Ausgabe 
31.1.1917
 
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Tretzne Tagelöhnern, so auffgeivartet die Woche Wer, 21 Gr. der Schüsselwasckicrin, 21 Gr. dem schenken Michel Salden, Ans 15 Thlr. 17 Gr Stintma 146 Thlr. 2 Gr. 5 Pf.

Christian, Marggrafs zu Brandenburg, Balzer Grün

meine Händt. Dauns Werwiether.

6. Juni 1593.

.Für die Schsützenb rüber zu Berlin erliest unterm 25. Juli des­selben Jahres deren Ober gildemeister, Markgraf Joachim Ernst eine ähnliche Anweisung, deren einzelne Posten also lauteten:

Verzeichnis, was auft Chursürstl. g. zu Brandenburg? etc. gnedigsten Beuelick? aufs Jacoby Anno 1593 für die Schutzen zuin Berlin angelaufst rmd 4»orspeiset worden. Als Marggraf Joachirn Ernst Oberster Guldenreister gewesen.

6 Thlr. 2 Q)v, für Rindtfleisch, 6 Thlr. für 2 Schweine, 8 m, IS Gr. für 8y» Kalb, 10 Thlr. 9 Gr. für 68 Geuse. n Thlr. 1 Gr. 3 Pfg. für 84 Hühner, 2 Thlr. 16 Gr. 9 Psg.

Gr. für vier Fuder Holz, Thlr. 10 Gr. für 17 Säcke und Aal, 4 Thlr. 15V- Gr. 9 Pf., 9 Thlr. 8 Gr. für 71,2 Hammel, 2 Thlr. für Hering?, 8 Thlr. 15 Gr. filr Putter, 2 Thlr. 221/2 Gr. für Obst, 1 Thlr. 12 Gr. für drei hollendiscl-e Kesen, 6 Gr. für y 2 Pfd. rvthen Zucker, 32 Thlr. 21 Gr. für allerlei Gewürz, 10 Gr. für Erden Topfe, 15 Gr. für Milch, 2 Thlr. 10V» Gr. .für Zlviebeln, Kohl, Salbe y lind Jnrgk-enn (Gurken), 40 Thlr. 4 Gr. für Reinischen Wein, 4 Thlr. 16 Gr. für Landwein, l Thlr. 16 Gr. für Essig?, 19 Thlr. für Brodt und Semmel, 2 Thlr. 18 Gr. für 30 Pfd. Lichte, 5Thlr. 7®!. der Köchin ihren Lohn, 16 Gr. ztoei auffwartern, 16 Gr. zwei Schüssel- Nmscherin, 81/2 Gr. dem Trominelschläger, 2 Thlr. den .Spiel­leuten, 17 Gr. den Türhütern, 1 Thlr. dem Schenken. Summa 200 Thlr. 191/2 Gr.

Joachim Ernst zu Brandenburg? meine Handt.

Auf diesen beiden Rechnungen falten zunächst die verhältnis­mäßig hohen Preise für Speck auf, die entweder auf irrtümlicher Berechnung oder auf unredlicher Ansetzung beruhen, denn wenn ein ganzes Schwein 3 Taler kostete, so können 6 Pfund Speck nicht mehr als das ganze Schwenr gekostet haben: das wäre Kriegs- Preis. Sehr überzengend ist dagegen in der zweiten Rechnung die Preisangabe von 1 Gr. 9 Pfg. für ein Pfund Speck. Ta mit stimmt aber die für 46 Pfund ausgeworfene Summe nicht überein, cs müsste also^auch hier ein Fehler unterlaufen fein. Dasselbe gilt von dem Salzpreis in der ersten .Rechnung. Ferner wiüd manchen der hohe Betrag für Gewürz befremden. Ta zu jener Zeit jedoch die Ostwürze außerordentlich teuer waren und besonders Pfeffer, ben unsere Vorfahren in großen Mengen zu allen Samstn und Sippen, zum Schmoren, Braten und Kochen verwendeten/ hoch im Preise stand, so erklären sich diese Bektäae ganz natürlich. Wehmütig wird mancheni Leser )u Sinne geworden sein bei den Posten für Eier: in der eineir Rechnung stellt sich das Stück mst 1^ 5 , in der anderen'äuf 2>h Pfennig' Glückliches Jahrhundert!

sur 0 L<i-oa 1.0 iL'ier, i Jtijir. io 1 Thlr. 6 Gr. für 2 Scheffel Salz, 2 Kohlen, 7 Thlr. 11V» Gr. für Fische für 46 Pfd. Speck zu 1 Gr. und

Yüchertisch.

