Beschaffung und Behandlung der pfianzkartoffeln
Von Geh. Reg.-Rat Dr. Appel.
Die Verhältnisse dieses Jahres haben mit größter Eindringlichkeit bewiesen, welche Bedeutung für eine gute Ernte gute Pflanzkartoffeln haben. Manche Enttäuschung würde erspart ge blieben sein, wenn bei der Wahl des Pflanzgutes vorsichtiger verfahren worden wäre und wenn alte die Erfahrungen, die über den Einfluß des Pflanz-gutes auf die Ernte bereits vorliegen, benutzt worden wären.
Die Sorge für gutes Pflanzgut muß schon auf dem Felde begmnen. Wer Anspruch auf höchste Ernten macht, sollte nur Pflanzkartoffeln benutzen, die von gesunden, reichtragenden Stöcken stammen. Er muß daher schon, während der Vegetationszeit die Feldstücke auswählen, die einen besonders günstigen Stand haben und aus ihnen Kümmerstöcke und kranke Pflanzen rechtzeitig entfernen. Es ift das eine Arbeit, die sich durch den höheren Ertrag stets bezahlt macht, und daher ist sie in den letzten Jahren mehr U7ld wehr auch in größeren Kartoffelwirtschafteu durchgeführt worden.
Nicht immer aber ist es möglich, diese Arbeit vorzunehmen. Oann aber sollte man wenigstens beider Ernte dafür sorgen-, daß da. Saatgut von vornherein besonders geerntet und gelagert wird. Auch bn der Ernte ist es möglich, zu erkennen, ob ein Feld oder 6-ewstuck mit gleichmäßigen Pflanzen bestanden ist. Felder oder Feldstücke, bei denen dies nicht der Fall ist, sondern bei denen der Behang der einzelnen Stöcke sehr verschieden ist, oder die im Verglich zu anderen einen ungenügenden Ertrag ergeben haben, muß Wan für die Werbung von Pflanzgut ausschließen.
Seit einer Reihe von Jahren ist nun die Erfahrung in immer umfangreicherem Maße gemocht worden, daß selbst bei derartiger sorgfältiger Auswähl des Pflanzgutes die Ernten nach einigen Jahren Nachlassen, und es hat sich daher immer mehr der Ge- brauch eingebürgert, mit dem Saatgut zu wechseln. Besonders für den Westen hat sich ein häufiger Saatgutwechsel als unbedingt notwendig erwiesen. Dort werden in vielen Fällen von Pflanzgut, das aus dem Osten frisch bezogen worden ist, verhältnismäßig große 100 bis 120 Ztr. vom Morgen gemacht. Beim r$(5f U o Q kiefe Ernte häufig schon im nächsten Jahre auf 70 2* o0 Ztr und UN dntten Jahre oft sogar auf 40 bis 50 Ztr. An diesen Verhältnissen sind teils Krankl)eiten schuld, die an den Pflanzkartoffeln nicht zu erkimnen sind, teils sind es sogenannte ii^^Ersch.einttngen' deren Ursack-en noch völlig unaufgeklärt Uno. ^)a ferner die Erfahrungen gemacht wurden, daß die in Be tracht komm enden K^ankl-eiten, so besonders die Blattroll-
> '.E, selten schon mit dem bezogeiien Pflanzgut eingv- OTl haben schon vor Zähren die großen landwirtschaft-
lichen Körperschaften des Westens eigene Sachverständige in die Gegenden geschickt aus denen sie Pflanzkarckoffeln zu beziehen bc absichtlgen, .um schon während des Sommers den Gesundheitszu stand der Felder feststellen zu lassen. ' ‘
Schwierigkeiten dieses Verfahrens und das allgemeine Brdürftiis nach gesunden Pflanztartoffeln habeii dazu geführt die Feldanerkennung, die sich seit Jahren beim Getreide bewährt hatte, auch für die Kartoffeln einzuführen. Und heute verfügen wir
Pflanz kartoffeln, die n»„ s°lck>en
Diese anerkannten Pflanzkartoffeln bilden die Grundlage ftir wei ere gute Ernten, und sie müssen unbedingt der Landwirtschaft in vollem Umfange zugefrihrt werden. Es ist dabei zu beimcksickff-
