altcrlichc, bodenlos unpraktische Romantik. Jnwendrg^tst's noch viel mehr verbaut — kurz, du wirst deine unbegr . z
^^L-r- ?°lfchr vom hohen Wage>M Drunter and wandt^
stck darin zu kurzer Verhandlung dem Kutscher zu, während ' ' ^""ferner Aufforderung folgend, die schmalen stellen Stufen zur Haustür enrporstieg — etwas wirblig von >t arg schüttelnden und stoßenden Fahrt.
Die Haustür, hock) und eiig, staiid gastlich geoffrret, und auf der Schwelle erschien in festliche Hellem G-ewande drs junge Herrin des wunderlichen Hauses. Sie streckte Marre bewillkommnend beide Hände entgegen, und Mane schlug mechanisch ein uiid grübelte dabei darüber nach, woher es wohl konnne, daß ihr Hans Jmhoffs Frau iMluer erst ernstes, wenn sie direkt vor ihr stand. — r
Cr selbst kam mit raschen Schritten zu ihnen hinauf, selber Maries Koffer trageird. Ein dienstbarer Geist erschien
"^„Die Miete hat nieine teure Gattin natürlich gerade wieder im unrichtigsten Augenblick weggeschickt! sollte Hans vergnügt fest, während er den Koffer auf den Fußboden setzte und sich suchend umsah. Y ... r .
„Die Mieke! Ganz richtig!" Frau Elfrrede lächelte zw- Mieden. „Die holt Salat. Es fiel mir im letzten Augen-
„^Sehr nette Idee — hätte nur ein bißchen früher kommen können! lind den Salat hätte die Gnädigste vielleicht besser selbst geholt und sich dadurch ein wenig Bewegung gemacht."
„Ach Hans! Es ist ja so heiß!"
„Denkst du, daß andere Leute es nicht heiß gehabt haben? Marie zumal? Aber nun wollen wir vor allen Dingen erst mal den armen Pilgrim in seine Kemenate hinaus- führen, damit er sich's bequem machen kann. Du wohnst inz oben, zwei Stiegen hoch, Marie. Unten ist leider kein latz in diesen: Vogelbauer. Ich darf vorausgehen und den
kg weisen — f' . . r . . ..
Er belud sich mit Maries Handgepäck und lief die schmalbrüstige, sehr steile Wendeltreppe mit größter Gewandtheit hinauf.
Marie kletterte erheblich langsamer nach. Sie war in her Tat ermüdet und abgespannt von der überheißen Eisen- hahnfahrt. Hans blieb in der Höhe des ersten Stockwerkes stehen und machte sie auf das wundervolle Schnitzwerk der massiven Eichensänle aufmerksam, um die dies Gelenkigkeit fordernde Treppchen herumlies. Dann ging's munter weiter. Alfriede war auf dem Absatz des ersten Stocks zurückgeblieben. Oben war's ihr zu heiß; sie liebte auch das Treppensteigen nicht. Hans öffnete, oben angelanat, die Tür eines keinen Erkerzimmers, machte eine einladende Handbeiwe- gung und sah den Gast dabei wie vergebnngsheischend an:
„Du wirst es ein bißchen warm haben, es tut mir herzlich leid!" sagte er. „Wer eS läßt sich wirklich nicht gut ändern. In jedem Stockwerk sind nämlich eigentlich iiur je zwei bewohnbare Räume! Ganz unten die Küche und unser Schlafzimmer — Elfe wollte das durchaus so haben — im ersten Stock Wohn- und Speisezimmer — daireben habe ich mir noch eine Art Verschlag als Arbeitsraum eingerichtet — und hier oben müssen sich etwaige liebe Gäste bequemen. Du bist der erste. Drnven — auf der anderen Seite des Bodenraums — mehr ist dies sogenannte zweite Stockwerk wirklich nicht! — haust Miete, die biedere Beherrscherin der Küche. Leider beherrscht sie sie noch nicht hinreichend, um als Wtokrat betrachtet zu werden. —i Laß dir's bei uns gefallen, meine alte Marie, lvenn's auch lange nicht so schön ist, wie ich's um deinetwillen haben möchte!"
Sie trat, ohne ein Wort der Erwiderung, an ihn: vorüber ins Zinlmer. Es war klein und niedrig, aber zierlich und behaglich eingerichtet mit altfränkischen Möbeln, die Marie zum größten Teil als sehr alte Bekannte grüßten — das gab dem Stübchen für sie etwas äußerst Anheimelndes, und durch das offene Erkerfenster schaute erquickliches Dunkelgrün zu ihr herein.
