Ausgabe 
20.12.1916
 
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vüchertilch.

DieschönstenGeschichtenderLagerlöf. AuSge- wLhlt und eingeleitet von Walter von Molo. Einbandzeichnung von Feiger. Preis in vornehmem Pappband 3 Mars. Verlag von Al­ben Laugen in München. Ein deutscher Dichter von hohem Rang, Walter von Molo, hat den Drang empfunden. der großen schwedi­schen Dichterin seine Verehrung und Bewunderung dadurch auszu­drücken, daß er die schönsten ihrer Geschichten gesammelt herausgab und ihnen eine wundervoll geschriebene Einleitung vorausschicktq. Was Walter von Molo aber besonders dazu antrieb, war die Ab­sicht, Selma Lagerlöf dem deutschen Volke in seinen weitesten Kreisen noch naher zu bringen, als sie ihm schein heute steht. Der Verlag von Albert Langen hat diese dÄficht mit großer Freude begrüßt und sie sich auch seinerseits zu eigen gemacht. Er trug dafür Sorge, daß dieses schöne Buch in einer seines Inhalts würdigen Form erscheint, die es zum Schmucke jeder Bücherei macht, und dabei trotz des stattlichen Umfangs und der im besten Sinne vornehmen und reizvollen Ausstattung zu einem Preise, der die Anschasfimg jeder­mann ermöglicht. Für den, der die Lagerlös bisher noch nicht kannte, wird dieser Band außerdem ein Werbebuch werden, daS ihn hinführt zu ihrer großen, zeitlosen Kunst. '

Lotte H agedo rn, Roman von Fel ix Phitippi (Verlag von Ullstein 6c Co., Berlin). Das erste wie das letzte Ka­pitel dieses Berliner Roinans hat zum Schauplatz die von festlich «stimmten Massen erfüllte Straße Unter den Linden. Kremser, Landauer und Droschken rollen cnn Dimmelfahrtstagr 1869 zum Brandenburger Tor hinaus, mit Tschingtratata und Trommel­schlag kommt die Schloßwack^. in den alten Bäumen der Via triumphalis leuchtet die Sonne. 16. Juni 1871: Tribünen am Pariser Platz, mit goldenem Lorbeer umwundene Ehrenpforten, durch das B«lndenburger Tor marschieren, Eichenlaub an den Bajonetten, die Truppen ein. Das sind die Kalenderdaten, die die Handlung des bald ergreifenden und spannenden, bald auf liebenswürdigen Humor gestimmten Buches von Felix Philippi begrenzen. Frau Lotte Hagedorn gibt ihm den Namen, die Tochter des Kommisswnsrats Schlegel, die schöne Gattin des Bankiers in der Jagerstraße. Von ihrer Ehe an der Seite des leichtsinnige^ Spekulanten erfahren wir, durch dessen Schuld das Haus zusam- menbricht, von ihrer Treue für den Jugendgeliebten und von dem rnit Lachen und Weinen hingenommenen Glück ihres empfindsamen Herzens

Meister deutschen Humors. Mit einer ästhetischen EinleitungVom Wesen des Humors" herausgegeben von Max Bruns. Änbmrdzeichnung von F. P. Glaß. Preis in Leinen ge­bunden 3 Mark. (Minden i. W., I. C. C. Bruns' Verlag.) Was die Meister deutschen Humors von den Eulenspiegel- und Schild­bürgerbüchern bis ans unsere Tage an Ergötzlichem und Erhebendem geschaffen haben, ist in diesem stattlichen, schmucker Bande aufsl glüMchste vereint, und man gewahrt mit Staunen, wie vielfältig der deutsche Volkshumor sich doch im Laufe der Jahrhunderte ge­äußert und wie er alle Stufen vom derbsten Witz bis zu den zar­testen Phantasieschüpfungen oftmals hin und wieder durchlaufen hat. So außerorderttlich kurzweilig das Buch ist, so erziehlich ist es zugleich: denn in seiner Gesamtheit ströntt es eine Fülle von Lebenslust und -kraft und -zähigkeit aus, die jedem Leser sich un­widerstehlich mitteilen muß. So ist dieses schjne Werk ein treff­licher Gefährte für unsere Tage, da Festigkeit urch Zuversicht uns mehr als je vonnöten find.

