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PHtfc w hrf Her» war ffe aedruirgen SS gab keine Qual,
K n lanasameö Lvsterben. llnentstellt war da- Gericht.
eich» aber noch mit einem Schimmer der Fröhlichkeit kmmf.
Mart-ari BatranSkis Wunsch war erfüllt. Der UrurgrvH- ter, von denc die Thrvnik berichtete, daß siebenhundert rum im Königreich um ihn geweint Hütten, war schwer- . schöner urrd unentstellter Im Tode «wesen als sein tter Nack,komme. Napoleon Rutkowski schauerte leicht zu- .„nnien. Lanafarner ritt er den immer noch Vordringenden nach Er jauchzte nicht mehr.
Kasimir Rzonka hatte iwch einen Augenblick auf dem
ß e gehalten. Mit spöttischem Kopfschütteln sah er den en vorn-ürtS sprengen. Im Schritt ließ er sein Pferd JbkcH. T4r galoppierte von der Cbaussee, queri«g über Meid, ein Reiter «ran. Er hielt, muydem er, wie eS schien, vcrz geschlvankt yatte, direkt auf Kasimir Rzonka zu. Da- Vferd dampfte, lvolkig schnob der Brodem atiS den Nüstern rn die kühle Lust. Es waren Depeschen der Nationalregie- runa, die der Bote überbracl-te. Kasimir Rzonka riß sie auf. Sr laS. Dein Gesicht ward finster. Je l«iter er las. um so tiefer ward die Falte auf seiner Stirn. Mit düsteren Augen, die Oberlippe vorgeschoben, blickte er bald aus die Blätter, bald auf die Kämpfenden. Meck-anisch steckte er die Papiere dann in die Brusttascl-e.
„CS ist gut. Gey' hinüber zum Krug und stärke dich" Lr wart dein Boten ein Geldstück zu und atmete tief aus. Dann ritt er hinter den» Grasen drein.
Die Schlacht schien wirklich entschieden zu fein. Seit dch) verstümmelte Kreuz vor und zwischen den Sensen auf- oebaucht, konnte die Polen nichts mehr in ihrem SiegeS- iairfe aufbalten. Schon treiben die russischen Offiziere Ihre Mannschaften mli blanken Klingen inS Gefecht zurück. Aber tmnlcr lvieder, als ob eine gel-eime mäck)>tige Kraft davon mrsgeht. stärken die Rotbemden sich an dem Anblick deS LruzistLeS, des großen Siegeszeick)etiS, und ihre Sensen werden röter von Blut und heißer von der Arbeit.
Mit einenrmal geht ein Scl>reckenSschre.i durch die Glieder. Liner, zwei. drei rufen, hundert folgen. Die Sensen stnken. Alles drängt »vie Verzlveifelt, ratlos nach einer Stelle. Ratlos wie die Herde, der man den Hirten nahm.
Mm, sah, wie das Kreuz plötzlich nach recht« schwankte, sich neigte, verfchnmnb Tin Säbelhieb, der Wladimir Ryb- sczyrlSkiS Arm getroffen, war schuld daran. Einen Augenblick hielt sich der Arm iroch Dann fiel er kraftlos. Das Lreuz entstürzte der Hand. die eS vormigetragen. Nur die Däci-sten konnten das sehen. Die onbem mußten und sahen mrr, b<t6 das Kreuz, ihr Siegeszeichen, das Panier, dem sie blindlings folgten, Verschvunden lvar Der EntsetzeiiSschrei Wiederholte sich SS war, als müßten die Augen starr nach lener Stelle blicken, als »vären die kräftigen Arme plötzlich lahm und die Sensen stumpf gelvorden.
Die Russen begriffen nickt, »vas die Aufständischen mit ttncmmnl jq lähmte. Aber sie bekamen einen Augenblick Luft. Und in diesem Augenblicke gellten die Sturmsignale zum Vorgehen mx$ einmal, gleichsmn beschwörend, die S«iu- migen vornuirtS treibend, aufreizend Mit gewohnter Macht wirkten sie. Fast meclianisch dvänaten die Soldaten vorwärts - der merklich geringere Widerstand, den sie fanden, ermutigte sie. Und immer die Signale im Rücken, die ununterbrochm tönten, anfeuerten, drohten!
Die Rothemden lvaren nick>t dieselben mehr. Sie wichen zurück. Sie kämpften, aber sie kämpften, nährend ihre Ge- bei dem gestürzten Kreuz waren, sie kämpften hoffnungslos ermattet. Der Himmel half ihnen nicht mehr, die heilige Jungfrau und ihr gel>enedeiter Sohn hatten ihr Antlitz verhüllt und voii ihnen geirxmdt.
Als eine dunkle Wolke die Sonne schattete. iom»d die be- rlemrnende Furcht der Sclmren noch größer 'Wie ein Bann senkte es sich herab auf sie; fast willenlos neigten manche oen Streiciren der Feinde ihr Haiipt. In neu entstammtem Kauft'feseiser brausten diese vor. Ihr Geschrei wuchs. Die Offiziere brcruchten die Leute nicht mehr zu treiben.
Erst langsani. txinn immer sckweller wurden die Polen zurückgetrieben. Wie ein Verzweifelter kämpfte Ri)bscznnski vnt dem gesunden Arm. „Für Qtott imb die heilige Vuna- fwul" schrie er heiser. Män hörte ihn nicht ° ' 9
„Vorwärts! BorivärtS!" rief Eusebilis voii Degorski ^d^r^prü^elte mit der flachen klinge die Weichenden vor'
Der MaryuiS sah fick wild um. Auch seine Leute tat Wanken „Feiglinge l" stieg er zwischen den Zähnen hervor.
