Ausgabe 
28.2.1917
 
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lieber noch HHrrn. Sie singen vom weißen Adler und von Starten Sensen, von Johann Sobieski und Kosh zins zko, vom Uvoßen, freien Baterland und seinen: Unglück. Sie singen muh vom letzten Aufsturch, von Langiewicz und Miero-i Pawski, von Erechowski und anderen Führern, seltsam Dvrrige Lieder, die weh enden.

Kon Napoleon Rutkowski aber singt keines.

Schafft Eier!

Geflügelzucht-Direktor Beeck, Kalle a. S.-Cröllwitz. Schlachtet kein Zuchtgeflügel ab, auch wenn die Kühner sich jetzt schlechter ernähren lassen als

s o n st.

Wir müssen alles daran setzen, Um die Hühner, auch bet der durch die Verhältnisse gebotenen schlechteren Ernährungsmöglichkeit, «n veranlassen, soviel als möglich Gier zu legen. Diese Aufgabe kam: der Landwirt Nur so leichter erfüllen, als der Preis für Gier ein sehr hoher ist, was viele veranlagt hat, mehr Hühner einzuft stellen. Andererseits ist die CrNähvungsmöglichkett auf den: Lande nicht mit so großen Schwierigkeiten verknüpft als in der Stadt. Deswegen darf aber der städtische Züchter nicht verzagen. Auch er wird bei einigermaßen gutem Millen seine Hühner durchhalteuj Und möglichst diel Eier liefern körmen. Er erfüllt damit eine nationale Pflicht, die ihm die Landesfutterftelle erleichtern wird, indem sie für sein Geflügel Futter in größeren Mengen als bisher bereitstellen will. Aber auch die ländlichen Züchter sollen dabei nicht »knberücksichtigt bleiben. Mir fömtcu unsere Hühner auch Unter den heutigen Möglichkeiten der Fütterbeschaffnng leistungs­fähig ^ erhalten, allerdings nicht in den: Mlaßie, wie es bei einen reichlichen Zufütterung von Kraftfutter und Körnern möglich ist. Zu zeigen, wie sich das machen läßt, soll der Zweck nachstehender Ausführungen sein.

.Mm: schließe sich zUr leichter: Beschaffung brauchbaren und pvers werten Futters zu Vereinen «zusammen. Sobald angängig, gebe man den Hühnern Weidegelegenheit. Je reicher die Weide an Gras, Würmern und dergleichei: ist, desto rveniger Futter dürfen die Hühner früh bekommen. Fleißige Fnttersucher sind auch meistens die bester: Fntterv erwerbe re und Eierleger. Bei geschlossener Hof­haltung ist es nötig, die Hühner irr steter Bewegung zu halten. Eir: heller, gegen Wlind Und Reger: geschützter Rann:, dick belvorfen Mit tt-ockeneu: Laub oder Kaff, ab und zr: ein paar Körner oder ge­kochter Unkrautsamen, besonders Brennesselsamen, eingcharkt läßt sie fleißig scharren. Nur gesunde Tiere sind leistungsfähig. '

Im allgemeinen rnüssen wir jetzt mit dem Körnerfutter sparen. Nur Gerste und vereinzelt Mais kommen iu Frage. Gilt Liter tzwon Muß jetzt für 20 bis 25 Hennen als Abendfntter reichen. Körner müssen weit auseinander gestreut werden, damit alle Hühner gleichmäßig davor: bekommen können. Ein Verfüttern in: Trog ist falsch. 'Bei Ungünstigem Wetter ist in dem! oben beschriebenen Scharr- raum zu füttern. Von dieser geringer: Menge Körner werden die Hühner nicht satt. Sie müssen aber vollständig gesättigt schlafen! gehen. Das fehlerckre wird an: besten durch rohe Rüber: ersetzt, die m haselnußgroße Stücke gebracht, ihnen 1 bis 2 Stunden vor dem Schlafengehen irn Troge vvrgesetzt werden. AM geeignetsten hierzu ist die Mohrrübe, dann kommen die Kohlrüben (jetzt beschlagnahmt) Und die Futterrüben. Von letzteren sind die gelbfleischigen besser' als die roten. Auch Weichsutter kann als Abendfntter gegeben werden, doch wem: irgend möglich, mit einen: Zusatz vor: Körnern.

Be: fvostfrerem Wetter empfiehlt es sich, der: Hühneritt fort­während Futterrübe,: an geschlitzter Stelle (Scharraunft zur Ber­ingung zu stellen, ihner: aber dann das Wasser zu entziehen.

