Schlafe eilt, du meine Rosa,
Schlafe efct, du meine Bloma,
Schlafe ein, mein allerletzter,
.Mein allerletzter Trost!
Ein anderes Liedchen, das beim Kinderspiel im Freien gesungen wird, handelt von [leben kleinen Negern, die eins ng>h dem anderen verloren gehen, so daß schließlich kein einziger mehr übrig bleibt. Im Schwarzwvld ist ein Spiel in Hebung, wobei die Kinder den Geirdarm darstellen, der einen Dieb abholen soll. Naclrderu der Kutscher des Polizeiwagens, der ebenfalls durch Kinder dargestellt wird, gerufen hat:
Macht auf das Tor, macht auf das Tor!
Es kommt ein großer Wagen, fragt der Chor der Spielenden:
Wer sitzet darin? Wer sitzt darin?
Hierauf antwortet der Kutscher:
Ein Mann mit rotem Kragen, worauf wiederum der Chor einfällk:
Was chvill er denn? Was wftl er denn?
Auf die Antwort deS Gendarmen:
Ich will den .... (Name) holen, wird vom Cbor gefragt:
Was hat er getan? Was hat er getan?
Und der Gendarm antwortet zum Schluß:
Ter.(Name) hat gestohlen.
Viele dieser Spiele nnb Lieder bleiben lange Jahrzehnte in der gleichen Form bestehen, bet manchen von ihnen z-eigt sich aber auch die Gestaltungskraft der Kinder immer von neuem, und es kommen neue Mwandlungen zustande. Das sehen wir jetzt auch in hen Kriegszeften. wo so manches Lied Einflechtungen und Umänderungen enthält, die dem Gedankenkreis der Kinder über den Krieg entsprechen. Q K-
vLchertisch.
-- Teutsches Vorkstum. Tie von Wilhelm Kiefer bisher Unter dem Titel „Bühne und Wett" herausgegebene Monatsschrift wurde in den Kritiken der Presse als das führende und bahnbrechende Organ der geistigen und künstlerischen Erneuerung bo- zeühnet. und sie erbringt mft ihrem soebert erschieneirsn Märzheft wiederum dafür deu Beweis. Eine Mbandlurrg das Dichters Dietrich Eckart „Der Heilige rmd der Narr" leitet das Heft ein._ Fhr folgt eine Anseinandersetzung mit Gustav Schnrvllers Ausführungen über die ,^udenfvag^ von Dr. Ernst Tinter. — Erwähnenswert aus dem reichen Inhalte des Heftes blteibt ferner in erster Linie ein Aufsatz des Literaturhistorikers Adolf Bartels „Der Thoatervereru", der als ein wichtiger und kenntnisreichev Beitrag zur Theaterftage bezeichnet werden tonnt- Es schließen sich weiter an Abhandlungen von ^Johannes Schlaf, C. W. Sckstei- t^r, Paul Lingens, Emil Petschnig, Reinl)old Braun, Chara tzcrtßt u, a.
— Eigenartigkeiten. Zusammengestellt von Hermann Otto. DreÄ>en 1917. Verlag % Tressels Akademische Buckrhandlrrng, Inh. Hayno Focken (Preis 2.40 Mark). Lbuf die Reichhaltigkeit des Inhaltes das Buchs weisen schon die Ueberschriften der Kehn einzelnen Abschnitte hin: che style c’est Thomme/—Volkseigenart gegen Volkßeigenart. — Gescknchltsschreibrmg. — Naturbetracbtung.
.— Kopf und Herz. — Frauenlogik. — Unlogik des Selbstgefühls.
-— Unterbewußtsein. — Les gxandes pensees viennent ducoeur. — Philosophie als Begriffsdickitung. Der Verfasser bringt Bilder aus den versclncdensten geistigen Gebisten. Unter Währung der Effah-Form ist er bemüht, allentl>alben tvisfensckraftlich-gründlich Ku bleiben. Durch sorgfältig ausgewähtte Zitate sucht er anschaulich Ku Wirken. Die behandelten Fwa^en gehören ausnahmslos der) Interessensphäre des gebildeten Laren der Gegemoart an.
— Vom „V öl kh,r krieg" (Verlag . Julftrs Hoffr.rann in Stuttgart, Herausgeber Dr. C. H. Baer) sind nunmehr das 119. und 120. Heft erschienen. Neben den großen Werken über den Krieg, die in letzter Zeit herausgekommen sind, darf diese Zeitschrift nach wie vor eine besondere Bedeutung für sich in Anspruch nehmen. Vor allem bietet sie, über jene Werke hinaus, eine Sammlung voni Quellen, wie sie nach dem Krieg unmöglich wieder zusammen gebracht werden könnte, da der „Völkerkrieg" alles von Belang an fich rieht, so wie es Dag für Tag aus vielen öffentlichen und privaten Kanälen ihm zuströmt.
— Das literarische Echo. Halbnwnatsschrift für Lfteca- turfreunde. Verlag: Egon Fleischet L Eo., Berlin W 9. Das 2. Aprilheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Emil Ev- matinger: Conrad Ferdinand Meyer und wir: Paul Friedrich: W. Nitback-Stahu: Walter Nfthack-Stahu; Aus meinen! Leben; Paul Rckla: Das Puppenspiel: Carl Enders: Ferdinand Avena- rius: Werner van der Schulenburg: Aus allen Zonen: Gustav Jakob: Die nwderne deutsche Literatur in Venezuela — Ecl-o der Bühnen — Echo der Zeitungeir — Echo der Zeitschriften — Scho des Auslandes.
