Ausgabe 
24.3.1917
 
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In den katholischen Gegenden ist das FvoschschenkeleffM längst Manch und bietet tvähreitd der Fastzsnzeit entern angenehmen FlEiersatz. Die arme BevölSenntg verschalt ftch durch den ^vang irrtb ©erlauf der Fvvschschenkel einen schönen Verdienst. Die zum Verkauf gebrachten fratlen müssen ein festes, zartrosa Kersch h?bett das mit feinen, dunkeln LLederckMt durchzogen t]t. Letztere sind hauptsächlich nach dein Kochen gut stchtbar

Die Zu Breitung ist die manntgfach-te tmd Ketmer streiten sich welches die unbestritten feinste sei! In der Tunke, gebacken, gedüutpst, oder gar, wie der FVinsch:necker behauptet geräuchert! Ich null nun einige Kochartc» mtführen, dann kann sich der Le!er, sobald er sich einige Dutzend Froschschenkel versck-aft und gegestctt Hot, selbst überzeugen, und ich bin >sicher, daß" oderfm künftig gerne an dem edlen Wettsträt tetlrummt, welches dre feurl.c Zubereitung sei. Allerdürgs nrust das Vorurteil dem Frosch gegene, über erst übertviunden sein, damit das Gericht tmieru ungeteilten Beifall firtdet. Warum soll ein Frosch dem: weniger appetültch und geniestbar sein, als etwa ein Krebs, Hmunter Austern ooer gar Muscheln?! In Beckstcls Kochbuch steht die Froichschcitkel^ Zubereitung Mischen der Forelle und dem Hecht, nimmt alr-o ol^aic Zweifel auch da einen Ehrenplatz ein. Und wentt ich daran denke, dast die feine Forelle vielfach erst mit Maden fett gemacht tvud, ehe sie auf der Tafel erscheint, dann will ich doch lwbor glnck' in. einen Frosch beißen, zumaten, wenn er gebacken ist! Ltebe Leserin. bekämpfe mal dein Vorurteil, gehe, falls du sonst kerne Fwkch schenke! auszutreit^en vermagst, in Fcanckfnrtrn dte Bocken Herme straste dort bekonrmt man in einer ,,Feinkosthandlung dte zreruch zugerichteten Fvoschkeulchen allerdings verhÄvlismästig twr Mi kaufen. Etwa 30 Stück dürften fürs erste genügen^ Zu Hanse wasche sie sauber, tnache eine weiße Mehlschortze tust Salz, Zwiebeln, Muskatnuß, lasse sie etwa //. Stmtde Sochm, -etwas Zitronensaft Lend ein Eigelb verfeinert dre speise. Kartoffeln odeo gar Nudeln dazu sind eine Götwrspeise ! _

Gebacken werden die Froschschenkel aus folgende Art : Wenn sie gewaschen und getrocknet sind, so bestreut E fte mst Salz, kehrt sie in einem gebrühten Teig oder m Er und Weckmehl und backt sie in wenig heißem Schmal-. .

Fro schschenkelsnppe kommt m ihrer Gute der Huhnes

^^Das^Einstms« mtd Herrichten der Frösche könnte übrigens für viele Ber.vnndele nicht nur ein gennnnLringender Zerwer- treib sein, sondern sie würden sich gewittz den -L .ntf vieler ihren fraufcit Kameraden verdienen, wenn sie dadurch zu einer so leichten, guten Krankenkost kommen könnten.

Also frisch aus zu einem guten Fang! "

vermischtes.

