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ftfxiFt, Kinder tanzten singend Reigen und spielten vor den ftäte fern, ein weißgvauer Sck-äferhund lag woAs in der Sonne aus- gestreckt und schlief. Ueber die Dächer hin klang das Summen des Orgelspiels wie das Tönen und sanfte Brausen oes wedenden Lichtes.

Versonnen urrd in Andacht versunken hockte der Dichter am Fenster. Und als unvermittelt ein Windstoß, ums Dach strich, in den Kamin blies und cur den Dachpfannen rappelte, fuhr der ein­same Träumer auf und schloß das Fenster.

Er rückte den Tisch an das Fenstergesimse und beugte sich emsig über einen großen Bogen weißen Papiers. Die spitze Feder naschte am Tintensaft und raschelte über die blanke Fläche, hiät ab )-.ch zu still in leisem Beben, nippte wieder am Tmtenglase imd raunte dem Papier geheimnisvolle Kunde zu, wispernd und kni­sternd. Wie im traumseligen Tanzschritt huschte sie über die Glätte des Bogens zierlich und anmutig, damt wieder riß sie sich zu einem wildeil Wirbel hin, daß das Papier aufkreischte vor^Ent- zücken, verweilte sinnend und raffte mit einem ärgerlichen Strich die wohlgebauten Figuren zusammen.

Das um- der Sonnenhymnus, den die leichtfüßige Tänzerin mit ihrem schonrzen Füßchen auf des Dichters Geheitz ausführte, junt Rhythmus von Licht und Orgelklang und zur Melodie, die \n des Dichters eigenem Busen blühte und drallste.

Und die Ntusik tönte bald leise, bald jauchzeird, immer neue Kreise und Figuren vollbirachke die Hüpfende im Schleifschritt, bis sie vom Tintengift betäubt und benommen von dem heißen Tawz- spiel auf dem weißen Papier müde auf den Tisch hinschlug.

Tie Sonne stand hoch am Himmel und zitterte an der ver­blichenen Tapete in des Dichters armseligem Stübchen. Der Dichter aber sank auf das Ruhebett und grübelte imd träumte vor sich hm. Tann wieder sprang er auf. Fertig mußte er werden, heilte noch, solang es in ihm brauste und sang. Heftig riß er die Feder ou sich und stürmte mit ihr von neuern. dahin in wildern Tanz.

Unter ^.Jauchtzen und Stöhnen, Jubel und Verzagen fügte sich Vers an Vers bis zum Ende. Müde faitf die Hand aufs Papier, die Linke strich über die Augem 9Wch einmal überlas sr das Gedicht, das rhu nun von ferne anlächelte, wie ein eigenes Wesen, das sich von ihm gelöst hatte. Er nickte und lächelt«, Ulld er fühlte in diesen Augenblicken, als trüge sein Haar eine Krone und er sei reich und mächtig.

Er wandte den Kopf zur Gasse. Es ioar Llbeud geworden. Stunden hatte er an dem Gedicht gesessen. Die Sonne versank schwerflüssig und purpurn hinter dem Walde unb blmzelte mit einem letzten müden Gruß herüber. An leichten Wolken kränzen blieb ihr blondes Haar haftell, daß es wie MÜngetränkter Sctmee glällzte. Ueber die Dächer und an den Hauswänden entlang schlich sich ein purpurner Schatten. Tie ersten dlusflügler kehrten sonneu- erfrischt und tagesmüde l)eim von der Wanderung.

Da riß der Dichter den Fensterflügel auf, um noch die Neige des smrnigell Tages zu kosten, den er dichtend versäumt und ver­träumt halte. Ein Windstoß fuhr unversehends in seine Kammer ünd wirbelte ihm die Blätter durcheinander. Das erste, dichtbe­schriebene Blatt aber nahm er mit sich rmd warf es in die dlbend- rüst, drehte es und ließ es tit lustigem Zickzackfluge auf die Gasse niedersegeln. Es ftxtr das Blatt, über dem der Tichtcr den gamnt Tag gessesen Und das er in schaffeirder Qual beschrieben hatte. Sein Sonnenhymnus nahm durch Wiudesguaden den Weg ins Freie.

Noch ehe der Dichter des Verlustes recht inne geivordeu, sah er, wie Knaben, die auf der Gasse lärmten, sich um das Geschenk des Windes rissen, ano ihm ein Papierschifftyen falteten und dies aus der trüben Pfütze des Grabens treiben ließen.