Napoleon RutkowSki wollte es nicht glauben, daß der sichere Sieg sich noch InS Gegenteil verkehren sollte. Als! endlich nickt mebr daran zu zweifeln war, daß die Aufstän- bischen tatsächlich zurückgingen, ja. zurückgetrieben wurden, stürzte er, hoch zu Roß. mitten unter sie.
„Wer ein guter Pole ist —< I" Und wild um sich schlau Send, führte er ein Häuslein von neuern vor. ES nükts nichts. Was von den Kosaken noch auf gesunden Gäulen ritt, attackierte noch einmal. Aus dem Zurückweichen ward mehr und mehr eine Flucht. Napoleon Rlttkowski selbst ward mit hineingertfsen. ,
Nur eine Möglichkeit gab es noch: die Fliehenden auf den leichten Anhöhen zu sammeln, die das Lager von der Chaussee abscknitten. One raste zurück. Kasimir Rzonka hielt dort drüben. Er mußte raten, helfen — er mußte.
Der MarquiS, die Lippen fest zusanrmengepreßt, galoppierte vorbei Ml ihm. „Zu spät?" fcf>ric er. „Zurück! Hier ist nichts mehr »u retten! Zu EzechowSkik"
Wie ein Peitschenhieb tras es den Grafen. Er sah nur noch, wie Siga WendrewSki die Leiche Marvan BatranskiS vor fick aufs Pferd !varf. Dann war er bei Kasimir Rzonka. Vor ihnen ein wüstes Ringen und Schlachterl. Auch die Reiben der Russen hatten sich gelöst. Schreiend flüchtete die Mehrzahl der Rothemden dem Walde zu. Die Sensen warfen sie fort. Und dicht ihnen auf den Fersen die Verfolger., Ueberall noch Einzelkämpfe. Dort ein Sensenmann, der sich mit dem Mute der Verzweistung gegen drei Grenadiers wehrte, bis ein Sck-uß ihn stumm machte; dort erbittert ein Säbelkampf zwischen zwei Reitern. Ein Russe, der voranstürmte, ward niedergeschlagen. Sein Tvd ward dreifach gerächt.
„Das Signal zum Sammeln. Auf die Hügel!" keuchte Napoleon Rutkowski.
Zu Kasimir Rzonka: „Nun?"
„Depeschen vor, der Nationalregierung." Er zog sie aus der Brusttasche. „Biel Unglück auf einmal. In Bielsko- Forst ist eine Abteilung von achthundert preußischen Polen, die zu uns stoßen loollten, noch vor dem Ueberschreiten der Grenze zersprengt worden. Aus Verstärkungen ist also nicht zu rechnen. Noch schlimmer: durch kaiserlichen Ukas sind in Litauen und Polen die Pachtaüter den Bauern als freies Eigentum überantwortet worden. Das heißt: die Bauern sind für uns verloren. Die polnische Sache steht schlimm "
Nur halb hatte der Graf zugehört.
„Das ist unmAlich!" schrie er auf. „Wir müssen siegen „Sammeln Sre! Die Signale, Psia krew!"
(Fortsetzung folgt.)
vor hundert Zähren!
Aus dem Wirtschaftsleben und der Verwaltung der Stadt
Gießen.
(Nach der „Bürgermeister-Rechnung" von 1817.)
Don Dr. H. Berg 6 r - Gießen.
Bor hundert Jahren war Gießen noch eine kleine Ackerbaustadt Es zählte kaum 6OÖ0 Efinvohker, nach der Berufstätigkeit zur Mehrzahl Landwirte, Fuhrleute und kleine Gewerbetreibende die neben dem Handwerk als Nebenerwerb Ackerbau und Viehzucht belieben. Dementsprechend bot auch die äußere Physiognomie mancher Stadtteile mlt ihren Scheunen, Stallungen und Miststätten hinter unb neben den Wohnstätten dem Fremden, der seinen ftnft in die ^tadt setzte, ein fast dörstiches Aussehen. Zur Verkehrserleick^ terung beim Ansagen von Einquartierungen und beim Erheben von Steuern und Al>gaben war die Stadt nach den vier Stadttoren in wer .Quartiere" eingeteilt. Bon einer großen Anzahl von Häusern, Scheunen. Stallungen und Miststätten wurde, wenn sie n a ch v mT tT<l6cn !ront lagen ein besonderer „ständiger Hausund Platzzms' erhoben, der sich je nach dem Raum Verhältnis zwi- tf™ ntr2 n ^ olbuS (0,1^-1,80 Mk.) bewegte, eine geringe, ober lästige Grundsteuer. Zinspflichtig lvaren im „Wallpsörter }?• §l u ( cr ' t Scheunen, 1 Stallung: im „Neulveger Quartier' : Id Häuser, 6 Scheunen. 2 Miststätten: im „Sälzer- Vwner Ouartter": 53 Häuser. 6 Scheunen. 3 Miststätten; im rcNcustädter Ouartter": 32 Häuser. 7 Scheunen, 4 Stallungen, 8 L'ttststätten. Auch von Treppen vor dem Hause mußte Platz- zins erhoben werden. In jedem Stadtviertel gab es aber nur 7e Moei solcher Wohnhiuser. meist Bessergeftellten oder höheren Be- amten gehchrg Dies schließt jedoch nicht aus, daß es noch mehr derrfchaftliche Däuser mü Treppen vor dem Raufe gegeben haben niag. da eürzelnc Häuser der Stadt „bi-weict" waren. Der .Platz- 8"alb 4^rfg^ ^ Stadt eine jährliche Einnahme von 50 fl.


