Mein, wie aus teilen anderen. Gebieten des Anspaunens der Kräfte im ErkLnrpseir des deutschen sicheren Sieges gilt es auch im Kleingartenbau Eifer und Hingabe an die zu erfüllenden Ausgaben heuer zu verdoppeln, bis zum Gipfelpunkt des Möglichen und Erreichbaren zu steigern. Grapes, Ach-tungerl-eischendes ward bisher geleistet, Größeres mutz noch vollbracht '.oerden. Hart geht es auf hart. Frisch und hell ist unsere Zuver sielst wie anr ersten Tage. Es besteht keinerlei Grund, in ihr wankend zu werden. Jur Gegenteil, sie steht auf festen Grundmauern. Aber gerade! darum müssen wir uns gegenwärtig halten imb bewußt bleiben, daß der neue Kriegsabschnitt gewaltig schwere Leistungen von uns fordert. In jeglicher Hinsicht! Tas darf auch der deutsche Kleingärtner nicht vergessen. Tas Vaterlaich hat seine Tätigkeit zur Sicherung und wirksamen Durchführung unserer Nahrungs- Versorgung bisher mit Anerkennung urtb Tank verzeichnet — es km ihrer auch fürderhin nicht entrßtcit, ja, es braucht sie mcch'rj denn je. Deshalb ist der Ruf: „Kleingärtner heraus! berechtigt, nollvendig. Darum muß er gehört, darum m!uß ihm Folge geleistet werden.
Ta ist so manches, worin mehr geschehen könnte als bisher. In vieler! Städten gibt es noch immer Bauplätze, die brach liü- hen, zur Umüvaudlung in Klein aartenlcmd «der vorzüglich sich eignen. Für Gießen ist uns die Anregung znae^augen, den Sportplatz an der Hardt wenigstens zum Teil m Kleingärten zu verwandeln. Jedem bisher noch nicht erschlossenen Stücklcin Brache muß in diesem Jahr ein Gärtchen alternngen WHLden. Eile tut da not. Schon jetzt muß Umschau gehalten wer- den, welche bisl-er ungenützten Flächen urbar gemacht, Mm Kleingartenban herangezogen werden können. Ohne .planmäßiges Vorgehen aber lassen sich aus diesem Gebiet keine dauernden befriedigenden Erfolge erreichen Tie Gemeindebehörden müssen daher Sorge tragen, daß innerhalb der Städte, wie in ihrer Umgebung Umschau gehalten wird, wo noch Kleingartengelände erschlossen werden kann. An Liebhabern für neugewouneires Land imrd es ja gewiß nicht fehlen. Ter Weingartenlandhunger ist allenthalben im Neich groß, und schier nirgends ist es bislier gelungen, all« Wünsche nach bebaubarem Boden zu erfüllen Nichts darf verabsäumt werden, dahin zu rvirken, daß möglichst jedes verwertbar^ Fleckchen verwendet wird. Man braucht und soll dabei nicht übersehen, daß nicht jedes Stück Land zur Aufnahme von Beeten sich eignet. Aber von geeignetem Grund darf kein Quadratmeter imgenützt liegen. Freudig und dankbar tmrb man in Klring ärtner- kc eisen jede psleglickiie Förderung, die dem Gartemoerk zuteil wird, annehmen. Biel Gutes ist in dieser Richtung während der letzten beiden Jahre angebalprt, begonnen worden. Nun handelt es sich darum, die verheißungsvollen Anfänge crus^ubauen. Vorab wird daranf Bedacht zu nehmen sein, Gewgenhe'.ten zum Betzug von wohlfeilem, brauchbarem Dünger, von Sämereien und Pslanzen- setzlingcn zu vermehren, die Errichtung von Wasserzapfstellen und Umzäunungen, die Bestellung von WÜchpersonal für die Sommerzeit zu betreiben. Tie städtischen Gärtnereien könnten nach dieser Seite hin vielfach noch mehr als seither nutzbringend sich betätigen. Ost sind es ja wirtschaftlich recht wenig leistungsfähige Leute, die den Kleingartenb.nl ansüben. Sie bedürfen besonderen Schutzes, besonderer Pflege. Sie.diese finden zu lassen, ist notwendig. ESk handelt sich dabei um eine der wichtigsten. Pflichten von Staat und Gememden inl Bereich der Förderung der Bolkswohlfahrt. Tenn daß der Kleingartenban eine der wichtigsten Quellen von Gesundheit und Wohlergehen ;nn)'cre£ Volkes werden kann und muß, daran ist kein Zweifel mehr möglich.
