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indem man ^s imt'cr Bemrtzung eines Bindemittels und nach einer bestimmten Musteran-orLnu.nq znerft preßt und dann quer zersägt, wodurch farbig gemusterte Platten entstehen, die die Mosaikplatte bilden. Wenig bekannt sind heute die Spazier stocke aus Papier, die vor. Jahren eine Zeitlang sehr in Mode umreit. Die Herstellung, von Papierfäden, die durch den Krieg In Schwung kam, war bereits früher in Japan üblich. Ter Papierrohstoff kann durch geeignete technische Behandlung, meist wie gesagt durch Tränkung, je nach Bedarf von seinen ursprünglichen nachteiligen Eigenschaften befreit werden. Ost geschieht dies auch ohne Tränkung, bloß durch per- sck-iedeue Maßnahmen der Verarlnittmg, wie z. B. Dämpfung, Erhitznilg, Faltung, Preßdrnck usw. Die Billigkeit liegt nicht Ln der Verarbeitung, w'e oft vermutet wurde, sondern lediglich in den "Preisimterschieden des Rohstoffes selbst. Jirdem man Wappe und Paprermasse tu ft Füllstoffen verband^ konnte man daS-Papier auch als Baustoff verwenden, z. B. als Schieserpappe, Dachpappe usw. Nach all dem ist es nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß das, Papier an Vielseitigkeit alle bis heute bekanntgewordenen Ersatzstoffe weit über triff t, und viele Verweichnugsmöglichkeiten, Z^u denen das Kriegsbedürfnis führte, werden auch im Frieden die Grundlage für neue Industrien bilden.
* 9t e u e z o o l o g i s ch e B e o b a ch t u n g e n i n d e n Okkupationsgebieten. Unter den zahlreichen Tierbeobachttmgen, die von unseren feldgrauen Zoologen Zemacht werden konnten, sind neue und erwähnenswerte Beobachtungen. des TierlebenS in den besetzten feindlichen Gebieten zu nennen, über die in der Naturwissenschaftlichen Wochenschrift berichtet wird. Im Osten konnte man den sog. nordischen .Schneehasen in den Waldungen der Nokitnvsümpfe feststellen, die ivesentlich südlicher liegen als die Gegenden, in denen sonst diese Hasenart anfzufinden war. An verschiedenen Orten des westlichen Kriegsschauplatzes, so bei La Före, bei Apremondim Nordwesten von Verdrm, bei Laon und auch in Novons und Fourmis an der Grenze Belgiens wurde ein für Frankreich fast neuer Froschlurch, die sog. grüne Kröte, vorgefunden. Me genannten Orte sind wohl als die Westgrenze des Vorkommens dieser Lurchen anzusehen, während der in Deutschland nicht vorkommende sogenannte Schlammtaucher in der genannten Gegend unzweifelhaft seine Ostgrenze findet. Sämtliche Berichte stöllen übereinstimmend die auffallende Tatsache fest, daß Nordfrankreich äußerst arm an Reptilien ist. Der Bericksterstatter der Natur- wisfensckwftlichen Wochenschrift, V. Franz, bemerkt, daß er in den besetzten französischen Gebieten während zwei Jahren nur einmal eine Ringelnatter sehen konnte, sonstige Schlangen oder Eidechsen überhaupt nicht. Da viele dieser Gegenden sich für die Lebensoedingun gen der Reptilien zu ei garen scheinen, wurde bisher für die Seltenheit der Kriechtiere in dLordfrankreich noch keine eindeutige Erklärung gefunden.
vücherüsch.
— Großer Bilde ratlas des Weltkrieges. Lieferung 21: Die Käntpfe bei Verdun und an der Somme. (München, tr Bhuckmiann A.-G. Sübskriptionspreis der Lieferung zwei Mark, Einzelpreis drei Mark.i Tie beiden großen Kriegseveignisse <m der Westfront im Jahre 1916 sind die gewaltigen Angriffe der Deutsscheu auf den Gelenkpunkt der französischen Linie in der Verdilar-Gegend mrd die große, von den Feinden mit der Absicht ailf Entlastung und Durchbruch unternommene Schlacht am der Somme. Tiefe sich unmittelbar folgenden Riesenkämpfe gehören innerlich zueinander als Gesckieihmisse, die protuberanzenartig alle Stellungskämpfe im Westen überragen. Im der soeben erscheinenden LieferlMg 21 des großen Bruckmannschen Bilderatlas sind diesen Höhepamkten der Kampfhandlungen imd dem, was damit znsammenhängt, 181 authentische Bilder gewidmet. Es ist Hermann Konsbrück, dem Herausgeber, gelungen, das ungeheurq Ringen rechts und links der Maas mittels Borführung guter Bilder von den Kampfplätzen anschaulich zu schildern. Die Namen Touaumont, Baux, Fleurh, Höhe 304 und andere erscheinen im Zusammenhang mit Karten, Truppen- und Kaimpfdarstellungen, Bildnissen von Führerrr und Fliegern sowie mit Aufnahmen, die eine Vorstellung geben von den Zerftörungsmitteln, deren furchtbare Wirkung nur durch das Bild, nicht durch das Wort deirtttch! lgkmachic nferden kann. Tie Fliegeraufnaymen z. B. sprechen hier Bände für jeden, der einigermaßen die Gabe besitzt, den Gehalt