* Die ersten weiblichen Schaffnerinnen. Wir haben uns an Schaffnerinnen und Fahrerinnen auf der Straßen- bahn so gewöhnt, daß uns ihre Erscheinung nicht mehr im geringsten auffällt. Berlin war ivohl die erste Stadt in Deutschland, die der Not gehorchend weibliches Personal auf die Straßenbahn-, wagen stellte. 9lber es hat nicht den Ruhm, die erste Stadt überhaupt gewesen %U sein, die dies tat. Das war vielmehr die chilenische Stadt Jguigue, von der alle Reis«rden als besondere Merkwürdigkeit erzählen, daß, dort ^auen in einfachen Kleidern und rnit weißen Matwsenhütchen mit schwarzem Bande den Straßenbahndienst versähen, Mlerdings war dafür auch ein triftiger Grund vorhanden, das männliche Personal erwies sich als diebisch Und Anspruchsvoll, während die Frauen ehrlich und genügsam sind.
* Schach als Rasenspiel. DaS Schachspiel, das bei aller geistigen Anregung und Nesselndem Interesse doch den einen Nachteil hat. daß es ein seßhaftes Spiel ist, bei dem man, eben .wegen seiner Faszinationsfähigkeit, stets Gefahr laust, zu ,ver- hocken" — wird jetzt in New Bork auch als Rasenspiel betrieben. Damit ist ihm die Gefahr des Verhockens allerdings gründlich benommen, denn die Spielee arbeiten mit lonqeu Bambusstäben, mit denen sie die Figuren stehend und um daS Schachbrett herum- geheud dirigieren. Die Einzelquadrate des aut dem Rasen siegenden Brettes haben die Durchschnittsgröße einer gewöhnlichen Serviette und stich grün und weiß gehalten, wobei die grünen Vi-recke einfach ausgeschnitten sind und so das darunterliegende Gras zeigen. Die Figuren bestehen auS Scheiben mit den daraus kenntlich gemachten Schachtypen. Eiiie andere Spielart, nämlich Schach als Gesellschaftsspiel, ist auch in Deutschland nicht unbekannt; eS setzt allerdings eine sehr erhebliche Zahl von Mit- spielern voraus, denn die einzelnen Figuren werdell durch Personen dargestellt, die in einem großen Saal oder aus dem Rasen nach dem Kommando zweier Spielleiter, eines „schwarzen* und eines .Weißen', gegeneinander manövrieren.
* D i e A f f e u s p r a ch e als I a g d m i tt e l. Eine seltsame, blsber in dieser Art wohl noch niemals abgehaltene Affenjagd soll in Afrika slatlstnden. Eine Expedition, allsgerüstet vom amerikanischen Museum für Naturgeschichte ,vird sich zu diesem Zwecke unter Leitung des .Sachverständigen der Affensprache", Professor Richard Lynch Garner, nach dein französischen Kongo begeben. Professor Garner verdankt seinen Ruhm als Kenner der Affen- !K Qrf) £rJ c,nem siebenjährigen Studium der Affenlaute und hat em Affen-Worterbuch zusammengestellt. das. wie aus New York per- sichert wird, jeder anständige Affe verstehen muß. Diese Kenntnis soll bei der Jagd als Lockmittel verwendet werden. Und zwar will Professor Garner die Affen in dleser Sprache bis zu jenen Stellen heranlocken, wo die Jäger mit den Gewehren lauern.
vüchertlsch.
— K u l t u r d o k u m e n te z u ,n Weltkrieg. HerauS- aegeben von Dr. Fred B. Hardt. 1. Band : D t e d e u 1 s ch e n Schützengrabenzett un gen und Soldatenzeit unqen. Mt 162 Bildern und Faksimiles.) Verlag R. Piper & Eo. München. — Ein Buch, getragen von tiefem Ernst üud herzerquickendem Humor. Allen jenen zu empfehlen, die in allzu großer Sorge um die Ihren im Felde vergehen. Eine der angenehmen Folgen des Stellungskrieges sind die Schützenqrabenzeitungen - beffer als Zeitung?» und Heeresberichte atmen sie Schützengraben-' tust und -Leid. Etwa 75 solcher Zeitungen verschiedener Regi. menter und Formationen besitzen wir schon, alle Gaue und Dialekte sind vertreten, ganz abenteuerlich sind oft die Tttelköpfe. und das Hardtstche Buch gibt eine gute Auslese davon, die wertvollsten sogar in Faksimile. Da finden wir ernste und heitere Berfe l,nd Bilder, Geschichten und Geschichtchen, deren Verfasser alle Chargen umsaffen. ES sind wirklich Kulturdokumente, denen trotz bifsiaer Satire und schneidenden Witzes jegliche Banalität fehlt, und die nicht nur im Schützengraben, sondern auch hulter der Front bekannt zu werden verdienen.
Kommentar zum Kr i e g 8 st e u e r g e s e tz und Besltzstellergeseh, sorvie zu den Ergänzungsgesetzen vom 9. November und 17. Dezember 1916 liebst Len Ausführungs- bestimmungen des Bundesrats und Preußens. Von Professor ? r Stier-Somlo. Mit dem Gesetz über vor-
ber^ltende Maßnahmen zur Besteuerung der Kriegsgewinne vom 24. DezemberlOlb nebst den AusführungSbestimmungen des BundeS- ^^^enS Zweite Austage. Verlag von Franz Vahlen in Berlin W. S, Linkstr. 16. Preis gebunden 7 Mk.
