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aufgerührt. Wir gehen doch zu Fuße, nicht wähö? Die Luft ist ja himmlisch. Wo wohnst du denn? In 'ner Pension in der Steglitzer Straße bene! Da weiß ich in der Nähe in der Potsdamer Straße ein nettes Bierlokal, wo tvir ein-- kehren werden. Unser Butterbrot war doch höllisch dünn belegt und überhaupt nicht geeigiret, zwei reichliche aus­gewachsene Menschen satt zu machen. Mer nein, da fängt's jvahrhaftig an zu regnen! Wo ist dein Schirm? Doch nicht in Gedanken im Theater stehen geblieben" ?"

Ich habe ihn in der Pension gelassen. Ich dachte nicht, daß es regnen würde. Freilich: Wenn ich keinen Schirm mitnehme, regnet es immer."

Nanu, da bist du ja der reine Wettermacher! Aber nun werden wir doch eine Droschke nehmen' müssen, ich Hab' leider auch keinen Schirm bei mir, besitze solch ein verab scheuunaswürdiges Instrument gar nicht."

Aber was machst du denn, wenn's regnet?"

Dann laus' ich drunter durch und freue mich. Schlag den Mantelkragen Hoch, ziehe den Hut über die Ohren siehst du, so und plätschere umher. Ich finde es ganz prachtvoll, sich 'mal gründlich dem Umvetter auszusetzen. Man kommt sich dabei so berserkerhaft kühn vor, weißt du, das ist 'ne Wohltat. Halt! Da kommt ein leeres Auto!"<'

Nach einer Fahrt von wenigen Minuten hielten sie vor dem hellerleuchteten Lokal. Der Regen strömte jetzt nur so hernieder. Hans half der Jugerrdfreundin hinaus urrd ließ sie so rasch als möglich in der Eingangstür Schutz suchen. Sie gehorchte blindlings, während er bezahlte. Dann stand er nach ein paar fröhlichen Sprüngen neben ihr und schüt­telte sich lachend die Tropfen ab. Sie hob erschrocken die Hände:

Ich habe meine Handtasche liegen lassen!" rief sie angstvoll.

Im Auto?" Er machte eine rasche Bewegung nach der Straße zurück.Zu dumm! Das ist schon davon."

Nein, im Theater. Ich besinne mich ganz genau. Ich hatte sie vor mich aus die Brüstung gelegt ich saß doch in der ersten Reihe vom Parkett und als ich so rasch hin- ausgrng, habe ich's vergessen. Ach, du lieber Himmel, was mache ich nun!?"

Du holst dir's morgen. Heut' ist das Theater schon zu. Was war denn drin? Biel Geld?"

Nur ein paar Mark, Gott sei Dank. Und es war eine ganz alte Tasche, gar nicht sehr schön."

Ja, ja, ich weiß, ich meine: ich bin überzeugt, daß du sre wrederbekommst. Laß' mich das nur besorgen. Und jetzt komme bitte endlich hinein."

Ich kann doch nicht"

Mer wesbalb denn nicht?"

Ich Hab' doch kein Geld, du hast schon das Auto be­zahlt"

«r "3 um Krlckuck, Mädchen, Hab' dich nicht! Solch dumme kommst du ohne Widerrede mit, verstehst du? Es ist ja rern lächerlich."

. Er stieß die Tür auf, faßte Marie einfach beim Aerniel und schob sre hinein. Sie gehorchte mit scheuem Aufblick. Sie tvußte. er war jetzt wirklich ärgerlich. Sonst hätte ev Jahren geschnauzt, wie etwa vor zehn, vor zwanzig

(Fortsetzung folgt.)

Bestandsaufnahme von Lebensmitteln vor JOO Jahren in Gießen.

