Company in Newyork soll sich bereits in einem draht­losen Gespräck>e mit seinetn ersten Jnm'nieur unterhalten haben, als dieser sich auf Mare Island in der San Franziskobucht befand. Allerdings wurde das dralftlose Gespräch dabei nur in einer Nick-- tuug geführt, nämlich von Newyork aus über Arlington nach Mare Island, tourend der Ingenieur in umgekehrter Richtung die Telepl-onleitung benutzte. die zur Nachprüftmg nötig war. 7Die Sendeitelle hvar dabei iiicht in Newyork selbst, sondern in Arlington, so daß du tatsächlich überwuiidene Entfernung ArlingtonMare- Jsland rund 4000 Kilometer beträgtz Die beiden Serrde- rmd Emp- fangsstellen für drahtlose Telephonie, gleichzeitig aber and) einige andere würden aus die gleick>e Wellenlänge 6000 Meter abge- uimnll; die drahtlose Serrdung erfolgte dort antoinatisch aus dem Wege über die Drahtleitung NewyorkArlington. Die Stärke des Antennenstrvmes belief sich während des Versuches auf etwa 100 Ampere. Anscheinend konnte das dvahtlosH Gespräch ans Mare Is­land vollkommen ausgenommen werden, ja andere Empfangs- stellen, die erheblich weiter entfernt liegen, tonnten Bruchteile des Gesprächs auffangen, so die in Tarien (Panama), und die im Pearl Harlar (Honolulu), womit Entfernungen bis zu 7800 Kilo- nretern durch die dra'Klose Telephonie überwunden wären; wenn sich die Nacknickten von biefen erfolgreichen Versuchen im vollen Umfange bestätigen, rückt eine dvcchllose Telephonie zwischen der alten und der neuen Welt in greifbare Nähe. Die Hmrptschwierig- knt. bte noch zu überwinden ist, liegt wohl in den störenden atmo- spl/ärischen Emflüssen. Ein amerikanischer Fachmann, dessen Name ans dem Gebiete der drahtlosen Telegraphie mrd Telephonie auch bei uns wohlbekannt ist, Professor Pupin, behauptet auch diese Schwierigkeit bereits überwunden zu haben.

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) Sterilisi ertc Butter. Als bestes Mittel zur Kon­servierung von Butter wird neuerdings das Verfahren der Sterili­sierung empfohlen. Seine Vorteile bestehen, wie einer Schilderung von Marie Führer in der Deutschen Landwirtsckxrftlichen Presse ^u entirehmen ist, darin, daß sterilisierte Butter viel schmackhafter ift als die ausgelassene langeingekochte Butter, sowie daß sie hin­sichtlich der Menge viel qusgiebiger ist. da sie nicht an Gewicht verliert wie beim Verfahren des Auslassens. Sowohl Süßrahm­butter wie Mich sauere Landbutter lassen sich leicht sterilisieren und halten sich dabei mindestens ebenso frisch und wohlschmeckend, wie wenn sie früher eingelegt lvurden. Zirm Zweck der Sterilisierung!

die Butter in kleine Stücke geschnitten, die man in Einmach- gtäfer mit Gummiringen legt, wobei sie nicht höher als drei Finger unter den Rand reichen soll, damit die Gummiringe nicht burch daS aufsteigende Fett undicht gemacht werden können. Bei Mangel an regelrechten Konservengläsern kann man Mich ge­wöhnliche hohe Dunstgläser verwenden, die mit doppeltem, in beipes Wasser getauchtem Pergament:>avier überspannt werden. Tie so gefüllten Gläser werden in den Sterilifationsapfxrrcrt ge­bracht und vcwbleiben daselbst 30 Minuten bei 85 bis 00 Grad. Bei diesem Verfahren setzt sich die Milch 511 Boden. Wenn später die Butter gebrauch: rvird. stellt man das Glas in ivarmes Wasser, und sobald, der Jnlxrlt flüssig geworden ist. schüttet man ihn in eine Lchüftel. Bevor die Butter in dieser zu erstarren beginnt, wird sie mit der sich unten ansammelnden Milch ordentlich ver- rül/rt. so daß sich Milch und Fett wieder genau so verbinden wie tm* Naturzustände der Butter. Der Haupttvert der sterilisierten Butter liegt also darin, daß nichts von der Milch verloren gelst, wodurch die nick ihr geke>chten Speisen leichter gebräunt werden können, als mit eingekochter Butter. Zwisck)en fti scher und sterilisierter Butter ist demnach überhaupt kein UnterschiÄ) zu erkeunen.

