Ausgabe 
10.3.1917
 
Einzelbild herunterladen

116

Maschinen ; der ganze komplizierte Apparat der Kriegführung rechnet znm nicht geringen Teil mit dem Können der Techniker und Ingenieure, mit der Produktion der technischen Industrie und der Verwertung dieser Produkte. Die Tatsache, daß die Zentral­mächte auf diesem Gebiete immer die führende Stelle einnahmen, Ist eine bedeutende Gewähr für den glücklichen Ausgang des neuen, hoffentlich letzten Kampfabschrittes.

Wir leben trief# mehr in der Zeit ursprünglich roher Kräfte, dos Kraftansmoß hängt längst nick# mehr unbedingt ixm der Masse der Menscl^en ab. Tie Beherrschung der Technik bringt darüber hinaus Leistungen zuwege, die dem Urteil des La:eu in mehr als einer Beziehung übermenschlich erscl-einen müssen. Dem tech­nischen Schriftsteller der Z knnft wird es obliegen, das Buch dieses Krieges zu scl)>reiben. Sicherlich aber ivird in diesem Werk unter- allen Produkten technisch gebildeten Geistes die Beherrschung der Unterseelvaffe eine erste Rolle erhalten müssen. Aeroplane, Hydro- plane, Zeppeline, 42-Zentiineter-Geschütze. Mörserbatterien, Minen ver sein ernster Konstwcktwn haben Art und Forimen des Känlpfens längst wesentlich verändert, unstrütig ist aber der Torpedo in seü'er jetzigen, ganz entfalteten Arnveudung geg-en England die merkwürdigste, unheimlichste urid hoffentlch unbezwinglickLte Waffe des Weltkrieges.

Die Erfürdmg des automobilen Unterwossergeschosses stammt von dem österreichisthen Seeoffizier Lnvis. Alles, wns bis zu dieser Kvnstrick ioMan Un'-e^seentaffen exi'i-rte, toar in Versuchen ran ep l'em ä e r Zw'ckmästi f t stecken ae l e>en. Gerade die schwinigsten Schupsun-e-i menschkick-en Mistes nehmen ihre Vorbilder' ost genug von der Natur, die von Uranimtg da war stumm imd millionen- fältia, bescheiden und größer als alles, was Menschen ,emals zu schaffen vermögen. Ter Torpedo empfing seinen Nanien aus dem Lateinisck-en. Tie Alten nannten so einen Fach der Mittelmeer- und Südeegewässer. dm Zllterrock>ert, de'sen Bau errigermaßen einer Kraftanlage gleicht, deren elektri ehe St/äge dem Tier als Ylbnxhr- und Angriffs mittel dienen. Auch der Torvedo lebt sozusagen im Wasser, und in Gestalt von Fortbewegungsart gemahnt er in prim til'er Weise an den Zitterrochen. den die Natur erschuf Iah-tausende bevor wir ihr einen Teil ihrer Geheimnisse abzu- lauschen verrnock#en.

Im primitivsten Sinne mögen die sogenannten ..Brander" als Vorläufer des Torpedos gelten. Sie bestanden in mäßig großen, höl'erneu Fahrzeugen, die mit nach einem bestimmten Zeit­raum entzündlichen Sprengmitteln geladen utib im Wasser treibend g^eu drs seitlich' Objekt losgelassen wurden. Es ist ein merkwürdiges L>piel des Sckstcksals. daß die erste torpedoanig-e Waste von eitlem Angehörigen gerade jenes Volkes gelwudhabt wurde, das heute am lautesten gegen den vollen Gebrauch dieses Kriegs mittels protestiert.- in den nordamerikanischen Frrilxnts- kämpsm im Jahre 1776, richtete der Amerikaner David BushueN zum ersten Male eine Art UnterwasserProjektil gegen ein britisches Fahrzeug Allerdings blieb dieser Vlnünch, glmchtme der ein Jahr späten unederhoste, vergeblich. In hervorragender Weise beichlöftigte izch der Amerikaner Sultan mit der .Konstruktion von Untersee­waffen Er baute ein Tanck#>ool ..Nautilus" init Namen und vollnibr^ damit sckwu 1795 auf der- Re-de des franzosischw Hafens Brest k'eiut-re Op-rationen Und tvieder war es ein geimssermaßen durch England genährter Krieg, in dem die Unt-u-seetvaffeic ?ln- wendung fanden in den amerikanischen Bürgerkriegen, in jenen erlut'erten Kämpfen znnschen Nord und Süd, rvnrden sie aller- dt"g^ noch immer ohne nennenswerten Erfolg als Kampfmittel benützt.

