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ba firnen wir nach der ersten sprachigen! Bestürzung in echter Kinderart wieder mit unserem albernen Gehänsel an."

DetiSpökenkieker!" nannten wir Philipp Koch seit­dem," sagte Marie gedankenverloren.

Den Spökenkieker!" rief Hails.Natürlich! Ist es nicht wunderbar, wie das alles mit einem Schlage znrück-- ko-mmt? Weißt du, Marie, ich sehe Philipp jetzt ordentlich vor mir als ob er neben uns stünde oder grad' da von der andern Seite auf uns zukäme."

Sie sahen sich beide unwillkürlich um. Aber nichts war da, als der freundliche Sonnenschein und ein mildes, flüsterndes Herbstlüstchen. Und doch durchrieselte es die. beiden klargeistigen Menschen wie ein abergläubischer Schauder.

Er konnte manchmal was geradezu jUnheimliches haben, der gute Philipp!" lachte Hans endlich ieicfyt auf.Und dabei nnrr Philipp doch so ein guter, sanfter, stiller Junge, der keinem Tierchen was zuleide tat!"

Marie lehnte mit gefalteten Händen am Geländer.

,^Ja," sagte sie langsam, .,das war er. Engelsgut. Nie wurde er böse bei unseren albernen Foppereien. Und doch h* und doch er hatte manchmal so einen Blick, vor dem man bange werden konnte"

Er sah immer aus, als ob er nicht alt werden würde," berichtigte Hans.Das war's vermutlich, was uns andere Kruder so eigentümlich berührte."

Marie schwieg einen Moment.

Nein" sagte sie dann raschdas war's nicht. Oder nicht allein. Ich glaub' lache mich nicht aus, Hans daß er vielleicht nicht nur gewußt hat, wie schwächlich er selbst ivar sondern auch, wie's um andere Leute stano, die nicht mehr lange leben sollten"

Hans fuhr zusammen.

Aber Marie" rief erdas das ist jaV

Unsinn, willst du sagen." Marie nickte gleichmütig. Schon möglich. Ich weiß selber kaum, wie ich darauf ge­kommen bin. Ich sah ihn nur eben so sehr deutlich vor mir. Mit dem Gesicht, das er an unserm Konsirmationstage machte 1 er und ich sind doch zusammen eingesegnet. Da sah er den alten Herrn Pastor so tiestraurig an, als der jedem von uns noch 'mal die Hand reichte so, als ob er Ab­schied von ihm nähme ganz gewiß, Hans! Ich fragte Philipp nachher:Holst du dir morgen deinen Schein vom Herrn Pfarrer?" Da schüttelte er nur den Kops:Wir kriegen morgen keinen!" Und als wir anderen am nächsten Vormittag ins Pfarrhaus kamen, war der alte Herr eben vom Sck)lag getroffen und starb kurz daraus."

Hans nahm den Hut ab und trocknete sich die Stirn.

Du hast eine lebhaste Phantasie," sagte er gezwungen auflachend.

Ich? Gar nicht! Das solltest du doch wissen! Mir fällt das alles nur ein, weil's wirklich so gewesen ist! Wohin gehen wir nun?"

Zu Philipp!" sagte Hans stolz.Das sind wir ihm schuldrg, gerade jetzt. Der alte, treue Junge! Geradezu sündhaft ist's, daß wir nicht früher an ihn gedacht haben. Als ob er gar nicht mehr lebte"

Am Ende lebt er nicht inehr!" stieß Marie hervor. Wieder sahen sich beide wie unwillftirlich um.

Warum soll er denn nicht mehr leben!" rief Hans un- wrlUg.Jedenfalls gehen wir jetzt gradenwegs in die Apo­theke und fragen nach ihm und seinem Vater."

Sie gingen rasch die Pfürrgasse hinauf, ohne viel rechts unb c- J* u t e ^ Gn hEen gar keine Zeit, keinen Sinn mehr für das behaglich kleinstädtische Treiben in der schma- len Straße. Es zog sie wie mit Händen vorwärts. Am Marktplatz stand ja auch das Rathaus, in dessen Seiten- H?"'. b f* ^e^ieifterei, Hans Jnrhofs geboren war - M nb bie Ähtheke, die Philipp Kochs Vater gehörte, und MS baufällige sprtzgieblige Haus des Onkels Poldewitz, das ^E^KvU'npas Jugend beschirmt hatte und jetzt nach einer letztwilligen Bestimmung des alten Herrn einer frommen Stiftung zugefallen war.

Sonst schien alles noch genau so wie vor zehn Fahren auf dem schiefwinkligen Platze. Die Häuser sahen aus den blankgeputzten Augen auf seinen stillen Frieden der Röhrenbrunnen rauschte, die Spatzen lärmten um die vergoldete Wetterfahne des Rathauses, der alte Ratsdiener die Stufen der steilen Außentreppe. Die letzten Marktweiber räumten ihre Stände wea in den Pfützen des vergangenen Tages spiegelte sich die ftohe

Mittagssonne. Der alte Schmidt sah blöde blinzelnd auf, aT$ die jungen Leute grüßend vorüberschritten er erkannte sie nicht, während die grobe Bäckerjule, gerade vorm Eiw- gang der Apotheke, den beiden stattlich hohen Gestalten! verblüfft und zweifelnd nachstarrte.

