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vewäHlte Punkte, die mmx durch Pfeiler verstärkte. So treten hier «unr erstenmal, kaum über die Dächer der Seitenschiffe sich erhe­bend, Strebepfeiler auf, die von der Hochschiffmvuer die bedroh­liche Gewölbelast durch steinerne Brücken (Schwibbogen) über die Seitenschiffe hinweg Kur Außeiimauer und ihren Pfeilerverstär­kungen leiten. Fürwahr ein kühnes Beginnen: drückende Gewölbe­lasten schräg über die Dächer hinweg dahin Kn lenken, wo sie wibedenklich aufgefangen werden können. Doch diese Lastverteilung Ist eben erst «aghast gewagt. Der sich entwickelnden Gotik war es Vorbehalten, im nächsten Jahrhundert dieses System bis zur Vir­tuosität auszubauen.

Sonst steht Limburg mit seinen Anschauungen noch ganz in ^^^'isch bewegten rheinischi-romanischen Baukunst. Noch nn echt vomanischen Sinne ist der mächtige, alle Bruder überragende Brerwrgsturm, der als stolzes Wahrzeichen Über dem Schnittpunkt der Lang- und Querschiff-Dächer sich erhebt, ^sonders die Chörau sicht, wenn man vonr Osten der Kirche auf schmalem Weg zwischen Hang und Fluß sich nähert, da baut es sich über Felsen, Mauern, Dächern mit wundervoller Steigerung der Massen. tzU eurem Bild ganz seltener Monumentalität ans. Um die Kich-nheit dieses! Entwurfes zu erfassen, müssen wir im ^^u^^E^.blNMal Umschau halten, worauf ruht eigentlich dieses machttge steinerne Achteck des Vierungsturmes? Ja es scheint in ro benn unter ihm weitet sich gerade der freiste

Raum. Doch es spannen sich hoch oben im Gewölbe von Bogen zu Bogen schräg yerübergeschwungene Gewölbegnrten, so daß, sie zinammen ern Mteck schließen. Auf dieses freischwebende Fnnda- p^r 600 Jahren der Meister seinen Hauptturm ! «FN ihm war denr Künstler, der die Schöuheitsform erfand der ^nburttF. Er kannte noch keine Eisenträger, iwch Beton, aber ^seinen ^ kühnen Mauer bogen konnte er vertrauen.

j}V g m verfolgen, wie an denr Bau die alte ^n.ttraditron mit der neuen St rl so rin in unentschiedenem Kawpfe ^ven Stockmerktürme trotz aller romanischer im re ? tm Stocktoerk mit mächtigen Mustern srch offnen, !UNl dann aber doch vom schweren Falten-Dach der Brsmvfsmutze abgedcckt zu werden

form h/r Ü/r m ^werk entstanden das mit seiner Gesamt- tp.^ühon-rach^^elagerten Hauptmaste, durchaus im romanischen KunstgefuU wurzelt das aber ob widerstrebend oder nngelenkt r -, 0 hie ^tischen jErungenichaften zu benutzen sucht Mit

sicherem Geichmack sind beide verschmolzen. Der Tom ist in die t hme-rugebaut. Staunend Essen wir den unbekannten Mleifter bewundern, der uns em Bauwerk schuf, das Bilder von hoch)tem Malerischen Reize bietet, -van ivelcher Stelle wir es anck Achten MEN. Einer riesmlMen Plastik gleicht der Bau !, r a /- C; kühn und docn harmonisch schließt sich seine

Uinriplinie. Umwan.dere einmal in einer Mondnacht den Bau

E irlrtfÄZ" 11 NU ungewissen Lichte zurücktreten und nur der geivaltige Sckmttenriß sich gegAr den Himmel türmt, wn zu ermessen, welch cm BrlohaUergenie diese Massen formte!

