Ausgabe 
14.3.1917
 
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Bei späterer: Besuchen, die in iveiten Zwischenräumen erfolgten, L-nnte er durch vorsichtig tastende Fragen sesMellen, daß der Steuer­mann wohl das Haus hingeben würde, wenn es ihm gut bezahlt würde.

3o nahm mit den Jahren, wahrend sich seine Ersparnisse häuiren, Brendicke von dem Häuschen rmmer mehr geistigen Besitz. .Abends machte er sich einen genauen Man von Haus lmb Garten, teilte die Zimmer ein, notierte, was in den Beeten wachsen sollte. Eine Ziege wollte er sich auck halten. Tiefer Plan erfuhr im Laufe der Jahre, die unter täglicher, anstrengender Arbeit Ue gingen, viele Aendermigen und Verbesserungen. Das Haus wurde um- und aus gebaut, der Garten vergrößert, der Sdrll eriveitert. Es war ein wundersames Phcurtasiespiel, was Brendickcs Muße zum größten Teil ausfüllte. Er ßomne nun die Monate zählen, die ihn von der Verwirklichung seines Traumes trennten. Aber je schnelles diese Zeit verging, desto inehr ward er von dem Gedanken bedrückt: Was dann, wenn du oben in dem Häuschen sitzst? Was füllt dir die Tage ? Was hast du dami für ein Ziel?" Und die Unruhe stieg und erfüllte ihn immer mehr.

I«. nun kannte er das Häuschen kaufen, nun brauch:e er nicht mehr in Ltderströms Kontor die Tage über den Geschäftsbüchern zu versitzen aber die Wunschsreudigb?it verblaßte mir jedem Monate» mehr. Er hatte ja hcui kein Ziel mehr und er konnte sich doch nicht mit semen-sünnmddierzig Jahren zur Ruhe setzen. Und die Erregung, die ihn rastros uMtrred, wich erst nach dem Besuch seines Bruders, der zu ihm gekommen war, um seine werktätige Hilst in An'- ..ch zu nehmen. Dem Bruder bor sich jetzt eine Gelegenheit, sich in bescheidnen Grenzen selbständig zu machen. Und Brendicke gab ohne Besinnen hin, was er durch Fleiß und Sparsamkeit gestuunelt, und a-mete befreit aus. Jetzt mußte und wollte er von neuem beginnen. Das Ziel ivar fern wie einst, aber er sah es doch wieder.

Kaufmann Ader ström, dem die sonst seinem Buchhalter fremde Erregung, die nicht immer ganz mrterdrücki werden konrtte, nic^ entgangen war, stack) mm wieder Brerckicke in vollem Gieichgewi-Ä- Za, er meinte sogar, sein Buckst.rll?r zeige sich nun elastischer, bew eglicher, jünger. Und ^Brendicke stl. st verspürte eine Erneuerung seiner Kraft, die in der Wunsch osig teil zu versiegen gedroht harte. Es kam etwas wie eine 7 '-ecke Jugend über ihn, der zuletzt wie von einer zehrenden KranU'-eil ergriffen schien, und Äperström nick:e wohlgefällig, wenn er, der dock» nur fünf Jahre älter war, von der Jsckias anacürllcn und an den Stuhl gebannt, Brendicke stell und behend bald bei den Lageriprichcrn, bald im Kontor sah.

Das keine Haus veränderte sich kaum merklich. Als Regen und' Weller an sei.'.ein Mauer werk gefressen rund den weißen Putz abgebröckelt hatten, bekam es ein frisches Kleid, und leuckrere nun von der Höhe weithin zur Stadt hinao, ü: die sich ein häßliches, rrilgdar selbst bei lichtestem Sonnenschein, eingesresstn zu haben schic». Der Garten aber blieb derselbe, mit seinen zarten Farl-en im Frühling und seinen kräftig lsdenrde^' im Herbst, sieben der alten Ziege stand ein junges Döcklein, das sich in dem lltzen ui peisstrlickm Sprüngen versuchte. Die Kin­der wuchsen heran, wurden in Sr. Marien konirmicrt. der Junge kam aui eine Bark, aber Arllje blieb daheim und wurde mir jedem Jabrc mehr der Mutter ähnlich. Es schien, als ginge alle Kraft

Arett und in Saft

Sing, best? mehr schwand d:? Mutter dahin, wie ausgezehrr vom Leben. Und einst, als Be rwicke an einem niedergehendst Olloberrag neck» der Höhe kam, r'and er das Haus verschlossen: Ter Barer mir

Kindern brach:-? d:e 15 x 011 , dre ge:erben war. zur

mrr

letzten

-einen Ruhe.