Jeglicher Anfang^ist schwer. Und jede Beschäftigung will erlernt sein. Tas ist altvaterische, aber unbestreitbare Wahrheit, deren Richtigkeit zu erproben auch der Weingartner reichlich Gelegenheit hat. Ihm die Möglichkeiten zur Erwerbung gärtnerischer Kenntnisse, zu ihrer Erweiterung 'und Vertiefung zu geben, ist notloeudig. Solche Möglichkeiten gewähren Vtuster- und Ver- suchsbeete, wie sie von großen öffentlichen Gärten und ähnlichen Einrichtungen angelegt wurden, und in vermehrtem Umfange weiterhin angelegt und unterhalten werden müssen, ferner die Abhaltung von Vorträgen und Kursen, die Verteilung von volkstümlichen Flugblättern rmd Büchern. Auch hier kann nvck) mehr geschehen als bisher. Und vor allem, heißt es, systematischer zu Werk zu gehen. An vorbildlichen Bestrebungen fehlt es nicht. Wertvolle Ansätze werden leickst ausgestaltet werden können. Welchen Segen können in der Heranbildung eines tatfrohen, in gärtnerischem! Wissen wohlbeschlagenen Kleingärtnergesckstecksts unsere Schulen stiften. Manche von ihnen haben in den letzten Jahren Kriegs^ schülergärten anaelegt und gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Tie Schüler und Schülerinnen waren mit Feuereifer dabei, die ihrer Obhut anvertranten Beete zu pflegen. Und die Eltern sahen wohl dnrckpveg nrit Freude, daß die Biiduugsaustalten ihrer Kinder sich da neuen höchst' bedeutenden Aufgaben zuwandten, an deren Lösung zu ihrem Dell mitLuhelfen sie gerne bereits waren.! Welcher Vater, ivelchc Mutter mochte sich nicht freuen, wenn die Jugend neben dein Unterricht, wie er seither Brauch war, nun noch Gelegenheit erhält, mit den Gartengeräten praktisch umzngehen! und zwrftiges gärtnerisches Wissen zu erwerben.
So sind denn allenthalben schöne Voraussetzungen für das weitere Wachstun! des deutschen Kleingartenbaues vorhanden. W Vmß besonders betont tverdcn, daß cS nicht nur der wirtschaftliche Nutzen ist, derbes wünschenstvert und in dieser Zeit dringend
notwendig ersck-einen läßt, daß möglichst viele Hände im Garken- werk rüstig sich regen — daß vielmelw auch nur der ideellen Vorteile willen, die er verschafft, der Kleingartenbau eine wichtige Rolle in unseren! Volksleben zu spielen berufen ist! Nur daran sei erinnert, welche Fülle von Anregrnrgen die Beobachtung des Wachslums aus den selbstgepflegten Beeten vermittelt, daß die Kleingärten Gelegenheit geben, in nützlicher Geschäftigkeit unter freiem Himmel sich zu bewegen, gesundheitlich sich zu stärken. Tarum verdient die Parole „Kleingärtner l-eraus!" beachtet zu werden! Zum Besten der Volkswohlfahrt und des im heißen Kampf stehenden Vaterlandes! Soll der deutsche Kleingartenbau auch in diesem Jahr die Erlvartungen erfüllen, die man aus ihn zu setzen berechtigt ist, so gilt es unverzüglich alte notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Jeder muß sich überlegen, ob er mithelfen kann, ob er Zeit hat, das Seine zur vermehrten Bebauung des deutschen Bodens beizutragen. Und inet helfen kann, der zögere nicht! Gr sichere sich ein Fleckchen Land, auch in diesen! Betracht seiner Pflicht zu genügen. Daß er im Weingarten ein reiches 9Naß an Freude und Genugtuung ftnden wird, deffen darf er im voraus gewiß sein! __
Amerikas §!ottenbaupläne.
Von Frank v. Kleist
Das von dem amerisanischen Riarineminister im Jahre 1916, also noch vor dem Mbruch der Beziehungen zu den Mittelmächten vorgeschlagene und vom Senat angenommene Schiffs bau pro-, gramm für das Jahr 1917—1919 umfast den Neubau von 10 Linienschiffen, 6 Schlachtkreuzern, HO sclmellen Ausklärungskreu- zern, 50 Torpedobootszerstörern, 15 Hochsec^Unterseebooten, 85 Küstew-Unterseebooten, 3 Kanonenbooten, einem Lazarettschrff 2 Vdmitionsschifsen, 2 Heizölscküffen und einem Werkstattschiff. Die für diese außerordentliche Ban Periode bewilligten .Kosten belaufen sich auf 422 964 087 Dollar (rund 1776,4 Millionen Mark), dazu kommen iwch die Ausgaben für das Marineflugwesen, für Reservemunition urrd die Kosten der bereits vor 1917 l>ewllligten Schiffe, wodurch sich die obengenannte Summe auf 502 462 214 Dollar (rund 2 110,4 Mlllionen Mark) erhöht.