«l xjT,. A' B'ri'hard Dern bürg, Staaissekr-lär a. D., und SIrchttkkt Dipl.-Ing. Ley er: Helme ,ür kinderretchc S “ V-‘ ' ü' . »Wennlfl. D-rlng der „dnuwelt", Zeit-
^^ch'°r°ß. ?$£*"" (%,la8 & So.), 'Zer-
_ ~^l n r 8 Besser: Natur- und Jagdstu dien in Deutsch-Ostafrika Stuttgart. Kosmos. Gesellschaft der
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Gießener HauSfrauen-BereLtt. . ^ Kochanweisungen.
Eine größere Verwendung beim Kochen sollte die Lese fbtah ^,i bedeuteiider Eiweißgehalt ein Ersatz für Fleisch ist. Bei crfXe* Abrufen, bte mit Mehlschwitze gebunden merben, setzt man dal Kleinigkeit Hefe zu, sie sparst Mehl und erhöht den Wohlgeschmack, Zu diesem Ziveck nimmt man auf einen halben Liter Waffe, besi und läßt dies 10 Minuten fodytn. Die Gemüft L VlEstunde bantit Loä-en. Bei MrtvfßLe
salat ersetzt diese gekochte Hefe-das Oel.
dicken Graupen als vol- ^ dazu mch ü,
irt Suppenklößchen von Hefe. 10 Gramm Frifchhefe und Butter werden sehr glatt zusammen gerührt- balbe Messerspitze Natron, Bah und einen und ebensoviel Jssnur, macht davon einen sie sen Teig, wllt tterne Klößchen, die man 10 MinuteiE in Sal^ w^wr^kocht. Die suppe wird sämig und kräftig. (Probeklößchen
r ^ Liter Wurstbrühe wird mit Majoran
^llewürzt und über ein Pfuiid schwarzbrotwürfel ge- Ist das Brot ganz durchweicht, so kann incm etwa vvr- SleisckMurst, vder^schioartenresde dazu geben, notwendig und sie nicht. Man backt daraus Bratlinge und gibt Salat von roten Rüben dazu.
Leiter Wurstbrühe, cm achtel Liter Schwein-» Üi* k?" ™ Schwarzbrot, werden zn>ei bis drei Stunde»
g«vürzt und obgeschmeckt. Warm als Tunke zu Pelllarbosieln, kalt als Sülze zu geben, in letztem Falle kann man einige Blätter Gelatine Darunter mischen.
^ J.f, u ch auflau f. Dicker weißer Lauch in fingerlange Stücke ^lchwtten und abgebrüht, abwechselnd mit Wocknichl, etwas Fett eingelegt, obenauf Weckmehl und ein Paar Fleischbrühe aus Brmlllow.
f f * r J? b e - 1 ? Stück mittelgroße Kartoffeln,
tags vorher ^kocht werden geneben, gesalzen, mit 4—5 Wösßck u-t. und auf dem Brett zu einem feinen Teig ver-
eine stunde ruhen, wird dann in acht bis ^sserrückendick ausgen-ellt, mit zerlasiensr Butter bestrichen, und mit fern geschnitzelten Aepfeln bestreut Zff* ^W"lkert bat. Ter Teig darüber geschlagen un^ ^^epfelpfminkuchen gebacken, oder in der Auflaufform im Ofen
a «?lLn»er taut«^Ersatz für Wurst und Fleisch). Man koch,
3 Pfmld Kartoffeln, schalt sie und läßt sie erkalten. Am nächst«! Tag werden sie durch die Presse getrieben, dann kommt V 4 — bazu, auch durch die Presse tteiben, ebenso eine ganz, Znnebel Das Ganze wird zusammen gemischt. V, Liter Blut (Ochsen! ^b'k°mmt man für 10 Pfenmg bei seinem Fleischer). Salz,
^ A Liter heißes Wasser mit einem Bouillomv-Ürsel kommt dazu. Dann läßt man es 20 Minuten bei beständigem Umruhren gehörig durchkochen. So läßt sich die Masse 6Ut vier Wochen aufheben. Sie schmeckt sehr gut als Brotaufstrich, zu Pellkartoffeln und ledern Gemüse, besonders zu Kohlrübenaufla^ den wir an derselben Stelle kürzlich gelesen. Plünzer schmeckt bloß warm gut, am besten mit etwas Fett anfgewärmt.
h.* SJM * 6 V t Wurst Manläßtein Stück Speck aus, schneidet eme ganze Zwiebel in kleine Stückchen, läßt sie gelb schwitzen in dem ausgelassenen Speck, schneidet zwei Brödchen in kleine Bröctz. Z n ’ Awi sie auch dazu und läßt ordentlich durchziehen, dann gib» wan ^ l /2 Liter Milch, V 2 Liter Ochsenblut. Salz, Pfeffer, Majoran gestoßene Nelkeri dazu, läßt das Ganze emige Äale au^kochen unü Man kann es kalt und aufgewärmt essen. Appetitz,
^ aus, weim man bie Masse mit einem Löffel abstichst, im Bratofen erwärmt und so auf den Disch bringst. '
Frau Aj. Kunz.
Anagramm.
Von jedem Wort ist durch Umstellen der Buch, staben ein anderes Hauptwort zu bilden. Di« neuen Wörter sind derart zu ordnen, daß die Aw- fangsbuchstaben den Namen eines jetzt vielgenannt«« Staatsmannes ergeben.
Auflösung in »lächster Nummer.
Borne«
Emil
Il&e
Linne
Ornat
Wagen
Auflösung des ^Bilderrätsels in voriger Nummert ^erbiens Untergang.
Tchrinleitung: Fr. R. Ze-rz. Zwlllingsrunddruck und Verlag der Brübl'scheä UnioersttätS-Buch- und Stetndruckerei.
R. Lange, Gießen.


