Ausgabe 
14.4.1917
 
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Lungenteile möglichst viel gelüstet lverden. In den meisten Fällen der Erkrankung sind die -Oberlappsn der Lnnge tuberkulös, die Unterlappen hingegen :wch gesund. Es gilt also, dahin zu jvirken, daß die Unterlappen durch entsprechende Mehrleistung die Atem- täligkell für die ganze Lunge auf sich nehmen. Der natürliche Atemmechanismus geht so vor sich, daß die Beivegrmgen des Brust­korbes die Oberlappen atmen lassen, die Bewegungen des Ziverch- stlles die Unterlappen. Die meisten gesunden Menschen atmen ge­mischt, nämlich gleichzeitig mit Brustkorb und Zwerchfell. Das neue und höchst einfache System Dr. Borges' besteht also darin, die Kranken zu ailsschliestlicher Zwcrchfellatmung zu erziehen. Dies geschieht durch Atemübungen, bei denen durch Auslegen von schwe­ren Sandsäcken auf die Brust, die Brustatnrung behindert wird. Wenn die Kranken auf diese Weise bereits halbwegs an die Zwerch* sellatmung gewöhnt sind, werden sie mit der neuenBrustbmde" versehen, die eine weitere Verringerung der Brustatmmrg herbei­führt. Die Binde besteht aus mehreren, durch Querleisten unter-- einander verbundenen Gürteln, von denen die oberen fest uin die Brust geschnaUt werden. In den bisherigen Fällen zeigten die Kranken bereits nach kurzer Zeit eine beineckenslverte Besserung, Fieber mrd Bszillenhusten schvcmden nach mehreren Wochen oder Dionaten vollkommen. Diese jüngste Beliaudlungsniethode der Lun-

Berufstätigkeit in Anwnckmng gebracht iverden kann.

* Tie Chemie des Erdgeruches. Der frischgepflügte Acker haucht, besonders rurch Regen, euren würzigen Geruch aus, denErdgeruch". Worauf beruht diese eigentüniliche Erscheinung. Früher glaubte rnan, dies läge daran, daß sich bei der Zersetzung organischer Stoffe im Boden kohlen sau res Ammonium bilde, das sich verflüchtigt, allein, wie derPrometheus" berichtet, hat man; den Träger diesesErdgeruches"" jetzt dingfest gemacht. Sein Er­zeuger ist nach den Untersuchungen Rullmairns ein Strahlenpilz, Aklrnornydes odorifer. Es rst gelmrgen, diesen Pilz auf kohlehydrat- reichen Nährböden, insbesondere Milckizuckerbouillon, zu züchten: dabei tritt starker Erdgeruch auf. Erfolgten Züchtungen auf Gelatinenährböden, also ohne Kohlehydrate, so kommt der Erdgeruch nicht zustande. Auf chemischem Wege ist es auch gelungen, aus den Pil Kulturen den Riechstoff rein zu getvinnen. Er bildet kleine Kriställchen, die die Eigenschaft haben, das Licht doppelt zu brechen. Zwischen der chenrischen .Beschaffenheit der Nährlösung und der RiechstOffbildung bestehen, wie Salzmann nachgewiesen hat, be­sondere Beziehimgen. Enthält der Boden Stoffe der Karboxyl- Gruppe, wie sie in den organischen Säuren enthalten such, dann z-eigt sich starke Entwicklung der Pilzkulturen unter kräftiger Ge- rruhs entwicklun g.

Hilfe dem Vaterland!

Zur 6. Kriegsanleihe.

Gib hin Tein Pfund und laß es helfeir siegln Tie deutsche Not heischt Deine volle Kran,

Ms all die Hasser auf den Knien liegen,

Tas Schwert zersplittert und zerschellt sein Schaft.

Gib hin Tein Pfund und laß zu Stahl es werden In Deiner Helden siegesstarken Faust!

Zu reiten gibt's Tein .Heiligstes ans Erden,

Tas ' Vaterland vom Höllensturm umbraust.

