Ausgabe 
15.1.1917
 
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üiueu Brot in unseren Borgen Einmal flog eine Büchse Sardinen hinterdrein. In der 'DrrnKlheit reichte eine Französin in halber Schlmsterntracht mir als Urlbekteidetem sogar Kaffee. Als sie aber im .Hintergrund die Nniformen deutscher Offiziere sah, ri& sie mir den Becher mit einem Schimpfwort wieder ans der Hand und gllrg weiter.

Am 2. Oktober 191.4 kamen wir nach Cette. Ein alter General trat zmn Wagen und fragte die Offiziere in gebrochenem Deutsch nicht im freund! ich nach ihrem Namen. Ms auch der Major den. seinen mit Dienstgrad nannte, geriet der General in die Wut eines anständigen Menschen. Unsere Offiziere meinten, er habe nicht nur die Gendarmen, sondern auch die Offiziere ferne# Stabes an geschnauzt:

-.Das soll ein preußqcher Offizier sein, meine Heroen, der so verbrecht in K-ctien durch, unser Land gefahren wird? Eine Schande für Frankreich ist es, das; er so schmutzig aussisht!"

Tann beugte er sich scher den Mache und sagte iu seinem schlechten Deutsch:

Sie nickt fahren toerber."

Jetzt fand der Gendarm sehr schnell tun: Schlüssel, der die Ketten löste. Ter Major wurde unter Aufsicht des Generals aus dem Wagen gehoben rrnd ich rief ihm Dank und viel Glück uadj. Noch glaubte ich aber nicht, daß er genesen könne.

verrni setzte-.

* Der »Mundsed erhalt er" Einen Federhalter, der zum Gebrauche Armloser bestimmt ist, also für armlose Kriegs­verletzte geeignet ist, ist nach einer Mitteilung des .Prometheus' von deutschen Aerzten geschaffen worden. Ter Mund ist eS, der anstelle der Hände das Schreiben übernimmt, lind demgemäß ist dieser Mundfederhalter darauf eingerichtet, vom Gebiß gehalten zu werden. Sache des Zahnarztes ist es, nach dem Gebisse ein paffendes Mundstück zu schaffen; die Unterzähne sollen dabei in den unteren Teil des Mundstückes eingreifen, während den Ober- zähnen nur die Ausgabe zufällt, das Heransgleiten nach vorne zu verhüten. Dem Schreibenden soll es möglich sein, den Mund zu offnen, ohne den Federhalter zu verlieren. Ter eigentliche Haller besteht ans zwei verschiebbaren Hülsen, mittels deren er auf ver­schiedene Längen eingestellt werden kann, außerdem erhält er drei Gelenkstellen. DaS Papier muß beim Schreiben selbstverständlich festgeklemmt werden, und er versteht sich von selbst, daß das Schreiben mit dem Mundfederhaller ln geduldiger Arbeit erlernt werden muß. Doch soll die .Mundschrift" ebenso lesbar und flott wie die Handschrist werden.

' Ein neuer Motorschlitten. In Stockholm ist diesev Tage cm neuer Motorschlitten vorgeführt worden, der seine Proben glänzend bestanden hat. Es handelt sich dabei um eine Zu!ain,«enstellung eines gewöhnlichen Motorzweirades mit langen schneeschuhartigen Schlittenkufen, die auf der Seite mit Hilfe von Bügeln angebracht sind. Bei den Vorführungen fuhr dieser neue Motorschlitten über verschneite Flächen, ohne seitwärts zu gleiten- er erwres sich fähig, ziemlich ungebahntes Gelände und erhebliche vtergungen zu überwinden. Allein Anscheine nach aber ist er für Mstttarvatroulllen besonders geeignet. Binnen kurze,» sollen die Leistungen des neuen Motorschlittens der Allgemeinheit durch Film- aufnahinen vorgeführt werden.

