Ausgabe 
2.4.1917
 
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zu zeichneil suchte. iwrctitä er folgerte: eine Hochkonjunktur bcmgöl durchschnittlich gute Ernten, lebhafte Tätigkeit der Industrie, leb- tvste HmidelSUmfätze und kriegerische Venvicktungen. Bis zum Jahre 1600 rückwärts gehend, suchte er nachznweiseu, wo dig großen europäischen Kriege immer mit den Höhepunkten der Kon­junktur zusantnrengetroffell sind. Die Tauer der Periode, die er dabei erkennt, beträgt aber 111,6 Jahre, ftimmt also mit der be­kannten großen SvmrenBeckenperiode Überein. Ungefähr gleich­zeitig. wahrscheinlich ohne (Kenntnis der Arbeit EnströmS, hat mm eiil Amerikaner H. L. Moore den gleichen Gegenstand unter­sucht, und derPrometheus" (Berlag von Otto Spanier inl Leipzig) stellt seine Ergebnisse denen des Schtveden übersichtlich gegenüber. Moore geht bei semen Untersuchungen von dem perio­dischen Verlauf der Niederschläge iin Chiotale. aus imd verfolgt weiter die verhältnismäßig großen Schwankungen mit den Pe­rioden von 8 und 83 Jahren. Diese Schwankungen findet er im Ausfall der Getreide-, Kartoffel- und Heuernten wieder. Während nach landläufiger Ansicht Angebot und Nachfrage sich in dem Sinne regeln, daß reiche Ernten^ die Preise falle:: lassen, kommt Moore zum entgegengesetzten 'Ergebnis. Bei geringen Ernten geht der Handel, infolgedessen auch die industnette Erzeugung, Preishöhe der Jndüstrieerzeugnisse und die Höhe der Getreide­preise zurück, und das schließliche Ergebnis ist eine allgemein niedrige Preislage, während bei guter Ernte überall das Gegen­teil stattfindet. 2x> läßt sich seine Ansicht zusammenfassen. Moore rveist nach, daß die Schwankungen der Preise denen der Ernte­ergebnisse entsprechen jund jzwar mit einem Phlasenunterschiedü von vier Jahren. Die Hauptursache der Schwankungen der indu­striellen Unternehmungslust ist also narfj der Ansicht des Ameri­kaners die Ernte, und 'die Hauptursache der EruteschwankungeN! sind die klimatischen Verhältnisse mit ihren 6- und 33jährigeni Perioden. Moore stimmt darin mit dem schwedischen Forsche? überein, daß nach seiner Meinung bei guten Ernten die Preise steigen, bei schlechten fallen. .Als Hauptnmximen der Nieder­schläge hat er 1915 gesunden, und demgemäß erwartet er die größte Preishebnng 1919, eine starke Preissenkung 1925 und starke Preishebungen wieder für 1928 und 1935. Diese MaxiinnM- zahlen decken sich fast völlig mit denen Enströnrs. TerPro­metheus" hebt mit Recht hervor, daß biefeu Gedanken gegenüber Vorsicht am Platze ist, daß aber auch solche Ueb e rein sti mmunaen dazu angetan sind, die Bedeutung der Forschungen über.solche periodischen Schwankungen hervorzuheben. Es sei in diesen! Zu­sammenhänge der Arbeiten eines dritten Forschers gedacht, des Berliner Technikers Rudolf Mewes, der 1897 ein Buch über! Kriegs- und Geistesperioden im Völkerleben" veröffentlicht hat. Mewes hat einen ähnlichen Zusammenhang zwischen Kriegen und meteorologischen Erscheinungen gefunden, wie später der Schwede und der Anrerikaner. Freilich spricht er in der Hauptsache von den Schwankung^:: des Grrmdrvasserstandes, doch lrebt er ausdrücklich hervor, daß diese Schwankungen die gleiche Periode haben, wie die Sonnenflecke. Auffallend ist es nun, daß er für die Zeit von 1901 bis 1932 die Periode des Trockenheit-Mexintnms gewal­tige Kriege voraus sagt, die ihren Höhepunkt in den Jahren 1910 1920 erreichen sollen. Für die Vergangenheit, wie für die Degenwart und Zukunft decken sich seine Zahlenangaben ziemlich mit denen Enströms rnrd Moores.