Eine außerordentliche Lebensmittelteuernng, tvie sie der gegen­wärtige Weltkrieg zeitigt, hat es schon vor hundert Jahren in dein Teuermrgs.ahlr 1617 gegeben. Das Großh. Stadtamt zu Gießen, ersucht dein 2. Januar 1817 dm Magistrat um eine spezielle Bestand- mlme von Früchten und Kartoffeln, nachdem die von 'GenreuaE Gießenohngefähr aufgestellte Angabe des Vorrats Nicht für hiureuheud erkannt wird, der Besorgnis eines Brot- mmrgew vorzubeugen". Jur Anschluß all eine als Muster beige- K EE, rst von jedem^einzelnen Bewohner ansznfütten der Bedarf von Korn Weizen, Hafer, Gerste. Erbstm und Kartoffeln Ä ' b J e uötig weidende Mmae von Friichten ztir Anssaat Die Ltiisnahlme wurde innerhalb 8 Tagen in den 4 Stadtqimrtreren von 4 vereidigten Personeil vorgeirommen, die »Mi, der Sbadtrechnims vm, 1817 als Beratung 14 fr erüalten Verfllgmig vom 6. Marz 1817 tx»8 Verbot des

berMlsfirhr von Stetoffelit. Die ftkifctoerfotmmn i .7Ö?* 1 «Wl'wrt durch eilte unter dem Viehbestand anSgebrockme Seuche. Enie ,.Q»i«ra»rtäne" ttmr «ngsvrdnet wor­

den: die erkrankten Tiere mußten in besonderen Baracken bei der ehemaligenZiegeWjtte" ^Frankfurter Straße) »mtergebracht werden. __ Tr. H. B.

vermischte».

, * Pflanzen als Ziegelfeinde. Ter erbittertste Feind

ci-y° T P* e * mm lerioerkes sind die Pflanzen. Zeigen sich an der Ober- flache des Mmierwerks ganz^ kleine Risse oder Sprünge, so genügt! das schon, damit erdige Bestandteile sich festsetzen und pflanzliche Organismen eifrig an d:'r Zerstörung arbeiten. Bis in die tiefsten: Deesen der spalten zwängen Flechten, Gräser und Moose ihre Würzelip ein und sprengen allnrählich kleinere Stücke ab, bis im­mer größere Pflanzen im Manerwerk Fuß fassen und es vernichten können. TieNaturwissenschaftliche Wochenschrift" (Verlag von Gustav Fischer m Jena), die nach der Dissertation des Tipl.-Jng. Lutzw-tg Roe^co über dieses Zerstörungswerk berichtet, erinnert daran, daß man die Kraft, die die Pflanzen bei ihrem Wachstum ent^ mtten können, an dem bekannten geöffneten Grabe auf oem Fried-« Ws der Gartenkrrche in Hannover ersehen kann, wo durch eins Birke mcht nur ein großer Sandsteinblock beiseite geschoben, son-- au n * 1 dae eiserrlen Klammern gesprengt wurden, welck-e denj Block hreltm Den Schaden, den in längerer Zeit aber aird)! kleinere tl-an ö engeDtu>c am Manerirerk Hervorrufen, kann inan nach der Beobachtung ermessen, daß Stellen des Ziegelnrauerwerkes, die mit allem Moose bewachsen sind, einen bedeutend poröseren Eindruck machen, als unbewachsene. Tie gelbliche und grünliche! Färbung emes alten Ziegelmauerwerkes legen Zengins dafür ab, 0 ^ 0 ,chwr-- Algen am Zerstörlingswerke sind. Tech setzen sich diese ausschließlich ans hellgesärbte Steiirffächen, während sie dunkle Stellen vermeiden. Die schädlich^ Wirkung von Bakterien inr .Mauenverk hat man taeti überschätzt. Zahlreichse Versuchs haben nämlich ergeben, daß Luftströme von so geringer Geschwin­digkeit wie sie bei der Porenv-entilation sich zeLgen, nicht Ktastl genilg haben, um Bakterien durch, eine Mauer zu führen. Sie können ste nur gegen die Mauer drängen, an welcher die Schätz- dann hängen bleiben. Bei fenchtwarmem Zustande der Mau eroberst ache kann es allerdings zu einem geNnssen Hinein- wachen der Batterreir in die Mauer kommen, doch ist ein Hin­du rchwa che n durch die stark desinffz rer ende Wirkmig des Kalk- hydrates, das bei Feuehtigfeit der Mauer innner besteht, so gilt wie ausgeschlossen. Ausnahmsweise können allerdings im Kerne des Mauenverkes einmal Bakterien Vorkommen, etrva lvenn nicht genügend Kalkhydrat vorhanden ist oder durch SckMefelsänre iuid ahiilraie Flüssigkeiten der Aetzkatt wirkmrgslos geworden ist. Es ist auch iiicht denkbar, daß etwa Bakterien, die bei der Herstellung der Ziegelsteine in den Ton gelangt sind, in den gebrannteii Zie­geln fortleben könnten, loeil die Steine dazu bei zu l^her Tem- perawr gebrannt wer-den. Wegen der Ticke rmd Kürze ihrer uhzolfaden smd die sogenanrtten Trockenfänlepilze als Eiiidring- Irnge in das Manerwerk nicht zu fürchten. Recht gefährlich da-, gegen i,t der echte Hausschvamin, denn seine Lyzolfäben werden so lang und dünn, daß sie durch die Poren in das Ziegelmauer* werk eindringen können und so vom Holz auf das Mauerwerk über* greifen können. Auch bei Holzreparatur kommt es leicht zu einem Wiederanftreten des Hansschwammes, weil ancksi das neue Holz von denk im Manerwerk sitzenden Lyzol angesteckt werden karur. Tre weißgrarlen »vatteartigen Schminelwuchermigen, die sich an feuchten Wänden zeigen, verdanken ihr Dasein meist dem ver- derberlden Tapetenkleister und verschwinden datier bei Beseitigung der Milchtigkert regelmäßig.

