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frier setzte John friggs b-cit .fröret ab Der Schweiß WM ihm auf die Stirn getreten — aber nicht nur vor Hitze.
..Verteufelt!" murmelte er, „ich glaube, ich bin verrückt ge- tvvrden! . . . .Ter Kerl am Telephon sieht auf irgend eine geheimnisvolle Art . . oder aber — ich bin reif fürs Irrenhaus!"
„Herr Präsident," erklang da wieder die Stimme, „Sie greiseil sich an die Stirn. Sie sind verblüfft, he? . . . Freut mich. Freut mich ganz außerordentlich. Gutes Zeichen für mich und meine Er- sindung."
„Herr des Himmels," brüllte jetzt friggs halb entgeistert, halb wütend in den Apparat' „sind Sie ein Geist, Mann, oder ein unbekanntes Genie."
„Natürlich das letzere, Herr Präsident! . . . Halten Sie mich jetzt für würdig, Jhlren meine Erfindung — das „sehende Telephon" — anzubieten?" .
„Machen Sie keine Witze," rief der Präsident zurück.
„Mache ich auch nicht," erwiderte die Stimme. „Oder wollen Sie leugnen, daß Sie sich jetzt schtneuzen? U-ebrigens, mit einem hellgrünen, braun eingefaßten Taschentuch, wie ich sehe!" . . .*
Higgs prustete vor Aufregung. Kein Zweifel, hier konnte kein Schwindel vorliegen. Ter Fremde am Apparat sah wirklich durch das' Telephon?
„Hallo, hallo," brüllte friggs. Kommen Sie sofort herüber, Mann Gottes! Ich Paufe Ihre Erfindung! Ich zahle jebcit Preis! Kommen Sie! ..."
Er legte den Hörer auf die Metallgabel und ließ sich fassungslos in den Schreibsessel fallen. —
Kaum fünf Minuten später meldete der Diener, daß Mr. Fox, der Erfinder des „Sehtelephons", da sei.
Gleich darauf stand Herr Fox leibhaftig im Zimmer. Er ivar ein noch junger Mann. Kaum meh» als Zwanzig. Sein Anzug war sauber, aber nicht gerade kostbar. Seine Augen waren klein, lintb der Präsident tarierte sie nM dem? KeulnerdAck seiner Geschäftsübung auf „listig" und „phantasievoll".
Mr. Fox verbeugte sich, murmelte seinen Namen und ging dann sofort aufs Ganze, indem er ruhig fragte:
„Also — wieviel zahlen Sie?"
„Wenn Sie mir Ihre wunderbare Erfindung vorgeführt haben," begann friggs vorsichtig . . .
.. -Erlauben Sie!" fuhr Mr. Fox dazwischen. „Genügt Ihnen die Prooe nicht? Dann kann ich ja wieder gehen und mich an einen anderen Geldmann wenden."
Dabei drehte er sich auf dem Absatz um.
„Halt!" rief der Präsident. „Um Gottestvillen, bleiben Sie!
. , Natürlich bin ich überzeugt. Wer könnte nach unserem Ge
spräch tuxf> zweifeln? Aber ich muß doch die Erfindung — ich meine den Apparat oder was es ist — doch sehen. Tie Aussüh- rungskosten berechnen und so weiter . . ."
„Gerne," erwiderte 'Mr. Fox liebenswürdig. „Sehr gerne. Doch vor allem bitte ich Sic um einen Vorschuß!"
„Wieviel?"
^ „Fünftausend Dollar, schätze ich, wird nicht zu hoch sein. Das ist die geringste Garantie, die ich verlangen muß, bevor ich Ihnen mein Mittel zeige. Geben Sie mir einen Scheck a!uf die Summe, ünd ich bringe Ihnen in einer halben Sstmvde die Erfindung inZ frans."
Ter Präsident zögerte einen Augenblick. „Gut," sagte er dann.
Einrge Minuten später war Herr Fox mit dem Scheck abgezogen.