* Von den Mahlzeiten und von den Küchen i m altenRom weiß Heinrich Götzring in Nummer 13 der illustrier­ten Zeitschrift lieber Land und Wceec (Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart) allerlei zu erzählen. Wir wollen den unterhaltsamen, Artikel hier nicht ganz, sondern nur einige Stichproben daraus wiÄiergeben, die zum Nachlesen in der oben bezeichn et en Nummer anregen mögen . Die Speisen, die der römische Feinschmecker , Mußten überhaupt teuer und selten sein: dies galt damals mehr cüs der Wohlgeschurack. So sagt Favonius bei Gallius:Tie Haupt- gutschinecker und Leckermäuler sagen, keine Mahlzeit sei nobel, wenn nicht ein Gericht, eben sobald es einem mundet, sofort Ivßeder abge­tragen und anderes noch köstlicheres aufgesetzt irerde; sie behaupten, daß man keinen Vogel außer dem Feigenpicker ganz ansessen müsse: wenn von den andern Vögeln und Hühnergeflügel nicht so viel aufgetragen wird, daß sie mit dcui unteren Teile von den Keulen ab satt werden können, so sagen sie, das Mahl sei bis zur Bettel- haftigkeit knauserig: von denen, die das Oberteil an Vögeln und Geflügel speisen, MuLen sie, sie hätten kernen Geschmack." Von manchen Tieren man nur das Gehirn, die Leber oder die Zunge. Der Kaiser Vitellins - der richtige Kaiser für diesen Teil der Römer, die den Bauch zu ihrem Gott gemacht soll als ganz besondere Leckerbissen Flamiugozuugeu gegessen haben. Der Tragöde Aesopus, der in königlicher Pracht lebte, soll ebenfalls bei einem Gastmahl eine Schüssel {mit Zungen solcher Vögel, die Lieder fingen oder die Menschen st intmen nachahmen können, haben auf- stetlen lassen. Die Eigenart der römischen. Küche zeigt sich auch schon in den damals zubereiteten Saucen, in denen kein Mensch mehr hevansschnttckei: konnte, welches Fleisch beigegebm: worden war. Nach Apicius bestand eine solche Sauce aus Pfeffer, Liebstöckelkraul, Koriander, Raute, Fischlatt, Honig und -Oel, alles im Reibstein gehörig zusamuuugemischt. Man kann jedenfalls schon erkermen, daß mit dieser Sauce jeder andre Geschmack tot I

. gemacht werden m-. Das Ntzaht bestan.d ans drei Teilen, und zwar aus der Vorkost, aus der Hauptinahlzeit und ans dem Nach- ttsch. Zur Borkost dienten allerlei kalte Speisen, tvelche hauptsächlich den Appetit anreizteu, wie rveiche Eier, Salabe, pikant bereitete Gemüse, leichte Fischspersen und anderes mehr. Aus dem Nachtisch spielte der Apfel eine große Rolle. Gesunken wurde im allgs-, meinen bei denr Essen sehr mäßig. J:r der Regel wurde der Wein nach Beendigung der Vvrkost gereicht.

vüchertlsch.

D ie Aushungerung Englands. Geheimer Negie­rungsrat Tr. Seibt hat eine Reihe von Artikeln, die kürzlich irr neutralen Blättern erschienen sind, zu einem BucheDis-Aus­hungerung Englands" zusannnengcsasft. (Berlag August Scherl G. m.b. H., Berlin, Preis 50 Pfg.) Der Verfasser hat sich der Mühe unterzogen, die englische Statistik über Ein- und Ausfuhr, Bedarf und Vorrat sorgfältig zu prüfen und daraus ein möglichst genaues Bild von der heutigen Wirtschaftslage Englands zu ent­werfen. Ebenso sind die Möglichkeiten, ob durch Steigerung der englischen Landwirtschaft die .Schwierigkeiten zu verringern seien, krittsch erwogen und die Frachtranmuötc Englarrds und seiner Verkündeten in ihren Ursachen und Wirkungen dargelegt.

Dr. Carl Peters: Zu m Weltkrieg, 5 Mark. Rüsch'scl>e Verlagsbuchhandlung, Hainbnrg. Carl Peters, der Be­gründer Deutsch-Oftafrikas, legt in diesem glänzend geschriebenen Buch seine aut feiner Boobachtimg begründeten Anschauungen über den Völkerkrieg dar. Das Buch besteht aus Aufsätzen, welche bereits in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht waren, zum Teil neu geschrieben sind. Aber iin. ihrer logische:: 'Anordnung und Zui- janmienfasfung kommt der Grundgedanke, welch«: Peters ent- nnckelt, erst zu seiner richtigen Wirkung.

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ES ist ein Sinnspruch zu suchen, dessen einzelne Silben der Reihe nach in obigen Wörtern versteckt sind, ohne Rücksicht auf deren Silbenteilnng.

Auslösung in nächster Nummer.

Auslösung der Geheimschrift in voriger Nummer. Sicherung der Volksernckhrung.

Schlüssel: Sichel. Roie, Dänen, Vogel, Lunge, Konsul.

Schrislleltung: Fr. V. Ze:z. Zwillingsrunddrnck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.