vvn solch freier Leichtigkeit M schaffen, daß eineur das Gefühl bet Schwierigkeit der Herstellung überhaupt nicht kommt. Die Korn- Mikti-on ist so gemeistert, daß. mir nur Formenschbnheit sehen. Manche Einzelheit wird den pufvrerksamen Beschauer noch erfreuen an Grabmälern und Mtarbildern, an uralten Gobelins, wie sie ln der Dunnkapelle die Wände schmücken, und noch zuletzt der berühmte Schrein, der die Gebeine der heiligen Elisabeth aus^unehmen Mit aller Kostbarkeit der Zeit mlsgestnttet wnrde.
Marburg bietet noch viel des Schönen, Und wer die gotische Kirche gesehen, lasse sich oben auf dem Schlosse den nur wenig! jüngeren Bruder der Proferrbaukaust zeigen, den großen Rittersaal. Es ist doch lehrreich und gegen manche Schulbücherwetsheit, daß gerade in der „kaiserlosen, der schrecksickMn Zeit" und der sie heranfbeschwörenden reichspolitisch so trüben Epoche, hier an dep Lahn sich solche .'Kulturdenkmäler ungestört entfalten konnten^ Denn auch erst zu Kaiser Rudolfs glücklichen Regierungstagen die Kirche geweiht wurde, so hatte man doch schon Jahrzehnte emsig daran arbeiten können.
(Schluß folgt.)
Gold. Zwei besonders interessante Unterabteilungen zeigen die Trachten knöpfe und die exotischen Knöpfe: weiterhin sind auch Münzenknopstz, Uniform- und sonstige Berufsknöpfe zu sehen In tachnvlogischen Mteilung kann man die Verstellungsweise aller Knopfarten kennen lernezr, und man erDtt, daß die hierzu! verwandten Rohmaterialien sowohl dem Mineralien-', wie dem P stanzen- und Tierreich entstamuren. Tiefes in seiner Art ohne Beispiel dastehende Museum bildet also so-wvhk vom industriellen wre vom kulturhistorischen Standpunkt eine Emmgenschast von nickt zu über seihendem Wett.
'Der rechte Mann am rechten Platz. Wie dieser m der Kriegswirtschaft so wichtige Wahlspruch in Frankreich ver- wirkltcht wird, zeigt eine Liste der Abteilungsvorsteher einer großen französischen Kriegswerkstätte. Der Vorsteher der Maschtnenpressen ist ein Konditor, der Vorsteher der Zementabteilung ein Farbenhändler, der Vorsteher der Metallabteilung ein Blumenhändler, der Vorsteher der Bombenabteilung der Besitzer eines Spielzeugbazars und schließlich der Gewaltige in einer Patronenabteilung ein früherer Fahrradbote.
* Ein neues d eutsches Naturschutzgebiet. Ueber ein neues Naturschutzgebiet in Deutschland liegen jetzt zum ersten Mal nähere Angaben nach den Untersuchungen sachverständiger Gelehrter vor. Es handelt sick um das Gebiet der Kerspetalsverre, das auf Anregung des Leiters der staatl. Stelle für Naturdenknvalpfteg« in Preußen, Geh. Rat Conventz, und des Düsseldorfer Regierungspräsidenten Dr. Kruse von der Stadt Barmen zum Vogelschutzgebiet bestimmt worden war. Innerhalb dieses Gebietes wurden zwei Teile vollkommen unberührt gelassen, die also ein Naturschutzgebiet im besten Sinne darstellen. Da das betreffende Stück Land künstlich bedeutende Umformungen erfahren hat, indem ein Stausee von 155 Hektar Oberfläche gebildet lvurde, der die natür- liche Entwicklung des angrenzenden Landes merklich verändern muß, stellt das neue Naturschutzgebiet also tatsächlich eine Att terra in-- cognita inmitten Deutschlands har. .Nunmehr wurde die Erfor- tanma dieses Naturschutzgebietes .ins Wieck gesetzt, ,das. an dem Stausee gelegen, 2000 Morgen umfaßt imb durch eine seit Ende 1014 bestehende Umzäunung vor jeder menschlichen Beeinflussung bewahrt ist. Nach deu Mitteilungen des St. Hubertus enthält das Gebiet Mischwald mit eingesprengten Rodungen und kleinen Wiesentälern. Vertreten sind NadelMzer, wie Fichten, Kiefern, Wacholder, Laubhölzer, wie Rotbuchen, Birken, Eichen, Eschen, Erlen und auch einzelne Exemplare der Stechpalme. Im Unterholz sind vor allem Hollunder, Schneeball, wilde Kirsche und Geißblatt zu nnuren, Nach den nunmehr angestellten Untersuchungen sind in dem geschilderten Naturschutzgebiet Pflanzen, die im Bergischen Land bereits selten zu werden beginnen, wieder häufiger geworden, so dekr.' Siebenstern und der Bärlapp. Das Vorhandensein teilweise abgestorbener Bäume bietet viel Nistgelegenhetten für höhleubttttonde Vögel, auch für die Jnsektenwelt sirid viele Schlupfwinkel vorhanden. Nach deu Untersuchungen durch den Elberselder Pastor Löhr wird dieses Naturschutzgebiet sich mit der Zeit in ein Vogelparadies von außerordentlichem Reichtum verwandeln. Auch von der noch nicht ganz erforschten niederen Tiw- und Pflanzenwelt ist wegen des Moosreichtums viel Gutes zu erwatten. Hinsichtlich der Insekten lauten die Mitteilungen des untersuchenden Professors Schmidt ebenfalls sehr günstig, so wurde der vorher sehr selten gewordene Spanner wreder in großer Zahl festgestellt. Demnach ist dieses neue Naturschutzgebiet in Deutschland sowohl für die Fauna als auch auf dem GÄiete der Flora als äußerst wertvoll anzusehen.
