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Mrffer richteten sich nach der Glocke. Da mußte machen, daß er nach Hause kam.

Als er die Dorsstraße knapp erreicht hatte, schlug die Glocke vom Gutshof wirklich an. Er beeilte, sich. Aber er ward noch einmal aufgehalten. Mit hastigen Schritten kam vorr der entgegengesetzten Seite, im Begriff, nach dem Schloß zurückzukebren, Kascha Kaczckarek.

Sie stutzte, als sie ihn sah. Der Fuß, den sie eben vor- gesetzt, haftete mn Boden. Langsam stieg die Röte in ihr Gesicht. Und mit einer instinktiven Bewegung, als sei sie so nicht schön genug, strich sie das dunkle Haar glatt.

(Fortsetzung folgt.) . ; )

3n und um Gießen übliche Provinzialismen.

Zn den bekanntesten Professoren der Gießener Universität am Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Christian Heinrich Schmid. Geboren am 24. November 1746 zu Eisleben, studierte er in Leipzig Philosophie und Rechtswissenschaft, wurde 1767 Privat­dozent in Leipzig, 1769 ordentlicher Professor in Erfurt und wirkte vom 31. Mai 1771 ab bis zn seinen! Tode amt 22. Juli 1800 als Professor der Beredsamkeit und Poesie in Gießen. Schon frühzeitig zeigte er lebhaftes Interesse für die deutsche Dichtung. Bereits 1767 schrieb er eine Theorie der Poesie, und bald entfaltete er als Rezensent und Herausgeber von Sammellv-erken aus dem Bereich der schönen Literatur eine erstaunlich vielseitige Tätigkeit. All­gemein war er als derGießer Schnnd" bekannt. Wenn nun auch seine Kritiken nicht immer eintvandsfrei waren, es sei nur an seine verfehlte Beurteilung von Goethes Götz von Berlichinaen erinnert, so hat sich Schmid doch allerlei Verdienste als Kritiwr und Lite­raturhistoriker erworben. So ist auch sein Interesse für die Volks- knnndart nicht $u unterschätzen, wovon Zeugnis gibt das 1792 im ersten Stücke des 9Jahrganges des Journals von und kür Deutschland S. 51 abgedruckte Verzeichnis einiger in und um Gießen üblicher Provinzialismen.

Manches daraus ist nicht aus Gießen und Umgegend beschränkt, bloße Eigenheiten der Aussprache stehen mitten zwischen wirk­lich nur in der Mlundart gebrauchten Wörtern, mitunter ist wohl mundartliches schon wieder zum Teil ins Hochdeutsche zurück übertragen, z. B. stumpfen für stumpen, vieles fehlt ganz, und der geschulte Germanist von heute mag noch manches auszusetzen! Txtben: aber wir dürfen nicht vergessen, daß Idix mit Schmid's! Verbuch in den ersten Anfängen der mundartlichen Forschung stehen. Schon deshalb verdient er Beachtung. Obendrein ist es interessant, wie : große Mehrzahl der angeführten Ausdrücke noch heute fröhlich weiter lebt. Einiges Verschwundene ist mit der dadurch bezeichnetcn Sache zugrunde gegangen, bietet aber mm eben des­halb kulturgeschichtlich Wertvolles.

Selt für dort. gelt für nicht lvahr? Man sagt sogar: Gelten Sie?' ichwarausfür ausgegäugen. nacheinem Ort machen für dahin reisen. nummers für nur etwas, ein wenig. ein winkelchen für ein bißchen. ein rüb- belchen von Speisen, ein wenig. ein Lappen für Beet oder Land in Garten und Feld. stänpern für stützen; ein Stäuper, das man zum Stützen «unterstellt. die Bach für der Bach. Hintergarten für Hausgarten. Laube für den Boden unterm Dache. Erbes für Erbsen. Feldhuhn für Rebhuhn. Pärd für Pferd. na nt für nichts: aub für etwas. Im Sprichwort heißt es: Es ist naut, es kömmt v o n a u t. a l s für immer, stets. Verstrich für Auktion; ich habe das gestrichen für erstanden. Kaut für Loch; Käuterchen. kleine Löcher, z. B. für die Grübchen in den Wangen, H e r z k a u t für Herzgrube, Schindkaut ein Schimpf­wort. es war mir vergessen anstatt ich hatte es ver­gessen. oder für aber. alleweil für jetzo. Trumm, Ende eines Fadens. di e Trum in statt die Tromntel. S ch nr a l z k r a u t für Salat. glatt für gänzlich. ratte - kahl, wenn etwas ganz verzehrt ist. die Sch.ore .der Weg um den Wallgraben; schoren graben. uzen, einen 8nm Besten haben, ein Uz für ein Spaß. sch epp für schief; sich s che pp und krumm lachen. ein L a m m e l, eine Bordüre von Schmutz um einen Rock. Sesselstnhl fiir Lehnstuhl.