Indes dort oben sich die Ge/chicke entwickeltet! u:ck> lösten, der Steuermann in einem Strurm fern an der spanischen Küste ums Leben kam, der Sohn seine großen Ueöersee'ahe:?:: machte, Antje heira:?te und mi: :. dann und Kindern im Haas . lieb, gingen für T,.'b.s: b.gJ b .? ro»r :oeck.stckles da?w. Er schritt tun nid': mehr w *c;t :ckeer .vre einst, seine Sckmltern neigten sich vornüber rnrd d:e Furchen auf der Stirn und um Mund und Augen gruben fick rieter durch die welNe Haut, und sein Haar wurde allmLdlickr weiß wie das Ta:: mann Adcrströms. der auch immer noch'ans seinem Posten aus harrte.

Diesmal, und das erschien Brendicke so merkwürdig, rückte er b.m Ziel viel rascher näber -als vordem. Bob! gingen sün Jak.? dnbiu. ai;r sie dünkren ihm schnell verstoßen. Und w wie damals wuchs »eine Svannwn und Erregung, se nädtt ,

nte. Es traf sich rarer hatte, der

ehn

der

Knuü

Haus zum

diesmal alles gut. Antje, die einen Beamten in eine widere Sraot versetzt worden u>ar.

Verlaus aus und schloß mir Brendicke rasch eck.' strrm, der mm endlich von seines Büd balrers Traum erfuhr, n-d.e befriedigt: ..Ein Ziel hat ja jeder' und wünsche Brendicke altes Glück iu seinem Besitz

dem <.age an dem Breudickc zur Höbe stieg, um von dem Hch.'sd'en Belitz zu nehmen. oürte er eine merkwüchigr Ruhe und

nur

- uch schwa.rleud trugen Oben im Garten fand er Anries Hei* nr.- . adel t>: U>m zurrvullch emg a kam und erzählte, die Mut- ve. räume noch im Hau Er setzte sich wo die Bark neben der Tür u.rd blukre, tie' armend, au^ die See. deren Lickrer ör der T ämmerung

langsam erblichn. Ein Gest'di ,nre er e» nie «rnp anden. durch­

drang ihn. Ein Wind kam leifc feran und hob sacht ein Harr, umfächelte ihn mit sanften Schwingen. Das Kind spielte unweü von ihm und ries zu ihm hin und er anllvortcte läck-el:ck>. Plötzlich aber hob er sich mit einer halben Bewegung von der Bank, es .?ac als sttöme alles Blut ihm mit einem harten Druck zum Herzen und fluce im nächsten Augenblick plötzlich fort, er öffnete die Lippen zu einem Hilferuf, aber es kam kein Laut über sie. Das Kind ries ihm und kam. als er schmieg, zu ihm.Warum sagst du nichts?" fragt es aber er antwortete nicht mehr. Gr hckrre nur ein stilles, fein^ Lächeln um den verschlossenen i'Nund.

Cornelius und Goethe.

Eine Erinnerung zum 50. Todestage von %etex v. Cornelius.

