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vüchettisq.
— Albrecht Dürers Leben. Bon Willy Pastor- Broschiert Mt. 4 ,-, gebunden 3)lf. 5,-. Neichsverlag Hermann Katkoff, Berlin W 35. — Was ist das Unterscheidende des vorliegenden TürerbucheS von dem bekannten älteren? Ganz kurz gesagt, liegt es darin, daß hier vornehmlich das Deutsche im Dürer herausgearbeitet wurde. Bei der südlichen Orientierung unserer gesamten Kunstgeschichte hatte man sich mehr und mehr daran gewöhnt, Dürer von der italienischen Renaissance aus zu sehen und zu beurteilen. Das führte zu einer Licht- und Schaltenverteilung, bei der manches für den deiltschen Dürer wesentliche Werk zu kurz kam und andere nur deshalb stark betont wurden, weil sich in ihnen italienische Anklänge fanden. Man war auf dem besten Wege, einen .lateinischen Dürer* zu konstruieren. Dagegen wendet sich das Pastorsche Buch, nicht etwa in Widerlegungen der anders Denkenden, sondern in einer rein aufbauenden Arbeit.
— Max Adler: Die Tanzsymphonie. Georg Müller Verlag, München. — ES ist ein seltsames Buch, das mit der Sprache der Jüngsten unserer Literatur in eine Psyche hineinführt, deren Schwerkraft außerhalb des allgemeinen Mittelpunktes verlagert ist. Diese Art, zu sehen und zu gestalten, drängt auf eine so starke Konzentrierung des eigentlich Gegebenen hin, daß selbst zum vollen Verständnis Wesentliches außer Beachtung bleibt, und es daher oft schwer fällt, den Absichten des Verfassers zu folgen. Es seht demnach Leser voraus, die nicht gewohnt sind, über die Zeilen leichtfertig hin,vegzugi eiten. Solche werden den Eigenarten des Werkes mit tiefer Nachdenklichkeit nachspüren und die Schicksale des nach innen horchenden Abseiters in dieser säst ekstatischen Form voll zu würdigen ivissen. Es ist Musik in diesem Werke, das Beethoven- Tanzsy,npho>iie zum symbolischen Mittelpunkte hat, aber nicht die Programmustk unserer Tage, sondern eine Musik, die sich bewußt der abstrakten Formgebung nähert.
—■ Heinz Sterlings Slbcnteuet' im 'Sflorgcit« lande. Eine Erzählung für die reifere Jugend von F e d o r von Z o b e l t i tz. Mit Bildern von Alfred Roloff. (Verlag von Ullstein & Co., Berlin.)
- Deutsche Schatten- und Scherenbilder aus drei Jahrhunderten. Herausgegeben von Martin Knapp. Mit rund 260 Abbildungen. Der gelbe Verlag in Dachau bei München. Preis 2,20 Mk. Es ist ein verdienstvolles Werk, dre Schatten und Scherenbildkunst dreier Jahrhunderte in dieser faßlichen und übersichtlichen Form zusammenzustellen. Von der ältesten bis jetzt bekannten deutschen Silhouette, einem Tübinger Albumblatt aus dem Jahre 1631, sind alle bebcitlenbereu Vertreter dieser Kunst bis zu den modernsten, wie Pretorius, Carlos Tips und E. M. Enqert, berücksichtigt. Eine gute Einleitung führt in Wesen und Geschichte der Schattenrißkunst ein und reiche Anmerkungen geben nähere Auskunft über die Knust' Es ist ein Merkchen, das für den Weihnachtstisch wie geschaffen ist und sicher manche Anregung zur Wiederbelebung der anmutigen Kunst geben wird, die zur Zeit des klassischen Weimar so sehr verbreitet war.