Hcckerose für Rose. Grasblunre für Nelke. N 2 gc l chc n für Flieder oder Hollunder. Federröschen für Federnelken. doppelt bei Blumen für gefüllt. m i l l, das ist milde für reif. I ei t für liegt. wcitl.ä u ft i g beim D Io nn e r für in der Ferne. rappeln für rasseln. tappeln für tappen, stark auftreten.. Tie Tappen für Fußstapfen, pfetzen für zwicken. Faddem für Faden. Der Tuch, L i n n e tu ch für Leinwand. Schn m a ch e r für Schuster. Schau für Schuh. groß m ächtig für sehr groß. gar mächtig für gar sehr, gar m ü ch t i g schön, n i ch t g a r m ä ch t i g s ch ö n., Sch l a f r o ck für Schlepprock. Stau ch e r für Riuff. Fallen mautel, Zwickelman - t e l für Saloppe. , Wase, Wäsercheu für Base, Böschen. R a n g e r s ch e für römischer Kohl. Vorreiber für Riegel.

greinen für meinen. kreischen für schreien. es vad naut für es hilft nichts; mau sagt auch zusammen: ES hilft und b ad n a n t. H a n s ehre n für Vorplatz im Ein­

gang des Hauses. - Steeg c für Treppe. Gais für Ziege, sauwohl für wohl, ime eine Sau. Flacht für Dampf, übler Geruch, . Vogclskorb für Käfig. Fut her für Futter.

Kernerbsen für Schotenerbseu. zisseln für schütteln.

Offen für Ochsen. geschickt für artig und sittsam. abscheulich, und grausam vor allem Ungewöhnlichen, auch im guten Verstände, z. B. abscheulich schön, grausam gelehrt. Sack für Tasche, z. B. aus seinem Sack hergeben, Sackuhr, S a ck m e s s e r , Sacktuch für Schnupftuch, die Köhl statt der Kohl. Pfirsching für Psirsä-en. das dies Kräutz, das böse Kreutz für Trübsal. lu ern für lauern. Greinhaas für Kaninchen. gebeitzter Bra­te n für Sauerbraten, Essigbraten. es steht mir zur Hand für es ist mir zur Hand. Flans für Flachs. schwätzen für plaudern. gehl für gelb. das ift der best für daS ist am besten. Quätsche für Zwetschke. 5) onig und» H oho für Mus oder Latwerge; daher, wenn man es näher be­stimmen will Quätschenhonig, B i e n e n h o wi g.Bräu für Brühe. rechtschaffen für hinlänglich, tüchtig, z. B. es kocht rechtschaffen, einen r e ch t s ch a f f e n a u s p r ü - geln. Schwede! für dasjenige, Ivas man von einem Schmause mitnimml oder geschickt bekomimt. Krvtzen für den Grobs mit Obst. Rauau für Renette. Klebber für Käser