1lüd nÄhreird der Abend seine Sckrattettarme mürterlich um die Stadt legte, während sich die engen Gassen im Dunkel aneinander kauerteil, hörte der einsame Dichter noch das Jubeln der Buben am Gassengraben/ wo sie ein dummes Papierschifflein in detr Abeird lnnansscbwimmen ließen.

Tommy Atkins im Spiegel seiner zeldpoftbriefe.

Bis zu einein gewissen 6krade gleichen sich die Soldatenbriefe bei allen kriegführenden Völkern, aber bei jedem haben sie auch wieder? einen gewiisseil, sie scharf unterscheidenden Zug. Dir- der engltschen Feldpostbriefe ist ihre Nüchtermheit, ihre Sachlichkeit. Sie erinnern alt den englischen Geschäftsbrief, und mall kann mit einiger Ueber- treibung sagen, bat man einen britischen Feldpostbries gelesen, soi kennt man alle. Es ist, lvie Winfried Lüdccke in einem hübschen Auf­sätze in der jüngsten Nummer vonUeber Land und Meer" (Deut­sche Verlagsanstalt in Stuttgart) sagt, nicht leicht, in Tommy Atkins Feldpostbriefen persönliche, besomdere Züge zu entdecken. Es ist be­zeichnend, daß selbst die stärksten Eindrücke den englischen Soldaten sveirig erregen, und man immerhin überrascht, einen englischen Ajr tülerieoffizier seinen Brief mtit dien ÄÄorten beginnend zu sehen: Wenn der Krieg einem eindrucksvolle Erregung verschaffen soll, so ist er eine Enttäuschung." Diese sonderbare irmerliche Unbeweg­lichkeit und Stnmpfbeit hindert bcu englischetr Sowaten allerdings! nicht, cs gelegentlich im Ausschneiden mit seinen Kameraden ans anderen Heeren aufzunehmen. Auch er versteht den Rtünchhauseir zu spielen.:Entschuldige dieses Gekritzel so schreibt z. B. einer, die deutschen Granaten haben mich bereits sechsmal unterbrochen, mrd ich mußte zum Baionettangrisf Vorgehen, ety ich mein Schrei

den ganz beenden konnte." Solcher Aufschneidereien unerachtet ist Tommy Atkins in seinen Briefen im allgelneinen von sachlicher Ehrlichkeit, und besonders bekew'* er viel aufrichtiges, als das ein Fralizose tun könnte, feine persönlichen Gefühle. Das es für 1917 entnervend nsirkt, wenn es zum ersckn Male in die Schlacht geht, wird offen bekannt; ein junger Soldat gesteht, er habe im ersten Gefechte zehnmal nach Adntter gerufen, und summarisch bemerkt einer:Wenn einer erzählt, ihm sei in der erster! Schlacht ^nickst bange gctveseu, so können Sie sicher sein, daß er lügt.Diese Sach lichkeit kennzeichnet in der Mehrzahl der Fälle auch die Urteile eines englisct-en Soldaten über unsere Feldgrauen, Msdrücke der Bervnnderung über die deutsche Disziplin sind häufig, Schmahioorte nach übler französischer Art fehlen ganz, und von Hunnen imd Bar­baren ftndet sich in englischen Feldpostbriefen so gut wie garnichts. Ein Korporal beschreibt als unvergeßliches Ereignis einen deutschen Angriff, der in dicksten Massen im ruhigen Marschtempo unter dem l^esange des Liedes:Deutschland, Deutschland über alles" erfolgte und bei dem eine eiserne Disziplin die Kolonnen zusammengehaltett habe.Nach Berlin zu gelangen, wird kein billiger Ausflug sein", bemerkt der Brieflchreiber, dem die famosen Werbeplakate wohl den Ausflug nach Berlin" in Aussicht gestellt hatten, sichtlich er­nüchtert.

Soviel geht aus den englifck-en Feldpostbriefen hervor, daß der Engländer, im Grunde genommen, -eine ziemlich unkriegerische Na­tur ist. Ein Offizier schreibt über seine Soldaten ganz offenherzig, es aäjbe ja tvohl Leute, die sich fchlützchr, als gut frühstücken, aber sie seien selten. Es ist Tommy Atkins nach mid nach ansgegangen, daß das Messer in diesem .Kriege England am Halse fitzt, und ev muß nun durch, wohl oder übel, aber das Heimweh zieht sich durch alle seine Briefe.

