tiche Schönheit, VaS Gebirge, die See leichter zu genießar, alZ gerade die «Verte der Hoden Baukunst. Gemälde, des Bildhauers »Berte, wie sie die Museen füllen, sprechen auch eine leichter verständliche Sprache, als gerade die Architektur.
Ja sie ist eine spröde Kunst, sie will umworben sein! Wer die alten verwitterten Mauermassen mit gleichgültigen Bltck nur streift, der tarnt nicht erwarten, daß, ein jahrhundertealter, überlieferungs- ftolzer Bau ihnen seine Schönheit bereitwillig enthüllt. Jedes Kunstwerk höherer Art ergibt sich nur dem, der vorbereitet sich naht. Gewiß wird der Musikalische die Schönheit enter Wagner-, vper empfinden, wenn er auch gänzlich unvorbereitet das unbekannte Werk vorüber ziehen sieht, aber wirllich erschöpfend würdigen kann es nur, wer sich in Dext u.td Partitur verrenkte. Die Schönheit ganz aus kosten kamt das empfindende Gefülst nur dann, wenn der Schönheit erfassende Verstand es vorbereitet.
Und nicht Miletzt auf dem Gebiete der Architektur. Leicht wrrd der nachdenllickie Wanderer die architektonische Umgangssprache verstehen, wie sie unsere Dörfer reden. Tie kühl und etwas abweisend sich voneinander getrennt haltenden niederdeutschen Siede- Hungen atmen norddeutsches Wesen. IN den farbigen Fachlverks- hLusern unserer Gegend, die sich in fröhlichem Drängen rmt die alte Kirche crufbauen, spiegelt sich etwas von Temperament unseres' Menschenschlages.
Schwieriger ist es, von altersgrauen Zeugen unserer mittelalterlichen Groß^Baukunst Antwort zu erhalten über Nam' und Art. Da hilft es auch nichts, vom gedruckten oder lebenden Führer geschichtliche Einzelheiten herunterleteM Nl hören. Dem Kunst werk kommen wir damit nicht näher. Man muß, schon versuchen, dies Sprache der Steine W erlernen, will man sich von alten Domen und Schlössern geheime Schönheiten künden lassen. Vielleicht gehört auch etwas wie architeftoniscli-musikalisches Gehör dazu, wie es letzten Endes nicht erlernbar, sicher aber altsbildungsfähig ist.
Wie also sich ausrüsten, um bis zu den letzten Geheimnissen Und Schönheiten eines Kunst-Bau »verkes vorzudringen. Sicher müssen wir uns bis zu einem, gewissen Grade das wissenschaftliche Rüstzeug verschaffen. Für die nackten Tatsachen der Baugeschichte können wir uns durch den Führer «ausklaren lassen. Vielleicht haben wir auch aus den „Deutschen Tomen"*) oder einem anderen Buch neben vorzüglichen ^Abbildungen (entert krnzen Abriß bet Entstehungsgeschickte kennen gelernt. Denn man geht doch mit ganz anderen Empfindungen an das Schauen eines Baues, wenn wir Uns durch den Sinn gehen lassen: dieser Turm hat schon auf Kaiser Rudolfs Zeitgenossen herabgeschaut und durch jenes Portal schritten die Reformatoren ans und ent! Neben der gefühlsmäßigen Beeinflussung, die uns empfänglich macht für das Können und Wollen vergangener Geschlechter, weisen wir auch dem kritischen Verstände etnert angemessenett Beobachtungsstandpunkt an. Denn es ist ja uns Menschen aus der Zeit der Millionertstädte mit Wolkenkratzern, der riesigen Bahnhofs Hallen schwer gemacht, mt Bauten noch die Großartigkeit Ku sehen, die mittelalterlichen Geschlechtern überwältigertd vorkam. Wir müssen also, um zum richtigen Eindruck zu kommen, diese Bauleistungen nicht absolut, sondern ans ihrem geschichtlichen und örtlichen Zusammenhang zu werten suchen. Was >oar denn so eine freie deutsche Reichsstadt, als sie vor einem Halben Jahrtausend mit dem Bau ihres Domes begann? Ein mittleres Landstädtchen vielleicht, nach unseren Begriffen. In diesem Zusammenhang nimmt sich Wucht und Kühnheit eines solchen Baues schon weserttlich anders aus. Je mehr wir uns in die zeitlichen und kulturellen Vorbedingungen alter Kunstwerke versenken, um so höher steigt unsere staunende Lichtung vor den Leistungen unserer Vorfahren.