*Wic Kaiser Wilhelm!, einer Fra,t-ösin Spar­samkeit be ihr achte. Kerne Eigetrschast im Charakter Kaiser Wilhelms I mutet uns heute, da wir selber in der Not dieser Zeit ihrer am wenigsten entraten können, so menschlich-rührend aii, wie seine Sparsamkeit. Keineswegs ettoa geizig veranlagt, war der Herrscher doch j^rer nutzlosen Vergeudung von Erzeugnwen ab­hold und pflegte auch in Geldsachen den Grundsatz Mt befolgen ,Maß in allen Dingen zu halten". Die schreckliche Kriegseretg- triste, die er sckton als Zehnjähriger durchztunachen batte, haben sick-erlich auch ihre unveM'ckchbare Wirkung für das gattze Leben ausaeübt. So pflegte der Monarch von jeder an ihn gerichteten Eingabe denRefpektbogetst' zu entserneti imb ihn zu Notizen bei­seite zu legen. Nach seinem Ableben wurden in fernem Schreib­tisch gänze Stöße solcher von ihm abgetreunter Resvektbogert ge­sunden. Ebenso verwendete der Kaiser an ihr adressierte Brief­umschläge durch Wenden des Umschlags doppelt. Besonders choratte- riftisch mr den bescheidenen Sinn, der Wilhelm I. auszeichnete, ist ein Vorfall, der sich im Sommer 1884 yt Baden- Baden zutrug. Eine französisck)e Schriftstellerin hatte trach einer tmchrstündtgen Fahrt durch den Badeort mit dem Kutscher des Miettvagens wegett der Be­zahlung Strest. Die Fran-ösin lebte nämlich in dem Wahne, dast die Geldtvährung ihres Landes international sei, und wollte den Kutscher in Franks entlohnen. Der auf sein Deutschtum haltende Rostelenker bestand indessen auf Zahlung in deutscher Münze. Diesen deutsch-französischen Konflikt beobachtete ein Herr, der aus einer benachbarten Villa kam uttd schlichtend eingriss. Aus die Frage, lvas sie Trinkgeld zu geben gedenke, erwiderte die Französin: Zwei Frank," woraus der vornehme alte Herr erwiderte^Das ist zu viel. Rtan muß das Geld tticht vergeuden." -D, Sie sind gei-ig," meinte die DameGeizig durstwus nickst, aber sparsam, merne Gnädigste. Soll ich etwa nicht sparsam sein, da ick doch das Geld meiner Untertanen ansgebe!" Die französische Schriftstellerin, die bald daraus erfuhr, dast Denlschiattds Kaiser ihr dirste Unter- Weisung in Sparsamkeit erleckt hatte, brache später in Wort und' Schrift zum Ausdruck, dast sie durch das schöne Bci'viel des Herr- sckters von ihrer Sucht, mit dem Gelbe zu ioerseu, gründlich ge­heilt sei. '

* T'Annunzios ikriegsspendc. Die sran-ösischen Blätter melden vollin: Rührung, dast D'Aunuttzio für die französi­schen und helgischen Soldaten 3000 Franks spendete. Der Gaulots

erklärt daraushitt, daß nunmehr -ur Betvunde-rnng, die man &?u| Dichter zolle, etvige Dankbarkeit sich gesellen müsse. Wenn man be­denkt dast D'Amurnzio für feine Kriegshetze mehr als eine- lion erhielt ersckA'ürt die Dankbarkeit den 3000 Franks gegenüber immerhin ettvas übertrieben!

* Vom Kohl. Der Kohl, dessen Nützlichkeit als Nahrungs­mittel sich jetzt wieder in hohem Maste erweist, war bei den altetfl Völkern sehr hoch geschätzt. Die Aegtzpter ließen allen andern Ge­richten Kohl vorangehen und nannten ihn eiagöttliches Gericht".! Die Griechen uttd Römer waren große Liebhaber von Kohl und fest überzeugt, dast das Verspeisen desselben vor Trunkenheit schütze. Die g neckst scheu Aerzte schrieben dem Kohl alle möglichen Wiicknngen zu : er sollte sogar Lähmungen heilen. Ist dieser Wert- schttznng des Kohls imtrden die Griechen nach von den Römern über­troffen. Diese meinten ogasr. er sei die Veranlassung, daß die 600 Jahre lang keine Aerzte vrauchteir, und Cato behauptet, Kohl heile heimliche Krankheiten. Die Alten kanttten verschiedene Kohlarten: beit langblättrigen Grünkohl, den harten Weißkohl, der zur Be­reitung des Sauerkohls dieitt, ben Krauskohl und den Rotkohl. Dieser scheint besonders beliebt gewesen zu sein und wurde von dem Römern zuerst in (balltet! ernge,ührt. Die Griechen liebten es, dem Kobl Kümmel, Koriander, Oel, Rvsinen, Wein und Vtandeln zu­zusetzen. Damals war Kobl mit allen seinen Zusätzen ein Festtags- Gemüse. Ellvas von der Zubereitungstveife bei den gsten Grieckien ist aus die Neu-Griechvn und von diesen auf uns gekommen: die Fscklung der Kshlköpfe mit einer pikanten, würzigen Fletschsauce, die, in kräftiger Fleischbvül>e geschmort, ein delikates Gericht bieten.

