neten Stiftungen solcher Fahrzeuge herrschen. Man hat eben bis ie&t mit solchen Äöaschinsn, -oie die hier vorgesehenen (je vier 35 000 Kilowatt Durvogcneratoren) -um Antriebe derartiger Kolosse von 35— 40 000 t Wasserverdrängung noch keine praktischen Erfahrungen samrneln können.
Aber noch eine durchaus nicht zu unterschätzende Sckuvierigkeit dürfte sich der amerikanischen LLdmiralitat bei der Beschaffung des nötigen Adamrschaftserfatzes entgegenstellen. Die Erfahrung Hai gezeigt, daß, sobald die Löhne durch die Hochkonjunktur in der Industrie auf ungeahnte Höhen steigen, die Tes-ertationen der der Bewilligten Staatew-Marinte soflort einen bedenklichen Umfang annehmen. Das ist leicht zu begreifen, denn die Arbeiter stecken lieber den Ijoljm Lohn ein, anstatt sich zum gefährlichen und viel schlechter bezahlten Kriegerberuf anwerben zu lassen.
Wenn die durch Reuter und Havas l-erubergelmigenden Gerüchte einer noch n>eiteven und beschleunigt ereil Ausdehnung des hier aufgez-ählteu Flottenbauprugrammes sich bestätigen sollten, müßtt die amerikanische Mmiralität in erster Linie danach trachten, noch eine Reihe von Privattoerftsn zur Anlage von Hellingen, die für den Bau von Großkauipfschiffen genügen, zu veranlassen. Zlveisel- los wird inan auch dazu schreiteil. noch wehr Staatswerfteu zu errichten. Aber das alles ist Zukunftsmusik und durfte bei einem m absehbarer Zeit eintretenden Konflikt keinerlei Einwirkung haben.
Bis die neu zu bauenden Wersten in Betrieb kämen und bls das erste Schiss von ihnen vom Stapel gelassen werden könnte, wird längst wieder der Friede unter den Völkern der alten und der neuen Welt eingekehrt sein.
vermischtes.
*GrafZeppelinals — Ritterdersranzösischen Ehrenlegion. Wie nur wenig bekannt sein dürfte, war Graf Zeppelin nicht nur Ritter hoher deutsck-er Orden, sondern auch Ritter der — französischen Ehrenlegion. Wenn er französischen Boden betrat, hatte er also das Recht, jenes rote Bändchen inZ Knopfloch zu nesteln, das für so manchen Bürger der dritten Republik die Erfüllung des höchsten aller Wjlttksche bedeutet. „Aus Raummangel" hat er es aber wohl schon lange nicht mehr angelegt. Graf Zeppelin wurde in die Ehrenlegion ausgenommen, als er, ein blutjunger Unirtembevgischer Reiteroffizier, in den Jahren 1861 und 1862 eine militärische Studienreise unternahm, die ihn außer nach Oesterreich, Italien, Belgien und England auch nach Frankreich führte. Damit wurde ihm, der sich wenige Jahre danach während des Feldzuges von 1870/71 durch seine verwegenen Adjutantenritte nach Frankreich — hüben und drüben — erneu Namen machte, ein Anspruch auf militärische Ehrenerweisungen durch jeden französischen Soldaten, der ihm begegnete, zuerkannt. Besonders aber im Hinblick ans des Grafen spätere Entwicklung trifft es sich seltsam, daß sein Name in den Listen der französischen „Ordre natiOnal de la Legion d'honnenr" verzeichnet stcht, den Napoleon Bonaparte am 29. Floreal des Jahres X (19. Mai 1802) stiftete, um die zu schmücken, die sich um Frankreichs Ruhnl und Ansehen ein Verdieilst erwürben.