K a i s e r w 0 r t e". Ausgewählt vonDr. Friede. Everling. Verlag von Trowitzsch <fc Sohn, Berlin. Aus dem Reichtum und der Vielseitigkeit des Stoffes hat Dr. Everling ausgewählt und systematisch znsammengestellt, was den Kaiser in seiner Auffassung des Herrscherbernses »md in der Fürsorge für Landwirtschaft, Handel und Secsahrt, für Stadt und Land, Bildung und Kunst, was ihn als Friedenskaiser lind Kriegsherrn und nicht zuletzt als Christen und Familienvater richtunggebend beivegt hat. Tie Kaiserworte sind durch kurze Uebergangszeilen verbunden, die sie zu lesbaren einzelnen Kapiteln znsaininenfassen.

- U m r i s s e d e r^W e l t p-o l i t k. Von Professor Dr. JustuS Hashageu. Zwei Bände. 8. I. Band 18711907 (V. n. 140 S.) II. Band 1908 1914 (IV u 138©)Ans Natur und Geisteswelt", Ö53./554. Bändchen. (Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen.) Geheftet je Mk^ 1,20, gebunden je Wik. 1,50. Verlag von B. G. Tenbner, Leipzig und Berlin 1916. - Die allgemeinen Anschauungen über das Wesen und die Pflichten der äußeren Politik will diese zeitlich und örtlich gleich mnfassende Darstellung der weltpolitischen Entwicklung seit 1871 fördern, die gerade jetzt zu guter Zeit erscheint, wo die zukünftige Lösung der Fragen, die zum Krieg geführt, uns alle beschäftigen.

- Herd und Schwert. Roman von Fritz S k 0 w r 0 n n e k. Verlag von Otto Fante, Berlin S.-W. In Ostpreußen, dem Heimatslande des Dichters, spielt auch dieser Roman. In ihm wird das Schicksal dreier Schwestern geschildert, die als Waisen auf dem väterlichen Gute verblieben sind. Die Eigenart der drei Charaktere, die Verhältnisse» in die jede durch die Notwendigkeit des Lebens geführt wird, geben dem Buche feinen besonderen An­strich: auch der Weltkrieg spielt in das Leben der jungen Mädchen

hinein und beeinflußt ihre Entwicklung. Aber darSchwert* ver­mag diese tapferen Menschen nicht zu vernichten; mit echt deutscher Kraft und Liebe bauen sie den neuen »Herd* auf.

Knut Ha msu n: Auf der Maureninsel, Der Sohn der Sonne, Vater und Sohn. Nr. 3 des neuen Jahrganges der W e l t l i t e r a t u r", München 3, Färbergraben 24, dje jede Woche ein Werk der besten Romane und Novellen der Weltgeschichte bringt und zum Preise von lv Psg. in jeder Buchhandlung er­hältlich ist.

Oskar Panizza: Visionen der Dämmerung mit 16 Bildern von P. Haase. Verlag Georg Müller, München und Leipzig. Wenige kennen ihn leider mrd nur die, welche einen Einblick in das Leben und Schaffen dieses wirklich bedeutenden Menschen getan haben, wissen, was mit ihin dahingegangen und verlöre^ rft. Von Beruf Arzt, verfügte dieser seltene Künstler über eine solch stnpende Belesenheit, ein derartig reichet Wiffen, ein solch scharfes zutreffendes Beobachtungs- und Chavakterisicrungsver- mögen, daß man mitunter fassungslos dem allen gegenübersteht. Dabei eine Wucht, eine Mhicheöt der Sprache, des szenischen Auf­baus, der Ausdruck einer ganz eminenten satirische Begabung größten Stils, wie wir ihn nur ganz lvenig besitzen, und wie er auch hier in denVisionen der Dämmerung" zum Ausdruck gelangt. Ein starker Geist, elider später ein kranker. Möge es seinem Verfechter HanS Heinz Eners gelingen, ihm uns nahe zu bringen, wenn er auch bei der Pstiche der Masse fleht Verständnis finden wird. Man lese seine Werke, vertiefe sich in den Gedankengang dieses Geistes und man wird ihn verehren imd schätzen lernen. Interessenten sei noch die Panizzaschrist von Otto Jülichs Bierbaum (Gesellschaft für modernes Leben, München, August 1893) angegeben.