,-v5C mehr Naßfutter, desto weniger Wasser und umgekehrt Master darf im Winter nicht zu kalt gegeben rverden. Bei stackem! Frost genügt ein dreimaliges Tränken mit sich sofort anschließender Entfernung der Tränkgefäße.

In: Frühjahr tritt an die Stelle der Rüber: das Grünfutter, nachdem es auf der Häckselmaschine, nüt den: Wiegemesser oder der Schere so fein als möglich 25 mm geschnitten ist. Bogekmiero Mausedarm, Lolvenzahn, Breruressel. Rübser:, Eomfrey, (besonders für Enten), vor allen: aber Kjl-ee, später in Samen geschossener! Salat, Spinat; dam: Kraut, aber auch saftiges Gras tut ante Dienste. J

.Ariih rvird in Anbetracht der Körnerknappheit imrner nur Merchfutter gegeben. Kartoffeln mst> Kleie galten bisher als Grund- fntter. Jetzt rvird es aber nur noch rvenigen möglich sein, Fntter- kartofteln den Hühnern zu verabfolgen. Ta !n: die Rübe anshelfen Ipatcr das klerngehäckselte Grünfutter. Die Rüben rverdn: am besten gedampft Und mit Kleie und da, wo es noch möglich ist, mit etwas Schrot angemengt Ein guter Ersatz dafür ist fein gehäckseltes Kleeh.-n oder Kleemehl. Alle Klooarter: von der Luzerne bis zur Serradella Mt gleich Mt zu verwerten. Ein kurzes Anfbruhen oder ein inniges Mischen nnt der: gekockberr, noch heißer: Rüben und längeres Stehen- lauen rm.WgedeckttN Topfe (1 Stunde) genügt. Ans einer versielt- TTW11 5 lltc {mur: ficT) ein brauchbares Heuschrot' selbst Hersteller:. Der Kails von .Klechäcksel verteuert das Fntter, noch mehr Aeemehl bei dem ar:ch Fälschrmgen nicht ausgeschlossen Und. Wem viel Kleeheu zur Verfügung stcht, ttrt gut, die Blätter HI) Ll'er ein S:eb abzUrerben und sie n:it Meie (1) und Schrot (1) ge­

mischt, u:it kocherwem Wasser gebrüht, eilte Zeit lang stehen zu lassen Und lauwarn: der: Hühner»: als Mvrgenfutter vorznsetzen. Die Stengel Werder: von: Großvieh oder der: Kaninchen gerr: gefressen Eie sind 34 mm gchäckselt und gekocht einschließlich des Koch»" Wassers auch eir: brauchbares Schweinefutter. Serradella- nnd RübensamenspreN können ebenfalls genommen rverden, ebenso Heu­samen. Von außerordentlichem Wert sind getrocknete, zerriebene Brennesselblättcr. Kleehen uub Brennesseln enthalten große Mengen Eiweiß und Kalk, Wirker: daher äußerst vorteilhaft ans das Legen der Hühner. Das Weichsutter für Hühner darf niemals schmierig, aber auch nicht zu trocken sein. Eine feucht-krümelige Masse wird von ihner: am liebsten gcrwmmen.

Kartoffelschalen, Krautstrünke und sonstige Abgänge der Kirche sollten ebenfalls gekocht und dem Weichsutter zugesetzt werden.

Allem,Weichsutter ist für je 5 Hühner eine reichliche Messerspitze Viehsalz und je 1 / 2 Teelöffel phosphorsaurer Kalk und Schlemm­kreide zuzusetzen, bei HühUerhaltung lauf beschränkten Auslauf noch Vs Eßlöffel scharfkörniger Sand.

7s Liter Körner nnt ausreichender Kleeheüverfütternng geben immer noch bessere Eiererträge als eine körnerlose Ernährung, es sei denn, daß letzterer größere Mengen an Fisch-, Fleisch- oder BlUt- rnehl zngcsetzt rverden. Auf die Tarier ist aber ohne alle Körnerfrucht eine größere Eiergewinnung picht Möglich. Wer an Kraftfutter noch etrvas übrig hckt für feine Hühner, wird viel Eier bekommen. Der Kraftfntterbedarf hängt ab van der den Hühnern zugänglichen Weide. Je größer letztere ist, desto lveniger brauchen sie davon. Es genügen dann im November, Dezember Und Januar täglich 5 g für ein Huhn, im Oktober und Februar die Hälfte, in der: übrigen Monaten nichts. Der städtische Züchter wird im Sommer mit 5, im Winter mit 10 g anskommen.