— Das d e n t s ch e Z e i t u n g s w e s e n. Von Erich Feldhaus. Geh. 20 Pfg. Neclams Univ.-Bibliothek. Nr. 5875. Inhalt : Zum Begriff „Zeitung". Die Geschichte der Zeitung. — Tie Mitarbeiter: Ter Journalist, Reporter, Schriftsteller, Dichter. Die Korrespondenzen. Nedaktionsverband. Zum Zeitungsstil. - Das Werden der Zeitung in der Redaktion, im Truckbetrieb. Setzmaschine. Druckpresse. Versand. - Das Rückgrad der Zeitungen: Der Anzeigenteil. — Zeitungen und ' öffentliche
Meinung. — Charakteristik deiitscher Zeitungen. Boii der anSlandrschen Presse. - Tie deutschen Zeitschriften. — Em 'Ausblick. Die große BedeutiNig der Presse ist durch den Weltkrieg m die augenfälligste Beleuchtung gerückt ivorden. Um so fesselnder gestaltet sich gerade heule ein Blick hiiiter die Kulissen des moderne,l ZeitiingSbetriebeS, wie ihn der Verfasser, der bei führenden deiltschen Blättern dazu praktische Studien machell konnte, m seiner Schrift dem Leser eröffnet. Wenn dabei auch der ^riedenSdienft des Zeitungsmannes, das Wesen der Zeitungs- heranSgabe, der öffentlichen Meinung, des Anzeigenteils ufw. vor dein Kriege behandelt und kritisch zergliedert werden, so behalten diese Abrisse alls der zeitgenössischen Publizistik als treffliche Schilderungen der Elnrichtlingen iiiid Technik imserer Presse doch auch jetzt ihre volle Bedeiitung. Die Arbeit des Verfassers strebt mcht so sehr wissenschaftliche Vollständigkeit an, als bildhafte, au5 dem Leben gestaltete Einzelschildernng. Sie sucht daneben die qroyeu Zusanunenhänge zwischen deni Denken imb Wirken der Allgemeinheit lind fernem Niederschlage in der Presse ailfzuspüren. L»re stellt sich so als eine Folge dar von unterhaltend-belehrenden Aussätzen über eines der wichtigsten Kapitel aus dem öffentlichen Leben unserer Zeit.
Lndwig Richter - Abreiß - Kalender 1917. M't mehr als 150 R'chterbildern. Preis 1,60 Mk. Verlag von Georg Wigand m Leipzig. - Welche Freude, diesen überaus rerzenoen Bilderkalender aiich in diesenl Jahre begrüßen zu büvfcn. Er kommt noch gerade recht, iun sich ein Plätzchen auf den Weihnachtstischen zu sichern. Und er sollte in keine», deutschen Hause fehlen, in dem die Poeste eine Stätte hat, und das darum hält, deutsche Art und christliches Wesen zv pflegen.
Gictzener Hausfraueri-Berein.
Wochen -Küchenzettel.
Svnntag: Selleriefuppe, Rehragout mit Kartoffeln. Montag: Hafersuppe, Rosenkohl mit Salzkartoffeln. Dienstag: Bohnensuppe, Sauerkraut mit Kartoffelbrei. Mittwoch: Kartosftlsuppe, Hasersrikandelleu mit Kartoffeln!. Donnerstag: Grießsuppe, Rotkraut mit Kartoffelbrei. Freitag: Suppe aus Würfeln, Schellfisch mit Kartoffel,i und Senstunke.
Samstag: Gemüsesuppe, KartoffelMßc mit Dörrobst.
Merkblatt über Pflege und Aufbewahrung der Kartoffeln in den Haushaltungen.
. ^ 1- Wirf die Kartoffeln nicht herum iind bestoße sie nicht, denn Druckstelle und rede Bcrletznng der Schale gibt Anlaß zur Fäulnis.
2. Sieh die Kartoffeln wenigstens alle 14 Tage einmal gründe
cmrch und sondere diejenigen zum baldige,, Verbrauch ab, die
Anzeichen des Verderbens zeigen.
3. Halte peinlich Haus mit der dir zugewiesenen Menge, damit
du bis zum 15. August nächsten Jahres auskommst. Wenn irgenü angängig, >koche die Kartoffeln in der Schale. Schälst du sie, so schäle gUNi dünn, denn dicht unter der Schale sitzen die Teile mit dem höchsten Stärkegehalt. Nimm zum täglichen Gebrauch nicht zuerst die be.ten sondern umgekehrt; die schönsten und dicksten Kartoffeln halten sich am längsten. !