Max Mack: »Tie zappelnde Leinwand". ein F i l m b u d). Verlag Tr. EySler & Co., Berlin. Es ist daS erste deutsche Buch vom Kino, ein Buch, das daS größte Aufsehen erregen wird, voll sprühenden Witzes und künstlerischer Laune, ln dein der führende deutsche Filmregisseur Max Mack mit seinen Mit« Arbeitern Hans Brennert, Ewald AndrL Tupont, Rudolf Kurtz, Artur Landsberger die Gehein,niste der Filmwelt ansvlaudert. Das Milieu des KinoS wird hier, unterstützt durch eine Fülle von Bildern, nit liebenswürdlger Bosheit und einer geradezu unheimlichen Voll- 'tändigkeit zum ersten Maleprojiziert". Tie glänzend geschriebenen Kavllel ergeben zusammen ein farbiges Tokument der Kmemato- graohie und der Menschen und Tinge, die vor und auf der weißen Leinwand des Kmos bald le denschaitlich. bald spaßig za pvelrr. Tas Buch ist durchsetzt mit zahllosen Streubildchen Lutz EhenbergerS m,t witzigen Unterschriften. Max Mack selber steuerte an« seiner Werkstatt zahlreiche Lichtbilder bei, die allerlei von den Taschen- sptelerkünsten, denIllusionen" undTricks" eines inodernen Film- registeurs verraten, der mit berühmten Malern uud Dichtern zu­sammen an der künstlerischen Hebiiiig des Kinos arbeitet. Zehn große künstlerische Bildnisse von den Kinoslernen schmücken daS Buch vom Glashaus und semen Menschen, daS die Filmleute bei ihrer geheimnisvollen Arbeit zeigt und des einmütigen Leifall­aller Kinofreunde gewiß sein darf.

Fahrten der Möwe. Bericht eines Teilnehmers. Mit mehreren Bildern. Preis kartoniert 50 Pfennig. Verlag von Georg Westermann, Braunschweig. Als dieMöwe" nach Taten voll uner­hörter Kühnheit sieg- und ruhmgekrönt in ihre heimischen Gewässtr zurückkehrte und die ihr enlgegenfahrende deutsche Hochseeflotte sie

mit dreifachem Hurra begrüßte, da antwortete sie all die Ehre»- bezeugungen so gelassen und sachlich, wie sie draußen aut ba* Weltmeere ihre Pflicht getan hatte, indem sie stillschweigend am Großmast die Kompagnie- und Hausslaggen all der von ihr flÄ* perten Sclfisse hißte. So viel Flagge::, so viel Siege, so viel WimpL so viel Triumphe deutschen Heldengeistes! Wann wäre je von daui langen Kette glänzender Ruhmestaten zur See knapper, bündig«^ wuchtiger Rechenschaft erstattet worden! Eine glückliche Gabe natLv- licher Darstellung setzte den Erzähler in den Stand, an seinem Ev« leben auch uns Landratten lebhaft tellnehmen zu lassen. I

Hans Ehrtstian Andersen: Der Schatten. Der fliegende Koffer, Ter Goldschatz, Tölpel-Hans, mit Bildern von Walo von May. Ties ist der Inhalt der neuesten Nummer der »W e l t l i t e r a t u r", die durch alle Buchhandlungen zum Preis« von lO Pfg. zu beziehen ist.

