Samstag, den 7. April.

H-Wh:

Pechmarie und Hans im Glück.

^'Elchichte einerJMenbfreuMchaft ton 5.D. »ottiau.

achdruck und Uebersctzungsrecht in fremde Sprachen Vorbehalten (Fortsetzung.)

urachte ihm Freude, dabei in Maries schwarzglän-- zende^ .lugen zu schauen, die jedes Wort von seinen Lippen zu lesen schienen. Borgebeuat saß sie in altergespanntestem Zuhoren. Dazwischen stieß sie ut kurzen, harten Sätzen Be- merlungen, Zwischcnfrageu heraus, die ihm noch mehr ver- rleten, tvre sie mit ganzer Seele bei seinen Interessen

* t>ar - ; ^ rührte ihn, es tat ihm wohl. Auch daß sie manches nicht gleich richtig verstand, den Kern seiner Ab- srchten nicht sofort erfaßte, störte ihn an ihr. nicht. Im Gegenteil, ihm wurde bei dem kleinen Wortgefecht, das sich anr Schlüsse seiner Auseinandersetzung zwischen ihnen ent­spann, erst recht warm und gemütlich. Seine Frau war immer mit allem einverstanden, was er tat sie liebte uni) bewunderte ihn, sie verlangte gar keine Erklärungen . für das, was er sich vornahm, sie war das Echo seiner Szenen Stimme. Das war ja sehr bequem, sehr schmeichel­haft^ aber es machte auch gedankemfaul. Die geistigen! Massen rosteten dabei etwas ein!

amrw ein ' Marie war im Anfang durchaus nicht mit seiner Absuyt einverstanden, sich für die nächsten Jahre in ihrem kmnzigen Heimatsstädtchen niederzulassen und sich dort aus­schließlich der Sammlung, der inneren Einkehr, der inten- srven, durch keine Außendinge abbelenkten Arbeit hinzu-

gebeu.-Sie hatte erwartet, daß er zum mindesten eine

größere Proviuzialstadt wählen würde, wenn nicht Berlin M.Ü, wo doch der Strom geistigen Lebens am reichsten Erst nach nnd nach begriff sie halb, daß er jetzt zu- nächst Lerne Anregung von außen mehr habeil wollte, kerne brauchte,'weil er sich des innerer: Reichtums bewußt war, der aus sich selbst heraus zur Gestaltung drängte.

,,3ch bin mir erst ein Beginnender, liebe Marie ver-

das ja nicht!" sagte er unter anderem.Der breite Strom ist nur für sichere, erfahrene Schwimmer oder für bte Lauen, Schlappen, die sich treiben lassen wollen. Ich diu rer ns von beiden, ich brauche die Stille, um zu erproben, was in mir ist"

Sie schwieg schließlich und reichte ihm mit einem trii- beu ernsten Blick die Hand. Er schlug herzhaft ein ihm f s ' habe er eben einen Sieg erfochten. Seine Frau hatte lächelnd und gelangweitt daneben gesessen, abwechselnd verstohlen ein wenig gegähnt und sich musternd im Zimmer umgesehen. Jetzt, in der ersten willkommenen Pause, sprang yf ^^.die Füße und mahnte zum Aufbruch,ehe die schrecklichen beiden Dickköpse erneu zweiten Zank begannen!

Die beiden scherzhaft Beschuldigten sahen sich erstaunt an.

Aber wir haben uns doch gar reicht gezankt!" rief Marie.

Nein und ja wie mcrn's nehmen will," lachte Hans. ^Jedenfalls war's nett. Schade, daß wir schon fort müssen, Marie aber mich dvänat's jetzt so gewalttg an die Arbeit, daß rch keinen Tag mehr verlieren möchte. Philipp Koch hat uns emgeladen, bei ihm zu wohnen, bis wir Wohnung gefurwen haben und eingerichtet sind. Wir sehnen uns uw- sag!ich nach dem eigenen Heim nicht wahr, Else? Dies Herumgereise in Italien und der Schweiz war ja sehr schön himmlisch schön! aber auch sehr faul."

Und sehr teuer," erklärte Frau Elfriede wichtig.Wir

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ff ^nnen sich gar nicht vorstellen, liebe Marie, wieviel so was kostet."

Du kannst dir nämlich auch gar nicht Vorstelten, Marie, kur ern kleiner Geizkragen meine Elfe ist!" Hans um­schlang die junge Frau neckeuo mit einem Arm und zog sie Ü n l-rf e ? mar fh* * Zu teuer wir dursten nur in den bittrgsten Hotels wohnen und ja keinen Groschen unbe­sehen ausgeben. Sie ist darum auch durchaus dkmit ein­verstanden, daß diese langen, seligen Ferienmonate nun ein Ende nehmen und wir in die Stille und an oie Arbeit, flüchten."

,,Ja Hans muß jetzt arbeiten. Nicht wahr, Fräulein Marie? Er muß fleißig sein und viel Geld verdienen. Dann tonnen wir uns später je auch 'mal mehr leisten wenn er erst berühmt geworden ist, und alle Menschen sein« Bücher kaufen!"

Nicht nur vereinzelte, gute, alte, unpraktische Freun­dinnen," vollendete Hans mit seinem schönen Lächeln Das junge Paar brach auf, nicht ohne daß Elfriedo Marie nock einmal flüsternd ermahnt, jia nicht die beivußte Sendung zu vergessen. Die Adresse bekäme sie sofort. Und sie müsse auch sehr, sehr bald aus Besuch zu ihnen komme», sobald sie nur erst fertig eingerichtet wären! Das müsse sie ihnen gleich jetzt fest zusagen.

Die letzten Sätze waren laut gesprochen, und Hans stimmte freudig ein. Marie zögerte: ,Hch störe Euch ja mir!" Aber er widersprach lebhaft.

Du wirst mich nie stören können nie!" versicherte er immer wieder.Und Elfe wird glücklich sein, wenn du kommst das arme, kleine Ding wird viel allein sein, »ch werde mich nun nicht mehr so ausschließlich mit ihr be­schäftigen können, wie aus der Reise, wo ich höchstens 'mal ein paar Stunden Korrekturen zu lesen hatte! Also du kommst, sobald wir erst ein Heim haben versprich mir )as, Elses wegen!"

Da legte Marie ihre Hand in die seine und versprach und ihr Herz sagte: nicht Elfes wegen, deinetwegen komme ich.

Aber ihr klarer Kopf wußte nichts davon. Der über­legte nur, kaum daß sie zur Tür hincrrrs waren, was alles sie den beiden schicken wolle für ihr neues Heim.> Es