Gib hin Dein Pfund, es kann Dir nimmer frommen,

Wie sicher auch geborgen es Dir dünkt.

Wenn über Dich die Teufelshordcn kommen.

All' »vas Du Dein genannt, in nichts versinkt.

Gib hin Tein Pfund, auf daß in späten Tagen Nicht Dein Gewissen Dich vor Gott verklagt.

Weil, von der Torheit blindem Wahn geschlagen,

Tem Vaterlaich die Hilfe Du versagt.

Gib hin Dein Pfund! Denn, wenn durch's Reich

die Glocken

Mit ehr'nen Zungen künden Sieg und Ruhm,

Tann kann auch Dein Herz dankbar mit frohlocken,

Wenn Teil es hat an Deutschlands Heldentum.

Nidda, R o e m h e l d.

vüchertisch. '

Eberhard Büchner, Kriegsdokumente. Der Welt­krieg 1914/16 in der Darstellung der zeitgenössischen Presse. Siebenter Band: Von, .18. Februar bis zur Befreiung Memels. Tttel-, Umschlag- und Einbandzeichnung von Prof. F. H. Ehmcke. Gehestet 4 Mark, in Leinen gebunden 6 Mark. Verlag von Albert Lanaen in München. Der siebente Band der von Eberhard Büchner heransgegebenenKriegsdokumente'" setzt mit dem 18. Februar 1915, das heißt mit dem Beginn des verschärften Unterseebootkrieges, ein und reich! bis zur Befreiung Memels von der Russenherrschaft. VUi sich ein enger Nahmen: wenn inan ihn an den gewaltigen Zeitmaßen dieses Kriege» mißt, aber ausgefüllt

! durch eine schier erdrückende Fülle des buntesten Erlebens und Geschehens. Ein Tagebuch in Zeitungsausschnitten, so möchte man dieses eigenartige und einzigartige Untenrehmen nennen, und rnan müßte zu dieser Kennzeichnung nur noch ergänzend benrerken, daß der Tagebuchschreiber über euren nilgewöhnlichen Reichtum cur Interessen verfügt und zugleich über eiu hohes Maß von Unpartei­lich keits- und Gerochtigkeitsgefüyl. Nicht nur die äußeren Ereignisse des Weltkrieges werden dem Leser in lebeudigster Farbigkeit vor-, geführt das traurige Memeler Kapitel ist etn vollgültiges Bei­spiel dafür, sondern auch alle bedeutsamen Lebensprobleme stnden hier die liel^evollste Berücksichtig mvg: die religiösen Nöte des Frontsoldaten ebensogut, ivie die heute freilich in den Dclxitben gestellten Fragen auS dem Gebiete der Kunst intb Wisscuschast. Und luen es dazu lockt, der kann aus BuchlrersKriegsdokitmeitten"" sogar die Reflexe des Weltkrieges auf das Traumleben studieren. Doch das sind nur einige Einzelheiten, willkürlich aus dem lieber-, flusse herausgegriffen. Das hervorragende Werk, dessen Gründlich­keit und Zuverlässigkeit vorbildlich geirannt werden dürfen, sollte in keiner deutschen Hausbibliothek fehlen. Auch dem siebeirten Baude ist wieder ein Register beigegeben, das allen Ansprüchen glänzend gerecht wird. Dieser Baird wird sicher das gleiche Interesse finden wie die vorweg vgmrgeuen und viel gekmcst werden. Daß der Verlag durch die ganzen Verhältnisse genötigt war, von Band 7 ab eine geringfügige Preiserhöhung! vorzunehmen, roirö den Absatz keinesfalls Hürderu, daß auch dieser Preis für den Band im Ver­hältnis zur Ausstattung, zum Umfang rmd zum innerer: Werte immer rioch hervorragend rvohlfeil genarrnt werden darf.