Schnurli-ButzliundandereDentscheMärchew Don C. B e r g. 128 Seiten mit sieben Vollbildern. Preis 8 Mk. (Verlag von Englert & Schlaffer in Frankfurt a. M.) Ein Jugend- uiid Volksbuch im treffenden Sinne des Wortes, ein Märchenbuch voll Kindersinn und Iugendglück! Ein lebenskluges, mütterlicher Herz pocht in den Tichlungen, das zum Kindersinne in der ihm qeläusigen Svrache spricht und auch einpfänglichen Ge- müteru unter den Erwachsenen vielerlei zu sagen hat: von zwickenden und zwackenden Tenielchen der Eitelkeit, von falschen Kanzlern, von echten und uiiechten Prinzen Mid Prinzessiniien usw. Alles in einem neuen Gewände, ansprechend und farbenreich. Auch von fleißigen Anreisen, die sich vom Sibneckenregiment freimachen von Köingstmdern, die dein Hofzeremoiiiell ein Schnippchen schlagen, von Bösewichtern. die von der Strafe ere'lt iverden, und der Dummheit, die kaltgestellt wird, gibt eS Ergötzliches zu Horen. Die Bilder von K. F. D e l a v i l l a geben dem wirkungsvollen Buch« eine besondere Note.

Deutsches KriegSguartett. 15 Quartette in ele' gantem Karton 1,80 Mk. Verlag des Westdeiltschen Jünglings* buudes, Barmen-U. Eine Geschichte des großen Krieges in Mort und Bild als Spiel, das aber nicht nur für den Augenblick ge­schaffen ist, sondern daS sogar spätere Geschlechter noch mit großen» Interesse zur Hand nehmen werden, dringt es doch auf jeden! der ßO Blätter ein wertvolles Bild nebst geschichtlichen Notizen auS der Jetztzeit.

- Neue Frailenkleidung »rnd Franenkultur. Organ des Verbandes für Deutsche Franenkleidnng und Frauen­kultur. Schri'tleitunq Klara Sander. Else Wir,ninghanS. beide in Köln. Verlag der G. Brannschen Hofbuchdruckerei in Karlsruhe. Jähr­lich 10 Hefte in Horst-Quart mit zahlreichen Abbildungen rmd Zeichnungen auf Kunsidrilckvavier, sowie Schnittnruster- vogen. Breis *ürs Jastr 6 Mk., fürs Halbjahr 3 Mk. Probe­hefte ilnberechnet und portofrei.

Von Velha g e n u. Klafings Monatsheften ist das Dezemberheft soeben erschienen, gehaltvoll und abivechs- lungsreich, so daß das Dur chbl Litern helle Freude macht. Teü Bilderschmuck ist farbenfroh wie nur je tu Friedenszeiben, und man staunt nur immer, wie es möglich ist, daß in den jetzigen schweren Kriegsläufen noch so hervorragende Druckleistungen geboten wer­den könne::. Jrtteressant sind besonders sechs Gemälde des leiden allzufrüh verstorbenen jungen Dresdener Meisters Oskar Zwrnt- scher, denen Professor Ferdinand Gre^ori, warmherzige Worte der Erinnerung an ihren Schöpfer beigegeben hat. Für unsere Frauen wird noch interessanter sein ein Aufsatz von Max von Boehn über die Kleiderkunst in den letzte:: zweihundert Jahren. Die Reifröcke der Damen aus der guten alten Zeit sind auch für unsere Dagss von ungewöhnlichem Reize. Emen großen Leserkreis wird auch ein überaus anschaulich geschriebener Aufsatz über elektrische Grost- kraftwerkc finden. An unsere Zeit klingt ein Aufsatz des Wieners W. Fred an, der das bei uns wenig bekannte französische Zei­tungswesen schildert, besonders denM«atin", der in den breiten Volksschichten Frankreichs heute wohl den größten Einfluß hatt Zum Schluß flicken sich noch zwei rnhaltteiche gesckfichtliche Aufsätze,

Sitatenratsel.

AuS jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, |* daß sich ein neues Zitat ergibt:

1. Blut ist ein ganz besonderer Saft.

2. Ein jeder lernt nur, was er kann.

3. ES gibt im Menschenleben Augenblicke . . .

4. Den stolzen Sieger stürzt fein eignes Glück.

5. Nichts ist höher zu schätzen als der Wert des Tage-.

6. Das Spiel des Lebens sieht sich heiter an.

7. Wenn die Rose selbst sich schmückt,

Schmückt sie auch den Garten.

(Auslösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer. Filter, Folter, Falter.

Schrmlettung: Fr. R. Zen-. ZwtllmgSrunddruck und Verlag der Brüpl'lchen UnioersttätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gieße»