Ausgabe 
27.12.1916
 
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spendet int Novemberheft von Velhttgen & Klasings Mvnalsheften mit höchstem Interesse. Bölsche schreibt darin: Ms Cha misch und seine' Leute zu den polynesisch-en Radackern kamen, die noch nie eine Ziege oder ein Schwein gesehen hatten, rissen sie ans vor diesen dämonischen Ungeheuern: nachher sollen die in der Südsee dann gelegentlich ihre Naturgeschichte so eingerenkt haben, dast es, da es nicht Ratten noch Hunde wären, nur eine Art neuer Vogel sein könnte. Das unbedingt älteste Ikfüimt gewordene Sck-weineporträt finde ich an der Decke der berühmten Höhle von Altamira in Spanien, gemalt von der Hand eines Stemzeit- mensck-en der Tckuvialzeit. Es ist übrigetts vorzüglich tind stellt einen riesigen, blindwütigen Eber in tollem Ansturm dar. Es ist eine lange Reise: zwischen diesem Urschwein der Kunst, dem manche F-orscher seine dreißig tau send Jahre vor unserer Zeit geben, und dem guten Drmrrferkel Harts Dralles beim Röeisler Busch, das durch, Bienenstiche plötzlich fett unb in dieser Ballongestallt vom Schweinetreibec für zwanzig Täler erworben wird, (was notabene noch« nicht der halbe Preis heute auch ohne Bienenstiche wäre). Von Sndasien must das Kulturschiwein schon in prähistorischer Zeit einerseits bis China im Osten, auf der anderen bis zu uns selber ins Herz von Europa gekommen sein. In den Pfahlbauten hegten sich bereits indische Zuchtschweine, deren Blut sie dort und später erst mit eigenem europäischen Wildschweinblut aufgefüllt und verschnitten haben. Auf dieser Wursterde leben heilte übrigens mehr als 200 Millionen Kulturschweine, also in: Dllrchschnitt au? siebeneinhalb Menschen eins; m Deutschland allein gab es vor Kriegsausbruch rund 24 Millionen, macht fast auf je 3 Köpfe eins; Nordamerika, dessen einheinrisches Sch'.vein nie gezähmt wordeu war, ist in den letzten vierzig Jahren von 33 Millionen ans 50 gestiegen, China blüht als uraltes Schweiueparadies fort und arbeitet iit die Zuchten der ganzen LLelt fortgesetzt hinein: mrd selbst das ferne antipodische Neuseeland, das bei seiner Entdeckung feilt einziges echt einheimisches Säugetier besäst, war schon nach weniger als huildert Jahreil stellenweise so mit wieder verwildernden Kultur- sckweinen überschwemmt, daß Ulan deren in ein paar Monaten ail glerckem Fleck 20000 Stück erlegen konnte und eine allgemeine Landplage darin zu scheir begann. Zum Schlust mitst ich iloch ein Wort zum Sckweineschwänzlein sagen. Es hängt anr Schi nein ivie ein humoristisches Nachwort, ein Berslein am Ende einer dicken Chronik, die Arabeske einer Schlustleiste. Ist es etiva blost ein be- quemer Henkel für den guten Fettopf, den wir Menschen uns aus dem alten Sumpfschratt gemacht haben? Ich glaube, dast wir in ihm vielmehr eine wirklicheKnilstfornr der Natur" vor uns sehen. Das wilde Schwein als Sumpftier legte aut des Schwänzchen schon tvenig Wert. Im Kulturschwein scheint es danir völlig im Sinne der Nützlichkeit degeneriert zu sein. Aber gerade so geratest Naturorgaile vielfach in die Linie einer anderen, noch höchst ge­heimnisvollen Bildungstendenz der Natur, die in der Tat unserer Kunst ähnliche, jedenfalls rhythmisch stilisierte Gebilde begünstigt. Wozu? Ja das ist wie ber unserer Kunst. Wozu stilisieren mir oder macheu Sähe zu gänzlich nnnützlichen (nein, Lyrik bringt wirklich, nichts ein> Versen und so weiter? Tie lebendige Natur ist an allen möglick-en Stellen tatsächlich voll von solchen ornamentalen Luxus."

* Die A u f b e w a h r u n g des Winterobstes ist in Haushaltungen, die Zentralheizung haben, sehr schwierig. Ter Keller ist zu warm, die Früch>te werden vor der Zeit runzelig und büßen an Geschmack ein. Um sie gilt zu erhalten, lege man sie in eine Kiste, die man ans dein Grund mit Torfmull bedeckt: etwa 3 Zentimeter hoch kamt die Schicht sein. Die Aepsel werden mit dem Kelch, nach unten gelegt und wieder eine Schicht des Mulles darüber gebreitet, so wird fortgefahren, bis die Kiste gefüllt und der Teckel darauf kommt, Auch kann inän jeden Gipfel in Papier einwickeln mrd in eine Kiste oder Fast legen. So anfbelvahrte Aer-sel hakten sich, bis zum Frühjahre, die Schale ist glatt und das Aussehen so frisch wie vom Bamn.

vüchertisch.

