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den Anssrderungen der KrieqSzeit gerecht zu werden. Hier einige Winke, die die beliebte Frauenzeitschrift »Dies Blatt gehört der Hausfrau* ihren Leserinnen gibt:
Zunächst einmal gibts gar viel zu kitten und zu kleben aber die Tinge, die man sonst zur Verfügung hatte, um gute Kitte herzustellen, wie Leinöl, Mastix, Stärke, Quark u. dergl. sind verschwunden. Em gutes Klebemittel. labt sich aus Gelatine und starker Essigessenz gewinnen, in der man so viel Gelatine quellen lägt, bi- eine sehr klebrige Masse entsteht. Dre Masse sieht bräunlich anS Will man weihe Gegenstände, wie z. B. Porzellan, danüt kleben, io setzt inan einfach etwas Schlemmkreide zu. Spalten und R»ff in den Wänden des Hauses, die sonst der Maurer znm Verschwur den brachte, müssen sofort in Angriff genommen werden, sobald sie sich zeigen, da sie sich sonst leicht erweitern. Dazu gebraucht man Leim. Einen guten Tischlerleim bereitet man sich, indem man die käuflichen Stücke Leim nach dem Zerbrechen in kaltein Wasser einweichl und etwa zwölf Stunden darin ausquellen läßt Dann erhitzt man dies im Wasserbad, bis eine sirupdicke Flüssigkeit entsteht. TaS ist dann ein guter, für die verschiedenartigsten Zwecke des. Haushaltes brauchbarer Lein,. Solleil mm damit Niste m den Wänden verklebt iverdell, so setzt man Kreide ober gebrannten Gips gn und verstreicht den Riß sofort mit der so entstandenen Maste, ehe sie erhärtet. Ist der Nib stärker, so verkleinert man den Spalt vor der Anwendung des LeiinS dadurch, daß man ihn mit zerkleinerten Ziegelbrocken u. derql. ausfttllt.
Der Ofen raucht, und der Töpfex ist nicht mehr da. Hier handelt es sich zmlächst darlinl, die Stelle festzustellen, anS der der Ranch konlint, und d,e oft aus eiiiem ilur kleinen, haarfeinen Riß zwischen den einzelnen Kacheln besteht. Man llinlmt nun ein Streichholz, ein Licht oder einen Wachsstock, sorgt jedoch dafür, daß die Flanune möglichst klein bleibt. Xamit leuchtet man dann, während der Oken brennt, alle Fugen sorgfältig ab. An der Stelle, wo der Rauch heranskoinmt, wird das Licht, das vorher riihig und gerade braiinte, z»i einer spitzen Flamme abgeleukt. Hat man so die fehlerhafte Stelle entdeckt, so verschiniert man sie mit Lehm, den maii in Master einweichte. Ist kein Lehm zur Hand, so tut e§ auch Ton oder gebrannter Gips, den ,nan mit etwas Wasser anrührt und den man einstreicht, ehe er erhärtet, waR zienilich rasch geht.
Beini Nageln in den Wänden konimt man häusig aui Mauerstein, wodurch sich die Nägel krumm biegen. Ein harter Stahlnagel dringt jedoch allch durch diese Stellen. Man kann nun die weichen Nägel, die sich so leicht verbiegen, dadurch in harte verwandeln, daß man sie in emer Schaufel oder auf einem Blech über dem Feuer erhitzt, bis sie stark glühen. Dann wirft man sie rasch in kaltes Master, genau so, wie es der Schmied macht, wenn er einen Nagel Härten will. Sie sind dann zu hartem Stahl geworden und geheim auch durch starke Hindernisse.
vermischte».