einen zanken für mit einem zanken; er ist gezankt worden. Butterschnitte für Butterbrot. Bau m - wollen Garn für Baumwolle, denn man sagt auch Wolle- Garn, Linnen Garn. schnappen für hinken, aus eine Seite wanken, der Tisch schnappt. Aesche für Asche. f ischpe rn für flüstern. Au hr für Uhr. man schlägt zwölf für es schlägt zwölf. ein groß Gefährte für viele Umstände. Staube nt für Student. Metzelsuppe für Schmaus beim Hausschlachten. dvltern für stolpern. Kitzel (für Kissel), cin lleines Kissen, das zur Unterlage dient, weirn auf dem Kopse getragen toird. Gerap, Jnnege- rausch für Eingeweide. s i ch tummeln fiir sich eilen. Schlappschuh für Pantoffeln. Laib, ein ganzes Brot von gewisser Größe. Leibchen, das, für Korsettchen. Haust für Haufen von Garben. Bau sch Stroh für Bund. Pull (Pfuhl) für Pfütze. gautzen für bellen. N acht- zeug, Haube der Mägde zum Staat. Matrazen (und contracte) Marazen- Kappe, alltägliche Haube der Mägde. Französische Haube, Negligee-Haube der vornehmen Damen. ures für übettwüssig. Spiel für Menge, z. B. da war ein Leute-Spiel. Bleifeder für Bleistift. Schälchen für Tasse.s Ehle für Me. Platzen für klatschen, eine Platz für eine Klatsche. versteckeln für verstecken. Hagen für hauen. der Bändel für das Bjand. Lntscher, etwas, woran der Säugling zullt. Putzschcre für Lichthupe. Gulicht (Gaucklicht), ein Stück Unschlittlicht, im Gegensatz von Oellicht. Holler für Hollunder. Stein für Kern im Obst; daher Steinobst.

Er schreibt sichPeter für er heißt Peter. an für fast, z. B. an die vier Gulden. Vers chänden für verun­stalten. i Schlupp für Schleife. rutschen für glitschen, z. B. das Brot null nicht rutschen. an f der Karte spielen statt in der Karte spielen. Mussig für Musik. Freunde für Verwandte, die ganze Freundschaft. gerne ft für gewesen. eich sein da für ich bin da; ich sein gewest für ich bin gewesen. gälern für schwatzen, scherzen. zum teuersten für sogar. Prast für Kummer; sich über etwas Wessen, Es ist ihm ein Fluß gefallen für er hat einen Schlag!- oder Steckfluß gekriegt; bei Kindern: es ist ihm ein) Flüßchen gefallen. m e r k i s ch, einer, der ein gut Gedächt­nis hat. ; Stählchen für Probe, Muster. Ich bin es ein für ich bin es gewohnt. wider einen sagen, über einen sagen für zn oder gegen jemanden sagen. fl in er Sache gcfahr (gefährlich) sein für einer Sache nachtrachten.

rosseln für röcheln. M ittag für Nachmittag. Mairnn-Erde (Majoran-Erde, wie sie zum Majoran erfor­dert loird) für lockere Erde. Taigscher für gemischles Brot.

Weck für weißes Brot. Sorgstuhl für Großvatcrstuhl.

Provct für Abtritt. - Profitcken, ettoas von Blech, um das uiedergebraunte Licht darauf ausbrenuen zu lassen.

Popeir für Papier. Gewalt, gewaltig für viel. Dreher für Drechsler. k l e p p e n für läuten. Nupp e n für Grillen, Launen. nützlich für niedlich. tansig für tausend. knöpsch für knapp, geputzt. schuppen für stioßen. - - di e Voigt, Sonnenvvigt für der Fächer.

S o l p e r s l e i sch für Pökelfleisch. st u nt pfen für stoßen.

uccksen für necken. die Biere für die Birne, ne u - s ch i e r i,g für neugierig. d i e K r ä n k e für die Epilepsie. Ein Ußlnamc für Spottname. ab tun für schlachten. bro ckelhaft, wo viele Brocken darinnen sind. Eine U n - s um m c für eine unendlich große Summe. Stücke!che n für Stückchen. Feldgut für liegende Gründe. das Tippe für der Tops. der Kröpfen, eisernes Kochgeschirr. Pfan n ein k u che n für Eierkuchen. seltsam für selten, z. B>. das kömmt gar seltsam an mich. rippen für reiben.

Nipperkl ein für sehr klein. eine Prack) t von einer Sache statt eine prächtige Sache. Leihtnch für Bettuch. s ch \v> enke n für ausspi'ilcn.