Ausgabe 
17.1.1917
 
Einzelbild herunterladen

Königsträume.

Roman von Karl Busse.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

..Meine Herren!" tönte da Kasimir Rzonkas Stimme mächtig darein,,ch freu- nrich über Ihre Wahl von ganzem Derzem Warschau hat man die gleichen Anschauungen, oiuu Beweise dessen lege ich hier ein Reskript der provisorr- tchen Regierung vor, wonach unter Voraussetzung Ihrer Zu- ftimmung Graf Napolevii Stanislaus von Rutkowski zum Oberbefehlshaber aller aus den preußisch-polnischen Gebieten herbeistromeichen Kämpfer ernannt wird. Ihre Zustimmung rjt iil freier Wahl erfolgt: kraft dessen erkläre ich diese Er­nennung für gültig. Hier ist das Patent!"

Psia krew!" sagte Degorski,man hat eine feine Nase iii Warschau!"

,l . lau uns," fügte Kozlowski hinzu.

Noch eins," wandte sich Kasimir Rzonka an den Grafen, ich handle nach den Befehlen, die mir geworden sind'"

Seine Augen waren groß und ruhig. Er sah ihn an.

Es ift der Wunsch der Regierung," sprach er langsam, daß ich, natürlich unter Zustiinmung des Herrn Grafen) wahrend der Dauer des Ausstandes mit dem Titel General adjutaiit dem Oberbefehlshaber attachiert werde. Das ent- spreck)ende^ Dokument,, das Ihrer Unterschrift bedarf, über­reiche ich hiermit. Tiiite und Feder stehen wohl zur Verfü gung."

Napoleon Rutkowski hatte Falten auf der Stirii. Die Hand, Mit der er das Schriftstück über die Ernennung Rzow seinem Generaladjutanten entgegennahm, zitterte leicht. Mit finsterem Blick sah er den Abgesandten an Der stand -ruhig.

Weshalb erfahre ich das jetzt erst?" fragte der Graf. Ei sprach nicht laut. Im Durcheinander der andern hörten nur die nächsten die Frage.

Weil Ihre offizielle Belehnung mit dem Oberkom­mando vorausgehen mußte," erwiderte Kasimir Rzonka.

- -Mir scheint, als sollte ich Er- wollte fortfahren: einen Alifpasser an die Seite kriegen." Aber er bezwang sich gewaltsam tauchte die Feder ein und setzte feinen Namen J# cr b * e fluide. Mit leisem Klingen brach die Feder beim etzten Buchstaben ab. Der Druck der Hand mochte zu stark f nf ^ r ^onkas Gesicht flog sekundenlang ein fetne^ ^acheln Mit tiefer Verbeugung nahm er das Patent entgegen.

hnt ? abe 'A b bnn den Herren die Mitteilung zu machen, dap der Herr Graf als der erwählte Oberbefehlshaber die Gnade hatte meine Ernennung zu seinem persönlichen Adju- te ^^ollzrehen. Ich tverde also die Ehre haben, Schul­ter an Schulter mit den Herren kämpfen zu können"

..Bravo!" rief KozlowskiSagt selbst, Brüder, kann

trocken?"^ trtKfen f ^ en? ® cit hKtTm W bie Begeisterung

^ ließ Sekt kommen. Die Pfropfen knallten Baktia stürzte Napoleon Rutkowski das erste Glas hinab. 0

1 - l ntx , Nlhrer!" rief Kasimir Rzonka.Auf die oaelhelt, Bruder! Tod den Moskowitern!"

^nmer von neuem klangen die Kelche zusammen, immer ^uneuem schäumte die weiße Blume, tanzten ^ePer^nim goldenen Wem. Heiß« wurden die' Härter, Wi(ber bk

i "^ UlbC ' Herrbrüder," rief Degorski,es sagt mir noch trinken ktege'n ma,m meirte Säbel zu

bereitungeit ? teUn ^ en ' Ian8e braucht Ihr zu den Vor-

Acht'Tage sin7'genug!^ 9 ^"' f ° * ^ nefT

, "®T ciTn J r genug!" lärmte Degorski.Beim schwarzen

fritXriuSl uns Gott schütze: Mir wäre wohl, ivenn^ch ^uben Ware und an die Feinde käme "

Rhbsczynski batte lange geschwiegen. r-b"d^?uchst mcht so wert dazu zu laufen," sagte er jetzt näher sitze/"^ 3 ^ nbc d^ens und der heiligen Kirche, die

selts^ hinein ' [iqemeine ^hlichkeit scholl seine Stimme

Es ward stiller.

Wie meinst du das?"

fT mt »u glühen.Ich meine," sprach er laut,daß wir sind w,e die Toren. Wir ziehen gegen den

U -> ia P m ben ® eiltb irt der Slalw ruhig gewahren, daß er Zwietracht sät und seinen gottlosen Samen unserer Brüder streut. Für wen lampst ihr? Ort« Palen, dessen Königin und Schirmherrin die qebenedeitc .^ungfrail ist; für Polen, das unterdrückt und geknechtet ist und frei und groß werden soll unter den Staaten der Erde Habt ihr euch ,emals gefragte Warum soll es groß werden? Damit ihr eitel fern könnt auf seine 'laätf uni Größe?

SmumSmS* b ?' P? r Dann ich nicht unter euch! Nicht irdische Ziele sind uns gesetzt; nicht diese Welt ist

"<^re L«mat. Was tat' es, ob wir als Herren dahinlebten °ber ab.- Knechte anderer Volker? In der Knechtsgestalt ging auch der Heiland dur,h die Welt und war doch-der König

lipfcÄf '(wu er r bms ist, worüber wir wachen müssen^ Ueber das Erbteil, das er uns gelassen, über die rechte ul 1 b'e heilige Kirche, die sie bewahrt. Und seht tzin nach Osten, seht hm nach Westen: Die Burgen des Teufels bauen sich aus, rechts uns links, und von zwei Seiten über­zieht uns der böse Feind, um uns die rechte Lehre zu. rauben. Leine Diener sind an der Arbeit. Polen, der Schup

^ deshalb Aiefjen wir das Schwert, die

treuesten Söhne der heiligen Jungfrau, um Polen frei und