^ a u e r, die in den Sprichwörtern fast aller Völker zum Symbol von Ruchkmdrgkeit und Abgeschlossenheit geworden rst, dre immer nur dann von allen Dynastien ansgebaut

Kun rhre Heere die Stoßkraft zum Angriff verloren halten .und dre Angst vor dm ständig anstürmenden Barbaren wuchs: diese Mauer rst .sicherlich das rmponrerenöste Bauwerk der Erde, und wer ie ryre Zürnen und die klotzigen Türme, deren Quadern so fein aufemanoergepaßt ltnb, daß man fairm die Fugen erkemreu kann gegen die über der fernen Mongolei in rötlichen Gluten untergehende f2" ne gesehen hat der wird ihren Anblick nie vergessen. Diese

^brbt ür Welt redende Erich v. <oalzmcrnn rn einem ge- dmrkenverchen Auffa^ über Betrug und Umgebung, der im Januar.

& Klasrrms Monatsheften abgedruckt ist Noch LA lAr w 000 chinesische Merlen hin das größte Bamverk der Erde die chinesische Mauer, der die Mandschn-Herrscher ihre jetzige Gestalt gaben^ Schon im 3 Jahrhundert v. Ehr. begann Ler große ti der Bücherverbrenner, der den feudalen Ende machte, den Bau dieses gewaltigen Bauwerkes.

Alle folgenden Dyimstten haben an der Mauer wertergebant, haben

die Bässe mit immer neuerr Mauern 1 ÄS^ Befestigungsgruppen versehen, so daß au den! SSg!", wie bewnders m dem Nankautal nördlich

a ! id £ eu ^Ol^bmer, der Mongolei kommenden be- Ä^n Bc^arerihorden durchrerten mußten, ganze Gruppen von SSf. 1 ? bmnav.anbex entstanden, die oft genug rück- K Ucilften Bergkämme hiiuvegziehen Gerade das ^ fet! Nrsnten der Embn,ck>svunkt für jene nnkuttt- »^.obkrer geweseil. dre sich in die warmen chinesischen Nester ^blten Ebenen des Ostens setzen wollten. Das Tal wirb seiire Ubutung m diesem Srime me verlieren, und selbst wenn der inffi- j]> ouj ocm h'rn/.i ^chirti.'N von neuem seinen Vormarsch

antreten sollte, um das blaue Kreuz im luei&en Felde über die eiS- freien Hafen des Großen Ozeairs wehen zu lassen, dann werden sich wre vor tauierrd, zweitausend und dreitausend Jahren wiederum bt($ lebten eben um jene Befestigungen absprelen, die heute

leder Fremde, der irach dem Norden Chinas kommt, atemlos stau­nend ob der Klihnhert ihres Baues bewundert

. - fl 3 fL r V e {b . e r Margari n e. Die Margarine tragt von Beginn ihrer Fabrikation und Berrutznng an chle Kemr- ^ - ^--/E^.^vsatzmittels zur - Schau, wann auch ihre Herkunft aus beslenr ttrndertalg sre in gewisser Weise wieder unchemisch und ..echt erscheinen laßt. Sre ist eben vornehmlich noch solides Frie­dens ersatzmrttel, das, da ein großer Teil des Talges Auslandsware »var, letzt ebenfalls, wie die Bittter, in seiner Produktion beschränkt und rn fernem Preis stark gestiegen sein Muß. Trotzdem kommt der Margarine noch rn so hol-em Maße der Charakter eines Uni- versaffpersefettes zu, lxrß die Geschichte ihrer Erfindung schon um der remlrchen Herstzelbmgswerse derKunstbrrtter" wlllen, die m gewisser Werse ein N-rbild für viele Ersatzmittel abgeben körmte, auch rni Kriege des allgemeineren Interesses versichert sein darf. Dre Mregmrg Zu rhre, Erfiirdmrg gebt auf einen Auftrag Napo­leons HI. zurück, der durchs den ChemrVer MFge-Mouri^s für das .Heer nnb dre ürnnwen Bolksschichton einen billigeren und üatt- baveren Fetts^ff yergestellt haben wollte, als ihn dis Kuhbutter fwt- ftente. Der Weg, derr Möge-Nävnrrös ein schlug, um einen Ersatz für dre an sich ideale Butter zu finden, ist äußerst interessant. Gr Säl?2- bcit BvvzeH der in der Kuh bei der Erzeugung des