Auch die mm folgenden Verbesserungen und Nenkonstrliktionen waren vim nur beschränktem Kriegswert. Imurerhin bildsteu die Treibtorpedos. Kanoneutcrrpedos. Ngketeritorl>edc's und Schlepp- tort>edos den lieber gang zur entäültigem Konstrnkt'vn der Unter- feewaffe. Tie Treib tu n^edos waren mit Sprengmitteln gefüllte Hohsgefäße (eine Höh'rmi tun «klung der Brander), der«m' Fort- beiocgung gegen das feindliche Schaff der Strömung ülrerlassen ivurde. Tie Kanonenchrlx-dos wurden, wie bei ge»öhnlickten S)e- schtttzen. aus Rohren gefeiert, und zwar sowohl über wie miter Wasser. Diese Geschosse Valoren aber im Wasser durch dessen Widcwßand sehr schnell ihre Treibkraft, und auch als sie in Form und Reicht,gleit verbesstrt wLlrden, waren sie insot-ee des Fehlens von oc-j gen krall und Sickerung nock) sehr unvollkommen Die Raretentvrpedos füllen bereits eine treibende Kraft mit sich: den Raketenansatz. durch dessen Abbrennen in einem lstnten anaebraMen Rohre sie twnoärts getrieben wnir-den. Die Sck/evMorped^ deren Bau rm we'entlickxn von den Brüdern Frederis und Iolm Harvey stan'mte. brldeten wiederum eine allzu graste Gefahr für die Mann­schaft des zugehörigen Schleppbootes selbst.

Um diese Gefahren zu beseitigen und das ganze Verfahren möglichst zu verernfack>en, baute der ösderreichisä)e Seeoffizier Lupis f 11 ?, ^2? jl' selbsttätig betrielienes Falwze«cg ohne Bemannung, deslcm Vorder!erl mit L-pvengüidnnq gefüllt ,var. Diei'e Erwümng wurde von d-tNu Euglättder Wli-itehead, der damals als Direktor Maschinenfabrik in Fiume lebte, aufgenonnlren. Sie bildete dre sch'plerüche Gruitdidcie dessen, iovs inan in der Folge fälschlich de»c Wlntehead Ton«do nannte Die nxsentlichsdc Eigenart des auf dre,e Wene gei ck>afsrmen Torpedos besteht da rin, daß er sich unter Walter bewegt und keine drirch die .Krall des Wfeuerns getriebene, sondern arne durch eiocue Mafchurenkra ft ß^rlbooegte und steuerbare

Waffe ist. Der Torpedo wird vor dem Massen auf die ernzuhal­tende Tiefe und Richtung mit größter Genauigkeit eingestellt, er tvird aus denl Aitssdvßrvhr in das Wasser gesetzt alles übrige wird durch die Maschinelleir Fähigkeiten des Projektils selbst besorgt.

Trotzdem die Hauptgliederitng des Torpedos lange vor dem Kriege in allen Marinem die gleiche war, mag ein näheres Ein­gehen auf die dabei tresentlich wirksamen Kräfte unter den heutiger: Umständen licher^ unt.ro leiben. Seine chrrak eri üschiste Eigensä-ast besteht irr ieben: Falle darin, daß er seine Bahn mit eigener Kraft verfolgt. Ein Miniaturunterseebovt also mit Heizraum und Maiclünenanlage tvie ein Schiff, das von dem großen Untersee­boot ausgesandt wird, um >as gegnerische Ziel zu treffen und zu sprengst. Ein in der techn'ÜMn Welt lebeudiges Weseit, der künst- lick)e Fisch, den der Mensch dem Ziterrvchen rlacdgeahnt hat.

TieWel-rfähigkeit" der modernen Torpedos ist noch verhält­nismäßig jrmg. Erst vor Ausbruch des ritssisck>japanisck>en Konfliktes wrden sie ^tariglich" erklärt. Im rulsisch-japanischer: Kriege lzat danrr der Torpedo zum ersten Male praktisch sein« überragende Bedeutimg im Kampf zur S^e gezeigt.

Die vollendetsten technisel)-n Mögl:chkei!e:i aber rmirden vcm deritsäien prakiisel-en Wissensäiastlern hörvorgeholt, deutsche Ent- schlos euheit sieht sich ei-renr init AnKhungermngsnnLteln arbeitenden Feinde gegenüber genötigt, sie restlos arrzumxnden. So hat jetzt das Tr<stgestirn von Mut, Wissenschaft und Disziplin den Untmsee- kamps z-' einer Genralt gen:acki>t, der Mich dasunbeugsame" Groß- bri an: ieu sich wiri) be-ugen müssen. Im Kampf gegen England

benann^ Entstehrln-gstwozeß des Unterwassertorr^edos,.

das erste tortredoartige Pvstektil rmirde g'gerl rbt englisches Schiff geschlendert .... rrnd die heutige Beherrschung dieses ge­spenstischsten aller Ges<l»isse ist gegen das Herz Englands gerichtet.