rmed er erlangter ^reihert im bürgerlichen Leben sich betätigen, daL ist der Inhalt des außerordentlich scannenden, tief schürfenden Buches. Tas Unterhaltungsbedürfnis des Diwchschnittsleiers wird durch tue spannende itzabel befriedigt, wie der Wunsch des anspruchs­volleren Lesers nach gedankenreicher Gestaltting durch die ferne Psi-chologle urrd durch die ausgespoochen soziale Note, die dem Roman eigen ist.

A l b e r t H. Rausch: JonathanPatroklus. Verlag von Egon Flerschel & Co., Berlin W. Preis 3 Mk. Nach den zarten Dichtungen derFlutungen", dieses frühen Buches, das alle Geschehnisse in den Gefühlen auslöst, aus denen sie entsprangen und mit Abftcht jede scharfe Kontur verivischt, nach derSüdlicher» Reise", dieser wurrdervollen Vision von dem, was wir den ,Süden^ zu nennen pflegen, offenbart uns Wert H. Rausch in seinem dritten Prosa-Buch:Jonathan/Patroklus" eine ganz neue Sette seiner Kunstlerschaft. Jrn Frühjahr 1914 also lange vor Aus­bruch di-cies Krieges beendet und in nichts durch ihn beeinflußt, gcht dieses neue Buch in seinen beiden Erzählungen, die sich an dre bekannten Heroengestalten der älteren jüdisckien und griechischen Gesckuiüte anlehnen, plastische, fast primitive Gestaltungen menfch- Ilcher Beziehungen, deren Hintergrund, deren - Atmosphäre, deren Rahnren und Lebcnselement der Krieg ist. Tie cinfaü-en, allgemein bekannten Gegebenheiten der Wassenbrüdersckwften Davids und ^onathans, Achilleus' und Patroklos' sind, wundervoll vertieft und erhellt, gesehen mit dem Auge des geborenen Dichters, das alle Ent­fernungen uub Fremdheiten längst versunkener Külturen leicht durchdriugi uno nur noch das rein Menschliche spürt und hervor­holt, das vor tausenden von Jahren deilselben Gesetzeil unterlag- wie heute, denselben leidenschaftlichen Trieben, denselben Erliebuu^ gen, Erlösungen und Zerstörungen. Nur die Form seelischen Er­lebens kann sich ändern, die Substanz der menschlichen Seele ist un­wandelbar. Beide Dichtungen sind voll tiefer, einfacher Tragik und Größe. Alles in ihnen ist auf die ganz schlichte, schmucklose, große Linie und Geste gestellt Die Sprache ist einfach, knapp, hin- ^lßend in Bild und Rhythmus. Sie verlangt nach dem gesprochenen Wort, sie durchbricht nicht die Gesetze des Prosastiles, aber sie ist dennoch nichts anderes als eine unendliche Strophe. Der junge vornehme Deutsche, der werdende und der gewordene, und alle, die dem Sinn einer ganz reinen Krinst nahestehen, werden die Freunde dieses Buches und seines Schöpfers werden.