Wandern irrr nach Marburg. In der Elisabethen-Kirche ler-

ist^der^Lttn^ ^'Men, der nur wenige Jahrzehnte jlmgeö T^^"rger Doin und ichvn ern ganz anderes, völlig gottiches Gepräge tragt Vier.Jahre nach dem Tode der heiligen Elr,abeth wurde ^235 die Kirche begonnen und 50 Jahre später in.^^?bt. Die ^urme allerdings ersor-dern noch viel Arbeit und den 1860 alv vollendet gemeldet. Wie erklärt sich bei solchen W n Ä m s aClt danken, die doch auch räumlich uicbt allzri-

derartige Verschiedenheit

alles öffentliche Bauen zurückhaltend ko Il­ler vattv ist. Imnnsteren Mittelalter" beruhigte man sich kemes- S 11 , den erreichten mxch so großen Erfolgen, sondern sucht imme. wieder das Belfere an des Guten Stelle zu setzen. Die modernste Richtung war die allgenreine Losung

f Jtatt in Marburg einem Architekten der; Kirchcnbanl anmttiant, der offenbar rn der Welt herunigekonimen war und b'e neuesteii bederltendnr Bauten kannte. Bon diesen machte er sich

einzelm^Beffpttle.^^ 3/ ^ ° V ' U unmittelbare Anlehnung an

trÄS? IU ^ zeitgenössischen Kircheuban und die alten, auf römischen Funoamenten errichteten Gotteshäuser ?uucn geleriit Au der glanzenden Schönheit der Drei-Choran-i lagen hatte er sich begeistert. Zn seiner Zeit stand in. Köln schon die Kirche St. Maria auf de'm Kapitol, St et % rtui >oareu im Bail. Gemeinsam ist daß ie Nicht nur wie von altersher üblich, den Altarraum das Chor als Rmidmsche oder vieleckig schließen, sondern mit der AK" reizvollen Forin auch die Querschiffe. Es empfängt der Beschauer, wenn er nch um Mittelschiff der Vierung nähert, einen ungemein Malerischen, dabei echt kirchlich-feierlichen Raum­eindruck, der an orientalische Kuppelbauten leise geniahnt.

Aber nicht nur diese Feinheiten der Kölner Kirchenbaukunst hatte er in sich verarbeitet. Lhuck) in Westsialen lernte er eine landes- eigeutunulche Konstruktion von besmrderem Wurfe keiincn. Dort baute man seit langem schon H a l l e,n-Kirchen. Der Eindruck der trotze und Erhabenheit des Gotteshauses wußten die Westfalen

zu steigern, indem sie hie Seitenschiffe, nicht wie sonst allgemein üblich, Nur aus halbe Höhe führten, sondern mail ließ sie gleich hoch mit denr Hauptschiffe aufsteigen: hie ganze Kirche wandelt sich in eine Riesenhalle, deren Mwölbe von freistehenden Pfeilern ge­tragen in gleicher Höhe über dem ganzen Raume schweben.

Me diese Eindrücke hatte er in sich geklärt und wollte nun in seinem Werk Drei-Ehovanlage und Hallenkirche zu ein ein noch freiereil, herrlicher en Raume rsolge veröttidcu. Meisterlich ist es ihm gelungen. Er hatte Phantasie genug, um mit den aller modernsten Konstruktionsmitteln der in Deutschlaiid erstmalig, sicher und bewußt vertvaiidten Gotik einen neuartigen Kirchen rau in zu schaffen, der künstlerisch verarbeitet das beste seiner Vorgänger in sich trug. Eine für ewige Zeiten vorbildliche Leistung, wie nian der Vergangenheit Kunst zur eigenen Weiterentwickelung gebrauchen kann.

Was Du ererbt von Deinen Vätern

Erwirb es, um es zu besitzen.

Der Unbekannte Marburger Künstler hat den Sinn dieses 500 Jahre später geprägten Wortes vollauf erfüllt.

. Sehen wir uns nun dieses frühgotische Erstlingswerk näher an. Tie drei Schiffe ; bc§ Langhauses sind zwar gleich hoch, jedoch ist das Mittelschiff durch die doppelte Qnerschiffbreite ausgezeichnet. Auch die Dachsorm läßt das so im Raum gekennzeichnete Haupt­schiff noch durchklingen, denn nur dieses trägt ein durchlaufendes Dach, während für die Seitenschiffe sich große Dachgauben der Zahl der Joche entsprechend vom Hauptdache loslösen. Dadurch, aber bleibt denr Ganzen das Zierlich-elegante erhalten, das ja die Basilikabauten anszeichnete, nx> auch über dem Hochschiff eim Hauptdach durchlänst und die niedereil Seitenschiffe nur au die Hochwaird angelegte Pultdächer bekavielr, wie >vir es in Limburg sehen. 200 Jahre später, als in spät-gotischer Zeit die Hallen­kirchen über alle ^große Mode" wurden, führte man über die ganze Breite der Schiffe hinweg ein gemeinsames Dach hoch, das ungeheure Maße annahm und schwer und beherrscheird über denr Baue stand: immer monumental, aber auch oft klotzig, brutal. Die frische Zierlichkeit, ohne kleinlich zu werden, ist gerade das Wesen der Elisabethenkirche. Sie rundet sich mit den drei Choren, wie sie aus fünf Seiten des Zehneckes sich schließen, sie lauft mit den Umgängen zwischen den Strebepfeilern durch, sie steigt mit den wohlabgewogenen Stockwerken die Türme hinan: nirgends ist ein zu viel oder zu wenig.