Ter Präsident wartete. Er war vor Spannung unfähig, zu arbeiten Eme Viertelstunde verging. Zwanzig Minuten. Neun- Unrnwauzig ... Ta trat der Diener wieder ein und überreichte ein „dringendes" Expreß-Stadt-Telegramm
Ter Präsident brach es aus und las:
„Bester Herr Higgs! Begeben Sie sich in das Telephonzimmer in der achtimddreißigsteir Etage deö Ihnen gegenüberliegenden Hauses und blicken Sie während des Sprechens durch das Fenster Tann inerden Sie ebenso klng sein wie ich' Mit bestem Gruß und herzlichen Tank für die Fünftausend, Ihr ergebener Fox."
John Higgs ließ sich/ an diesem Tage nicht mehr ans Telephon rufen.
vüchertisch.
— Eva Merl y n. Ein Buch des Frühlings unb der Liebe. Bon Johannes Wiegand. Geheftet Mk. 3,50. Gebunden Mk. 5,—. Verlag Grellstem & Co., G. m. b. fr., Leipzig. — Der Roman be- handelt in ivunderooll dichterischer Art die tiefe und große Leidenschaft eines Mannes, den eine wahre Liebe packt. Der Roman ist ästhetisch so fein, wunderbar schlicht und lebendig erzählt, daß mau init den Menschen sozusagen leiblich verkehrt. Er erzählt dabei eme Fülle tiefer und edler Gedanken über Liebe lind Ehe. Die
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einzelnen. leifoneu sind außerordentlich scharf herausgemeißelt, obendrein ist das Ganze in tiefe Stimmlmg getallcht. Der Alltor ist e:n glänzender Stilist, dem es auch gelingt, die kleinsten schattenhaftesten Gefühle darznstellen.
— M \ t der Garde i in O st e n. Feldbriefe und Kriegs- Tagebnehblätter vo»i Lic. theol. Eberhard Naumann, Domprediger -n fralle i3aale), vokn 1. Dttobet 1914 bis I September 1915 frei.vil.'lger Feldgeistlicher bei der 4. Garde-Jnfanterie-Brigade
vielen Kunstbeilagen unb mehreren Ueberstchtskarten. Pret' 3 Mk. — Der früher erschienene Band »Mit der Garde m Welten" hat eine ausgezeichnete Äusnahnte tm Heere flcfunbeu ^Jclbe Eillzelbände sind ilunmehr oncfr tu einem Bande ge- bllnden zunl Preise von Mk. 5,— für das in Leinen gebundene Exemplar erhältlich.
— frans Grimm: Der Gang durch d e n €> a n & und andere Geschickten aus südafrikanischer Not. Umschlag- und Embandzelchmmg von Heinrich Jost. Preis c, h (et 5 Mk., in Leinen g wunden 7 Mk. Verlag von Albert Langen in Müncheil.
„Geschichten and sndasrikallischer Not^ hat einer unserer be,ten Kenner Südafrikas geschrieben, und einer, der daß ferne raub mit schöpferischen Knnstleraugen gesehen hat mld Kunde von dem zu geben weiß, was er sah unb innerlich erlebte. Es ist die Kriegsnol, die allen den Erzählungen den Hintergrund gibt. Sie spielen teilweise im Bnrenkriege, teiliveise im heutigen Weltkriege. Aber es ist dennoch kein Kriegsbnch, das uns hier geschenkt wird, sonderi» ein Buch von Menschen, höchst lebendigen, ihr Dasein stark erlebenden Menschen. Wie atls Granit gehauen, stehen die'e Gestalten in großen, einfachen Umrisseil vor uns, jeder mit beid n 6"ßen fest ans dem Boden seines Volkstnms, ob Deutscher ober B"r, Engländer, Schwarzer oder Brauner.' Der große epische Zug gegt durch alle diese Geschichten, so verschieden sie ihrem Stoffe nach auch sind.