* Aus der Sturm-- und Drangzett des Tabaks. Der Tabak, der heute so unentbehrlich geworden ist, hat ein« recht bewegte Vergangenheit. Vielerlei eingewurzelte Vorurteile mußten erst auS der Welt geschafft werden, ehe er seinen Ehrenplatz unter ben Genußnntteln erhielt und ehe die Raucher sich seiner in völliger Gemütsruhe erfreuen durften. Jakob I. von England befahl z. B., daß allen Rauchern die Lippen zerspalten und der Kops — ab- gehanen werde. Benedikt Xll. dagegen, der selbst leidenschaftlicher Raucher war, vernichtete die strengen Gesetze seiner Vorgänger und zeigte offen seine Vorliebe für die neue Pflanze. .Deshalb/ so erzählt der Coenobium, »ließ der Kardinal Niccolo Tarnabuoni im Jahre 1574 Tabak für ganz Toskana säen. In Persien, der Türket und Rußland riskierten die Raucher, wenn auch nicht den Verlust ihres Kopses, so doch ben der — Nase. Mit der Zeit kam ein großer Umschwung, der wohl seinen Höhepunkt in der Tatsache erreichte, daß hellte in England die Frauen sogar ihr eigenes Raucherinnencoups haben. Katharina von Mediei soll Jfhg besondere Vorliebe für Schnupftabak gehabt haben und uhEtützte daber die Einführung dieser Pflanze, als ihr Botschafter in Portugal, Nicot, sie 1560 nach Frankreich mitbrachte^ Unter Ludwig XV. gehörte es mm guten Ton, sich mit Tabak beschmiert »u zeigen, und ailch bte Damen der hohen Aristokratie pflegten dieser wenig ästhetischen Mode zu hlildigen.
* Napoleons Doppelgänger. Napoleon I. hatte, wie bekannt, einen Doppelgänger, von dem die .Stampa' aller-. hal,d sonderbare Geschichte,l zu erzählen weiß: ,Es war ein bekannter Violinspieler naineilS BouchS, der eS auch liebte, ferne Aehnlichkcit mit dem Kaiser durch Nachahmung seiner Beweguilgen und seiner Kleidung au unterstreichen. Der Kaiser selbst machte sich diese auffallende Aehnlichkeit zunutze, indem er sich vorübergehend seine RegierungSauigabe etwas erleichterte. Da er doch nicht überall selbst zugegen sein konnte, sandte er nüinlich, um die Soldaten zu ermutige», Bouchs zu ihnen, der denn auch mit kaiserlicher Würde Bittgesuche entgeqennahm lind Belohnungen versprach." .Nach Waterloos so bildete sich die Legende fort, .machte der Violinist mehrere Versuche, an Napoleons Stelle in die ' naenschast zu gehen. Einmal brachte ihn die Aehnlichkeit mit nser wirklich in große Gefahr. Al« näml'ch in
etnem
ba8 . ec 60 b. ein großer ApplaliS losbrach, beschuldigte lfm Slcherbeilsbehörde der Restauration, ein Mitglied der bona- partiiliscbeu Verschwörung zu sein. Der Bericht des Prokurator» an den Minister lautete: ,Er gab ein Konzert, daS begeistert auf- aenommen wurde, zum Teil wegen der Aehnlichkeit. Die weißen Bemklelder, die verschränkten Arme, die Bewegungen des Tabak- schnupfenS, alles war uachgeahmt . •
vllchertlsch.
. ^ NielS Holgerfells wrlnderbare Reise mit
™ n t ^ l L bfldn{en ' Hm Eelma Lagerlös. Deutsch von Mathilde Mann. Leipzig, Hesse &. Becker Verlag. Geb. S Mk. — Selma Lagerlös hat das Buch in erster Linie für die rerfere Jugend besttnlnlt, aber es fanti nach seinem wahren Werte nur voir Erwachsenen gewürdigt werden. ES ist e»n Volksbuch im besten Sinire des Wortes. Eingegeben von einer tiefen Liebe zur Natur und zu allein Lebendigen, enthält es Szenen von einer köstlichen Frische lind Lieblichkeit lind andere von eiirem graziösen, elfen- haiteir Hunror. Wer cs einnlal gelesen, bem wird es unvergeßlich llleiben. Jedenfalls steht eS in der wirklich empfehlenswerten Ge- fcheukliteratur mit an erster Stelle. Der bekannten schwedischen Dichterin wird eS sicherlich viele neue Freunde zusühren; es wird 5ier vorerst der übrigens völlig in sich abgeschlosseile erste Teil de» Werkes geboten. Die Uebersetzung ist, ,vie eS voil Mathilde Mailn nicht anders zu erwarten war, meisterhaft, die Ausstattung vornehm und gediegen, der Preis in Anbetracht des Gebotenen sehr niedrig.
