5 1 2
MM, neu» WerkMge rürd Maschinen zu erfinden. Der Unterschied aber zwiMn dichen beiden Gattungen ist ein sehr wesentlicher: das Werkzeug erleichtert dem Mensche,: die mechanische Arbeit, ohne sie ihn: abzunehmen: die Maschine hingegen nimmt dem Menschen tatsächlich die Arbeit selbst ab, so daß er nur noch als Lenker und Organisator der maschinellen Umsetzung notwendig ist. Von diesem: Unterschiede ausgehend, legt W. Porstmann im nächsten Heft der bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Ueber Land und Meer" die Idee einer Maschine dar, die uns das Schreibe,: nicht nur, wie die bisherige Schreibmaschine, durch die Mittel des Werkzeuges erleichtert, sondern uns tatsächlich die rein mechanische Arbeit so gut wie restlos abnimmt. Denn bis heute gibt es noch keine Msa-schme. die dies zu leisten vermag, so daß uns das Schreibtvesen, trotz seiner hohen Entwickelung, sich noch im Werkzeugstadiuin befindet. Denn die Schreibmaschine trägt ihren Namen zu unrecht, da sie nur ein regelrechtes Werkzeug ist und nicht die echten Anzeichen der Maschine hat. Auch bei Vollendung der Schreibmaschine :nuß der Mensch iu>ch die gesamte Arbeit leisten. Dieselbe Arbeit, die er beim Niederdrücken einer Taste aufwendet, wird durch dies Werkzeug zum Aufschlagen einer Drucktype auf das Papier umgesetzt. Jeden Acmdgriff an der Schreibmaschine muß der Mensch durch seine eigene körperliche Arbeit ausführen, wie ja schließlich auch bei Bleistift und Federhalter. Hieraus entsteht die Frage, welche Arbeit wir heute beim Schreiben leisten. Als beste Unterlage zu einer solchen Berechnung kann die sogen. Schreibmaschine dienen. Beim Durchschnittsmodell muß man etwa 500 Gramm auf eine Taste frei einwirken lassen, bevor der regelmäßige Druck eines Buchstaben zustande kommt. Die Taste wird also um 1,3 Zentimeter niedergedrückt, die Arbeit für den Druck eines Buchstabens läßt sich demnach durch 650 Zentimeter-Gramm kennzeichnen. Wenn wir für den Durchschnitt nur 600 Ztm.-Gramm für die bei jedem Aufdruck zu leistende Arbeit annehmen, so können wir die Arbeit nach der Anzahl der geschriebenen Buchstaben berechne,:. Wenn Man z. B. in ejnem schriftstellerischen Betriebe 50 000 Tippe als mittere Tagesleistung ansieht, so ergibt das 30 Millionen Zentimeter-Gramm oder 300 Meter-Kilogramm. Diese physikalische Arbeit ist also nötig, um den Druck der Tagesförderung auszuführen. Sie entspricht der Arbeitsleistung, die erforderlich äst, um einen Zentner 6 Meter hochzuheben. Doch wenn nlän tippt, hat man nicht bloß die Taste mederzndrücken, sondern auch die Finger, die ganze Hand, Unterarm und einen Teil des Oberarms mitzubewegen. Außer der wirklich zum Druck nötigen Arbeit, ist also noch ein Vielfaches davon zur Bewegung des Ballastes erforderlich, das vollständig verloren geht. So ist also bei der heutigen Schreib- rnaschine, die tatsächlich vom Menschen zu leistende Arbeit viele- nrale größer als der Nutzwert selbst. In diesem Falle ist also der Mensch wieder einmal ein schlechter Energietranssormator. So ergibt sich denn die Frage nach einer wirklichen Schreibmaschine, bei der nran snur als Lenker oder Anslöser des Druckes zu fungieren hat, während eine äußere Kraftwelle alle mechanische Arbeit übernimmt. Das Ideal hierfür wäre imch Ansicht Porstmanns eine Maschine, bei der jeder Einzelne Taster ein elektrischer