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bekoimne die Flasche nicht ans, Euer Gnaden."' ne seltsame Stimme. Als hätte sie den Klang verloren. Der Graf sah ihn scharf an. Doch wandte er den Blick sofort ab.
„Laß nur, du kannst jetzt schlafen gehen. Ich brauche dich nicht mehr!"
König von Polen!
Er schauerte zusammen. Was hatte dieser Bartet Zhchod ausgesprochen! Hatte nicht dasselbe im Grunde seines .Herzens heimlich gelebt und geschlafen? Vielleicht war's über- tvuchert worden von tausend andern Dingen; vielleicht hatte er nur nie den Mut gehabt, sich selbst aus Herz und Nieren zu prüfen, dem ins Äuge zu sehen, was da unten als leere Hoffnung, als Ehrgeiz, als Kindertraum schlief!
König von Polen!
Was hatte er heute in'Nasgora gesagt? „Wenn ich die Hand hebe, so muß es schon ein Kronreif sein, nach dem ich fasse!" Und Versens höhnische Erwiderung: „Es ist nur gut, baß die Kronen so hoch hängen!"
Und jetzt, ein paar Stunden später? War das Schicksals süaung? War es Fügung, daß er gerade heute die Worte gehört: „Wir warten, Graf Rutkowski!"? Daß ihm heute eine -Krone angetragen wurde? Er lachte kurz. Anaetragen von der Phantasie eines alten Dieners, der mit der Zelt Wohl ein bißchen schwachsinnig wurde!
Er trank wieoer. Bei alledem, die Stunde konnte wirklich da sein, wo eine Krone frei ward, die Krone, die sein Vorfahr getragen. Wenn er nun wirklich hinüberging, wenn er sein Volk aufrief zum Kampf, wenn er wie ein Sturm durchs Land fuhr, alles vernichtend, was sich ihm entgegenstellte, bis die Glocken Freiheit! durchs Land riefen und die Sensen in wildem Jubel znsammenklcmgen und ein dankbares, erlöstes Volk ihn brausend begrüßte und erhob?
Heiße Bilder gaukelten um ihn. Immer größer wurden seine Augen. Und nicht als Graf, als König vor Hanna einst hintreten. Der Gedanke an Hanna ernüchterte ihn. Er aßte sich an den heißen Kopf. „Bin ich denn verrückt?" prach er vor sich hin. Er riß das Fenster auf. Die kalte Winterluft drang herein. Er mußte lange geträumt haben, renn ihm schien, als wollte die erste Morgendämmerung ich schon ankündigen.
Je länger er nach der Richtung sah, in der Nasgora lag, um so mehr ward er in andere Gedankenkreise hineingezogen. Hanna erschien ihm nun, oa Versen so plötzlich aufgetaucht war, immer verlockender.
,^Jch mache ein Ende und heirate," sprach er halblaut, doch fest. Und er nahm sich vor, schon in den nächsten Tagen als Freier in Nasgora zu erscheinen, ehe der Leutnant noch einmal dagewesen war.
Als der Graf das Zimmer verließ, um den Versuch zu machen, ein paar Stunden zu schlafen, erhob sich von der Schwelle Bartek Zychod. Wie ein Hund hatte sich der Alte dorthin gekauert. Er sah älter mrd schlaffer im Gesicht aus, vielleicht tat das die Uebermüdung.
Aber als Napoleon auffuhr: „Warum bist du nicht zu Bett gegangen?" bekam er keine Antwort. Schweigend öffnete der alte Diener vor seinem Herrn die Tür des Schlafzimmers.
(Fortsetzung folgt.)
pnf junge Nützen.
Eine kleine französische, aber friedliche Erzählung von Elisabeth I ö st.
Der alte weißhaarige Gärtner schritt an der Hand seines dtmkellockigen Enkelkiirdes durch die Rosenbeete. Hier und da siel ein Zweig unter seiner Schere ju Boden.
Die kleine Marion betrachtete aufmerksam die graue Katze, die sich an ein schmächtiges Rosenstämmchen schmiegte und mit grünen, Unbewegten Augen inß Leere sah. ;
.Al weißt Großvater," sagte sie zärtlich! und faßte nach dem Trer. „Du weißt, daß Lili fünf winzige Junge hat."
„Ja, ^meinte der Me grämlich „die können abkommen."
DaS Kind grisi tiefer in das Fest uno blinzelte, um die grünen Lichter lebendig zu niachen. —
Da entfernte sich das Tier und schlich diebisch hinter den! Schuppen, wo ein Mäuschen raspelte.
Großvater," sing das kleine Mädchen von neuem an, „Lili hat fünf Junge, und ich freue mich darüber. Wenn Du mitkommst, will ich sie dir Ingen."
.Mein mein Ktnd, ich habe im Leben mehr wie junge Katzen ^ morgen früh den Auftrag geben, sie zu
^anz still schritten sie nebeneinander her. Das Mädchen schaute bedauermd nach dem Schuppen zurück und überlegte. Tann sagte sie plötzlich:
„Ich werde es tun, Großvater."
„Was meinst Du?"
wit den Katzen." Es klang undeutlich zwischen den Zahnen hindurch. t *
meinetwegen, aber gib acht und wirf richtig über den großen Felsen."
