Ausgabe 
7.3.1917
 
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Anfang . MSr-z, begttmt. Me Sonne hat schon größeren Einfluß Und tverden hie bewurzelten ^md sntfprtzten Steckling« ms> kalte Mistbeet unter Glas gebracht und hier anstatt m Töpfe gepflanzt, eingeschlagen und weiter behandelt (entsmtzl» und lwr Fwst geschützt. Die Auspflanzung erfolgt beizeiten imd z»var mtt Vorliebe aus gilteni. gedüngtein Sandboden in südlicher Lage.

Saatkattoffeln? ün März im frostsicheren Schuppen oder Mele ausbreiten, noch Aussortierung dicht an dicht rm Mistbeet legen, mit Erde bedecken und mtt Glasfemstern abdecken. Die Lrrebe werden denn wie bei a und b entspitzt und im Mrstbeet oder sonst wann Hub hell (Tageslicht) zu bttbiideM Raume rn sandiger Erde gesteckt.

Die betonrzeltcn Stecklinge im frostfreien, dem Tageslicht zu- qünaigeii Frühbeet lasten emschlageii (nvan kann auf 1 qm bis 400 Pslairzen unterbrttlgen.) Sobald die Jahreszeit es erlaubt, erfolgt das A'uspflanzen. (End Mai.) Es erfolgt dieses :m Groh- betneb ohne jede Beeinträchtigung mittels Pflug (ähnlich wie big

Steckrübenpflanzung). ... oi cr K-%4

Weitere Bedingungen für das Aus pflanzen der « Stecklingspflan-en. ^

Der Bode»» muß früh und gut bearbeitet sein.

Frühkartofselpslanzeii dürfen, wie auch die Saatkartosfeln, nnc aus gutem Boden, auf dem schon in früheren Jahren Gemche ar^- geballt »var und in warmer Lage gepflanzt werden. Zirm Schntz gegen Frost ist tiefes Llnhäufeln nötig. .... <

Die Pflanzen dürfen nicht zu früh ausgepfftmzt n^wM^sve l^l-en bei spaterer Pflanzung und angeivärnttem Boden die früher gepflanzten ett» und bringen sichere und besondere Ernten.

Die Kartoffelpflanzen bringen ün vergleich zu de»» Saal- kartoffeln 4 Wochen früher Ernten; sie dürfen nicht zu hoch ge­pflanzt werden. , .. , _ ^ .

Mittelfrühe und späte Sorten bringen die besten Ernten.

Frübsorten könne»» enger als Spätkartoffeln gepflanzt loerd«l.

Im allgemeinen stellen die Kartoffelpflanzendreselben ttniprit- che an den Boden jwie die Kartosselttiollen. Warmer, trockner , sandiger, leichter Boden, der mittels Pflug oder Spaten rechtzeitig bearbeitet und gut gedüngt ist, sagt beiden am meisten zu.

Champignonzucht im Haushalt.

Selbftgezüchtete Chanipignons! Welch lockende Aussicht für dre Hausfrau, welche Bereicherung des Speisezettels l Für den Anbau vo,l Champignons smd, wie wir eurem Beitrag der bekarmten prak­tischen FrauenzeitschristDies Blatt gehört bet nehmen, nicht unbedingt große Kellereien erforderlich. Um den Be­darf des eigenen HaushaW zu decken, genügt dsie Zucht m einer. Kiste ei nein Faß oder auf Wandbrettern m ernein kleinen Raum des Hauskellers, im Badezimmer, in uiiterirdifchen Zentral- heizl.nqsanlagen, lstuter der Treppe oder im P^deftall. Die er­forderliche Pilzbrut ist in Groß-Gürtnereien erhältlich, die ihren Sendungen eine Anleitung zur Anlage der Zucht kAMgen.