Artur Fürst und Alexander Moszkowski, Das Buch 5er 1.0 0^) W " nder. sUmschlag- und Einbandzeichnung von Lu- cran Bernhard. Preis geheftet 6 Mark, in Leinen gebündelt 8 Mark. Verlag von Albert Langen in' München. - Hier haben wir ein neues Werk, .das im Bereich der Literatur einen eigenen! Platz entnimmt. Es hält in überraschender Weise genau die Mitte zwischen einem Unterhaltungsbtlch unb einem populär-wissenschaftlichen Werk. Wer ,es als einen großen Weltall-Roman voll außerordentlicher Begebenheiten liest, wird befriedigt sein. Aber auch wer Belehrung flicht, findet eine fast erdrückende Fülle unterrichtender Materials. Es ist eme Perlenkette des Wunderbares aufgereiht, deren einzelne Glieder, iveun sie an den Augen brt Lesers vorüberziehen, diesen immer von neuem staunen lassen, Mit großenr Geschick haben die als glänzende Darsteller wissenschaftlicher imd technischer Probleme bekannten Verfasser aus dem Riesenreich der Wissenschaft die interessantesten Tatsachen mitgeteilt, deren Inhalt einen großen Kreis kräftig anregen und aufs tiefste iimerlich ergreifen muß. Das ganze Buch ist ein Hohes Lied auf die Herrlichkeit der Schöpfung, das in großartiger und, klarer Melodie ertönt. Bon den sieben Weltwundern der Alten geht es zu den modernen Bauivundern, wir hären von den Wun dern des Menschenlebens, den körperlichen ivie den geistigen: aus dem Tierleben werden uns so erstaunliche Dinge offenbart, daß man ein Märchenbuch zu lesen glaubt. Höchst anregende mathematische Probleme und entzückende Spielereien zugleich enthält die Abteilung Zahlenwunder; die Wunder des Wahns erzählen von den merkwürdigsten Verirrungen der menschlichen Seele, das der Mystik gewidmete Kapitel schildert geheimnisvolle, oft seltsam erschütternde Erlebnisse solcher Menschen, die sich von Geistern umgeben glauben. Auf einem frochiveg der Wissenschaft wieder wEndetn ivir, ivenn wir von den Wundern der Hrde imd den Wundern des Himmels lesen: hier werden die prachtvollsten Blätter aus dem großen Buch der Natur vor aller Augen weit anfgeschlagen. Ueberrascheudr Seltsamkeiten bringen die Wunder der Sprache, und die Wmrder der Schönheit stellen uns die annrutigsten Kinder der Mutter Natur in blendendem Lichte vor. „Das Buch der 1000 Wunder",, das als ein stattlicher, vorzüglich ausgestatteter Band im Verlag Albert Langen in Münchetr erschienen ist, bedeutet eine wichtige Bereicherung unserer Literatur. Es wird jedem, der es liest, Genuß und Belehrung zu-gleich gewähren. Auch für unsere reifere Jugend ist es sehr geeignet, und es kamt auch zur Versendtmg an unsere Krieger im Felde bestens empfohlen werden, da es kaum ein zwei tes Werk gibt, das eine solche Fülle von Bekehrung in unterhaltenderer und faßlicherer Form darMe.
5kat-Ausgabe.
Mittelhand erhält folgende Karte:
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Q <2>
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Sie tourniert Treff-Buben und sagt mm Grand an; im Skat liegt noch Pique-Sieben. Das Spiel geht verloren. - Wie waren die Karten verteilt und wie wurde gespielt?
Auslösung in nächster Nummer.
Auftösung der Charade in voriger Nummer:
Mangel (Wäscbrolle), Hast; mangelhaft.
Schrinleitungi Fr. R. Ziuz.-Zwiliiugsruuddruck und Verlag der Brühl'schen Universitätr-Buck- und Steindrückerei. R. Lauge, Gießen.


