Strecken der Lebensmittel bilden. Welche hohe Bedeutturg einer fachkundigen und gewandten Kriegsküchenleitung beigemessen Itritb, beweist, daß zurzeit in Hamburg Lehrgänge zur Ausbildung von Vorsteherinnen der Massenküchen geschaffen worden sind. Weil in der Massenverpflegung wirtschaftliche Vorteile erkannt werden, wird voraussichtlich dieses Küchensystem auch noch nach dem Kriege fort* geführt werden.
Ein Besuch in den Kriegsküchen, wenn dort gekocht wird und man den Topfgucker spielen darf, ohne das Mißfallen der Hausfrau oder Küchenfee befürchten zu messen, ist hochinteressant. In riesigen Kesseln mit Doppelnürnteln und als Feuerstelle ein kleines Gasflammenmeer, brodeln die köstlick>en Gerichte. Es ist Linsen- tag, und die rotbraunen Linsen kugeln sich in ihrer schokoladen- gefärbten Brühe mit Fleisch-, Speck- und Kartoffelstückchen im heißen Bade. Das wirbelt und brodelt und dampft und gurgelt in ruhigem Gleichmaß und kann doch bei allem Vorwitz über den Rand des Kessels nicht hinweg. Gegen das Anbrennen, das am Familienherd so leicht und zum Verdruß der Hausfrau geschieht, hat man am Kriegsherd weise Vorkehrungen getroffen, so daß die Hauptarbeit eigentlich getan ist, wenn das Fleisch und die darauf berechneten Suppeneinlagen in ihrem rechten Mengegrad in die Kessel gewandert sind. Schon sehr früh, um 5 Uhr, hat der Koch am Herd zu stehen, wenn um 11 Uhr die ersten Anstragekessel zu den verschiedenen Ausgabestellen gefahren werden sollen. Aus Krähuew läuft die fertige Suppe in, die Behälter. Ist das letzte Liter heraus, kommen sofort die Kessel putz erinnen uird reinigen mit Besen und und Wasserschlauch die großen Kochtöpfe, damit sie für den neuen Tag wieder aufnahmefähig sind. Für das nächste Mittagessen werden daun auch schon die Gemüse und Kärtosfeln geputzt und geschält. Selbstverständlich füfrrcu diese Arbeiten mehr die Maschinen aus als menschliche Hände. Die .Kürtoffeln wandern z. B. mit ihren Erdklumpen in eine trommelartige Reinignngsmaschine, die sie über rhre gelöcherten Wände rasch blank spült. Von da aus kommen sie in die Schäl-, richtiger Kratzmaschine, deren messerscharfe Kanten die heute so wertvollen Erdäpfel nicht schälen, sondern abkratzen, bannt der beste, unter der Schale sitzende Stoff iricht verloren geht. In der .Kratzmaschine solchert sich schon die Kartoffelstärke ab, die sich beim späteren Wässern der zerschnittenen Kartoffeln noch vermehrt. Die grürwliche Putzerei der Kartoffeln geschieht mit der Hand. Danach werden sie in badeähnlichen Kü'chel decken gespült und berieselt, so daß auch das letzte unsaubere Stellchc-n rein wird. Für das Gennise hat man wieder Gemüsezerkleinerimgsmaschinen, die 4—6 Zentner Rüben und Köhl in Blitzesgeschwindigkeit suppcn- ferttg -übereilen. Daß au£ diesen! Gebiete noch manches verbessert wirb, daß Versuche, auch Fehlschläge dabei immer wieder neue Erfindungen Hervorrufen, ist selbstverständlich. Der deutsche Geist hat w gerade in diesem Kriege manches Wunder der Technik und Erfindungsgabe gezeitigt, so daß jeder neue Tag auf fast jedem neu ^orgamuerten Gebiete neue Besserungen schaffen läßt
Zum interessantesten Möbel in der Kriegskück)e, auf die der Knegskoch hohen We'-t legt, zählt die Knochenmühle. Da hinein wandern die großen bdindsbeine und Schinkenkiwchen, nachdem sie ansgekocht sind, um zu Pulver zerkleinert und zerrieben zu werden Dieses Knochenpulver aufgekocht, liefert ein wunderbares Fett, zu- tttzt etn Hühnerfutter. Neben der Küche liegen die Vorratsräuine. Was frort an egbaren Herrlichkeiten lagert, wird das Herz jeder Hanssrau erfreuen, unsere Feinde aber, könnten sie nur einen Blick yrnein tun, dre Ueberzengung lehren, daß es mit einer Anshungv- rung Deutschlands noch lange, lange Meile baben wird»
vermischtes.