Ein eigentümlicl>er englischer Zug ist schließlich die oft wieder­kehrende sportliche Färbung der Briese. Man erhält wirklich oft den Eindruck, daß sie aus einem Heere von Sportsleuten stammen. Vergleiche aus dem. Fußball oder dem Kricket sind häufig und werden mit Kenntnis bis ins einzelne durckgeführk. Einer schildert z. B. ein ganzes Gefecht allein Fußballspiel:Der Kämpf um den euro­päischen Ehrenbecher wird !wch ausgesprelt, und ich wage zu be­haupten, es ist ein Rekordtor, vbtvvhl man vom Felde aus nicht dir Zuschauer sehen kann." In diesem Tone geht es lveiter und bis zu Ende, und so bleibt der Engländer auch im Schützengraben. ivaS er im Frieden ist, ein leidenschaftlicher Sportsmann.

3um Anbau von zrühgemiise uni» grübfattoffeln.

Sehnsüchtig wartet. bei Gartenfreund auf besseres Wetter, um mit seinen Arbeiten zu beginnen. Mer zu ernster Besorgnis ist nock) rein Grund. Es »var schon manches Jahr so. und es ist doch noch aut geworden. Darum keine Uebereilung. 'Erst muß der Boden völlig aufgetaut und trocken geworden sein. Die kalte Witterung ist für die Vegetation durchaus nicht schlecht, sie hält alles noch in der Entirnckelung zurück. Vielleicht bringen uns dann die Spätfröste im Mai keinen Sckt-aden mehr. Und man hat dabei noch Zeit, zu überlegen, lvonrit mau die einzelnen Qrmr- tiere des -Gartens bestellen soll. Wenn sonst in Friedensräten die alten Kartoffeln im Haushalte zu Ende gingen oder nicht mehr gut schmecken wollten, bann erhielten nnv die Malta-Kar­toffeln, bald darauf die italieuisckm mrd etwas später die ein* heimischen ans bevorzugteren Gegenden unseres Vaterlandes. Das ist aber alles im Kriege anders gen-orden. Wir inanen auf das Frühaennlse und auf die Frühkartoffeln aus südlichen Ländern verzichten; wir sind auf uns selbst angewiesen und müssen allen Bedarf int eigenen Lande erzeugen. Der Anbau der Frübgemüso- arteii verzögert sich dieses Jahr bei dem alllange anhaltendar Winter, so daß es spät wird, bis uns der Garten das erste Ge- müse in die Küche liefert. Zudem ist noch das im Herbste aus­gestellte Frühgenrüse zum großen Teil erfroren. Diese Beete müssen umgearbeitet und neu bepflanzt werden. Unsere Gärtner fiitb fleißig bei der Arbeit, Setzpflanzen aller Art leranzuzieheu, bannt es an Pftanzmaterial nicht fehlt. Tomaten, die eigentlich wir ein Genuß aber kein -Nabnmg->mittel sind, sollte man rve- niger pflanzen, sie reifen bei uns auch zu späk und erfrieren dann! meist im Herbst: man denke mehr an Frulnvirsing, Koblrabi, Karotten, Erichen, Bvl-nen, Römisch Koi.i Weißkraut, Rolkraut usw. Ter Artbau von Frühkartoffeln in den Kleingärten bringt für die Städte in der Ernährung ihrer Be.rohuer während der schwierigen Sontmermonate ganz erhebliche Erleich.erungen, d<r hierdurch viele Selbstversorger geschaffen nvrden. die zu einer Zeit schon neue Kartoffeln' Ixtben, wo dr<- bsenrüse nock» rar und teuer ist. dem großen Röangel, der in diesem I »l:re an Setz- kartoffeln herrscht, sollte jeder Besitzer und Päcicher eines tsar» tens fick! beizeiten ft'tr das erforderlich' Staatgnt sorgen Tie dicken Speisetartosieln kann man ganz gnl zerßbiwideu. di. grone ürit den Angen gibt, ans den: Boden gelagert und aoge orl.! eine gute Setzkrrrtoffel, wälrend der andere Teil zum Mou;en dienen ftniit. Von ^bachsbarit nnd Freunden, die k-.irie >iavto» tln an pflanzen. Krim man auf diese Act oder dnrch Uiuko geeignete KnoUen zum Setzen tcicht er:ulten. Wer auf doo: Lande bekannt ist, kann sich auch dnrch einen Bezrmschein Saatkartosielu er schaffett, wennS ihm gelingt. Bei tx-r <^ladt Halm sich beveit. gegen 1ÖOO kleine Be sw Net gemeltxl, die gegen ütKXl Zauner Senior tvffeln zu brzielien wünschet,. Da dies alxr !voi>l raum annälernd