Bühne und Welt", MonatSschrllt für das deutsche Kunst- und Geistesleben. .Herausgegeben von Wilhelm Kiefer Aus den» Inhalt des Dezemberhestes: Heimkehr, Dietrich Eckart. Der schlinunste Feind, Fritz Bley. Zeitgedichte, Eberhard König. An Deutschland, Eberhard König. Goethe, Chamberlain, Brentano unb die Nassensrage. Artur Dinier. Das Wunder deS Willens, Willy Schlüter. Ter Heranwachsenden Jugend, Johannes Dzinbiella. Otto Erler und seinStrnensee*, Adolf Bartels. Rundschau. Deutsche Bücherbrtese. Original-Holzschnitt von Willo Rall.

Verschiedene Kohlriibenrezevtk.

Um den Kohlrüben, die wir zur Streckung unserer Kar­toffelvorräte jetzt weit mehr als bisher verwenden müssen, den scharfen Geschmack zu. nehmen, empfiehlt die FranenzeitschristDies Blatt gehört dL? Hausfrau" zweiinaliges Alnvellen in ungesalzenem Wasser, dem ein starker Schuß Essig zuge'ügt wurde. Bei der Zu­bereitung der Rüben in Breiform empfiehlt sich eine Mischung mit Kartoffeln; auch sind Gewürze, wie Petersilie, Majoran, Thymian und vor allein Zwiebeln bei der Bereitung sehr empsehlensivert. Das Bündigmachen mit Fett und Mehl ersetzt man durch eine rohe, geriebene Kartoffel, die man ben Rüben vor dem Anrichten beifügt. Außer der bekannten Zubereitung mit gebräuntem Zucker käme die mit einer weißen Tunke, stark mit gehackter Petersilie und nach Geschmack nnt Zitronensäure gewürzt, in Betracht: dann eine Mischung von zwei Drittel Rüben (abgewellt und seingedrückt) mit einem Drittel Kartoffeln, alles mit einer Zwiebeltunke imb einer Prise Paprika durchgedünstel. Statt der Zwiebel nehme man zur Abwechslung eines der genannten Gewürze.

K 0 h l r ü b e n a n f l a u ?. 2 Pfund geschälte, gekochte Kar­

toffeln durch die Presse treiben, ebenfalls 2 Pfund abgewellte Kohl­rüben. Nach dem Auskühlen beides mischen, mit Salz und mög­lichst mit geriebenem Kräuterkäse würzen, 1 Eigelb, l geriebenes Brötchen und da? zu Schnee geschlagene Eiweiß hinzufügen. In gefetteter Form eine Stunde backen, mit Salat oder Bratentunke anrichten. _

Charade.

Kein Mensch kommt zu der Ersten gern. Doch lieben'S die gelehrten Herrn,

Tie Aerzte und Juristen sehr.

Gar nützlich ist die Silbe Zwei,

Wehrt von dir ab so mancherlei,

WaS dir fönst machte viel Beschwer.

Wer sich dein Ganzen anoedraut,

Der hat nur auf den Wind gebaut,

DaS Ganze kommt von oben her.

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Tauschrätsels in vorig« Nirmmer: a. MauS, Bier, Leid, Wiese, Gran, Asche, Sonne, Fisch, Angel, d. Haus. Eier, Neid, Niese. Iran, Esche, Tonne, Tisch, Engel.

* Henriette.

Schristleitung: Fr. R. Zenz. Zwillingsrnnddruck imb Berla« der Brühl'schen Universität4-Büch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.