Jedoch nicht niur das „Milieu", in dem ein Bau ausgewachsen, sondert: auch seinen eigenen Körperbau, seinen Stil wollett wir näher betrachten. Da sind nun Führerbemerkungen meist mit Vorsicht zu genießen: tvenn da steht: die Kirche ist tnt Spitzbogenstil erbaut. Samt ist das gerade so vielsagend, als wenn der Äemäldekatatoa erzählt, dies Bild ist auf Lindenholz gemalt. Der Spitzbogen ist auch nicht mehr, als der konstruktive Hintergrund auf dem Kunstwerk des Baues entstandeu ist.
Was will deun der Begriff „Stil" besagen? In ihm. nur die Schmuckform, das Aeußerliche zu erkennen ist ein häufiger Irrtum. Er rührt wohl daher, daß die Architektur der letzten sechs, sieben Jahrzehnte Bauten in jeder beliebigen Stilart errichtete. Diese blutleeren Kopien und mißverstandenen Znsammenstoppelungen alter Kunst hat nicht Nur die sAjvchitertur in Mißkredit gebracht, sondern vielfach sogar das Verständnis für wirkliche Baukunst ertötet. Das kann doch tmmöglich als Stil gelten, »vas ein Unternehmer auf Wunsch seftves Bauherrn als „Schmuck" um den fertigen Rohbau hängt. Für die Architektur ist Stil die von der Konstruktion geborene Kunstfornt, beide abhängig voneinander in innigster Wechselbeziehung. Und je lälter der Ban, desto klarer tritt dies zutage? die rvmantsche und gotische Kunst sind iroch vollkommen reinü Konftruktionsstile, die aber darunr Plicht a:t der Entwickelung reichster Schm'uckformen gehindert waren. Diese kann man aber erst dann wl'lrdigen, lvemt ntatt ihre Konstruktionsbedingnngett erkannt hat. Die hphe Architektttr ist die Kunst, der am meisten
*) Deutsche Dome des Mittelalters: Deutscher Barock aus dei Derie der „Blauen .Büchei/" vom Langwischeu Verlag Düssei- bvrs-Leipzig,
Erden schwere anhLngt, die am ttmtglsten mckk Zweck und Ziel dev Ausgabe verbunden ist, die den Widerstand der schweren Materie besiegend gerade in der Methode ihres Sieges die Meisterschaft zeigt, welche sie zur hohen Kunst stempelt..
(Fortsetzung folgt.)
vermischte».
* Da 8 Waschett ohne Seife. Das Waschen ohne die bisher als unentbehrlich erschienenen Waschmittel, Kernseife und gutes Waschpulver, ist sozusagen eine Kunst. Bet lveißer Wäsche wird man — wie wir der bekannten Frauenzeitschrit .Dies Hlatt gehört der Hausfrau* entnehmen - bei sorgsamer Behandlung mit dem noch erhältliche,: Eeifenpulver ganz gute Erfolge erzielen. Man soll aber möglichst erproben, ob sich das Waschivaster nach dem Auflösen des Pulvers nicht rötlich färbt, was bei manchem Seisenvulver der Fall ist. Dieses Pulver ist besser zu vermeiden. Mau löst das Waschpulver in warmem Wasser auf und läßt die Wäsche über Nacht darin weichen, tun sie dann am anderen Morgen in dieser Lösung tüchtig auszukochen. Danach wäscht man sie wie sonst auf dem Waschbrett durch und kocht sie tu reinem Wasser nach, dem man etwas Soda oder, wenn diese nicht erhältlich ist, Aetznatron, und zwar 10-12 Gramm aus 10 Liter Wasser, beifügt. Will „tan die Wäsche bleichen, so kann inan der Lösung einen Löffel konzentriertes Wafferstoffsuperoxyd hinzuftigen. Auch das ill Drogerie»: immer noch erhältliche doppeltkohlensaure Natron ist eine gute Beigabe zum Auskochen der Wäsche, da es unschädlich ist, aber das Wasser schön weich inacht, und gerade die Weichheit des Waschwassers eine wesentliche Bedingung für eine erfolgreiche Reinigung der Wäsche ist. Wasserstoffsuperoxyd ist unschädlich; nur muß mau sich beim Drogisten die richtige Mischung angeben lassen. Die früher für das Waschen von Wollstoffen so sehr beliebte Panamarinde ist auch nur in Keinen Mengen vorrätig, da und dort vielleicht gar nicht einmal zu haben. Aus dem Lande oder auch da, wo man in Gärten Regenwasser sainmeln kann, gewinnt man an diesem ein vorzügliches Waschmittel. Wo das nicht zu Gebot steht, sorge man eben immer für möglichst weiche- Wasser und Vorsicht in der Handhabung der Zusatzmittel, bei denen ein Zuviel leicht schaden kann. Wollene Strümpfe kann n,an in heißem Wasser mit einen: kleinen Zusatz Salmiakgeist waschen. Man muß sie aber auch heiß spülen, dein: Wollwäsche darf nie aus heißem Wasser ii: kaltes komme,:.