~ Kleinasten i m Weltkriege. Von den entfernteften Ausstrahlungen deS WeltbrandcS der Gegenwart, vom Krieg im K au k a s u s und im Irak, von kriegerischen Unternehmungen ln Arabien, Asghani'ta» und Marokko, und zwar in der Zeit deS dritten KriegShaldjahres. von August 1915 bis Februar 1916, wisse ,\ uns die neuesten Hefte 109 und 110) des ,Vö l k e r k r t eg' (heraus. ^E 0 ,Eben von Dr. E. H. Vaer, Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart) viel Wiffenswertes in ebeilso klarer als spannender Weise >u erzählen. °
- Eine neue Modenzeitung. Im Verlage der bekannten „Wiener Mode' ist soeben die erste Numiller einer neuen billigen Modenzeitschrift erschienen, die .Wiener Illustrierte Familien- und Modenzeitung". Bereit« durch ihr Titelblatt erregt sie besondere Aufmerksainkeit. ES stellt ein Orakel dar, daS von allen Lesern und Leserinnen über die ihnen ini Jahre 1917 bevorstehenden Ereigniffe befragt werden kann. Ein reichhaltiger Niobe- und HandarbeitSteil, eine Rubrik .Handschristendeutung' eine sehr originelle Rätselecke, flotte Skizzen und ein spannender Liebesroman statten die Zeitung derart au«, daß sie sicher in Bälde 8 U den gelesensten Modezeitungen der Monarchie zählen ,vird. Ai,f den außerordeiltlich billigen Preis (24 Heller = 20 Pfg.) sei noch speziell hingewiesen. •
Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde. Verlag: Egon Fleische! L Co., Berlin W. 9. DaS
1. Februarheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Arthlir Eloeffer: FlanbertS Nopember; HanSNatonek: Das „Literarische'' KarlQuenzel: Heine und Nietzsche; Ernst Heilborn: Charlotte Lady Blennerhaffett; Anselma Heine: Mitliebende ; Karl Strecker - Neue Nietzsche-Literatur. — Echo der Bühnen. — Echo der Zeitungen. — Echo der Zeitschriften. — Echo de« Auslandes. - Kurze Anzeigen. - Notizen. — Nachrichten. — Der Büchermarkt.
— Dr. Arthur M. Grimm: ,S e t f e n e r z e u g u n g fi m eigenenHauShalt, Streckung der Seife, Selfencrsatz' (Verlag der L. V. Enders'schen K.-A. in Neutitschein. Mit Porto 56 H. = 45 Pfg.
— Friedrich Albert Meyer: I m ,n e l m a n n und B ö l ck e. Der deutschen Jugend und dem deutschen Volke gewidmet. Mk. I 40 Verlag der Schnell'schen Buchhandlung (E. Leopold) in Waren- darf t. W. _
Silbenrätsel.
ach, ar, bal, ein, le, li, mee, mei, na, ne, ne, pan, rl, se, sc, wand, wll.
Au« vorstehenden 17 Silben sind sieben Wörter von folgender Bedeiltung zu bilden:
1. Redeform,
2. Singvogel,
3. weiblicher Vorname,
4. Teil deS Wagens,
5. Tänzerin,
6 . Stadt in Deutschland,
7. Schutz des Landes.
Sind die richtigen Wörter gesunden, so ergeben die msttelsten Buchstaben, im Zusammenhang gelesen, den Namen eine« mächtigen, siegreichen Fürsten.
(Äufsösnnq in nächster Nummer.)
Auslösung des Rätsels in voriger Nummert Bauland — Ulan.
na:
Fr. R. Zenz. —Zwillingsrnnddruck und Verla, der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen.