daßihre Mengen trotz der Steigerung, die die Anerkennung der Kartoffeln in den letzten Jahren erfahren hat, noch nicht zur Bedarfes ausreicht. Das beweist nicht nur die EÄ^ordentliche Nachfrage, die nach anerkanntem Saatgut be- Fläcken o auch die Ertragsberechnung der anerkannten
höhere Preis, der für solches Pflanzgut gewährt wird, schließt auch euie sorgfältigere Behandlung ein, und wenn man Zuteil bei Speisekartoffeln nicht so wie im Frieden
W r P? 1 Geschäftsbedingungen fttr den
Kartoffelhandel (Berliner Vereinbarung von 1914) festgesetzt sind
muß dies doch für Pflanzkarwffeln nach Witter allen Umständen gilt dies In,r Kt? K^oßmdheilszustand. Durch die Feldanerkennung werden ^.^ankherten ausgeschlossen, die bereits auf dem Felde sicht- ^ ^Erzeugers mtlß aber verlmigt wer-
^ daß auch nachträglich erkrankten und beschädigten Knollen S ?utferiit werden. Es kommen hierfür alle Arten
ao" r>unle, Owstbeschadigung imd größere Verletzungen in Bc- iracht Schorf Eise.i-, oder- Buntfleckigkeit und Stippigkeit sind J 1 ^ .?°5 Belang, mit Ausnahme eines Schorfbefalles, der so ^auk ist, daß die Keimfähigkeit darunter leidet.
Die Größe der Knollen ist bei einer Abstammung iwn gesun gut tragenden Rsso-nr^n niAf •
^aswahl möglich ist, sich mehr an die untere Grenze hatten, ^.och haben wir auch Sorten, die nur wenig kleine Knollen ■ ™ ne J l c man da^er zu größerem Saatgut greifeni Verladen und Versenden von solchen wertvollen iJ,.gx»^sseln alle Sorgfalt vngeroendet werden muß, ist selbst- ^tcmdüch- Dazu gehört vor allem auch, daß unnötiges Stoßen E ^orfeu vermieden wird, und daß Pflanzkartoffeln nur in Wagen, die keine Salzreste enthalten, verladen werden.
rw HT«? TÖ r ig j? Pflanzkartoffeln jetzt schon nach dem
Verbrechers uberzufuhren, damit man sie rechtzeitig zur Pslanzzeit in Bereitschaft hat. Ob aber die Kartoffeln am Ort °P er ^ Verbrauchers überwintert werden, immer Uebenmuteruug mit der größten Sorgfalt geschehen. Auch ^ ^^ten, daß die Kartoffeln möglichst nicht verletzt werden, besonders die weicheren Sorten werden leicht faul, wenn m sie von Wunden oder Druckstellen aus Fäulniserreger ein- : xjt für gute Durchlüftung zu sorgen, damit möglichst bis zum Auspflanzen unberührt liegen bleiben können. Am ehesten läßt sich dies durch Mieten erreichen, fcne nach den Vorsckwiften des Flugblattes Nr. 15 der Kaiserlichen Biologischen Anstalt, das soeben in neuer Auflage erschienen ist, und des Flugblattes Nr. 16 der Gesellschaft zur Förderung des Baue.' und der wirtschaftlich zweckmäßigen Verwendung der Kar- tosselii, errichtet ftnd.
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Die Aufbelvahrung der Kartoffeln im Hause.
ev. ; 1/flht verderblich, da sie wasserreich sind.
Für die Aufbewahrung gelten folgende Regeln:
1. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Die Temperatur darf 10 Grad Ceftms -- 8 'Grad Reaumur nicht übersteigen. Erfrieren die Kartoffeln, verderben sie unter allen Umständen. Sind ftc dauernd einer Ternperatur von über 10 Grad Celsius ausgesetzt, verfaulen sie.
2. Bodenräume sind zumeist ungeeignet, Kellerräume geeignet sofern sich nicht eine Heizung in der Nähe befindet. Keller nt Hausern mit Zentralheizung sind verdächtig.