F ü r F r i e d e n s b e t r a ch t u u g e n. Je sicherer Tentsch- land und seine Verbündeteit dem Siege entgegcngehen, desto stärker wäch.st heute im ganzen Volke das Bedürfnis, sich mit den Aus-, sichten und Aufgaben des Friedensschlusses zu beschäftigen. Ms eine Grundlage für solche Friedensbctrachtungen erschien soeben im Verlage der Carl Flemming A.--G. zu Berlin die erste Nummer einer neuen, von Professor Tr. Kettlet herausaegebenen Reihe von Karten, die den Sammel-TitelFlemmings Friedens­karten" führen. Tie vorliegende erste Nummer dieser Friedens- karten erschien unter der BezeichnungPolitisch geographische Grundlagen Europas für Friedensbetrachtungen" und besteht aus drei auf einem Blatte vereinigten Einzelkarten; eine derselben behandeltKriegsstand-Gestchtspunkte", auf der zweiten sindGe­schichtliche Gesichtspunkte" dargestellt und die dritte gibt ein Bild derVölkischen Gesichtspunkte". DieKriegsstand-Gesichtspunkte" bringen die Landverluste einerseits der Mittelmächte, andererseits der Entente-Staaten seit Kriegsbeginn zur Darstellung und bringen

eine ins Auge springende Veranschaulichung des glänzen^ den Standes unserer Sache. DieGeschichtlichen Gesichtspunkte" enthalten eine Reihe von alten historischen Grenzen, Heren Er­innerung naturgemäß für die heutige Frage des Tages von größtem Interesse ist.

Ludwig Tho ma , B r a u tschau Dichters Eh­rentag Die kleinen Verwandten. Drei Einakter. Preis geheftet 2 Mark 50 Pfg., gebmrden 4 Mark. Verlag von Albert Langen in München. Ludwig Thoma, der gerade auch auf hem Gebiet des heiteren Einakters mehrere seiner größten Erfolge errungen hat, bietet uns in diesem neuen Zyklus dret vollwertige Proben seiner bühnenbeherrschenden Kunst. Diese Stücke, die auch an unserer Bühne einen großen Erfolg zu ver­zeichnen hatten, sind austerordentlich lustig, machen aber der Lach- Wirkung nirgends literarische Konzessionen. So gilt diese kleinen Stücke szenisch aufgebaut smd, ihr Hauptwert lieat doch in dem geradezu glänzenden Dialog, hinter dessen verblüffend sicheren Leichtigkeit mit der Kenner die ernste Künstlerarbeit ahnen wird, die ihn geschaffen hat. Der große Theatererfvlg der drei Lust- spiele hat sich eingestellt, Und das eröffnet auch der Buchausgabe die Aussicht darauf, von den Verehrern Thomas ebensoviel ge­kauft ßn werden wie die früheren erfolgreichen Bühnenstücke des Dichters.

Frauenberufsfrage n nd B e v ö l ke r n n g s po - lit ik. Jahrbuch des Bundes Deutscher Fvauenvereiue 1917. Im Auftrag des Bundes Deutscher Frauenvereine heransgegeben und bearbeitet von D r. Elisabeth A l t m ann - G o t t h e i n e r (VII u. 117 S. u. 150 S.) Verlag voit B. G. Tdubuer, Leipzig ' Und Berlin. llrUüa: den Kriegsproblemenhinter den Schützen - grüben" stehen mit in erster Linie, zugleich bedeutsam in die Zu­kunft weiscud, die de^ Frauenarbeit und der Bevölkerungspolitik. An keinem aber sind die Frauen selbst unmittelbarer beteiligt. Ihre Stimme zu hären, wipp darum für jeden wertvoll sein, der diesen wichtigen Fragen nachdenkt. So darf es auf das Leb­hafteste begrüßt werben, daß der Bund deutscher Frauen- vereine sich entschilipssdn hat, die auf seiner letzten Kriegst tagung in Weimar gehaltenen Vorträge über dieFrauenberuss- srage und Bevölkerungspolitik" iit einem Sammelbande im Ver­lage B. G. Teubner herausgegeben.

Der Schrebergarten. Praktische Ratschläge zur Ein­richtung und Bewirtschaftung von Schreber-, Klein- und Haus- gärten. Von Heinrich Hinz. Mit 2 Plänen. Frankfurt a. d. O. Verlag von Trowttzsch & Sohn. Preis 25 Pfg. Als Laie tu der Gartenkunst braucht der Schrebergärtner vor allein eine wohl­seile Anleitung, die ihm kurz und leicht verständlich über alle Fragen im Kleingartenbau Auskunft gibt. Ein solcher praktischer Ratgeber und Führer zum Ziele der Erlangung bester Garten­früchte für den eigenen Hausbedarf soll ihm dieses Büchlein sein.

- Deutscher Wille (Kunstwart), l. Dezember­heft 19 16. (Kriegsansgabe zu ermäßigtem Preis. Vierteljährlich 3,60 Mk. Verlag von Georg D. W. Callwey, München.) Bauern und Städter", Dr. Wilhelm Stapel.Warum keine Reichskirche?*, Professor Dr. Heinrich Weinel. Dr. Ernst Weber: Zur Frage der nationalen Einheitsschule/ Tr. Ferdinand Aveuarius :Born kostbaren schönen Buch." AvenariuS:Cant und Geschäft." Zu Friedrich Lifts siebzigstein Geburtstag, Dr. Theodor Heust. Rundschau.

Kürschners B ü ch e r s ch a tz. Band Nr. 1095 : Die Kameradin. Roman von Julius Knopf. 94 Seiten Um­fang. Preis 20 Pfg. Herrn. Hillger Verlag, Berlin IV 9, Potsdamer Straße 124/125.

Hätfef.

Ein Alpenkräntlein steht allein Auf sturmumbrausten Bergesgrat;

Es glänzt darauf wie Temuntfchein, Wie glitzernd feuchte Tränensaat.

Dem Demantschein als Herz gib , 2 ", Dem Kräutlein schenkee" statt ,a". Nun schreib's zusammen in ein Wort: Ein Feldherr zeigt sich dir sofort. .Auslösung in nächster Nummer.

Auslosung des Kreuzrätsels in vonger Nummer 1 EON 6 6 6 i 1 U

Heil b r 0 n n Gelb s acht Neur u ppin 0 c p u h i n fc u

Schristleitung: Fr. R. Zenz. Zwitlingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.