* W a r u in l e ch z e n S ch w e r v e r »v il n d e t e n a ck W a s - I er ' Dw durchschnittliche Blutmenge eines erwachsenen Menschen betragt se nach dem Körpergewicht 5—6 Liter: doch kommt der Körper auch mit einer geringeren Menge aus und erträgt im allgemeinen Blutverluste bis zu zwei Liter. Wfe bei den, Röhrennetz einer Wasserleitung sinkt auch im Adernetz des inenschlichen Körpers der Truck, sobald Flüssigkeit abgelassen svird. Der Zellenstaat Hilst ttch .^machst dadurch, daß die Keinen Adern sich durch krampfhaften Berichluß, die größeren durch Zusammenziehung der Mutmaße an- passcn. Am die Tauer kann der Körper aber den Verlust nicht ertragen, er sucht daher so rasch als möglich neueä; Blut, neue Blutkörperchen zu bilden. Dazu braucht er eiligst Wässer. Er nimmt's, wo er s kriegen kann, zunächst aus ben Zellen und Gervebeu. Natürlich sind me Zellen dadurch aufs Trockene gesetzt, es entsteht unvermittelt ein brennendes Durstgefühl unb der Schiver verwund das Blut verloren, stöhnt mit heiserer Stimme: „Wässsa Wmser! Um Verblutende zu retten, bedan es also, abgesehen von blutstillenden Mitteln lUnterbiiideii der Wunde!) vor allem genügender Mengen Wassers, damit wenigsteiis der Kreislauf unterhalten blecht und nicht gestört svird.
*Eine neue Dtiuensangvorrichtuug auf no r« m e g i s ch e n H a n d e l s d a m p f e r n. Die Gefahren, denen die vandelsdampser nun schon seit geraumer Zeit hindurch infolge der Seemiuen ausgesetzt sind, haben iimner wieder zu neuert Schutz« versrrchen Veranlassung gegeben. Das neueste Mittel zlim Schutz gegen die Minen lumbe vor kurzeni aus norwegischen Handels
dampfern eingesührt, und zwar handelt e» sich nm eine Minen- vorrtchtimg tu Gestalt eines Netzes. Nach einer Schilderung des „Prometheus" hängt das Staylnetz von zwei langen Balken ,^ ,e Stück über den Bug des Schiffes hinausrageu.
^lese Ballen sind zum Zweck einer sicheren Versteifung vor dem roug des Schiffes durch eine eiserne Stange miteinander verbuiiden, beiden Seiten der Bordbreite noch ein wenig hinausragt. gnadratisch, aus 6 mm starken Stahlringen verfertigt und wird durch zwei weitere, von Vordersteven schräg hinunter- 8f j??* elskrne Stangen ansgespreizt. An dem unteren Ende des Petzes, ungefähr 3—6 m unter der Wasseroberfläche bei glatter See, sind Gewichte angebracht, um ein Hochklappen der Vorrichtung zu Diirch diese« Netz sollen alle Mi,ien rechtzeitig bei geschoben werden. Wenn anch diese Vorrichtung »nancherlei praktische Seiten hat, so dürfte doch auch sie den Fehler ähnlicher ytteme haben, namllch bei hohem Seegang infolge der heftigen Aus- und Abbewegung des Schiffes zu versagen. m ® ‘ e englischen Sch ulkin der i n H o l zp a n t o ff el n. ir e 9,* n der außerordentlichen Kriegspreissteigerung der Schuhe in England sollen, wie Londoner Blätter berichten, sämtliche Schul- nder von Eastbourne mit Holzpantoffeln atlsgestattet werden, und zwar^handelt es sich um eine sechsmoiiatige VersuchSzett, und wenn die Elterrt und Lehrer den Lärm al.shatten können, will man dtese^Emfuhrung dauernd rnachen.