Hilfe für den kriegsbeschädigten Land - fturmmann. Auch unserer wackerer 'L-andstnrni hat gleich seinen jüngeren Kameraden nach Kräften dazu beigetragen, das Vaterlands zu retten. Die kriegsbeschädigten Landsturm leute und ihre Familien bedürfen daher ebenfalls der werktätigen Unter­st ützcrng und Fürsorge. Es nmr daher ein ganz ausgezeichneter Gedanke der Pcinzeftm Sophie Charlotte von Preußen, der Ge- inahlrn des Prinzen Eitel Friedrich, ein Bilderbirch voni Laudstnrm- mann herauszugeben, dessen Reinertrag zur Unterstützung der kriegsbeschädigten Landstnrmle'nle und ihrer Familien bestimmt ist. Das 48 Seiten umfassende Buch, das in vortrefflicher Ausführung starkem Kartmr 24 farbige lustige Bilder aus dem Landsturmlebcn mit errtspr«henden Humorvollen Versen anfweist, ist soeben erschienen und znm Preise von 3 Mark in allen Buchhandlungen erhältlich. Von jedem verkauften Exemplar werden 60 Pfg. der Unterstützungskasse der Prinzessin Gitel Friedrich von Preußen für kriegsbesckwdigte Landstu ruckende zugeführt.

EinLillerRomanvonPaulOskarHöcker (Ver­lag von Ullstein u. Co., Berlin). (Preis 4.50 Mk. broschiert. 6 Mk gebunden). Das neue Werk Paul Oskar Höckers ist ein Zeitromans die umfassende Gestaltung des im Sturm der Kriegsjahre auS nächster Nähe Erlebten. Nicht das kleine Menscheuschicksal war hier entsckj<ide7id, smrdern das Sck-icksal der Stadt, deren Namen der Titel nennt, der buntbeivegte oder tragisch verdüsterte Hintergrund. Mit dem Fall von Lille im Spätherbst 4914 schließt die u\ großen Bildern vornberziehende Chronik, die mit den Hochsommer­tagen des leichtsinnigen Revanch,erausck>s, mit heller, lustiger Sttaßeninusik an hebt. Seine gmrze Erzählerknnst hat Höcker für diese Figuren und Stimmungen aufgeboten.

Ergänzukigsrärsel.

VLchertisch.

Hermann Wagner: Tie Rächer. Roman. Verlag von Egon Fleisck>el L Co., Berlin W. Preis 4 Mk. Tiefer Roman ist gewissermaßen zeitlos. Als wenn die große Umwälzung, die unsere ß<nt durchzumock-en hat, gar nicht vorhanden wäre, Müpft der Bie ter an die sozialen Verhältnisse vor dem Kriege an. Es, i)t ein Kriminalroman mit psyckwlogiicher Verticflcng und sozialer, Tendeicz, den er hier vorlegt. Zwei Menschen lernen sich inc Gefängnis kennen, die im bürgerlichen Sinne Verbrvci-er sind, aber vom itll'-den Staudvmckt aus keine Verdammung verdienen. Wce auf diese Menschen der Aufenthalt im (Gefängnis wirst, was oas Gemugnis an- -h-en Charakteren macht, im^ wie fic nach

- 8» Ar , de, Jan r , L e, B - k, So z, - ne, k e , A - .

Statt der Stricke sind jedesmal drei passende Buchstaben zu setzen, so daß W rter entstehen, die in anderer Reihenwlge bedeuten: Sinnes­organ, Bauen, Beleuchtungskörper, weibliches We en, Teil des Ge­dichtes. Atltleckung, Stolz des Soldaten, Tätigkeit des Auges, A,rs- druck heiterer Stimmung, Metall. Die eingelünten Buchstabengruopen müssen in sinngeniäßein Zusammenhang eine Kkiegsineldung ergeben, die von der Tätigkeit unserer ^-Boote 5iunde gibt.

(Auslösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Kryptogramms in voriger Nummerk ^i-'n ü^ar alle untre Feinde

^chrrltlettung: Fr. R. Zenz. ZwillingSrunddruck und Berla, der Brüyl'jchen UnioersttätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.