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vüchertisch.
— Ein gutes Hindenburgbild zu besitzen, ein Md, das die Wesensart des gewaltigen Heerführers eiiü>ringlick und liebevoll iviverspiegelt, ist in Deutschland so allgemeiner Mrnsch, daß es an Versuchen, ihn zu erfüllen, bisher wahrlich nicht gefehlt hat. Aber von den KünsÜern, die sich berufen glaubten, waren nur wenige cursenvählt. Tie Monumentalität dieses wie in Stahl gegossene und doch so wunderbar reich belebten Antlitzes auf die Lernwänd zu barmen, erfordert neben technischer Meisterschaft eine nicht jedein vergönnte Vertiefung in die Arbeit. Deshalb nimmt Professor Walter Peter sens (Düsseldorf) prächtiges Gemälde, das im >yxül?liucj ds. Is. in der Bert irrer Königlichen Akademie der Künste mit Recht allgemein bewundert worden ist, einen so hervorragenden Platz ein. lieber diese Schöpfung des gefeierten Porträtisten — ein Geschenk oer Stadt Hannover an die Familie von Hindenbnrg — äußerte sich der Generalseld- marschall selbst als der autoritativste Kritiker: „So wünschte ich auf die Naclpvelt zu komrnerr, und ich würde nrich freuen, wenn dieses Bild in Nachbildungen recht verbreitet würde, da so viele schlechte Bilder von mir im Handel sind." Petersen hat den Schlachtenlenker und tatkräftigen Heerführer zugleich voll erfaßt.
der mächtigen Soldaten gestalt erhebt sich, unbeugsame Willenskraft und alle Feinheit deutschen Geistes atnrend, das väterliche Haupt: der Eisenblick, über den in der feindlichen Presse so viel geschrieben wird, scheint den Sieg kommandieren zu köuneu, von dessen gedanklicher Erarbeitung die Mienen beredt sprechen.
Mit der gewissenlwften Sorgfalt, die alle ihre Veröffentlichungen und ausgezeichneten farbigen Nachbildungen bekannter Meisterwerke kennzeichnet, hat die Kunstanftalt Trowitzsch und Sohn in Frankfurt a. d. Oder das Petersensche Äindenburgbild im F«rbenlichtdrn.ck wiedergegeben. (Preis 35 Mk.). Ter markige Pinselstrich, die geistvolle Behandlung der Gesichtszüge, besonders der charakteristischen Stirn- und Augen Partie, erscheint iu der Nachbildung Mt aller Schärfe des Originals. Dank der stattlichen Bildgröße von 65x97 Zentimeter zeigt das Blatt auch äußerlich einen mommrentalen Cl-arakter, der es nicht nur des Ehrenplatzes int deutschen Hause würdig macht, sondern auch als festlichen Wandschmuck für die Säle von Vereinen und Körperschaften geeignet erscheinen läßt.
— Aus Deutschlands Vergangenheit. Geschichtsbilder in der Erzählllmst, herausgegeben von A. Enzinger und A. Hausmann, gr. 8°. X und 493 Seiten. In Ganz lein wand M, 5. Verlag von R. Oldenbourg in München und Berlin. — Tie beiden Verfasser stellen in dem Mche den geschichtlichen, besonders kulturgeschichtlichen Werdegang Deutschlands in systematisch aneiimndergereihten Geschichtsbildern dar, denen in den Hauptzeitabschnitten eine kurze historische Entwicklungsgeschichte zur Orientierimg vorangesetzt ist. Die Geschichtsbilder sind entnommen unfern besten Historischen Romanen und Erzählungen. Sie bilden also nicht etiva eine bloße Schilderung geschichtlicher Tatsachen, sondern führen uns Deutschlands Werden in der lichtvollen Phantasie und in der farbenfreudigen, doch klaren Sprache des Dichters vor Angen. Man möchte die einzelnen Erzählungen Blitzlichter in ihre Zeit nennen, -welche oie reifere Jugend die Gö- schichte als etwas Gegenwärtiges, Selbstgesehenes schauen lassen. Wie wenig sind unserer Jugend die zahlreichen, oft mufter- Mten kulturhistorischen Romane und Erzählungen bekannt! Dadurch), daß die beiden Verfasser die historischen Gemälde aus diesen Tickterwerken herausgeschält haben, wirkt das Buch belehrend und erziehend zugleich. Es dürfte daher eine willkommene Weihnachtsgabe bilden.