* Richtiges Gurgeln. Durch regelmäßiges Gurgel,: werden viele Mund- und Halskrankheiten verhütet und Krankheitserreger beseitigt, bevor sie sich verinehrt haben. Auch auf die Gaumenmandeln gelangte Bakterien werden — wie der ärztliche Mitarbeiter der Zeitschrift „Dies Blatt gehört der Hausfrau" schreibt — durch Gurgeln oft entfernt. Die Mandeln bilden die gefährlichsten Eingangspforte,: für A,:steckui:gsketn:e - es besteht entschieden ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Mandelentzündungen und Gelenkrheumatismus, manchen Nierenkrankheiten, Darmentzttn- düngen usw. Eine stete Halsreinigung durch Gurgelungen ist nützlich und notwendig, um derartige Krankheiten zu verhüten. Namentlich bei den so häufigen Halsschmerzei: der Kinder macht inan mit richtig ansgeführten Gurgelungen günstige Erfahrungen- Bei katarrhalifchen Halsbeschwerden sind die erkrankten Schleimhäute vorzugsweise zur Aufnahme voi: Krankheitsstoffen geeignet. Daher muß bei Kinder,: auch de,:: ai:scheil,end unbedeutendsten Katarrh der Mund- und Rache,chöhle durch öftere Gurgelungen mit Salzwasser gleich entgegengetreten werde»: leine Messerspitze Salz auf em Glas Wasser). Kinder kommen häufig mit sogenannter: „ftäu- digei: Bazillenträgern* unter ihren Ka„:eraden zusamn:en. die. obgleich selbst gesund, auf ihrer Rachenschleiinhaut gisiige Krankheits- feune tragen. Regelmäßige Gurgelungen sind deshalb durchaus uotivendig. An: besten und tiefsten werden Rachen und Mandeln vor: dem Gurgelwasser umspült, wen,: inan nicht wie gewöhnlich „r" ertöne,: läßt, sonder,: „ci\ wobei allerdings leichter ein Verschlucken der Flüssigkeit stattfindet, rvas aber bei Salzwasser ungefährlich ist. Kle,i:e Kinder müssen täglich morgens und abends z:nn Gurgeln airgeleitet werden.
* P f l a n z e n w a ch s t:: n: im G r a n a t e n h a g e l. Ein Aufsatz iu Pearsons .Weekly* beschäftigt sich mit einer wiederholt in der Kampseszone beobachteten Erscheinung, daß ,län,lich die Vegetation in: Bereich der Geschosse eine ganz besondere Ueppigkeit aufweist. „Es gibt," so heißt es, .kein besseres Mittel, einen hoff- nu,:gslos öden Landstrich fruchtbar zu machen, als ^inen wilden Artilleriekampf. D:e a,: Salpeter reichen Geschosse geben einen guten Dünger ab." Die günstige Wirkung der Geschoffe für der: Ackerbau ist übrigens feine neue Entdeckung. Als man vor etwa 40 Jahren in den Baumwöllpflauznngcr: i>: Texas mittels Dynamit die Wurzel»: voi: Tausende,: von große,: Fichten vernichtete, konnte ma>: alsbald bemerken, daß die La»:dstriche, wo die Explosionei: stattgefunden hatte»:, viel fruchtbarer waren als die andere»:. Durch die Heftigkeit der Schläge war der Boden völlig zerstäubt und ermöglichte den Pflanzen, tiefer Wurzel zu faffe,:. In vielen Teilen der Erde ist unter einer oberstei: Erdschicht eine seine KelSschicht verborgen. Solches Land, das säst ertragslos war, wurde sehr- reich und fruchtbar, sobald die felsige Schicht durch Dynamit zersprengt und so die Verbindung zwischen der oberstei: Schicht und der nicht minder fruchtbaren unter der Felslage befindlichen her- gestellt war.