eines Bildes mit der nachschaffenden Phantasie zü ergänzen. Sieht man die Photographien ans den ans gebauten Stellungen, erblickt man den von Geschossen zerwühlten Erdboden, betrachtet man aufmerksam die gewaltigen Kampftverkzeuge der Fernde ihre Riesengeschütze. „Tanks" usw., dann fühlt man, was unfte Soldaten hier geleistet haben, als sie die monatelang wieder- holten rasenden Vorstöße der Engländer und Franzosen anshielten und schließlich zum Erlahmen brachten. Einen besonderen Wert erhält dw neue Lieferung dieses größten alter Kriegsbilderlverkä durck die ausgezeichnete Wiedergabe zahlreicher Drucksachen, die uns einen urkundlichen Blick in die geistigen 5briegsmitt^k unserer Gegner tun taffen. Französische Fliegerzettel. deren In- halt den seltsam berührt, der den Blick Wr die Wirklichkeit dev
Dinge iiicht verloren hat, stehen hier an erster Stelle. Die Mütter, die wir in den besetzten Gebieten in -der Laiidessprache heraus^ geben, werden von der Gegenseite offenbar als etwas sein Pein-^ licheS empfunden, denn die Fvanwsen haben nicht Müye, nicht Kosten gescheut, diese Blätter zu fälschen. Nebeneinander abgebildet sieht man die echten und gefälschten Ausgaben, dazu aber auch „Kriegsblätter für das deutsche Volk" und eine „Feldpost", die von Fvan-osen in der törichten Hoffnung angefertigt und ausgestreut v wurden, damit unsere Soldaten beeinflussen zu können. Auch sonst enthält die stattliche Lieferung noch manches Bemerkenswerte, was man anderswo nicht leicht sieht! Gute französische Slnleihe- und andre Plakate, französische Schützengrabenzeitungen, deutsche Belanntmachnngen und Fliegerzettel, einen französischen „Nettoyeur", einen Angehörigen jener eigens ausgerüsteten Truppe von Mördern, welche die Aufgabe haben, die etwa eingenommenen deutschen Gräben zu „reinigen"-, das heißt die Besatzungen umzn- bringen und arideres mehr.
— W i e i n F e i n d e s l a n d z iv e i U r nr e n s ch e n aufgesunden wurden, ivird in lebendiger Darstellung geschildert in dem soeben bei Brockhaus erscheinenden reich illustrierten Buche ,$et Mensch vor 100 000 Jahren^ von Dr. A. Hauser. (Preis 3 Mk.) Es war eine ungeahnte, epochemachende Entdeckung, die dein Forscher noch kurz vor Ausbruch des Weltkrieges beschieden war. Er hatte mehr Glück als sein gelehrter Landsmann, der berühmte Schenchzer, vor mehr als 200 Jahren, der den „Menschen der Snndflnt" entdeckt haben wollte, aber nur das wohlerhallene Skelett eines RtesensalamanderS gefunden hatte l Seitdem war der Urmensch in Mißkredit gekommen, und eS datierte bis ins 20. Jahrhundert hineiii, bis sich die junge Wissenschaft der Ur- geschicrste erfolgreich durchsetzen fonnte. Selbst ein Riese unter den Naturwissenschaftlern wie Virchoiv ivotlte nicht an den ^Diluvial- Menschen glauben, sondern erklärte lieber ansgefundene Lckelettcile für Reste eines gichtkranken ntoderneii Menschen! Da saiid Haiiser ill einem Boden, ben die sranzöstsche Negiertnig immer wieder erfolglos bearbeitet hatte, sogar zwei verschiedene ttrmenschenrassen, die zweifellos vor n,ehr als lOoOOO Jahren in jenen^ vergessenen Winkel SndfraiikreichS gehaitst hatten. Die mit den L-keletteii ge- niachten Finide lassen sogar das Leben utid Treiben jener wandernden Jäger erkennen. Wir sehen sie jagen und ftschen, wir belauschen einen ihrer Künstler, der Tiergeslalten m harten etem nieißelt, ein unscheinbarer Fettersteinschaber verrät niis einen geheimnisvollen Fund: ein Altar wnd ansgegraben, der beweist, daß schon diese Urnienschen voin Glattbeti ati ein höchstes Wesen erfüllt waren. Hausers Buch belehrt uiis auch, daß dieselben.Menschen- rassen, die einft die ©übiueftecfe Fraiikreichs bevölkert haben, cnrch in Deutschland gelebt haben. Sie sind noch in ben Letzten Wochen in unserem Baterlande nachgerviesen worden Mid in Schützengräben an der Beresilia, »vo man Knochen und Kulturreste dieser Urmenschen gesunden hat. Es sind »veite Perspektiven, die sich dein Leser ins Leben der Urmenschen öffnen. Jeder Gebildete wird durch Haiisers Buch, das sich durch eine angenehm lesbare, klare Tarstelliing auszeichnet, bis zum Eiide geiesielt. Möge es auch da beherzigt werden, wo es zeigt, daß jedcrnianii und wie jedermami auf seinem Grundstück graben und evflaunlid)e Funde machen kann.
Schach-Ausgabe.
Von Dr. Th. S ch a a d in Schaphausen.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nilmmer: Ulanen-Wachtmeister.
Schriftleltung: Ir. R. Zenz. Zwitlingsrunddrnck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