Allerdings wenn wir an Limburg zurückdenken, so ist die Silhouettcnwirkung nicht mehr allseitig igleichwertig. Das lag rmn einmal im Wesen des neuen Stiles, der die Wahrzeichen der ! Haupttürme als Denkmal des eigenen stolzen Könnens immer höher aufschließen läßt, ohne Rücksicht, ob die reine Seitenansicht der Kirche dadurch ettvas Unausgeglichenes, ein Uebergewicht nach der Turmseite bekonimt. Der Gotik galten neben dem reichen Chor als Hauptschau feite die ins Unendliche aufstrebenden Westtürme. Dort hält die enge mittelalterliche Straßen ßührung einen Play frei, wenn sic auch off den Bürgerhäusern gestattet, sich bis an die Fensterwand der Seitenschiffe, an die Flanke des Gotteshauses heranzudrängen. Hier in Marburg ist die Lage der Krrche durch ihre allzu ttefe Lage nicht eben glücklich, wie auch der freie Raum gerade von den Türmen sehr beschräntt ist. Umso schöner aber gestaltet sich der Blick dem neuen Straßenzuge, der uns sckwäg aus die Chorcmlage zuführt. Bon dort erschließt sich uns das Bild, in vollcnrdcter Harmonie, die Türme überragen die Dächer, ohne sie zu erdrücken, die Pfeiler der Zehücckchöre ziehen in den verschie­densten Stellungen an uns vorüber, und der mächttge Bannt vop dem Seitenschiff gibt uns ^inen vorzüglichen Größenmaßstab. Wenn auch die neueren Bauten in der .Kirchennähe ttotz aller äußerlichen StittrachahMUUg in kein rechtes Verchälttlis zu ihrem Unerreichten Vorbild kommen können, so öffnet sich dafür manch schöner Blick zwischen den altere, so schlichten Ordensbauten, die um die Ehorseite ziehen.

Betreten wir das Innere der Kirche, so sind wir zunächst enttäuscht über die Nüchternheit, die uns umfängt. Aber den allen! Meister trifft keine Schuld; ich glaltbe, er drehte sich im Grabe um, werm er -ahnte, wie Mau seinen Kirchenranm durch dm himbeerfarbenen Ansttich entstellte. Weiter ist für die Raumwirkung der lettnerartige Aüfbcui störend, der das Langhaus von dem Ehorban ttenut. S^erade aus den letzten Jocherr des Mittelschiffes heraus wäre der Blich nach den 3 Chören besonders eindrucksvoll gcn'orden. So aber müssen wir uns durch eine Pforte im Ncbenschiff drängen Und komuun seitlich iu den Nordchor, u>o wir tropfen­weise die, Schönheit genießen, die wir lieber mit einem weiten Blick umfaßt hätten.

,® anu . mmi überhaupt betrübliche Studien machen, wie der gute Wille bec der letzten Wiederherstcttung doch nicht cnlfentt ansrelchte, utn einen befriedigenden Zustand herbeizufüh'ren. Man vergleiche du wundervolle vomehme Farbenpracht der Glasfcnster rm Attttclchor cs siiid noch die unttelaltmlichen mit den trotz ?' l V- beivaltfameli Bimtheit faden Nachbildungen, die aus die feierliche Doppelreihe der Laiidgrasen-Sarkvphage hernnterblicken.

/ines werden wir trotz aller iiachttäglich eingeschliche- nen .'.'Egel doch empfinden: hier tvar ciu Meister am Werke, der im au fft erg enden ittrd zu Bogen sich lschwingendnr >Lteiu alle konirrultiveii Schtv-ierigketten des neueii gotischen Stiles ilicht nur überwand, soudenl sie sich dienstbar inachtc, mit einen Raimi