Der Gärtnerjunge psiff. Ein Kunde, der noch etwas kaufen wollte, stand bei ihm. Der Alte nickte imd trat zu den beiden. Das Krwd blieb stehen und beugte sich über ein niedriges Glasdach, um dre erblühten Geranien zu betrachten. Ein feiner Wind legte sich rn rhr dunkles Haar und blies es auf. Ein Tropfen verwirrte sich von der Fontäne und sprang glitzernd neben sie auf ein großes grünes Blatt. Langsam lief sie davon und kletterte vorsichtig in den Schuppen hinauf, wo die winzigen Tierchen zusammenge- ttumpt hungrrg aufschrieen. Sie griff mit der Hand mitten hinein und lächelte, weil es wie ein Päckchen Federn anzufühlen warn Dann erinnerte sie sich plötzlich an das Versprechen und stützte wehmütig, in einer herzigen Stellung, dös braune Hand in die Seite.
. Die Katzenmntter leuchtete hinter einem Holzstoß auf und erschreckte sie. Es lag eine Drohung in dem grünen Feuer.
Hastig, mit aufgeschiürrten Kleidern schritt sie über die kleine Letter in den Garten himrnter, wo die Bäume und Sträuchen schwarz aufragten und der Mond sich manchmal herabzusenren schien. —
Fröstelnd kletterte sie durchs Fenster und zog sich ans.
„Lili," sagte am arrdern Morgen das kleine Ding, „sei ganz ruhig und sieh mir zu."
Sie legte in den alten, löcherigen Korb ein Bündel Stroh und verteilte es mit ihrer Hand, immer in die Augen der neben ihr stehenden Katze stehend. Als sie fertig war, trug sie das Nest in emen Winkel, hinter einAi Haufen zerbrochener Blumentöpfe. Ein Näpfchen mtt Milch stand schon da.
„Kannst du raten, Lili?"
Nein, das komtte sie »sicht. Sie umkreiste nur die Milch und schnurrte. Dünn sprang sie davon. Das Kind merkte es nicht und legte probierend den Erps in den Korb. Ob es weich genug war? Da hörte sie neben sich ein feines, ungeschicktes Schlürfen und sah z^ovi der kleinen Kätzchen, die die rote Zunge drollig in das Töpfchen hingen. .Atemlos wartete sie, bis die alte Katze die anderes herbeigeschleppt hatte. Dann schlich sie heimlich und zufrieden davon.
Beim Mittagbrot fragte der Großvater:
„Wo warst Du denn den ganzen Morgen? Ich glaubte, Du wolltest mir Vastfäden reichen."
, „Kätzchen wegtragen," gab sie unbessimmt zur Antwort und ließ eine große Locke über ihr Gesicht fallen. Da bellte der Hund, und der Alte lief von der Suppe weg hinaus, um zu sehen, was es gäbe. E Tie schlaue Kleine benützte das, ah hastig zu Ende und schlupfte in den Garten, auf Umwegen zum Schuppen hin.
Die Tierchen lagen im Nest und blinzelten. Der Napf stand leer da und glänzte, so sauber war er. Sie nahm ihn mit, um ihn heimlich 'aufzufüllen, ssieg hinunter und begegnete Lili, die sie verständig an schaute.
Der Großvater war mit dem Jungen ins Nelkenfeld gegangen, ganze Haus /chien wie ausgestorben. Im Flur kringelte sich die Sonne. Sie setzte sich, um zuzusehen und schlief ein.
Angstvoll erwachte sie und rannte zu dem Großvater miss Feld. In schlanken Strärrßen sammelte sie die geschnittenen Nelken.
Am Abend saß sie auf dem Blumenkarren und ließ sich von dem Gärtnerjungen heimfahren. Als er sie am Gartenweg herunterhob, glaubte sie ein schwaches Miauen zu hören und blickte den Jungen heinttich und unsicher an. Doch der hatte Hunger und ging ins Haus. Nachdenklich lehnte sie sich an einen Pfosten. Ach nein! Kein Mensch merkte etwas! Nuhig trug sie ihre Milch hinauf und sah zu, wie sich die kleinen, rosigen Zungen hinein senktenj.
„Zwei Rosen siird aufgeblüht, Großvater, willst Du nnr nicht eine abschneiden?"
Er hob die Schere imd ließ den Zweig in ihr Schürzchen- fallen. Sie stand da und lächelte, wurde aber plötzlich blaß und wandte das weiße Gesich-tchen um. Schon wieder kam's ans den: Schuppen ganz hörbar und kläglich und wurde durch kein Geräusch unterdrückt. Wenn man merkte, daß sie betrogen hatte! Zitternd ließ sie die Rose fallen.
Der Alte band vor ihr ein Bäumchen zusammen.
Beim Abendbrot sah man erst, wie elend das Kind aussah. „Nein, gar nicht," beteuerte sie und blickte tapfer über den Tisch Tann zuckte sie plötzlich zusammen. Im offenen Schrank lag das farbige Blumenpapier. Nach zehn Minuten saß sie im Schuppen und hielt einen Bogen in Händen und riß und drehte inster Stück ftir Stück in kleine Kugeln Mammen.
Entschlossen kniete sie vor dem Korb mrd hob eines der schlaftrunkenen Kätzchen heraus, schob chm eine der Papierkugeln in den Mund, legte es zurück und nahm behutsam ein zweites.
Am andern Morgen fand sie die fünf Tierchen erstickt, während Lili irgend wo im Garten hermmvilderte.
Jedesmal gluckste das Wasser auf. Mit dem teeren Korb schritt sie nach Hause. — — —