— Hesses Volksbücherei Nr. 1123—1150. Preis ieder Nu'Umer 25 Pf. Hesse & Becker Verlag tu Leidig. Trotz des Krieges wieder eine fu-eue, diesuml besonders Hervorvagende Reihe dev Volksbücherei! Lustige rrrrd ernste Geschichten der Zeit wechseln ab mit glücklichen Ausgrabungen aus den Meisterwerken der europäischen Literatur. Ten Reigen eröffnet Heinrich Zschokke alS Vertteter des übermütigen Humors mit seiner Erzählung „Der tote Gast" (9tr.1123—1124). Karl Stieler folgt ruft dem uns längst liebgewordenen Liederbuch „Wanderzeit" und dem reizenden „Winteridyll" (Nr. 1125), der äkrvne aller türzeren Berserzählungerl irr deutscher Spvack-e. Seine „Hockstandsbilder" (Nr. 1148—1150) sind köstliche ProsastÄcke, teils humorvoller Art. Für anspruchslose Leser fftrdcn wir die in harnckosem, doch künstlerisch gesteigertem Unterhaltmrgston gel-altenerr Erzählungen Ostorr Hubiclis „Blut- brüderschaft" (Nr. 1123) rcnd Peter Dörflers hübsch« volkstümliche „Onkel Christophs Geschickten" (Nr. 1139) frisch und flott erzählt mit einem Ariklang an Hansjakob. Grote Masss ist rnit eindrucksvollen und packenden Kriegs Novellen vertreten „Enkel der ltn sterblicher" (Nr. 1140), die nrcknvand ohne tiefe Bewegung loser: wird.
— Der Insel-Verlag läßt soeben in seiner Insel- Bücherei eine flärrrische Reihe erscheinen, die gewissermaßen ein literarisck>es Ereignis darstellt, demr sie ist die erste Sammlung, die im Querschnitt die flämisch Kirnst von mittelalterisch r Mistik bis zur rrwdernarr Dichtmrg zeigt. Derselbe Verlag gibt zu gleichv Zeit derr „Ewigen Juden" von August Verrrveyleu, das „Werk, das marr deu Flämisck-eu Faust gerrannt hat, heraus, uub kündigt das weitere Erscheinen der besten Werke der flämischen Literatur an, für deren Bedeutung erst jetzt in Deutschland das rechte Verständnis erwacht.
— DieElektrizitälalsLicht-UndKraftqnelle, Bon Professor Dr. P. Eversheim. Zweite verbesserte Auslage. 149 Seiten mft 105 Abbildungen im Text urrd aus Tafeln. (Wrssen- ft^aft und Bildung, Bd. 13.) Gebunden Mk. 1.25. Verlag von Quelle & Meyer irr Leipzig.
— Kulturgeschichte der Deutschen im Mittel- alter. Von Professor Dr. G. S t e i u Hausen. Ztvefte neubs- arbeitete Auflage. 164 Saften. (WisstnCchaft und Bildung, Bd. 68.) Gebunden Abk. 1:25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.
— Gustav Schröer, Tie Fttrcht vmr der Murmairbahn. Nach den Berichten eines Torgauer Husaren. (Grote'sche Sammlung von Werken zeitgenössischer Sckvriftstcller Band 127) IV, 201 Seiten, 8°, geheftet 2 Mk., ftr Pap^arrd geh. 2,50 Mk. Berlin, G. Grote.
— Mi tteleuropa und feine Grenzmarken. Ein Hilfsbuch für geographisch Studien und ExkulLioireu. Bon Professor Dr. G. Bra un. 164 Seiten rnit 2 Kartenbeilagen. (Wissens- schuft und Bildung, M>. 141.) Gebunden Mk. 1.25. Verlag von! Quelle L Meyer in Leipzig.
— Honor6 de Balzac: Leb wohl. El Berdego Nv. 15 der Wettlfteratur, die zrmr Preise von 10 Pfg. aUwöcherttlich einender befücn Romane der Weltliteratur veröffentticht. Münck>m 3, Färbergrxrbst 24. .
— Deutsche Dichtung in ihren geschichtlichen Grundzügen. Von Professor Dr. Friedrich Lienhard. 141 Seiten. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 150.) Gebunden Mk. 1-25. Verlag dort Quelle & Meyer in Leidig.
Hatfel.
DaS Erste ein Werk des Künstlers dir nennt.
Geübt schon in früheren Zeiten Von vielen Völkern des Orient,
Dient oft auch als Zierde des Zweiten.
Das Letztere du als Stütze siehst,
Muß schwere Last oft tragen.
DaS Ganze, ob vor- oder rückwärts du's liest,
Wird stet- dasselbe dir sagen. M. S.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Skataufgabe in voriger NumMet.^
Jrn Skat lag oben a 7, unten d A. M wendet also d A, drückt» 10,7, Hernach ist Kartensitz:
Vd 10, K, 9; aK, D, 9, 8; b K, D, c 7.
MabB, d A, D; b 10, 8. 7, cA, 9, 8.
HcdB, d 8, 7; a A; b A, 9; o 10, K, D.
Spiel:
1. V a D, d A, a A. 2. M o A. c D, o 7 3. M c 9, c 10, b K (— 14 ).
4. H b A, b D, b 7 (—14) 5. H b 9, d 10. b 8 (—10) 6. V a 9, o 8, o t (-4) 7. VaK, dD, dB (—9) 8. H d 7, d 9, b B. 9. M, a B, d«, dK. 10. Mb 10, cB, a8 (-12)
Damit haben die Gegner 63. — V hätte a 7 tourniert, b L, I) gedrückt und nun 3 Trumpst iche und einen Stich in a abgegeben mit püainnien 4-1.
Schristleltung: Fr. R. Zenz. — Zwillingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lang«, Gießen.