- E i n Kno p f m u s en m. Daß die Sammlung auch verhält- nißm ästig kleiner und ans den ersteil Blick hin iminteressant erscheinender Gegenstände von mannigfachem kulturgeschichtlichem Wert sein kann, wenn genügend weit zurückreichendes Material vorhanden ist, beiveist das Kiwpfinusenm, das in Prag von dem bekannten österreichischen Kuopsindustriellen Heinrich Waldes errichtet wurde. Wie der Begründer selbst im nächsten Heft der bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinender Zeitschrift „lieber Land und Meer" ausfühtt, stellt der von Wissenschaftlern Nnd Museinnsfachleuten geprüfte Inhalt des Museums die Ergebnisse langjähriger und sorgfältiger Sammeltätigkeit dar. Das Museum ist der Hauptsache mach in eine kulturhistottsche und eure leckrwlogische Mtellung gegliedert. In der kulturhistorischen Abteilung sind die verschiedenartigsten Kleiderverschlüsse, in der überwiegenden Mehrzahl Knöpfe, vom folkboristischen imd historischen Standpunkt gesammelt, so daist die Entwicklung des^ Knopfes, aus seiner Urform — dem Knoten nnd Knebel — et^peir- weise gezejat wird. Man sieht auch Nadelverschlüsse, aus deirenj sichl die Fibel und im Anschluß hieran die heute überall bekannte Sicherheitsnadel entwickelt fyit. Dieser an praktischen Beispielen .dargetanen Entwicklungsgeschichte ist eine überaus reiche Sammlung der eigentlichen Knöpfe angegliedert. Sie reicht bis in das Jahr 2000 v. Ehr. zurück mit altägyptischen Knüpfen, und zeigt dann in geschichtlicher Reiffeiifolge die Knöpfe aller in Betracht kommenden Epochen. Tie kulturhistorische Abteil mag zeigt an Knöpfen und Bildwerken die höchst interessanten Beziehungen zwischen den Kleiderversch'lüssen und den jeweiligen Moden. Es gibt hier Knöpfe aus den verschiedensten Materialien wie Eisen, Silber,
vüchertlsche
Fritz Reuter: Eine heitere Episode aus einer traurigen Zeit. Nr. 6 der ^Weltliteratur", die zum Preise für 10 Psg. in jeder Buchhandlung erhältlich ist. Verlag der „Weltliteratur-, München 2, Färbergraben 24.
— Velhagen & Klasings Monatshefte über- raschen den Leser auch in dem eben erschienenen Februarhefte durch reichhaltigen und abwechslungsreichen Inhalt. Zuerst ins Auge fällt ein langer, reich illustrierter Aussatz über das U-Boots-Leben. Wer würde ihn heute nicht zuerst lesen, wo jeden Tag die Zeitungen von den Taten unserer kühnen Unterseeboote berichten. Man verschlingt die launigen Schilderungen des jungen Marineoffiziers in einem Zuge und erlebt die Freuden nnd Leiden der wackeren Seeleute bewundernd mit. Diese Plaudereien lesen sich interessant wie em Roman. Ebenso interessant ist ein Aufsatz von Fedor v. Zobeltitz über den Niedergang des französischen Geistes, der eine kleine Blütenlese der überspannten Haßausbrüche unserer Nachbarn im Westen bringt. Diese zuweilen fast an Wahnsinn streifende» Folgen einer KrtegSphychose geben zu denken. Ebenfalls an die Zeit klingt an ein Aussatz über deutsche Kriegsschaumünzen von Geheimrat Menadier, dein Direktor des Berliner Münzkabinetts; man staunt über die große Fülle prächtiger Medaillen, die der Weltkrieg hervorgerufen hat. Der Kunstfreund wird sich einen großen Geldbeutel wünschen, um all diese entzückende« kleiuen Kunstwerke kaufen zu können! Noch in einem zweiten reichiNustrierten Altssatze dieser Nummer von Velhagen & Klasings Mouatshesten kommt die Kunst «i Worte, und zwar über den eigenartigen Wiener Maler Hans Pellar, der in Darmstadt mit großem Erfolge wirkt. Gehaltvoll und abwechslungsreich sind auch Prof. Seecks Betrachtling über die Geschichtsschreibung als Kunst und Karl Streckers warmblütige Schilderungen aus den Berliner Theatern im dritten Krieaswinter. Die Freunde edler Erzählungskunst endlich werden an den Beiträgen von Julianne Karwnth, Ferdinand Künzelinann und Kurt Münzer viele Freude haben.
Schach-Aufgabe.
Von G. C h o ch o l o u s - Prag.
Weiß.
Weiß zieht an und seht mit dem dritten Zuge matt. Auflösung in nächster Nummer.
.Auslösung des Anagramms in vottger Nummer: ^ange — Insel — I^eim - Seil — Oberon - Aotar. Wilson.
Tchristleltima: Fr. R. Kenz. — Zwillingsrunddruck und Verlag der Brühl'scken Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