.Als im ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts sich in der deutschen Kunst jene nr: :ige romantisch? Ber egnng entwickele die einst Jahrz-Tnte lang als die glänzende Erneuerung der deutschen Kunst verherrlicht worden ist, um ron der modernen Kmrstge- schichtsschreibung in ihrem künstlerischen Werke und ihrer ge- sck'.chtllchen^ Bedeutung um so mehr unterschch: zu werden: da war es neben Friedrich Overbeck der junge Rheinländer Peter Eorne- lins, d?r alsbald an die Spitze der Bewegung trat. Jedoch ging Cornelius von wesentlichen anderen Voran b''?tzungen aus, als Overbeck, da er von der Antike Einstuß er'a' :?n ha: und in dev Tick/sungs- mid Gedankenwelt Goethes lebte. Ja. er ljonte in Goeth? den künftigen Schutzherrn dieser neuen bratschen Kunst zu erblicken er badre dabei an jenen Goetstc. der das Straßburger Münster Lewurckert. gegen die welsche Äackabmung geeifert, der Namen und Begriff des Gotischen von j a brbundertalrem Makel gereinigt hatte. Freilich erstchr Cornelius eine erf» Enttäuichunr. als er sich in den Jahren 1604 und 1605 an den Deinrarischen Kunstausstellungen beteiligte und dabei leer wrsgi:-g: dennoch wart er sich mit voller Begeisterung au' die Ausgabe 0 ?. Illustra­tionen zum Faust, und er harre das Glück, einen aas ^^vichneten Vermittler ;u finden, der sich 'ür diese seine Arbeit bei dem Dichter^ Lomüb:?. Das irar Sulpis Boisseree, der ttenliche rhei- rn E? Kunstfreund und Sammler, der als unermüdlicher Förderer der romantischen Kunst wirkte. Bei seinem Äntrittsbe'suche in Deiawr im Frühfahr 1811 legte er Goethe und 'einem Kunst- Adlalus d.steyer des Cornelias Faust older vor. und er vermochte die beiden so weit für die Blätter zu interenieren, daß Gosche dem jungen Künstler einen anerkennenden und ermunternden Brief schrieb, in d?m er ihn freilich Zugleich warnte, di« dsttsche Kunst- well des 16. Jahrhunderts als ein vollkommenes Mustmr zu fee* trachten. Eornelius nxir oegl :ir und a ntw ortete mir einem be- geiirertcn TanDrief; allein wenn Bois sei se von Goethe noch oehr erhoiir und insbesondere gewünscht hatte, daß er die FaufL.ldsö durch ein paar eigene Worte bei der ÖerstnrlichkeiL einstähre, so sah er /ich enttäuscht, da Goethe auswich. hinz^z und 'ich schtteßÜO diesem Wunsche versagte. Einige Jalwe später drängt« sich chm ;ed--xb die inzwischen weiter enrwickelte künstlerische Er'cheinuno des

doch einen so bedeutend?:: Eindruck, daß er ßst Bvi'seree gegenüker mir erstaunter Bewunderung über die''estupmden Tinge"' äußerte. Dabei sprach er die bekannt gewordenen Worte aus. daß zum erw-?n Malerin der Knnstgeschiate bestrurcnde Talente Lust stillen, sich rückwärts zu bilden, in den Sckoß der Mutter znrückzukestiea und io eine Km:st zu gründen. Boiweröe war froh das Jnieren« Goethes für siinen Schützling wieder warb zu sehen, und er : l xt bei bem Besuche des Tickt? rs in Heitzeldw- dem er Tr ><n Sommer Ivlo entgegensah. ihn ganz zu ? nun. Allein tiefe Hrirnung 'chlua festl. So gur ge.aum Goethe in je neu herrlich« Set.'.', er- u. Herbsttagen am R ein -ruck' war. den Werken des üor- nclius und seiner Freunde gegenüber Zeigte cr ein gntustes lln-

Tal haue er mir seinem gettenen Mener in aller Stille schon sj

ine östentliche Aussprache verständigt; und während

bon u?

d Brir-

*t vorrnuna

zi±-p L wrkenueudO Frühiurg 1817 in der bekannten Sckrift, -x Vw'w e. der Sckrift .. 'iw mit ihrem In , . w er. e ' . -.r t

und vertohnenoer Ar: fern wur>?

Kunst und Altertum ' die Bcrössenttick Neull>. uttch religiös vatricri' ü e >\ r.iu* war allerdings Meiner, aber Ge?:.-? halte durchaus einverstanden, und dieser an d ? Romawtikc-.

F::unde m:d Gönner, sowie alle Pertterer und Fördeeer de? rv- ma'lli'che» Gedanken waren außer sich E? ? strinen erick? ?n L?n czec war verrrimmt, 00m ..??:* berro Ter T?ai r zur:- 'cheu ihm und Weimar war fürs erste abgn'dn.tten: und als eche oebre -pater sein Sckr".w >örs:?r bei ö.??: ? ;n Gaste ' d war es :ür dies« etwas a,v- .. .. : -.st ü ? . . r.st

bas Lttrdinm Raffaels W-rt .. : - - 7?: - £

ja inzun'chen rief in die an: ne ? ?.: ? ?n2

Ta faßte Goethe doch für een Künstle? wrester I n ' und richtete an ilm einen Brie» voll würdiger . -rk>« un? tt dem er iim auch um einen Äbiwuck seinerUnter, elf bza Ca. « c .rli fr auch ober er har nicht einmc' mir einem Ttu.'e bixant ;?i*u*

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