— Andersen, H. Ehr., Märchen. Uebersetzt von Gertrud Bauer. Mit 8 Farbendruckbildern und 30 Textillustrationen nach Originalen von Paul Hey. 259 Seiten stark: Oktavformat. Für Knaben, Mädchen und Erwachsene. Gebunden Mk. 4.50. — Es ist dies kein Buch, das nur bis zu einem gewissen Alter unsere Jugend zu interessieren vermag und dann gleich einer Puppe nicht mehr zur Hand genommen wird. Andersens Märchen beschäftigen die Phantasie der ganz Kleinen: durch ihre vielen Beziehungen zu Dingen und Vorkommnissen des täglichen Lebens setzen sie sich in den Köpfen fest und mit dem reifenden Alter kommt das Verständnis für so manche Lebensweisheit und für so manchen Humor. Ja sogar dem Erivachsenen wird das Buch noch lieb sein mit seiner humorvollen Geißelung nrenschlicher Schwächen, mit seiner anmutigen Sprache und mit den entzückenden, künstlerisch wertvollen Bildern Paul Heys, die die Feinheiten und den Stinrmungs- gehalt der Märchen in unübertrefflicher Weise wiedergeben, so daß sie mit dem Texte fast zu verfließen scheinen.
— Pauli, Johannes: Scherz u u d E r n st. Aus" gewählt »on Ernst WilmannS. Mit 8 Tondruckbildern von Rolf Winkler. 112 Seiten stark: Oktavformat. Kartoniert Mk. 2,—. K. Thie„em«i,ns Verlag, Stuttgart. — Gesunde, kräftige, altbekannte Kost bietet uns dies alte Buch iu neuem Gewände. „Schimpf und Ernst" hat der Barfnßermönch Johannes Pauli zu Thann im Jahre 1519 fein Büchlein genannt, in dem er eine Reihe von^ unterhaltenden und zugleich belehrenden Erzählungen und Schwänken (»an ihm vornehmlich als die Zuhörer aus dem Schlafe anfrüttelnde Beispiele für die Kanzel gedacht) zusammen-
-«stellt hat. Die Umwandlung tn „Scherz und Ernste hat sich der Titel nun endlich doch gefallen lassen müssen, nachdem sich die Bedeutung des Wortes .Schimpf" seither gar zu sehr geändert hat rmd in dein hier gebrauchten Sinne völlig unverständlich geworden ist. Aber an dem treffenden Witz, der köstlichen Laune und dem unbestechlichen Freimut dieser Geschichten und Schwänke, die den Ernst mit bem Scherz und den Scherz mit dem Ernst untrennbar vereinen, hat sich dadurch nichts geändert, und sie sind tn ihrer Wirkung noch so frisch wie nur jemals. Und wenn es uns auch heute kauin mehr möglich erscheinen will, daß diese Erzählungen jemals als in der Predigt anzuführeude Beispiele gedacht gewesen sein könnten, so haben wir doch unsere Freude darau, und da» köstliche Büchlein, besonders mit den trefflichen, witzigen Illustrationen von Rolf Winkler, wird wie seither seine Freunde finden, und jedem, der es in die Hand nimmt, eine heitere — und doch auch wieder nachdenkliche Stunde bescheren.
— I ü n g f e r ch e n s Sieg. Eine Erzählung für junge Mädchen von Luise Glaß. Mit Bildern von Professor Franz Kien- Nlayer. Preis Mk. 3,50. Verlag von Georg Wigand in Leipzig.