MrrlchsetteZ aus dem Körperfett, also dem' Rirrdertalg, sich abspiest, streng zum Vorbild. Wre einem Bericht derNaturioissenschaflen" zu entnimm rst, stützte er seine chemischen Fabrikatronsfolgö-, rungen auf dre fundameirtale Unberscheidnirg, daß der an Stearin- saure reiche Talg hochschmelzend, die Butter wegen ihres starSen Anteus an entltearinffierten Fettsäuren niedrig schnrekzend ist. Es galt also, dresen chemischen Vorgang im Laboratoriunr nach- ahmen zu können. Dazu wurde der grnndlrchst gereinigte und ge- schmolzsne Rrndertalg in Räumen von 25Z0 Grad Celsius zuv Krrslaltrsatron gebracht, hierauf durckr hydraulische Pressen seines testen Anteils beraubt und in der verbleibende flüssigen Form in 5 ^'gneter Werse mit Milch und Pflanzenölen behandelt, lim alsäilrchem Berkaus als Naturbntter vorzubeugen, »oar vor denv Krreg em Zusatz von 10 Prozent Sesamöl Vorschrift. Dentfckib land allem pwdlrzrerte vor dem Krieg für 300 Millionen Mark Margarrne.

vüchettisch.

, ^ 9 Im Zeppelin g e g e n B n k a r e st. Geb

1 Mk., gebd. 2 Mk. Verlag August Scherl, G. m. b. H. (Berlin). - In flott gezeichneten Bildern entrollt uns der Verfasser das innere Leben auf dein Luftschiffe während einer erfolgreichen Kriegs- ahrt, zeigt uns O'fiztere und Mannschaften und die besonderen Gefahren und Anstrengungen während des Angriffs auf Bukarest das sich mit hundert Feuerschlündcn wehrt und doch die lieber- legenhett unserer Z-Lustschiffe zu spüren bekommt. Eine neue Welt tut sich vor uns auf. voll technischer Wunder, voll Abenteuer, voll wiffenschastlicher Ronrantik.

* cT ^onVel Hagen LKlasings Monatsheften ist das Januarheft erschienen, gehaltvoll und abwechselungsretch wie rmmer. Die Freunde edler neuzeitlicher Kunst werden besonders

Jnux"* IfVi* t)cn ben ^ arl)cn der Originale wiedergeqebenen Bilder stellen wirklich hervorragende Leistungen dar. Intereffant

Ö mr® { l en l r f Bodes Bemerkungen über den alten holländi- schen Maler Brekeleukam, der neuerdings ittimer mehr aelchatzt also gewissermaßen neu entdeckt wird, und ein Anssah über da,' neue große phantasievolle Radterungswerk des eigenwilltoen Lein- ziger Künstlers Max Kltnger. Aber auch die Interessen der Geaen- war, kommen zu ihrem Recht, Ter literarische Teil des Heste, ist nngewohnltch reich. Romane, Novelle» und Skizze» von Juliane Karwalh, ^lctor Fleischer, Ferdinand Kimzelnmnn und Franz Hermann M-isner b.eten einen gehal,reichen, int-r-ssanten und spannenden Lesestoff.

Schci'tlettung: Fr. R. Zen.;.

Abstrich-Rätsel.

Linde, Brest, Glauben, Artus. Leder, Heer, Liurmat.

ü t^ on lbde'n Wort sind zwei Buchstaben an beliebiger Stelle zu reichen. Tie stehenbleibenden Buchstabengruppen bezeichnen in -ungemätzem Zusamnienhnng, was unsere Helden im Felde be­sonders erfreut.

(Auflösung in nächster Nginnrer.)

Auslösung des magischen Dreiecks in voriger Nummer r B

R A I N N A D E N N I 0 B E D l E N E K

Zwillnigsranddruck und Versa, der Arnhi'sch-n l,»Ioersi,t>tS-Vuch. und Stcti;brMcfe-.ei. R. l'm, a e, Gichen.