Nummer 3849 der LeipzigerIllustrierten Zei­tung"" ist als Oster-Sorrdermrmlncr soeben zur dlusgabe gelangt. In der Mitarbeiterliste der künstlerisch roie literarisch übcuaus wertvollen Publikation begegnen wir > nieder den ersten Namen. Der LeitartikelZuin dritten Male Ostern im Kriege"" ist von Professor Dr. Theobald Ziegler, Geheinttat Professor Dr. Rudolf Kittel hat eine nrit,vielen urkundlichen Abbildungen versehene! PlaudereiVon 'zbrivg wird Frieden in der Bibel"" beigesteuert. Ebenfalls reich illustriert, und zwar nrit Reproduktionerr nach Ge­mälden und Zeichnungen vmr Franz Grotenr-eper, ist der zweite

I umfangreiche Artikel der stlumnrerHeilige Stätten während des Weltkrieges"" vorr Stabsarzt Dr. Häring, der eine fesselnde Schil­derung des heiligcar Landes im Kriegskleid gibt. Eine Novelle Volk Wilhelm, Sck>arrelnranacDie beideir Kräirze"" rmd eiu bildlich umrairdetes GedichtOstertag"" von Theo Sommerlad vervollstän­digen de>: literarisch«: Teil. Vertieft lvird der österliche Cliarakter des interessanten Heftes durch eine Reihe ein- und mehrfarbiges großer Reproduktionen nach Gemälden uird Zeichnungen,

Gietzener Hausfrauen-Berein.

Kochamveisungen.

Kohlrüben in der Form: Eine gelbe Kohlrübe von ungefähr 2 1 /2 Pfd. wird geschält, geloaschen, in Stücke geschnitten irnd in Salzwasser sehr weich gekocht, läßt dann abtropseir, treibt sie durch ein Sieb, gibt 1 Psc>. kalte, geeieberre Kartcksfeln, 1 Ei oder Ersatz, etwas Fett uird 2 Löffel geriebene Senrrnel dazu, wei:n noch nötig, Salz rmd eine Prise Pfeffer. Gut gemischt nnrd das Ganze in eine mit Fett und geriebener Semmel ans gestrichene Form gefüllt und 3 /4 Stunden in: Ofen gebacken. Tie gleiche Speise macht man auch ans Mohrrüben und anderen Rüben.

Kartoffelflecken: 1 Pfd. gekochte, durch die Preise ge­triebene Kartoffeln, 90 Gramm Butter oder Fett, 110 Gramm Mehl, Zucker nach Geschmack und einen guten Teelöffel Backpulver knetet man rasch zu einem Teig, den man mcsserrückendick cu^'ivalkt, in viereckige Kuchen schneidet, etwas dickes Pflaumenmus darauf- gibt ui:d den Teig voi: den vier Eck«: aus darüberschlägt, auf ein mit Mehl bestrichenes Backblech legt, wein: Vorhände::, nrit Eilveiß bestreicht und schön gelb backen läßt.

Skatansstübe.

(ab cd die vier Farben; V LIU die drei Spieler; A, K König, D Dame, Ober; B Bube, Unter, Wenzel, Junge)

Aul folgende Karte inacht LI, Mittelhandspieler, ein Wendespiel: a bB; a 10; b 10, 8, 7; cA 9, 8; dl)

Eichel -, Grün ° Unter, Eichel -10; Grün - 10, -8,-7; Rot -, -9, -- 8; Schellen = Ober.

Der Skat enthalt ein A uub eine 7 in verschiedenen Farben. LI wendet stets das untere Blatt und verliert. Hätte V, der eine viel schlechtere Karte mit nur 28 Punkten hat und grundsätzlich das obere Blatt nimmt, Wendespiel gehalten, so ,vürde er das Spiel gewonnen haben. WaS lag im Skat oben und unten? Wie saßen die Karten? Wie ging das Spiel?

(Auflösung in nächster Nummer)

Echristleitung: Fr. R. Zenz.Zwillingsrnnddruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindtuckerei. R. Lange, Gießen.

Auflösung des Bilderrätsels in vorigem Nummer: Garnisondienst.