Ausgabe 
21.2.1917
 
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Mittwoch, den 2 \. Zebroar

Königsträume.

Roman von Karl Busse.

(NaA>ruck verboten.)

(Fortsetzung.)

17. Kapitel.

, EHael Laskowicz durch die dunkle Nacht de hlf 16 '/! 1 ! ^tnen Sohn noch einmal zu sehen ^6. Napoleon Rutkowski in tiefem Schlaf. Er hatte siö abends noch entschlosten, den Kanrpf gerade da aufzuueh gewesen^ ^ %lC ^ er ^ kreudig und zuversichtlicl

Morgen graute im Osten, als Bartek Zychod ihr Sekunden noch schloß er die Augen. Cn sich ftlsch und dehnte sich wohlig. Biele Nächte hattl er nicht so gut geschlafen wie rn dieser Nacht vor der Ent­scheid mig. Rasch machte er sich fertig und trat hinaus.

Der ^ag scheint kalt zu fern, Bartek. he?" f ."'P' ri er «^ na ^ )en/ mir werden uns warm machen^ aW^Lukom P ^ le,tr nnt glänzenden Augen.Das ist mehr

- "och still im Lager Nur aus einem Helte tönte

aus^ Der fft "bermütig klang er in die Frühe hin-

^ J exn Lled emporfchmetterte, war

Straus kr. Unerklärliche 9lhuungen hatten den einst so Fröhlichen lange still gemacht und niedergedrückt.

, komme nicht nach Hause zurück," hatte er einst

Das ist^n?al^s^sUl.Lach' nicht und red's mir nicht aus. Das ist mal so! Schon damals, als wir die Gewehre über bie^renze brachten, wußt' ich's. In dem Boden lieg' ich mal habe rch mrr gesagt. Und eigentlich, Marquis? ein nicht ganz glückliches Lächeln flog über sein hübsches Gesicht H^ontlich rst s doch schade um mich. Spielverderber war

^ ^M^Eonnte ihu auch in seinem Glauben beirren. War er früher der Lustigste gewesen, so saß er jetzt schvermütig da nahm selten an den Gesprächen teil lind hielt sich mehr und mehr fern von den aiidern.

Um so aiiffälliger war es gewesen, daß er gestern säst

«.»tu r J c- " . o u ue tern sa

srch für einen Kampf eingesetzt hatte. Mit einer Ar ^"lschlossenbert hatte er gesprochen. Null, als de Morgeii anbrach, sang er. Verwundert hörteii es sein Leute, verwundert die Freunde. Ms der Marguis mit den unvermeidlichen Eckchen in sein Zelt trat, drehte sic, Marhan lustig nach chm um Weißt du, Bruder mir eine eine Z

um dich, metu guter Maryan! Hach so viele F-lasck-en mxi iin Keller, wer wird sie trinken? Und wer wird die Pa,l Soundso trösten, und das kleine Fränlein in Wreschen und na ja, ich denke eben an alles. Und der Tod. brrr

So ein moskowitischer Halunke, den die Flöhe verzehren, soll mich umblasen. Es ist eine Schande. Fch bin ja nicht feige, aber ich habe Furcht, daß sie mir das Gesicht nicht in Frieden lassen. Psia krew, du lachst. Lache, Freundchen, lache nur zu. Das Gesicht jedoch soll bleiben, wie es ist. Herz, Lunge, gut,' macht, !vas ihr wollt. Nur das Gesicht, es sreht dann )o häßlich ans und voll Blut."

Er strich seinen Schnurrbart und nickte sich im Spie­gel zu.

r.. u "Heute nacht also liege ich und denke daran. Plötzlich fallt mir ein, was in einem alten Hefte von meinem Urgroßvater steht. Seine Knochen sind längst Mehl, aber er . l" Atensch gewesen sein, nicht zu sagen! Im ganzen' .ronrgrerch weinten sich hundert Frauen, siebenhundert, steht ln dem Heft, die Augen aiis. Denn er hatte sie einst geküßt und tat es nicht mehr. Und jedermann wollte sein Freund sein, trotzdem! Das Wunderbarste ist nun, und dies fiel mir ein, wie er starb. Ms Ntagnat hatte er eine eigens Hauskapelle. Diese nun mußte hinter einen Vorhang treten und die schönsten Lieder spielen: Tänze, lustige Stücke, wie bei einem Feste. Sein Gesicht jedoch sollte keiner sehen, denn er wollte nicht, daß es sich verzerrte. Und er ward ber der Musik immer lustiger. Ms er starb, lag die Heiter­keit noch auf seinem Antlitz. Deshalb tvar er noch sehr schori im Tode. Darüber habe ich erst Nachdenken, dann lachen müssen. Muß man schon sterben, nun schön, dann lustig! Und siehst du, Bruder, feitSent bin ich vergnügt wie ein Stieglitz." ü ö

lachte wirklich; ungetrübt schien seine Heiterkeit.

Du bist fraglos sehr comrae il faiit, Maryan," erwiderte Srga Wendrewski und bog sein Stöckchen.

Napoleon Rutkowski stellte die Heerhaufen folgender­maßen auf: Das Zentrum befehligte er selber. Es' stützte sich auf den Krug. Der linke Flügel lvar bis zunr Walde vorgeschoben, der rechte nicht ganz bis zur Chaussee. Der Plan war, durch eine Flankenbewegung hem Feinde, der nicht so stark war und sich deshalb nicht so weit ausbreiten konnte, in die Seite zu fallen. Da man es mit nichtgeschul­ten Leuten zu tun hatte, so war jedes regelrechte Manöver ast ausgeschlossen. Es hieß nur, die Leute so rasch wie moglrch an den Feind zu bringen. Im Einzelkampf standen te ihren Mann. Gegen das exakte Feüern der Russen konnten sie nicht anskommen.

Man hatte erst nach der alten Taktik der Aufständischen aics dem Walde hervorbrechen wollen. Llber bald verwarf man den Plcnr. Kasimir Rzonka rückte mit einem anderen heraus. Da die Hauptsache war, möglichst rasch ins Hand­gemenge nnt den Russen ju kommen, sollte sofort eine Schar von etwa 150 Reitern attackieren, und tvährend der Femd seine ganze Aufmerksamkeit ans sie lenkte, sollten die Rothemden näher stürmen. Sv hoffte man, ohne allzu vrel Verluste das Gros der Leute an den Feind führen ln Wunen.

Napoleon Rutkowski nrachte ein ernstes Gesicht