Druckknopf ist, so daß ein ganz leiser Tipp den Druck des betreffenden Buchstabens auslösen würde. Dann würde der menschliche Schreiber ganz einfach vor einem elektrischen Schreibapparat sitzen, und er hätte nichts weiter zu tunt, als die Tasten, deren Buchstaben er gedruckt haben will, leise zu berühren. Hierzu macht Porstmann den Vorschlag, wie beim System der elektrischen Klingel, die einzelnen Typen durch Elektromagnete auf das Papier schlagen zu lassen. Wenn man den Grundgedanken des Aufschlagens der Type durch einen Hebel beibehält, läßt sich endlich durch ein weit einfacher zu beschaffendes Hebelwerk die Wirkung erzielen. Mit Leichtigkeit läßt sich auch die Schaltung der Magnet hebelwerke so einrichten, daß nach dem Aufschlag der Type der Strom unterbrochen wird und die Type zurückschnellt. Ist die Taste noch nicht niedergedrückt, so schließt sich der Strom selbsttätig wieder, und es wird sofort wieder ein neuer Druck des Buchstabens ausgelöst. So ließen sich auch alle Doppelbuchstaben durch einen einzigen, nur etwas verlängerten Tipp drucken. So eröffnet denn der Gedanke der Hebung der Schreibmaschine vom Werkzeug zur eigentlichen Vdaschine für unsere Technik ein neues Konsttmktionsselb, das bisher noch wenig beachtet wurde.
Vermachter.
* Russische Kleingeld-Scheine. Von der Ostfront wird uns geschrieben: Wiederholt ist schon berichtet worden, daß im »heiligen" Rußland die Dinge nicht jo rosig sind, wie sie in der Ententepresse ständig hingestellt werden, und trotz der ungeheuren Zufuhren, die Rußland erhält, beginnt di» Rot des Krieges sich «lehr und mehr fühlbar zu machen. Eilten guten Gradmesser über die Lage in Rußland geben die Erzählungen der in unsere Hand gefallenen russischen Soldaten. So sind in den letzten Kämpfen vorwiegend junge Leute gefangen genommen worden, die erst kürzlich zur Musterung waren und genau über die Vorgänge tu ihrer Heimat unterrichtet sind. Diese erzählen, daß die Wolle von Tag zu Tag rarer wird, und die russische Bevölkerung sieht mit Grauen dein Winter entgegen, der inzwischen in einzelnen Gebietsteilen be
reits eingesetzt hat. Alle Wollsachen, die sonst vor der Kälte schützen, fehlen, und es besteht keine Aussicht, daß die russische Regierung letzt noch Abhilfe zu schaffen vermag. Bei der Schwerfälligkeit de» russischen Verwaltungskörpers Ist auch gar nicht an eine solche Aktion, die großzügig sein müßte, zu denken. Weiter fehlt es an >eder und Nickel, am bittersten aber an Kupfer, und die Kupfernot rst schon so weit fortgeschritten, daß das Kleingeld emgezogen werden mußte. Um dem dadurch entstandenen Mangel an Kleinmünze ab- zuhelsen, hat die russische Regierung Papiergeld für die kleinste Münze altsgegeben, und so findet man jetzt bei den russischen Gefangenen Papiergeld, das aus 10, ja auf 3 Kopeken lautet. Dieses Papiergeld ist äußerst unhandlich hergestellt. Es hat die Form einer Briefmarke, zeigt auch wie diese das Bild des Zaren nnb trägt aus der Rückseite den entsprechenden Atlsdruck. Diese» Kletn- papiergeld ist in großen Massen ansgegebett worden und die russischen Soldaten werden auch damit gelöhnt. Je länger der Krieg datiert, um so inehr spürt man also auch im großen Rußland die Folgen des Krieges, und zwar in bedeutend höherem Maße als in den eingekreisten und von der Außeiiwelt abgeschnittetien Ländern der Mittelmächte.