* Die zehn Geboteeines englischen Geschäftshauses. Ter Leiter eines großen Londoner Geschäftshauses ließ, nach dem Gaulois, in sämtlichen Räumen seines Unternehmens die folgenden neuen zehn Gebote aus hängen, um feine Angestellten zu erziehen: 1. Lügt nicht, denn damit vergeudet ihr nnc eure unb unsere Zeit. Außerdem kommen wir ganz bestimmt daraus, was euch sicherlich nicht angenehm wäre. 2. Blickt nicht fortwährend auf die Uhr während eurer Arbeit. Ein gut ausgesüllter langer Tag erscheint kurz, ein schlecht ausgefüllter kurzer Tag jedocki lang., 3. Leistet mehr als wir von euch erwarten, dann werdet ihr auch von uns mehr erhalten als ihr ermattet habt. 4. Wir sind uns selbst so viel schuldig, daß wir nicht die Mittel dazu haben, auch noch anderen etwas schuldig zu sein. Fliehet darum selbst alle Schulden oder aber fliehet unser Haus. 5. Uuehrlichkeit beruht niemals auf einem Irrtum. 6. Künrmett euch nur um eure Angelegenheiten, dann werdet ihr auch bald eine einträgliche Lln- gelegenhcit befurchen haben, die sich um euch bekümmett. 7. Handelt niemals gegen euer Gewissen. Ter Angestellte, der in inrierem Interesse betrügt, ist auch imstande, uns selbst zu betrügen. 8. Was ihr außerhalb der Arbeit tut, geht uns nichts an. Wenn eure Zerstreuungen aber eure Arbeit am nächsten Tage beeinflussen, so geht uns dies sehr viel an. 9. Sagt uns uicht, was wir hören möchten, sondern was nur hören sollen. 10 Empört euch nicht, wenn wir Kritik an euch üben. Wir würden dies nicht tun, wenn wir an euch kein Interesse nähmen.
* Das äu sewe ttre nnen". Unter „La usewet trennen" ist ein neuer Ztoeig de- Rennsportes zu verstehen, der wahrscheinlich erst während des Krieges erfundeu, sicher aber durch den Krieg nach Deutschland gekommen ist. Es ist ein Spott, den die kriegs- aefangenen Russen treiben, um sich die Lcmgen^ile der Gefangenschaft z-u vertreiben. „Iin Lansdorfer Russeutagör". so berichtet Elisabeth Ärobow'ki in der Zeitschrift Oberschlesieu, „vertreibet sich manche Gefangene die Zeit auf folgende Weise: auf euren Bogen Papier werden in Zwischenräumen von etwa drei Zen timeiern Senkrechte gezogen. An das Kopfende kommen Kopeken als Ge-
wimreinsah; an das Fußende setzen die Spieler Läuse, die sie ein-, fach ihrem eigenen Bestände entnehmen. Nun sitzen die Spieler mit bewunderungswürdiger Geduld um. den Bogen herum nnd beobachten den Laus der Läuse. Sie ady&n scharf daraus, daß keiner der eigenartigen Wetlläufer einen Seiteuspimng macht. Geschieht dies dock>, so wird die Laus mit Hil^ eines düniueu Stäbckpms, wieder- in die ihr zugewiesene Rennbahn gebracht. Die Laus, die zuerst die Kopekenreihe erreicht, ist Gewinnerin des Rennens und ihr glücklicher Besitzer streüht den ganzen Spieleinsatz ein. Angeblich sollen die Russen, wenn sie zur Entlausung geführt »verden, immer voriger einige Läuse in Sicherheit bringen, um den merkwürdigen Reimsport beibehalten zu können.
Vstchertlsch.
— Anläßlich des Regierung sjubiläu ms des Groß- hsrzogs Ernst Ludwig von Hessen wird im Verlage von Kurt Wolfs in Leipzig demnächst eine Festschrift erscheinen, die durch die Mitarbeit hervorragender, dem Gwßherzog und seinen künstlerischen Bestrebungen nahestehender Persönlichkeiten einen Umriß der im Laufe der vergangenen 25 Jahre in Tarmstadi betätigten und von dort augeregten künstlerischen Arbeit zu geben beabsichtigt. Das reich illustrierte Werk wird ferner Verösfenbt lichungeu über unbekannte Kunstwerke aus dem Großherzoglichen Privatbesitz und Aeußeruugen führender Tarmstädter Künstler enthalten, deren Schaffen durch besondere Beigaben gezeigt wird. Unter den Mitarbeitern befinden sich Oberbürgermeister Tr. Gläs- sing, Museumsdirektor Geheimrat Tr. Back, Intendant Dr. Eger, Felix von Weingartner, Prof. Uhde-Bernays, Tr. Paul F. Schmidt u. a., und aus der Künstlerkolönie Albin Müller, Bernhard Aoetger, Edmund stzoerner, Hanns Pellar, Fritz Oswald, Chriistran 5seinrich nnd Friedrich Will-elm Kleuckens.