Büchertisch.

Lng ins Land. Baud 7 der Liebesgaben deutsche Hock>- schüler. (250 S., reich illustriert.) Mit einem Kartenatlas sämG licher Kriegsschauplätze. Berlin 1916, Furck>e-Verlag. Preis 2.50 Mark.

Gietzener Hausfrauen-Berein. Kochanweisnugen.

Geb. Stockfisch: Ten Fisch (2Pfd.) in reichlich pesal- frettem Wasser weich ziehen, nicht kochen. 2 in Scherbett geschnittene Z^viebeln tveich gedcntrpst, tücht bramr, den zarstückeltett Fisch olpte (träten mit den Zwiebeln und Kiartosselbrn, welchn nicht! zu dick sein darf, schichte ochse in euren mit Fett auSgeschmierten, Tiegel bäckt man die Speise im Rohr l /t*U Stunde.

Kaninchett gebraten: Mart reibt dasselbe 12 Tage vorher mit Senf (Mostrich» ein. Wer Speck hat, spickt es vor dem Braten tmd brät es toie einen Hasen. Die Soße rührt inan mit Mehl ab, ftigt getrocknete Steinpilze oder Motcssevons lnnzu. So znbereitet bekonrmt dos Fleisch eineit pikanten, tvildartigen Ge°' schntack.

Nudclsalat: (Sättigend uttd toohlschmeckend.) Man kvchl Rndeln in Salzw-asfer ab, gleichzeitig meitgt man klein gehackt^ Fleischreste, 1 seingehacktes, hartgekockztcS Ei, abgekochten Sellerie, auch GemÜfereste von Pilzen, Spargel, Sckwteu, und riihrt dies mit Essig uttd Oel oder einer Salattmtke an. Dieses mischt matt daraus mit den Nudeln. Zur Wwseitierung dient Schinkenftvck oder Krabben an Stelle der Fleischreste.

(Ä raupen nt i t Obst: Die lÄrattpeit loerden in Wasser mit Zlucler tveichgekocht: sind dieselbett zur Hülste toeich, gibt man auf Vs Äftistd Graupen i / 2 Psnnd Aepsel oder sottstiges Obst dazu und lässt das Ganze zusamnten dünsten. Bet getrost ne lein Obst ist cs besser, dasselbe gleich mit den Graupen kochnt zu lassen.

Gefüllte Z w i c b e l tt: (Vroste, runde Zwiebeln, gewitzt und geschält, werden x !\ Stiutbe laug in Wasser gekocht, in frischem Wasser abgekühlt. ituveudig ausgehöhlt, mit Hackfleisch gefüllt, dicht nebeneinander in einett Tiegel gesetzt, mit Fleischbrühe ödest Bouillonwürfel, einem Stückchott Butter, einer Prise Salz und Zttster, gut z-ugrdeckt tmd langsam weichdünsten.

Bilbcrvtttfcl.

Auflösung des Silbenrätsels in voriger Ntunmerr Walachei (Wal, ach, Ci.)

Schristleiknng: Fr. R. 'enz. Zwillingsrunddruck mtd Verlag der Brühl'schen UniversiteitS-Buch- und Stetitdruckerei. R. Lattge, Gießen.