9 Eisen, das rote Gold an 3 sieht. Wenige Menschen, selbst unter den Eisenhülteltlettten, haben jemals Gelegenheit gehabt, die Oberfläche geschmolzenen Gußeisens zu sehen, da diese wegen eines Oxydüberzugs, der sich tinter der Eintvirkung des Sauerstoffgehaltes der Luft sogleich bildet, unsichtbar bleibt. Geschmolzenes Gußeisen hat eine hellglänzende, goldgelbe Oberfläche, ,Ms durch einen eigentümlichst: Zufall, von dem der »Prometheus" berichtet, jüngst beobachtet werden konnte. Dies geschah solgender- maßeit: Beiin Vergieße»» eine» Arbeitsstückes voit 1b cm Durchmesser drang die rnnb 10 cm dicke Kern marke am Ende hervor. Dieser Metallkern sollte vor de>n Schrmnpfen schnell heratlsgezogen werden. Da keilte Apparate zun: Herauszichen zur Stelle waren, sollte dies durch Hand geschehen. Beitn ersten Versuch jedoch wurde der Kern zu schitell heratlsgezogeit, so daß das noch nicht geschmolzette Metall in der Form hertintertropfte. Da die Kern- marke aber sehr tief gefeffen hatte, wirkte das Heratlsziehen tvie ein Pumpeukolbeit nnb sog die Luft und Gase burcE) die Spalten des Arbeitsstückes an. Jtt abgeschlossener Berührung mit dein heißen Metall waren »tun diese Gase u»td die Lust zu verblümt und enthielten folglich zu wenig Satlerstoff, tun atls die Oberfläche des gesch>nolze>ten Metalls irgertdwie von Einfluß ztl fein. So war es, ttachdem der Kern gaitz entfernt war, möglich, die Metalloberfläche ohne Oxydüberzttg zu sehett. Es zeigte sich eine hellglänzende goldgelbe Färbung und dtirch die Oeffittlng der Kern- marke fonnte eine vollkommen klare Spiegeltlitg aller Gegenstände festgestellt werden. So ecfdjieiten die Gesichtszüge des Beschatters sowie alle Ei»tzelheite,t der Dachkottsirttklioit des Gießereiratt»nes ganz klar und deutlich wie in einem Spiegel. Nach kurzer Zeit jedoch bega»tn sich ein leichter Nebel in dem luitverdünnten Staunt der Kernmarke zu bilde»:. Dieser Nebelfleck drehte sich (ongfani und schob sich bei jeder Drehung »veiter in das Gtlßstück hinein, bis er die Kernmarke verlasse»» hatte t»nd mm über dem geschmolzenen Metall schlvebte. Als er sich bem Eisen näherte, wurde die itoch glänzende Oberfläche in eitlem Augenblick mit einer Oxydschicht überzogen. Der ga»tze Vorgang datierte rtlnd 6 Sekunden.
* Englische S e l b st e r k e »t »t t n i s. Wie hoch die Eng- länder selbst, tWnigstens die ttüchternen »mter ihnen, ihre eigene Presse einschätzen, zeigt ein Wort, das dein verstorbenen Miltister Chamberlain in den Mund gelegt wird. In einein Kl»»b »var die Rede von der Ursache des Krätzens der Hähne und jemand halte ai» den im Volke verbreiteten Aberglauben erinnert: »Wenn ein Hahn kräht, dann ist irgendwo eine Lüge artsgesprochei» worden." Auf die Einwendung, »vie es denn käine, daß die Hähne am östestett und lauteste»» in den erstell DJiocgenrtitnben krähten, wo doch die meisten Menschen noch in» Schlafe lägen, ertviderte Ehantberlain: »Ganz richtig; u»n diese Zeit erscheiltei» »titsere Morgettblätter I*
Logognph.
Mit „m* in der Mitte ein WirtschastSgerät,
Mit „b* bin ich Fluß, der zur Nordsee geht.
Mit ,s" bin ich schädlich, sobald ich blind,
Mit »g" kennt mich jegliches Schweizerkind.
Und nimtnst du das Mittelstück gänzlich heraus, So bleibt dir ein nahrhafter, billiger Schmau». Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Ergänzungsrätsels in vorig« Nummer r Epheu und ein zärtlich Gemüt Heftet sich an und grünt »lnd blüht.
Kann es weder Stamm noch Mauer finden,
Es muß verdorren, es muß verschwinden. Goethe.
Schrislleitttng: Fr. R. Zenz.—Zwillingsrunddruck nnb Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiitdruckerei. R. Lange, Gießen.


