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rasch eines erschien ein zuholen. Er
wollte als Zoll nur 2ö Cents pro Stück, den Tarif für kleine Haustiere, bezahlen, der Beamte aber verlangte den Tarif für Schweine, 30 Cents, da seiner Meinung nach Schweine mit oder ohne Zusatz „Meer" eben Schweine wären. Tenn das Gesetz habe einen solchen Unterschied nicht vorgesehen. Hierüber entstand ein großer Streit, der Farmer verweigerte die Bezahlung, der Beamte die Auslieferung, die Präsidenten großer gesetzgebender Körper- schasten, Sachverständige, Gerichtshöfe wurden in die Angelegenheit hineingezogen, Telegramme und Expreßbriete gingen Monate lang hin lind her. Nach der Entscheidung zugunsten des Farmers wlrrden ihm endlich die Meerschweinchen zugesandt, die sich inzwischen um das Dreißigfache vermehrt hatten. Und nun verweigerte er den Empfang, da er nnr zwei Stück verlangt hätte und diese Originale nicht herausgefunden werden können. Tie große Streitfrage bleibt also unentschieden.
-Matin' mitgeleilte lustige Meerschweinchengeschichte Besseren belehrt. Au? einem amerika,tischen Bahnhof warmer, um -wei an ihn gesandte Meerschweinchen a
^Petroleum als Salatöl? Die Notwendigkeit, btc im Lande vorhandenen Speiseöle so viel wie möglich zn strecken und der Herstellung voil Klinstspeisefetten dienstbar zu inachen, veranlaßt eine Umschau »lach Oelersatzmitteln alls anderen, bisher noct) mdit-fftr den Genuß verwerteten Quellen. Wie die „Naturwissenschaftliche Wochenschrift" (Verlag von Gllstav Fischer in Jena berichtet, hat sich Dr. Eduard Gracie, ein bedeutender Erdöl- forscher, praktisch mit der Frage beschäftigt, ob sich Mineralöle zum Speiseölersatz eignen Er machte selbst in seinem eigeneil Haushalte Versuche mit Paraffinöl und Schmieröl Destillaten alls rumänischem Petroleum. Er reinigte diese Mineralöle auf chemischem Wege so weit, daß sie ihren typischen Geschmack und Gerllch verloren, und fand, daß fie beim Genüsse weder nnangenehn'.e noch schädliche Wirklmgen hervorbrachlen. Es wird daher dem Reichs- gesnndheitsainte eine errlstliche ErwäglNlg dieser Frage anempfohlen. Ein Nährwert ist derll Mineralöl freilich nickt eigen; es würde sich daher bei diesem Speiseölersatz um einen Vorgang handelil, wie wir ihn schon beim Ersatz des Zuckers durch Saccharin erlebt haben. Tas neue Mlileralöl dürste lvohl besonders als Salatöl in Frage kommen.
vüchertisch.
— Gedichte aus crnster Zeit von Anna Hopfner. Soeben ist im Verlag der v. Münck>owschen Hof- im'o Universitäts- druckerei (Otto Kindt Witwe) dahier eine kleine Schrift erschienen, deren Erlös zugunsten der Jubilüums-Spmde bestimmt ist! Das Werk enthält mehrere Gedichte über Kriegs- und Zeitereigitisse und schildert in gerrandter Form und mit zu Herzen gehenden Worten die Stimmung des deutschen Volkes. Eiuzelne Gedichte sind bereits in verschiedenen Tageszeitschristen zum Abdruck gekommen. Die jetzige Zusammenfassung m einem Bande dürfte manchem unserer Leser willkommen sein. 9Nit Rücksicht auf den guten Zweck, den die Schrift verfolgt, kann die Anschaffung zum Preise von 1.20 Mk. empfohlen werden. Die Verfasserin, die sich in so uneigennütziger! Weise in den Dienssy der guten Sache gestellt hat, ist eine Gießenerin.
— Neuerscheinungen der Univers al - Biblio - thek in neuer Ausstattung. Nr. 589i—5893. Der Trompeter von Säkkingen. Ein Sang vom Oberrhein. Bon Dikwr von Schessel. Mt einer Einleitung heraus gegeben! von Dr. Cdm. von Sallwürk. Geh. 75 Pf., geb. M. 1.20, inj Gefcheukband M. 2.—. Das volkstümliche Werk, das Scheffels Rubm begründet hat, wird hier in einer billigerr, handlichen sorg- fältrg durchgefehenen Ausgabe geboten, die es den weitesten Kreisen zugchrglich machen wird. — Nr. 5894—5898. Kriegsgesetze des Deutschen Reiches. 5. Ergänzungsheft. Abgeschlossen am 1. Oktober 1916. Textausgabe mit kurzen Mmerknngen und Sachregister. Herausgegeben von Karl Paunier. Geh. M. 1.25, geb. M. 1.80. — Nr. 5899. Die Soldaten. Eine Komödie von Jakob Michael Neinhold Lenz. Mit einer Einleitung von Paul Friedrich. Geh. 25 Pf. Der „deutsche Zyklus" am Berliner deutschen Theater hat einige Dramen früherer Zeit wieder aufleben lassen, die mir noch der Literaturgeschichte angehörtm, während fie jetzt bei der Aufführung eine verblüffende Bühnenwirkungl erzielten und dauernd den Spi-elplan beherrschen. Das erste dieser Stücke tvaren „Die Soldaten" von Lenz aus der Zeit des Sturm und Dranges, die, im heutigen ^.Kriegsgebiet Flandern spielend, in unserer Zeit besonders interes,ierten: picht durch Beziehungen Mm Kriege selbst, sondern als .Ajbbtld früheren Soldat Erlebens, das einen völligen Gegensatz Mm heutigen bildet. Bor allem aber fesselt das Werk durch seine dichterische Vorzüge und das allge- metn Menschliche des Inhalts, der auf durchaus verivandte Tendenzen im jüngsten deutscl-en Drama der Wedekind, Eulmbergl u. a. trifft, wie Paul Friedrich in seiner Einleitung ausführt. Zum ersten Male seit dein Jahre 1776 erschienen „Die Soldaten" wieder in einer Einzelausgabe. Des Dichters vorausgehmde Komödie „Der Hoflneister" mit einer biographischen Skizze brachte die Univ.--- Bibl. als Nr. 1376. — Nr. 5900. A. De N o ra , d a s l o ck e n de
Blut und andere Novellen. Mit dem Bildnis deS Nrp> fasscrs und einer Einleitung van Carl W. Neuinann. Geh. 25 M., geb. 60 Pf. Inhalt: Einleitung. — Das lockende Blut. — Der Fuß. — Zwei Wege. — Die Diebin. — Der Blinde. — Der Letzte«.