Verwendung erfrorener Uartoffe!n.

Frau Oekonomierat A. Weitzel in Lich stellt dem Haussv»«« folgende gute Ratschläge zur Verfügung:

Sparen", iminer wieder sparen, nichts verloren geh'n lassen, alles ausnützen und nichts wegwerfem, das soll der heutige Grund­satz jeder tüchtigen, von treuer Vaterlandsliebe beseelten Frau setnl Insbesondere:Spart di« Kartoffeln" ^oird ums immer aufs neue zugerufen und nicht zu unrecht! Beim Etnwintern der von vornherein durch die Mißernte schon knapp bemessenen .Kartoffel­vorräte dachten wohl die tvenigsteir, daß irnß ein! so ungewöhnlich streng und lang amdauerirder Wimter beschießen sein würde. Im allgemeinen genügte es ja auch stets, wie wir in früheren Jabrenl unsere Kartoffeln über den Winter aufzmheben pflegten. 7LbeL diese ungewöhnliche Kälte hat leider mancherorts zum teilweisen! Erftneren der Kartoffeln geführt trotz aller Vorsicht und Bedeckung, oft auch mangels geeigneten Raumes. Wenn uns in früherem Zeiten auch dann umd -vann einige Körbe voll Kartoffeln er4 fvoi^ei: sind, so war das, insbescnrdei'e auf dem Lande^ von Pettterf wesentlichen Bedeutung, denn di« beschädigten Kartoffeln konnten ja an das Vieh verfüttert weÄ>en. icnd beim M>ensch>O: wurdet! siy nötigenfalls durch das Brot ersetzt. Heute ist das anders. Die Kartoffel- und Brotvorräte find so knapp, daß. lvir keinen Verlust halei: dürfen. Selbst die erchwreitem und dadurch einen lviderlich süßen Geschmack erhaltendem Kartoffeln sind für unseren Tisch noch brauchbar und müssen Vernxmdung fttchem. Es wurde schon öfters darauf lstngewiefet:, daß die erfvorenen Kartoffeln durch mehrstün­diges Einlegen in frisches Wasser, evientnell auch durch einen Zu­satz von Essig beim Kochen ihren süßen Geschmack verlieren würden. Ich hatte bei meinen erfrorenen Kartoffeln nach 24stündigeM Einleget: und erneuertcin Wasser ebettsolv^nig Erfolg, den süßem hwschncack roegzmbringen, wie durch einen Essigznsatz berm^Kvck>cn. Dagegen ich mit sehr gutem Resultat diese Kartoffeln zu

Vvt-züglich schmeckenden süßen Speisen verwendet, was mir noch den nicht zu verachtertdeti Vorzug bracklle. den Zucker zu spa­ren! Ick) rvill hier einige erprobte Rezepte folgen lassen in der Hvsfumtg. daß dadurch n:m:ck>e Hausfrau freudiger: Herzens die viel geschmähtensüßen" Kartoffeln nneder in Elm'en verwmlden :md insbesondere, wo Kinder snid, viel Isabel anslöset: lvird.

Die in der Sck>ale gekock-ten und geriebemei: Kartoffeln lmrden mit ellvas Milch auch Buttermilch oder Molke kantr dazu ver­wendet lverden tüchtig schtltmig gerührt. Einige kleine Rosinen, ettvas Salz etm«s geriebene Zitronen- oder Apfelsinenschale verfeinert dett Wohl<wschmack darunter geinengt Mtd unter stätldigent Rühren einmal auskockxul lasset:. Warm, mit ellvas Fcmchtsaft zu Tisch, ergibt dieser9!osittenbrei", namentlich lvo Kinder sind, ein vorzüglich bekömmliches, billiges Mendessen. Fer­ner lassen sich die st'ts belieblen Kartoffclplinsen sehr aut mit den erfrorenem Kartoffeln Herstellen. Matt kocht irnd reilü dich Kartoffeln, mengt das nötige Salz und ettoas Mehl darutlter, knetet eine Rolle dararis, sck)p«eidet ftngerdicke Sclieiben davor:, die imPauieriuehl" gew^td^t imb in der Pfanne gestöcken nurdcn. W«'.an l^estrent die Plinsen mit etuxrs Zucker und gibt sie nut Obst.

DasPaniermellt" dazu stelle ich mir selbst, und zwar im xvrrat, el»ensalls ans den erfrorenen Kartoffeln irrt nach folgender Anweisung: In der Sck>ale gehxl-te. erkaltet gerirlxnre Karlotseln werden auf: Blech aitlfrdireitet, in der Yratröhre getrocknet, fleißig gerveirdet, bis sie ganz trocken und von schüirer