Die Grundbedingungen für erfolgreiche Anzucht sinD: trockener, zugfreier Raum, der eine ständige Temperatur von mcht unter 42 Grad Celsius aufzuweisen hat, und der von Mausen, Rat­ten Kellerasseln und Schnecken sreizuhalteri ist. MS .Hauptgrund- läge gilt' Stroh-Pferdedung, der, auS dem Stall gebracht, von Unrat und ttockenein Stroh gesäubert, aus einen Haufen geschüttet und alle zwei Tage umgesetzt werden muß. Die Umsetzung muß unter einem Dach geschehen, oder, wlenn dies nicht möglich ist, so muß der Hansen »mch der Umsetzung bedeckt werden, damit weder Regen noch Sonnenschein allzusehr eimvirken können. Das Um­setzen selbst geschieht in der Wqise, daß die äußeren Teile immer nach innen zu liegen kommen. Nach der Umsetzung wird der Dung­haufen leicht mtt Düngergips überstteut, um das Ammoniak, das zum Lsachstnm der Pttze notwendig ist, zu binden. Auf diese Weise wird der Dung etloa 1214 Tage alle zwei Tage behandelt, bis er mürbe, mttd und speckig geworden ist. Grau gebrannter Dünger eignet sich nicht zur Pilzzucht. Stark erhitzter Dünger ist schicht­weise leicht mit kaltem Wasser zu überbrausen.

Die Anlage der Fässer, Kisten, Wandbretter usw. erfordert: Anfahren und Einsüllen des Düngers, Feststampsen bis zn einer .Höhe von 40 50 Zentimeter, gleichmäßiges Festdrücken mit einem Brettchen, Bodenthermometer in den Dung einstecken und ihn be­decken. Ter Dung wird sich nun nochmals erhitzen und erst nach 810 Tagen geht die Temperatur zurück.

Das Einlegen der Brut kann geschehen, sobald das Thermo- meter eine Temperatur von weniger als 30 Grad zeigt. Es werden cigroße Stücke von dem Brutstein abgehoben, bezw. der losen Brut entnommen und in einer Entfernung von 20 Zentimeter in Dreieck­form in die mssl der linken Hand leicht aufgehobene Düngerschicht eingeschoben, die wieder festzudrücken ist. Innerhalb vierzehn Tagen »oird die Brut ringförmig durchbrechen und sich an der Oberfläche schimmelartig zeigen. 3knn wird die Oberfläche des Dunges leicht mit Gartenerde, die man für die Wntermonate geschützt unter­bringen muß, überstteut. Dieses Verfahre»» wird dann täglich not­wendig, bis sich an der -Oberfläche kleine Champignons zeigen.

Das Ernten: Fünf bis sechs Tage nach- dem Erscheinen der Pilze wird man beginnen können, kräftige, gesunde Pttze für die

Küche vorsichtig abzndrehen (nicht aüzuschneidcn!). Die Ernte wirb sich bei sorafültig angelegten Beeten dann etwa vier Monate lang immer lviederholen und ein leichtes Ueberftrenen mit Erde, vielleicht würben»» lich einmal, wirb genügen.

vüchertisch.

Da» Bild als Verleumder. Bemerkungen zur Technik der Völkerverhetzung. Von Ferdinand A v e n a r i u ». Mit 72 Abbildungen. Volksausgabe, 7b Psg. München, Georg D. W. Lallwey. Von dieser schon früher von uns warm emp­fohlenen, höchst verdienstvollen Aufklärungsschrift liegt jetzt ein« ungekürzte billige Ausgabe vor, die wohl noch ausgedehntere Ver­breitung als die ursprüngliche Ausgabe finden wird. Noch immer spricht dieser reiche Anschauungsstoff als nnividerlegliches BeweiS- material für den Lügenseldzug unserer Feinde mit einer über­zeugenden Wahrheit, die durch nichts verdeckt und weggeleugnet werden kann. Da» Buch eignet sich deshalb vor allem vorzüglich zur Verbreitung iin neutralen Ausland, um dort den durch die skrupellosen Lügen und Fälschungen unserer Feinde entstandenen falschen Anschauungen kräitig entgegenzmvirken. Allen denen, die persönliche oder geschäftliche Beziehungen zum neutralen Ausland haben, kann nicht eindringlich genug die reichliche Versendung der Schrift nahegelegt werde»». Aber a»»ch an den Fronten bet unseren Fesdgrauen kann sie mächtig fördernd wirken d»»rch die Bestärkung unserer Tapferen im zähesten Kampf gegen einen Feind,' dein kein Kampfmittel schmutzig und »»ieder genug ist, um dem ohnmächtigen Haß gegen unbesiegbare Gegner Ausdruck z»» geben.