" Woran Bäume sterben. Tie Frage nach den Haupt- ilrsachen des Ziigmudegehens von Bäumen wurde neiierdiugs in, Auilrage der Laudivirtschastlichen Gesellschaft in den Bereinigten Ltaateu einer Prüßlug unterzogen. Und zwar untersuchte man, wie die .Unischan* mitteilt, 160 in Oregon gefällte Tannen im Alter von 60-258 Jahren. Man steNte fest, daß drei Viertel der Bäilme Wilnden^ halteii, unb zivar von Blitzschlägen, Frost, Feuer us»v. herrnhrend. Das Zngrlnidegehen wurde durch Ein- setzeii von Fänlniß, durch Jnfekiion herbeigestihrt, doch waren stets Winiden der geschilderten Art der eigentliche Anlaß der Krank­heit und des Sterbens. Unter den 80° bis Wjährigen Bäumen hatten 70 Prozent Wunden, unter den 106jährigen 80 Prozent. Natürliche Fänlnisschäden waren erst bei den Bäumen mit über 130 Jahrell hällfiger zu bemerken.

, . *r Die freiwillige M a t r a tz e n g ru f t. Die höchst sonderbare Geschlchte einer Dame, bie sich sreiiviNig in eine Atatratzengruft znrückzog. indem sie ohne den Zwang einer Krank­heit 72 Jahre in ihrem Belte zzchrachte, wird von der..Tinws" be­richtet. Die klirzlich im Filter von 94 Jal)ren vcrstorbelw Heldiil hatte angeblich, weil ihr Vater die Verbindung mit dein von ihr Auserwahlten verbot, das Gelübde getan, ihr Leben hinfoit im ?stte zu verbringen, abgeschlossen von aNen Freuden der Welt, eic führte diesen Vorsatz auch gründlich ans und stand nur ein' mal auf, als sie nämlich von ihrein Wohnsitz Cambridge nach Searbovough übersiedelte. Iedenwlls scheint, an diesem Fall ge­messen, ein solcher nnnnierbrochener Anünthalt im Belte nicht gesundheitsschädlich zu sein, wenigstens ist dies aus dem so außerordentlich hohen Alter zu entnehmen, da>> die Verdorbene erreichte.