Man kam zuerst in den rotgepflasterten Flur; gerade- aus war das Treppenhaus, links ging eine Glastür zur Offizin hinein. Die beiden Besiicher verharrten einen Augen­blick unsicher, fast beklommen; da ging die Tür rechts auf, die zu der gewöhnlich verschlossenen großen dreisenstrigen Putzstube des Apothekerhauses führte, und der, nach dem zu fragen sie einen Augenblick Scheu getragen hatten, kam trendig lächelnd mit begrüßend ausgestreckten Händen über die Schwelle ihnen entgegen.

Marie Krmmpa! Hans Jmhoff! Da seid ihr! Da seid ihr wirklich! Was bin ich ftoh!" rief die unvergessene, sanfte Stimme des Jugendgespielen.

Und er griff sie an den Händen, zog sie unter froher* Ausrufen ins Zimmer hinein, drückte Marie in die Sofa- ecke, schleppte für Hans einen Lehnstuhl herbei, saß aus einem Rohrstühlchen ihnen gegenüber und betrachtete sie mit fteudeglänzenden Augen.

Dann lief er wieder zur Tür, ehe sie noch recht zur Be­sinnung gekommen, schrie ins obere Stockwerk hinauf nach Kaffee, rannte wieder zurück:Nein, nicht Kaffee! Wein muß es sein! Mit Wern muß man so ein Wiedersehen feiern!" gab, ohne auf ihre Antwort zu warten, seine Gegen­befehle mit Heller Stimme zur Tür hinaus saß ihnen abermals gegenüber, die mageren Hände zwischen die spitzen Knie gefaltet, lachend, plaudernd, glückselig.

So offenkundig, so treuherzig echt war seine Freude die Besucher empfanden beinahe so etwas wie Beschämung. Daß sie selbst ihn so ganz vergessen gehabt hatten die kleine Stadt war treuer zäher! Sie hielt an der Ver­gangenheit fest, die ihnen beiden vom Karnps ums Dasein ubertäubt worden war.

Nun war alles wieder da die Kindheit, die trübe Jugend wie aus Dornröschenschlaf erwacht, so jung noch, so ftisch, so unberührt an des Jugendgespielen Freude entzündete sich die ihre. Als die alte Apothekersköchin Wern und selbstgebackenen Kuchen brachte, saßen die drei schon dicht mit den Köpfen zusammen, in ftöhlichem, be­glückendem Geschwätz.

Die alte Liese schlug die Hände zusammen, sobald sie die Gäste erkannte, und verwunderte und frente sich wort­reich. Philipp Koch nickte wehmütig hinter ihr her, als sie sich endlich schmunzelnd wieder verzog.

Meine treue Schaffnerin! Was fange ich ohne sie an! Sre sorgt für mich wie eine Mutter für ihr unmündiges! Kind. Mir geht's gut"

Und dein Vater? Wie 'geht's dem?" ftagte HanS.

Mein Vater? Der ist seit drei Jahren tot/Das habt rhr mso gar nicht erfahren! Richtig, ich vergaß, es euch an­zuzeigen. Vielmehr ich war damals selbst zu krank dazu. Zu gebrock)en, wißt ihr. Vater starb sjo plötzlich an un­serer Krankheit, wißt ihr"

An eurer ^-"

wir sterben doch 'mal alle daran in unserer Familie. Es ist was am Herzen. Ach, reden wir nicht davon! Reden wir heute von nichts Traurigem! Noch sind wir ja da und foulten uns freuen und genießen Prost alte Marie! Prost, Hans! Ihr müßt mir jetzt viel, sehr viel von euch erzählen. Man munkelt hier im Städtchen, daß der alte Herr Doktor euch in seinem Testament bedacht hat aber da er ut Rostock starb und begraben ward, hörte man nichts Genaues. Also nun schießt los." '

(Fortsetzung folgt.)

Die yauptwaffe im U-voottrieg.

Bon Martin Heldt.

Ae Isländer, Men die sich unsere neue Kriegführung ja Haupt, achltch ruplet, haben selbst einmal den Satz geprägt' Wer dte be>teu Maschinen hat, wird in diesem Kriege Sieger snn" Wenn rmr auch aus unserem Bolksetnpsinden heraus den Krieg utw fernen Vlusgmtg nicht so trocken te-csttisch zu ö'trachten ver- mogen so Pt doch unzweifellxtrt rül-tig, daß in diesem gigantisäMr Kampf Mut und Opferberettschaft das erstrebte Ziel nur zu er- rnchen vermögen, uxrat die Welt der Tocl-nik dabei'das Ihre tut. LatjEich ist ia der uneingeschränkte U-Boot-Krieg im Grunde nur die uitemgeschräilkte Verwendung technisä-ec Möaliästeiten. So ist oenn der Wetwamps un gewesen Sinne wirklich ein Kamps bcr