— Mit Laute und Rucksack. Eine Thüringer Sommer- fahrt von August Trinius. Mit Bildern von Atax Thalmaun. Preis 3,50 Mk. Verlag von A. Anton & Co, Leipzig und Berlin. — Es weht etwas durch diese Blätter wie der würzige Tannenduft der Thüringer Bergwälder. Es ist so malerisch, so anschaulich, daß es wirklich eine Lust ist, sich ihm hinzugeben. Alle „Wandervögel* und alle einem ähnlichen Verbände ar,gehörenden jungen Leute dürfte das Buch geradezu begeistern.
— „V 18 8*. Meine Torpedoboot-Kriegsfahrten. Bon Eallisen, Kapitänleutnant und Kommandant. Geh. 1 Mk. Verlag August Scherl, G. m. b. H., Berlin. — Ein frisches, forsches Seemannsbuch von Anfang bis zu Ende, von der ersten bis zur letzten Seite. Nichts ist dem Boot und seiner Besatzung erspart geblieben: schwerer Borpostendienst in rabenfinsterer Nacht, Beschießung der feindlichen Küste. Seenot und Minengefahr, Kampf mit einem feindlichen Unterseeboot, bei dem unser Boot in den Grund gebohrt, der größte Teil der Mannschaft aber von wackeren Kameraden gerettet wird. Dieselbe Besatzung aber besteht auf einem anderen Bool noch weitere Gefahren, iu unsichtiger Nacht wird ein anderes unserer Boote gerammt, bis endlich sich auch das Schicksal dieses neuen Bootes tu jener Unglücksnacht erfüllt, in der anch unser kleiner Kreuzer „Bremen* versank. Die Vorgänge sind mit großen Strichen gezeichnet, aber mit einer Wahrhaftigkeit, die nie erdacht oder erklügelt werden kann.
— E u g e n K a l k s ch m i d t: Krieg und Arbeit im W e ft e n. Erlebnisse und Berichte aus Frankreich und Belgien. Mit 16 Souderaufuahmen. Preis Wik. 2,50. Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart.
— »Der Volkerkrieg*. (Herausgegeben von Dr. C. H. Baer, Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart: jedes Heft b0 *04. Heft gibt eine Schilderung von den Wirkungen
des Maschinengewehres und berichtet, wie auch in dem vorausgehenden Heit, über die Kämpfe an der italienischen Front von Oktober 1915 bis Januar 1916.
— Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Lite- ratursreunde. Verlag: Egon Fleische! & Co., Berlin W. 9. DaS
2. Dezemberheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Lou Andreas Salomä: Angela Langer: Hugo Bieber: Geschichte, Zeit und Dichtung: Karl Huber-Frankeuthal: Herinauu Löns als Tler- dichter; Haus Franck: Das Drama Schickeles; Heinrich Zerkauleu: Neue Lnrik; Leopold Hirschberg: Ein verschollener „Fausts-Kommentar. - Echo der Bühnen. — Echo der Zeitungen. — Echo oer Zeitschriften. — Echo des Auslandes. — Kurze Anzeigen. — -Notizen. — Nachrichten. — Der Büchermarkt.
Kriegs- nttb Frieden skatender für den deutschen Feldsoldaten, Bürger tmö Laudmauu auf das Jahr 1917. Mit Beiträgen von Dr. Ludwig Fiuckh, Tr. Kurt Floericke, P. Langbein, Erich Schlaikjer, Edgar Steiger u. a. Herausgegeben von Anton Fendrich. Mit farbigem Vollbild »lud Zeichnnngen von Fritz Bergen und Willy Planck. Preis 50 Psg. Stuttgart, Frauckh'sche VerlagS- handlung.
Diamanträtsel.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben bccdddeee ghilknnnr sssafcnu derart emzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten:
1. Einen Konsonanten.
2. Musikalische Bezeichnung.
3. Einen Baun,.
4. Bekannten englischen Dichter.
5. Einen Himmelskörper.
6. Ungarisches Kountat.
7. Einen Konsonanten.
Die senkrechte imb wagerechte Mittelreihe ergeben daS Gleich« Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung der Charade in voriger Nummer:
Wiege, Rufen; „wie gerufen!"
Schrlltleltung: Fr. R. Zenz. Zwillingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