ctU'Ut ? 1 e „ H"" de freund in. Eine Dame, so erzählt „London ElubfeNow, besav zwei Hündchen, die sie über alles in der Welt . me§ Morgens aber stürzte das Stubenniädchen ganz ent- s tzt herein, mit der Mitteilung, daß der eine Hund gestorben sei. verzweifelte Schreie, Tränen usw. Endlich kam die Dame halb- wegs ztt sich und ließ einen Pelzfnbrikauten kommen. wünsche, erklärte sie, „daß Sie aus dem Felle meines toten Lieb« E.nen Muff Herstellen." — ^.Sehr gerne, aber es könnte yochstenv ein Kmdermuff werdend — „Nun," entgegnete die Dame nach kurzem Zögern, auf den anderen lebenden Hund zeigend, .dann nehmen Sie anch den zweiten dazu."
Iolanthe Marös: Begierde. Ein Berliner Rotnmr aus der vor dem großen Krrege. Vertag Wich. Borngräber, Berlin, bwsch. 4 .Mk. - Die Berfas,erm, die zweifellos über eine äußerst geschmeidige tfeper und packende Sprach-' verfügt, hat hier ein Problem angesck.nttten, dessen ho^s Ziel im Rahmen einer solch anschauliche Darstellung wohl unterhaltend wirken, aber nie gelöst werden faim. „Tre Frau, das Weib, gleichgülttg ob Mutter Mondame oder Künstlerin, ist nur der menschlickwn Begierde des Mmmes unterworfen" das ist die große Anklage, die aus diesem Werke ,ich auslost. Es »mag vieles richtig sein und scharf bei vbachtet wert erscheinen, unter die Lupe der literarischen Kritik genommen zu werden, aber solange wir keine nur ätherischen, Dil türmen scheu besitzen imd wir bekommen sie hoffentlich nie -
wird diese Anklage nicht überall auf fruchtbaren Boden fallen Der brerten Masse mag sie gelten, aber der geistig höchst, hende Kulturmensch wird awh m seiner Begierde Verständnis „nben rmd mif eme Art ergänzende Gegenbegierde stoßen. Der Ronurn wird bn Uiner spauiieiiden Handlinig lind der klaren Stoffbehand-. lung seme Liebhaber finden.
Professor -i. r. Dietrich Schäfer: D i e V e r t i n i n t c n 6 1 e rt 1 § e j * m a d) L lLtne geschichtliche Betrachtung zur Beleuchtung der Gegen,vart. (Schritten zur Zeit und Ge. a),chte 3. Bändchen. ^8 Seiten. 50 Pfg.) Verlag von G. Grote Merlin. — Ter hervorragende Historiker der Berliner Universität gibt m dieser Schrift einen Ueberblick über die Entivicklung der Vereinigten Staaten als Weltinacht. Er weist nach, daß das her« konimliche politische Urteil über die große Repliblik jenseits des Ozeans, als eines Friedensstaate?, eines niieigennükigen Förderers der Killtrir, eines Beglückers der Menschheit stark z.l revidieren ist daß vielmehr die Union eine Macht ist wie jeder andere Staat auch, mit genau denselben inneren Trieben und Bedürfnissen ja daki in ihr die Natur staatlicher Entwicklung offener, iingescheuter rncksichtsloser wirksani wird als in den altbegründeten, ganz über' wiegend inonarchisch geleiteten StaatSbildiingen. Die Schrift ist daher zur Beurteilung der Politik der Vereinigten Staaten im Weltkriege gerade zur gegeuwärtigeu Stunde, auß Anlaß der Wilson« scheu Fnedensnote, von höchster Wichtigkeit.
Arithmogriph.
12 3 456371 de»itscher Dichter der klassischen Reit
13 13 6 Palme.
13 15 Heizmittel.
1 3 5 6 Ernährung.
2 8 6 6 3 ein Spiel.
4 3 5 6 ein Verkehrsmittel.
5 6 3 2 4 eine Stadt in Pommern.
(Auflösung in nächster NumE.)
Auflösung des LogogripHs in voriger Numnter. Stern - Astern — Ostern.
Schriftleitung: Ir. R. Zeuz. Zwillingsrnnddrnck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- »md Steindruckerei. R. Lauge, ©h-feeit.