3. Die Fäulnis kommt dadurch zustande, daß sich Pllze entwickeln, die in die Kartoffeln eindringen. Eine Kartoffel uderttagt die Fäulnis auf die andere.
4. Bei Ankunft müssen die Kartoffeln an einer Stelle ausgebreitet werden und sorgsam verlesen werden, d. h., alle angestoßenen, vom Spaten getroffenen, mit Flecken versehenen, irgendwie einen ungenügenden Gesundheitszustand bekun- dendeu muffen herausgelesen und sofort verwendet werden. Der Rest wird eingelagert. Dieses Verlesen hat zur wärnieren Jahreszeit, Herbst und wieder Frühjahr, alle 4 Wollen stattzuftnden.
Verrutschter.
d-n, mtmenben Psl^niM fö fcV Z Ä Tiä
*!r* nn c* größere Pflanzknollen mehr Ertrag liefern als klei- Jmmerhln ist die m den Vereinbarungen festgesetzte Größe L'^ber klemere DurclMesser nicht unter 4, der größere nicht imf f^^^Eter betragen soll, im allgemeinen einzuhalten, was mn so eher möglich ist, als für lange Sotten eine Länae von 10 Zentimeter zulässig ist. Aus Ersparnisgründen wird man,
Was vom montenegrinischen Hofe übr < a blieb. Den charakteristischsten Epilog für König NikitaS Glück und Ende — und zwar hauptsächlich für das Ende — bietet die folgende, an versteckter Stelle klein und bescheiden abgedruckte Notiz des .Matin": »Seine Majestät der König von Montenegro hat mit seinem Hofe nunmehr seinen endgültigen Wohnort ge« nommen. Er befindet sich in der Pariser Vorstadt Neuilly, Boulevard Victor Huao &8, in einer kleinen Villa. Die Hotgarde besteht aus 18 Maiin iind 2 Offizieren, sie ist in eineni benachbarten Hanse untergebrachi Die Bureai.s iind sonstigen offiziellen Stellen der königlich montenegrinischen Regierung werden demnächst ebendaselbst eingerichtet werden." Ei,i betrübendes Schicksal für den einstigen Besitzer eines Reiches, selbst weiin dieses Reich nur Moiitenegro hieß . . .
* Norwegen schwimmt im Gold! »Morgenbladet* in Kristiania führt einige statistische Zahlen an, hie in sehr bezeichnender Weise erkennen Iaffen, wie groß die Kriegsgewinne gewisser Kreise in Norwegen sind und in welchem Umsange infolgedessen die Luxusausgaben in diesen Bevölkerungsschichten zugenommen haben; Seidenkkeider und Seidcnwaren können gewiß zum großen Teile als reine Luruswaren angesehen werden. Von Seidenwaren wurden im ersten Halbjahr 1914 in Norwegen etwa 16 000 Kilo- grainm eingeführt In deniselben Zeitrauni des Jahres 1915 war die Einfuhr aus 18 400 Kg. gestiegen, aber int ersten Halbjahr 1916 wo die'Vermehrung des Reichtums durch die KriegSaewinne erst voll in Wirkung trat, hat der Belatlf dieser Einfuhr die außerordentliche Höhe von 36 900 Kg. erreicht. Dasselbe Bild zeigt die Einflchr von fertigen Seidenkleidern: 1914 etiva 2000 Kg., 1915' etwa 2800 Kg. - aber 1916 etwa 7500 Kg.l Nach bestickten Seidenkleidern ist die Nachfrage nicht so groß, aber der Verbrauch daran ist doch in demselb/>i reißenden Maße gestiegen: er belief sich 1914 auf etwa 2100 Kg., sank 1915 sogar m,f 1500 Kg., kletterte aber 1916 auf etwa 4350 Kg. Schließlich noch die Zahlen für halb- seidene Waren: Dari,» ist die Einfuhr von etwa 21 400 Kg. im ersten Halbjahr 1914 und etwa ebenso viel im selben Zeiträume 1915 in diesem Jahre auf 47 500 Kg. gestiegen. Wie man siebt: in Norwegen sind letzt Zeiten, roo inan »in Seide und Saliit^ stolziert. Das Land schwimmt im Golde!