Deutsches Vo l ks tum", Monatsschrift für das Kunst- uno Geistesleben, nennt sich mit Begrün des 19. Jahrganges diese bisher unter dem TitelBtsthne und Well" heraus gegeben.es Zeitschrift.

In den drei Jahren, daBühne unb Welt" unter Wilhelm! Kiefers Leitung steht, hat sie sich von eurem Thectterfachblatte zu dem führenden Organ der »rationalen Kunst- nird Geistesbewegung entwickelt und zählt he»tte die namhaftesten Persönlichkeiten, Män­ner wie Houston Stewart Chamberlain, Rudolf Eucken, Friedrich Lienhard, Hans Thoma »rnd U. v. Wilamowitz-Moellendorf zu ihren Mitarbeitern. Mit dem neuen Jahrgange 191.7 sind ganz erhebliche Erweiterungen vorgesehen. Die Gebiete des geisttgen Lebens, des Schrifttums, des Theaters, der Musik und der bilden­den Kunst werde:» in jedem Heft vertreten sein.

Das soeben erschienene Januar-Februar-Doppelheft wird mit einer überaus bedeutungsvollen Abhandlung des bekannten Ro­manschriftstellers Emil Sandt eröffnet. In tiefdringender Weise stellt dieseArarat" betitelte Arbeit, eine vernichte»ü>e Abrech­nung mit dem heutigen England dar.

Wir empfehlen die Anschasftrug dieses Doppelheftes, das zum Preise von 1,20 Mk. in jeder Buchhaudlung zu beziehe»» ist, drill- gend: eS wird ein klares Bild von den Besttebimgein dieses be­deutsamen Organs geben.

> Der Vogel Tolidarr. Neun dLovellen von Heinr. Wvlfgang Seidel. Verlag G. Gr»>te, Berlin.

Selten finde» mau in unserer hastenden Zett, die im Zeichen der Werke der Minute steht, noch Schriftsteller mtt jener breibenj Behaglichtett ldes Erzählens, einer Behaglichkeit^ die nicht langweilig ist, sondern im Stil liegt. Zu ihnen gehört Seidel. In einer der vorliegender» Novellen erzählt er von ernem Manne, der in den Wohnungen von Lertten, die er mir oberflächlich kennt, auf eine eigentümliche Weise die Kinderstube hermlsznsmden rveiß, etwa so, wie ein anderer die Gabe besitzt, in jeden» Walde die Erdbeerstellen zu entdecken. So könnte mar» voi» ihm sagen, daß er es meisterhaft versteht, jene Stellen in nnserenr Herze»» anfznftuden, wohin sich unser soeliger Kluderglaube gerettet hat, um in selter»en Augen­blicken »vieder hervorzubrochen. Seidels Buck), ist «ein Gegensatz lgegen die nervöse Ueberreiznug dieses Jahrhunderts, eine neue Rornantik mit neuem Stil.

Rätsel.

Die d a h e i»»».

Freilich, Nachbar, in» Wirtsha»>s dort Bei dem groben Rätselwort Läßt sich trefflich kritisieren,

Wie man die Truppe»» zun» Sieg n»»»ß führen.

Aber rvirf »»ur ein Zetche»» ins Wort,

A»»ders klingt der Ton sofort.

Wärst du dabet, »vo das Wort danr» brüllt,

Wärst du von andern Ideen erfüllt. ZL

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer»

1. Ulan. 2. Samoa. 3. Lineal. 4. Eisenerz. b. Jsinene^

6. Hainlet. - 7. Diana. - 8. Saxah. 9. Eger. 10. Zuoz.

11. Universum. 12. Venezuela. 13. Torte. 14. Ring­

wall. 15. Antiochien. - 16. Da»rte.

Don Carlos 1. Akt 3. Szene:Un5 Alle zieht das Herz zum Vaterlandes.

G

Schriftlertung: Fr. R. Zenz. Zwillingsrunddruck und Verlag der BrÜhl'schen UniversitätS-Buch- und Stetndruckeret. R. Lange, Gießen.