— Max P echst e i n, von Walter Heyniann, mit 150 Abbildungen rmd 4 Farbtafeln. Verlag Piper u. Eo., München. Hier äußert sich ein Dichter über einen Maler. Hermann Bahr scheint mit seinem Buch über den Expressionismus nicht allein zu stellen. Es liegt vielleicht in der neuen seelischen Ansdrucksmöglich- keit dieser Kunst, daß ihr die Dichter mit erläuternden Worten! zu Hilfe kommen. 9lber Walter Heymann erläutert nickst nur, er dichtet, er hat den (seelischen Kern von Pechsteins Kunst erfaßt und zeigt, wie sich inneres Erleben in seinen feinsten Regungen in prägnanten malerischen Ausdruck verwandelt. Dabei verrät er einen erstaunlick>en Kulturinstrnkt. Seine wenigen Worte über Liebermann, die Holländer, Menzel usw. lassen die große Linie erkennen, die seinem Verständnis eigen ist. Hier haben wir eines der wenigen Bücher, wo ein Künstlerleben und -schassen von einem kongenialen Geiste geschildert ist, wie etwa die Kunst eines Hans von Maroes von Conrad Fiedler. Nicht unerwähnt sollen Hey- manns literarische Schöpfungen bleiben: seine „Kriegsge-, dichte und Feldpostbriefe" und „Das Tempelwun - der", beide im Verlag Georg Müller, München, wo wir den Lyriker und Dichter^ den Edelmenschen, der leider ein Opfer des Krieges geworden ist, am besten kennen lernen.
— Michael Georg Conrad: Am hohen Mittag. Stim- men aus dem Lebeustraum, Verlag Müller u. Fröhlich, München 1916. — Kriegsgedichte, Heimatlieder, Zueignungen, Stimmungs- bilder, Ausschnitte ans dem lyrischen Cyklus „Salve Regina" füllen dies neue Gedicht-Bändchen Conrads, das für den Lyriker spricht. yttcht kunstvolle Loprache, nicht der Ausdruck treffender Charakteristik oder moderner Weltanschauung zeichnet das Büchlein aus, sondern die ruhige, abgeklärte Art, wie hier ein geistig reifer Mensch mit seinem Verständnis für die Natur, ihr Wirken nnd Weben bald nrit beinahe pastoraler Andacht, bald mit kerniger Härte Sckstlderungen gibt und Zueignungen, Bekenntnisse an große Denker aus vollen Herzen erklingen läßt. Fvenndeu der Lyrik wird das Bändchen loertvolle Beittäge liefern.
Silbenrätsel.
ES ist ein Nieftnungetüin,
Ein Rest aus Urwaldstngen.
Nimm einen Ausruf noch dazu,
Der vieles faitn besagen,
Und dann, was äußerst selten jetzt,
Doch früher un§ gar oft geletzt, —
So wird daraus ein fremdes Land.
Wir nahmen es nrit tapfrer Hand. -ZL
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung der Schach-Ausgabe in voriger Nummerz Treizüger von Dr. Th. S ch a a d.
W. Kh3, DL8, 856, £6, Bb7, ol. 44.
Schw. KeG, Ln7, BbG, e7, f7.
3. Dh8 - gH, Kd6 : 2 Sei f usw.
3., KfG: 2. Se8 f. —
1. ..ed, 2. Sd5. —
3. . .... ef. 2. 8k-',. —
3.. beliebig i.n ni 2. D^4 f. —
Schnsllettung: Fr. R. Zenz. — Zwillingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