4. Sorge peinlich für gute Durchlüftung der Keller, an warme« T^geii wache die Fenster auf: tonm Kälte eintritt, schließe sic und offne sie nur au frostfreien Stunden ynx Mittagszeit.
Kartoffeln dunkel, sonst bekommen sie grüne Schalen Mußt du lüften mtb das Tageslicht dringt zum Fenster herein, so verlange die Fenster mit dunklem Stoff
6. Lnstwärme der Keller darf nicht unter 4- 3° sinken unL
• 4 l rr ber ^ }1° Celsius steigen. Tu mußt einen Warntemefferi E Keiler \m schwebenc, aufhängen und dich von der Luftwärme im Spell er uberz eugen. (
7. 2ege die Kartoffeln nicht in große,. feste Kisten, solider« in Niedrige, mrt Ritzen versehene (Eicrkisten), damit sie nicht hoch lagern und allerseits von der Luft nmspült werde«. Lege wenig-
drei Stuck kantige Querhölzer unter die .Aste. Reicht eine iy'iLa **' lege windestE drei Stück kantige Querhölzer aus me Kiste und dann stelle die zweite Kiste auf sie und gegebenenfalls mehrere m der gleichen Wei.se. Tiiirch diese Stapelung ersparst du Kellerraum. In großen, fest geschlossenen Kästen iverden die Kartoffeln orrmpsig und scymecken nicht mehr gut.
M rr 8 c. 9 Jt a ? gcIt ^ dir nicht an Raum .um die Kartosselu ans dem Kellerftlßooc<cn zu lagern, so lege zuerst mit 1—2 fingerbreiten OT- mS JU - JÖ0!ben UTlb stelle solche auch an die Wände
Schichte dir Kartoffeln^iicht höher als s/ 4 Meter auf. Verwende als Unterlage nicht etwa Ääcke, Lnm-Pen oder Stroh. Tritt nicht auf me Kartoffeln.
9, Bemerkst du an beit .Kartoffeln keine Veränderung, dann lasse ne m Ruhe. Bemerkt du ß-aule Kartoffeln, so lies diese aus Md schaffe fte aus dem Keller Treiben die Kartoffeln Keime, so entferne diese behutsam. Tie Keime entziehen der Kartoffel Nährstoffe und nehmejn ihr den guten Geschmack. Beim Auslesen und Entfernen der Keime schichte die Kartoffeln um. r-« Stichite für jeden Zentner Kartoffeln einen gehäuften Eß- loffel Scbweselblute oder zu ^>taub zerfallenen Aetzkalk zwischen die Kartoffeln: du verhuiderst dadurch das Umsichgreifen der Fäulnis.
11- Werden die geschälten Kartoffeln schwarz beim Kochen oder bekommen iie schwarze Flecken, dann wckrf sie isicht fort, sonder« gieße kurz vor dem Garwerden etwas Essig in daö Kocbwaffer Tu^mrst nchen, daß dre sckyoarzen Kartoffeln weiß iverden. das; die Flecke verschlviirden. ohne daß sich der Geschmack der Kartoffel« verschlechtert. "
Gesgraphifchrs verschiebrätsel.
Jnnsbrnck — Halle — Belgien — Paris — Bern — Bochum — Schnniz — BreiSgau.
Vorstehende Nanren sollen derart untereinander geschoben werden, daß eine Buchstabenreihe, von oben nach unten gelesen den Rainen eines amerikanischen Staates ergibt.
Auslösung in nächster Nummer.
Auslosung des Magischen Quadrats in voriger Nummer.
11
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Schulleitung. or. ss Ze»z. Zwilliirgsrnnddrnck und Verlaz der Brühlsschen Nnin«»rsität4-Buch' und Steindrucke' ei. R.
tauge. Gießen.