Eines der besten Kraftfutter für Hühner sind getrocknete Gar­neelen, die auch für die Kückenaufzucht das denkbar beste FutteU sind.

Weiter kommt irr Frage Knochenschrot, Trockenhefe, Eiweiß­sparfutter, Melkogen, Strohkraftfütter, Malzkeime, Biertreber so­wie die gemahlenen Oelkuchen. Je abwechslungsreicher ein Huhn er­nährt ivird, desto mehr Eier rvird es legen.

Obstrste, Äepsel- Urck) Mrncnkerne und Meerlinsen, Kastanien Und Eicheln, geschält, geviertelt und nrehreve Tage gewässert, dann' gekocht, sind empfehlenswerte .Futterzusätze. Kaffeesatz ist auch in, größeren Mengen nicht schädlich, besitzt aber wenig Nährwert, ist aber ein gutes Füllfutter.

Enten sollen kein Körr^r fntter bekonftnlen, nur früh und abends je 72 Pfd. Weichsutter. Gedänrpfte Kartoffel:: oder Rüben mit Kleeheuschrot,'Rübensamenspreu, Henblumen oder Comfrey. Kleie, wenn möglich etwas Maisschrot oder Oelkuchen, eine Prise Salz, phosphorsanrer Kalk, SchlemMkreide und .Sarckr- stick) ein gutes Winterfutter für sie. .Wer ivor: Neujahr au 510 g Fischmehl, Fleisch mehl, Knochenschrot, Dalggrieben oder dergleichm, auch Tre­ber oder Malzkeime Kusetzen kam:, rvird zeitig und viel Eier van ilmen bekommen. Und das ist jetzt die Hauptsache:

Eier schaffen!

Der wundermann von London.

Einen ebenso NUterhaltsanwu lvie interessanten Bettrag zuM Kapitel des Abergianberrs und Geisterbeschrvöruugs-Schwindels in Er:glarrd bildet ein in der Daily Matt veröffentlichter Berickjt des bekannten englischen Publizistei: Harold Ashton, der eineSitzung" bei eir:em in London besonders beliebtenWünderMann" schildertr ,^Zeden Morgen um 1 ,/ 2 12 Uhr halt der ,,göttliche" Prediger und Seelenheilkünstler Frederick L. Rawsor: in seinem Gebetladen im Zentrum Londoils in der Regent Street eine Sitzung mit sog. geistiger Behandlrurg ab. Früher konnte mar: kostenlos ar: diesem Ereignis teilnehmen, aber der Zulauf Mrrde so groß, daß Ratvson nur noch seine Dauerpatienter: kostenlos znläßt, Ivähvend sonstige Besucher Eintrittsgeld zahlen nrüssen. Eine seiner Vettalinnen steht ar: der Tür Und nim'ntt das Geld in Empfang, wobei sie jeder: sreme- den Besucher nach Namen rmd Mresse fragt, rinü diese Angaben in einem dicken Buch zu veretvkgen. So rvird jeder Neugie­rige geangelt. Um dauernd für die BehandUmgsrnethvd^ gewonnen zu rverden. Die Versanmrlnng. zu der ich mich hatte eintaden lasser:, bestand ans 13 Personen: 11 höchst elegant gekleidete Dainen, meine W'erügkeit und der göttliche Ratvson. Der heftige Mann saß vor einem Prrlt und erledigte seine morgendliche Geschästskorrespondenz, die mir durch ihren Umfang imponierte. Es waren gam- Stöße von Briefen, und viele enthielten Schecks. Ms dies -erledigt rvar, begann Rarvsor: die eigentliche Arbeit: den Bortrag über seine Behandlnr:gsmethode.Ich be- girrne", sagte er sanft,indem ich zuerst rnich selbst behandle." Ich betrachtete ihn anftnerksam ans nächster Nähe. Er beugte sich ft: seinem Stuhl vorwärts, sein Gesicht nahm eine ganz sonderbare Linie an, Und seine Anger: glotzten ins Leere. Es rvar genau derselbe primitive Jahrmarktstrick, den ich bei alten bisher gerichtlich bestrafter: Wrindcrmännern und Wiindersraner: ir: meiner langen Praxis auf diesen: ^wbiete hatte beobachten können. Nunmehr begann Narvsvn ft: krirzerr, hervovgestoßenen S«tzen die Bcschrvö- rnng. rvobei er altes Böse ft: dieser Welt durch Abtengnung ver­nichtete:Es gibt keine Lüge; es gibt keinen Mord.' es gibt leinen