Das ist tatsächlich, wie ich hier ausdrücklich irrtümlichen Meldungen gegenüber seststellen möclste, der ganze neue Bauplan von 1916. Theoretisch und nach den nicht ganz 'den Tatsachen Rechnung tragenden Angaben des Marine-Sekretärs Daniels, würde die ameriLrnische Flotte Ende 1921 verfügen über: a) 27 neuzeitliche Großkampf-Linienschiffe (wenn man die aus den Jahren 1908—1911 stammenden, mit zehn bezw. zwölf 30,5 cm bestückten 6 Linienschiffe der „Arkansas^-Klaffe noch mitrechnet), o) 6 Schlachtkreuzer, c) 25 Lrnienschiffe 2. Klasse (veraltet), d) 10 Panzerkreuzer (veraltet, schon jetzt), 6)13 AuffläwMgskrenzer von genügender Schnelligkeit, 1) 16 veraltete Kreuzer, Wasse I, II und III, ß.) 108 Torpedoboots zerstöret, h) 18 Hochsee-Unterseeboote, i) 157 Küstenunterseeboote, k) 6 Monitore, 1) 20 Kanonenboote, m) 4 Pr-oviantschiffe, n) 15 Kohlen-- und Herzöffck-iffe, o) 4 Transporte schiffe, p) 3 Begleitschiffe für Zerstörerslottillen, q) 2 Munftions» schiffe, r) 8 weitere Spezialschiffe.
Diese Zahlen haben natürlich nur einen sehr problematischen Wert und höchstens ein statistisches Interesse, da ein großer Dell der hier crnfgezählten Schiffe teils schon jetzt, teils im Jahre 1921 oder 1922 dem Zeitpunkte, bis zu ivelchem die Neubauten voraussickstlich fertig sein weichen, veraltet und damll wertlys als Bestandteil einer Kampfflotte sind.
Für die erwähnten 10 Pmrzerkreuzer und ebenso die langsamen ungeschützten Weuzer I., II. rmd III. Klaffe, trifft dies schon jetzt zu, und bei den- Torpedoboots Zerstörern und Unterseebooten! werden bis 1922 schon eine hübsche Lhnzahl zu streichen sein. Bezeichnend für den iWert der Aufstellung des Nüarine-Sekretärs! Daniels ist ganz besonders die Tatsache, daß er bei den Linien» schiffen II. Klasse für das Jahr 1922 auch noch die schon heute ganz wertlosen 4 Schiffe der,,Jolva' -Klasse und die ettvas spätes erbauten 6 von der „Kentucky" bis zur „Mame" mitrechnet!^ Daß die englischen Marine-Schriftsteller wie Leriland und andere dies geflissentlich nachbeten, wird wohl niemand nmudernckhmen.
Unter den beschloffencn Neubauten erwecken ftir den Fachmann in erster Linie die t> giwßen Schlachtff-auzer das weitgehendste Interesse. Soll doch bei diesen durch Verstärkung der Antriebskräfte, Um reichlich das Vierfache des seither Erprwbten und Untere nommenen, die bisher fei solchen Panzernesen noch nie dagewesene Geschwindigkeit bei größtem Wasserverdrang (35—40 t) »mb schwerster Bestückung (zehn 35,6 ein L/50 oder nach anderer Angabe sogar acht 40,6 cm L/45) erreicht iverden. Ob die Berechn nun gen der amerikanischen Marine-Ingenieure der der Erprobung! aus See sich 'bewähren iverden, bleibt abzuivarten. Doch gibt die Weigerung der mit dem Ban dieser Riesen betrauten 4 Privat» Werften die Bedingung der .Regierung der Vereinigten Staaten, über die Abnahme der Neubauten erst nach bewiesener Erfüllung aller Anforderungen anzunehmcn, eigentlich reckst viel zu beden^m. Die Werften verlangen, ^aß jdie Admiralität die Schisse nach Fenig- stellung zu übernehmen habe und daß die Probefahrten schon auf Gefahr und Rechnung der ^Admiralität nach der lieber nähme zu erfolgen haben. Es ümß also bei den .Herstellern dieser Riesen kein allzu gwßes Verckrauen in die Erfülluiu« der theorvtisch beroch-