„O, wie scl)ön!" rief sie und lief eilends ans Fenster. „Das sind ja — wahrhaftig! Das sind ja die alten Nuß- bäume in Bürgenneisters Garten! Das sind ja überhaupt alles Gärten da unten —"
„Fa," sagte HanS von der Tür her. Er lehnte mit verschränkten Annen mn Türrahmen. „Das ist das Schönste an dem alten Haufe — der Grund, weshalb ich's gemietet habe. Für einen Spottpreis übrigens. Der war für Elfe
Marie,
maßgebend. Die höchst beschränkte Wohnung ihrer Eltern in Braunschweig kostet das Dreifache. Wenn du dich ein bißchen hinausbiegen willst —: Beinahe unter deinem Fenster laust der ehemalige Stadtgraben. Fetzt alles Gärten. Die Rückseite unseres Hauses schließt sich unmittelbar an die Stad^ inaner an, daß man von Elfes Zimmer im ersten Stock direkt darauf hinaustreten-kann, wie auf einer: Altan. Siehst du's? Und ans den Gärten —. aus dem Garten znnial, der früher einmal meinem Vater gehörte — steigen die Baumwipfel so dicht an der Mauer ernpor, daß sie sich w:e e:rw Laube darüber wölben. Da hängt man wirklich in der Lust ans dein kleinen grünen Fleck, wie in einem Vogelneste. —i Wer jetzt will ich hinunter, nachsehen, ob alles in Ordnung ist in Küche und Hans und die edle Mieke wieder vorhanden. Wenn du fertig bist mit deiner Toilette, klettere bis ins erste Stockwerk hinab, wo sich dir die Salons des Hauses Fmhoss öffnen werden." .
Zwei Stubentüren im ersten Stock standen m der Tat weit offen, als Marie ein Viertelstnndchen später wieder nach unten kam. Im Speisezimmer hantierte sehr etfrrg Hans; er schien den Tisch zu decken. Ans die Schwelle des. gegenüberliegenden Zimmers trat seine junge Frau und nötigte den Gast zu sich hinein.
„Sie müssen doch zuerst gleich nieine schöne, neue, gute Stube" — sie verbesserte sich rasch mit einem Blick nach dem Eßzimmer — „mein Empfangszimmer bewundern! Wir benutzen es für gewöhnlich nicht — es wäre schade um die Möbel, nicht wahr? Ich sitze immer drüben in der Eßstnbe. Da ist es auch so schön kühl. Sie liegt nach Norden, sagh Hans. Nun, w:e finden Sie mein Zimmer?"
Marie sah sich wortlos in dem mehr breiten, als tiefen Raume um, vor dessen drei spitzenverhüllten Fenstern nur mrdeutlich sichtbar die griine Pracht des Wtanes lag. Wunderlich geformte Möbel in exzentrischem Jugendstil sütlten das ganze Zimmer, standen fremdartig vor den unmodernen Tapeten, — grellbunte Seidenbezüge überspannter! Polster und Sitze, ein farbenprächtiger Teppich bedeckte die schlicht- gestrichenen Dielen, Spiegel blinkten in reicher Anzahl, ein Krisiaukronleuchter, in Gaze gehüklt, hing von der ziemlich niedrigen Decke herab. Auf einem Stuhl nahe der Tür lagen die sichtlich eben erst abgestreiften Schntzbezüge der Seidenmöbel.
„Fein —< was?" fragte Frau Elfriede freudestrahlend. Sie nahm Maries verblüfftes Mißfallen für ehrfürchtiges Schweigen der Bewunderung. „Dies Zimmer ist ganz und aar mein eignes — ich Hab's mir ganz allein eingerichtet. Nach meinem eigenen Geschmack. Im feinsten, neuesten Stil. Hans hat mir da ganz freie Hand geben müssen. Es ist der sck)önste Salon in der ganzen Stadt! Ich besehe ihn mir jeden Tag und wische selber Staub drin —* an die kostbaren Möbel lasse ich die Miete nur ungern heran, sie ist so ungeschickt —"
„Und wo — sitzt Hans für gewöhnlich?" fragte Marre. „Auch drüben?"
„Hans? Wenn er arbeitet, meinen Sie? Da hat er hier nebenan so eine ganz kleine Stube — eigentlich ist's nur eine Kammer — wo sein Schreibsekretär steht — der von Ihnen, wisset: Sie — und ein Bücherrück und ein paar Stühle — weiter nichts. Jjch Hab' ihn so oft gebeten, drüben bei mir im Eßzimmer zu arbeiten. Wer er mag nicht. Er ist lieber allein beinr Schreiben. Und dann will er auch gern ins Grüne sehen und zwischendurch auf und ab gehen. Er geht gern auf und ab beim Arbeiten."
„Er müßte dies Zimmer als Arbeitszimmer haben!" ries Marie eifrig. „Es ist ja ^roß genug, daß er auch bei! schlechtem Wetter auf und ab laufen könnte — und der Schreibtisch müßte gerade an der Glastür stehen, damit er jeden Augenblick anftpringen kann und hinaus. —"
El fr jede schrie fast ans vor Entsetzen.
(Fortsetzung folgt.)
Der Spion.
Skiz-e VE Hamrs Wo hl bold (Memmingen).
Tie Nacht »vor laft und klar, ruhig blinkten die Sterne und der Mond hing, eine große, blanke Silberscheibe, hell leuchtend über der FelSwildrns des Vkor^nentaleö. Tie Zacken und Kämme waren in Jetsiem Lichte f» Iwsifc, vl§ ob Schnee auf ihnen läge, und die Schkuchtca bildeten schwarte Risse und Flecke, durch deren tiefe Dunkelheit kein A-lg? »m drüben vermochte. Nur in einen! schmalen kurzen Seitens, »KL fidj- nordostwärts in die Berge streckte, -l-nnnen tin tesar Fever. Gelbe schmälende Flammen, anS denen