— Das Märzheft von Bel Hagen & Kla singSl Monatsheften bringt wieder eine reiche Fülle des anzieherch- sten Lesestoffes. Biele werden gern nach dem Aufsätze über das herzogliche Kurland greifen, andere wieder werden, die durch öfcf« Bilder illustrierte Schilderung der Kruppschen Kanonmfaori? tu Essen zuerst zur Hand nehmen. Ganz an die Zeit klingen «weiter ztvet Aufsätze an über die wirtschaftlichen Grundlagen des U-Boots- Krieges und über den berüchtigten mystischen Schwarmgeist Raspu- lin: zeitgemäß ist schließlich auch eine Schilderung- des Grafen Scatünelli, wie es im öste.-reichischamgarischcn .Kriegspresseq uartisr zugeht, und zeitgenuiß ist desgleichen eine tiefarabende, gelebrtv Erörterung über Aufriclstigkeit wrd 11uau.fr ichckgkeit in der Politik. Mit dieser stattlichen Reche voir z-eitgenräßen Aufsätzen ist aber der Inhalt des Märzhestes von Belhagen & Kinsings Monatsheften nicht erschöpft, denn auch der .Kunst, die in dieser Zeitschrift ia nie fehlt, ist ihr Reckst getvovden. Ueberaus interessant ist der Wiener Theaterbrief Ludwig Hirschselds und sehr lesenswert ist auch die reich illustrierte Stachle über dm hochbegabten Mal-er imd Zeichner Joh. Bmcenz Cissarz. Die Romane und Erzählungen von Julian« Karwath, Th. Birt und Friedrich Frech« werden ebmfalls gern gelesen tverden.
— Feldpredigerf ährten a n der Westfront., Kriegserlebnisse mrs großer Zeit von Ludivig Hoppe, FelddivisionS-! aeistlickier im Hauptquartier des Oberbefehlshabers Ost. 6.—9. Tausend. (152 Seiten mit vielen ganzseitigen Abbildungen.) Der-« lin NW 7, 1916, Furche. Verlag. Preis 1 Mk.
— Hans Ludwig, der Spion. Seine Erlebnisse in England. Von Fritz Segelken. Umfang 18 > Seiten. Preis 1 Mk. Verlagsanstalt Vogel & Vogel, G. in. b. H., Leipzig-N.
Gleßener Hausfrauen-Bereiy. Kochanweisungen.
Graupen und P flaunren. Vs Pfd. Graupen, Vr Pfund Backpflaunien, Wasser, Salz, Zucker, 1 Stck Zimt, 25 Granrm Fett.
Die Graupen werden abends vorher eingew.ficht, gleichfalls di« Pflaumen. Man läßt die Graupen fast garKxhen, gibt dann die Pflaumen, Zucker und Getvürz hinzu.. Tas Gericht nruß nicht stets sein. Fett gibt man beim Anrichten darüber, kann es evtl, fort-* lassen.
B u 1 t e r m i l ch p l i n sie n. 300 Gramin Mehl, Vs Lrder Buttermilch, 1 Ei, Salz, Zucker, 1 gcstr. Teelöffel Natron. Aus diesem recht glatten geschlagenen Teig backt man in der Pfanne mehrere kleine Plinsen, die mit dem Schöpflöffel dickst neben einander gefetzt werden, so daß sie nicht viel aus-einanderlanfen». sondern mehr in die Höhe gehen. Dazu gedünsbet-es Obst oder Kartoffelsaat, doch läßt mau in letzterem Falle dm Zucker fort.
Gc'müsepudding. 2 Pfimd verschiedene Gemüse, 100 Gramm Grarrpen oder Gerstengrütze, 2 Eier, 100 Gramm Semmel, 50 Gramm Fett, Wasser, etwas Milch (notfalls Wasser) zum Etu- weichen der Brötchen.
Man nimmt der Jahreszeit entsprechend Mmüse. Mohrrüben, Sellerie, Rosenkohl, Petersiliemmirzel ufw., kocht jedes für sich «v und schneidet es fein. Die Graupen läßt man mit der Gemüsiebrüh« dick ausquellen. Eigelb, Fett werden gut mit der Semmel vermiss, dann Gemüse 'rmd Graupen l-nrzu-getmr, ein Löffel gelmckte PetersLi« und zuletzt den steifen Schnee der Eier. Tas Gericht wird 1 —IYa S tunden in einer verschlossenen Prcddrngform gekocht^
Bilderrätsel.
Auflösung der Pyramide m voriger Nunrmer: ^ B M a i Esche Wilh «bim
Schrinlettung: Fr. R. Zenz. — Zmillmgsrunddruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerei. N. Lange, Gießen.


