gemeinen den Rassen nrie bcu blondgeborenen Kindern. Me die meisten blondgeborenen Kinder später stark nachdunkeln, so verdrängt auch die dunkle Rasse nach und nach die blonde. Der brünette Typus, der mehr nomadenhaft, kämpf- und abenleuerluftig ist, absorbiert den blonden Typlrs. Bon einem Gelehrten angestellte Versuche haben ergeben, daß ein einzelnes dunkles Frauenhaar ein .Gewicht von 114 Gramm tragen kann, ohne zu reißen, während man an ein blondes nur ein Gewicht von 56 G^amm hängen darf. Die Folge dieser Ersclieinung ist. daß blonde Frauen eher kahlköpfig werden als brünette, da dunkles eine größere Lebensfähigkeit und Tauer besitzt.
* Der Mißbrauch der W i t w e n k l e i d u n g in Frankreich. Daß die nicht gerade unter übermäßigen moralischen Skrupeln leidenden leichtfertigen Schichten der französischen und ganz besonders der Pariser Gesellschaft trotz des Krieges ibren wenig würdigen Lebenswandel beibehalten haben, ist ans zahllosen Berichten aus in diesem Fall bester, nämlich französischer Quelle längst bekannt. Daß aber die Leichtfertigkeit und der Mangel selbst au allerprimitivster Achtung vor den heiligsten Gefühlen bei vielen Pariserinnen so groß ist, daß sie unberechtigterweise Witwen- kleiduna anlegen, um auf diese Weise als angebliche beklagenswerte Kriegswitwen leichter Bekanntschaften anknüpfen zu können, ist eine Neuigkeit, über die das Pariser Blatt»2'Oenvre- nunmehr Auskunft gibt. »Der furchtbare Krieg," so schreibt das Blatt, »hat uns ans den Straßen an einen ebenso traurigen wie der Natur widersprechenden Anblick, nämlich an 19- und 20jährige Witwen, gewöhnt. Aber seit einiger Zeit bemerkt man bei vielen Kriegswitwen eine merkwürdige Wandlung. Sie haben nämlich ans dem Trauerkleid eine ebenso elegante wie frivole Mode gemacht, bei der das einzige Zeichen von Trauer lediglich noch in der schwarzen Farbe besteht. Viele dieser Trauerkleider haben den Schnitt von Fünf-Uhr-Tee- oder Theaterkostümen, der äußerst kurze Rock läßt unwahrscheinlich dünne schivarze Seidenstrümpfe sehen usw. Diese Mode muß wohl sehr oft selbst die äußersten Grenzen des Erlaubten überschreiten, da viele Leute auf den Boulevards stehen bleiben und in den lalltesten Tönen ihre Entrüstung über diese höchst sonderbaren »Kriegswitwen" äußern." »L'Oeuvre" stellt fest, daß es sich in diesen Fällen um Scheillwitwen handelt, die ans dllrch das Trauerkleid ansgeläste WirklUlgen spekulieren. Damit aber alle Mißverständnisse und Verivechflllngen ein für alle- nlal unmöglich geinacht lvürden unb damit di« anständige uild echte Kriegerwitive ans den ersten Blick voll diesen trällernden „Damen" unterschieden lverden, empfiehlt das Blatt, daß die Regierung jeder echten lmd anständigen KriegSwitwe eine Brosche mit dem Zeichen F (France) gebe. Durch diese F-Brosche würden einerseits die anständigeil geschützt und andererseits- die Unanständigen entlarvt werden. Die französische Zensur, die diesen Artikel ohile jede Streichung dnrchließ, scheint nicht empflinden zu haben, daß hierdurch das französische Sittenleben im Kriege in einer nicht mehr zu übertreffenden Weise gebrandrnarkt wird. Oder ist die Verderbtheit an der Seine trotz des Krieges so groß, daß man an den geschilderten Zuständen »lichts Furchtbares findet? . . .
vüchertisch.
— Generalfeld marschall voBülow. Von Dr. Otto Krack. Mit 31 Bildern und einer Karte. Verlag August Scherl, G. m. b. H., Berlin, Geh. 1 Mk. Ein ileues vaterländisches. Buch, das dem Generalseldnlarschall von Bülow, dem Eroberer voil Belgien, dem Sieger von St. Quentin, gewidmet ist.
— Erik Fahlmann,DieFir,na Äbergson, Romam Berechtigte Uebcrsetzllng alls dem Schwedischen von Pauline Klaiber. Umschlagzeichnung von Olaf Gulbranffon, Einband- zeichilung von Feiger. Preis geheftet 5 Mark, in Leinen gebunden 7 Mark. Verlag von Albert Langen in München. - Mit btcfcm im besten Sinn des Wortes hlnnoristischen Romail hat Erik Fahl- mann, vorher ein gänzlich Unbekannter, in Schweden einen großen Erfolg errlmgen. Auch in Deutschland wird er llun bald zu den Lieblingen des Leserpublikums zählen. Dieses Buch besitzt in hohem Maße zwei Vorzüge, von denen einer allein schon sehr viel für ein Werk bedeutet: Stoff und Seele. — In unserer ernsten Zeit, die humoristischen Büchern gegenüber mit Recht doppelt kritisch ist, wird das Erscheinen Wilhelm Abergsons mit ganz besonderer Frelide begrüßt werdell. Gewinnen wir in ihm doch einen lieben Freund, von dessen heiteren: Temperament wir llns gern die Sorgen verscheuchen laffen.
— Unsere Feinde. Charakterköpfe all? deutschen Kriegsgefangenenlagern. Von Pros. O. Stiehl. Mit 96 eigeilen Aufnahnlen des Verfaffers. Preis Mk. 1.20. (Verlag von Julius Hoffnlann, Stuttgart). - Was lms au Jammer lind Greuel» erwartete, wenn eS den Horden - unserer Feinde gelungen wäre, inS Herz unseres Vaterlandes etnzubrechen, erkennen wir deutlich an den in Stiehls vorzüglichen: Werkchen so meisterhaft wtedergegebenen Physiognomiell unserer Feinde, in denen die Geschichte eines jeden in dunkeln aber doch so leicht delltbaren Runen eingegraben steht. Diese Vertreter sittlichen und geistigen Tiefstands der Menschheit, die gefühllosen Apachen des Urwaldes, der Wüste und der Steppe, Angehörige typenreicher roher Naturvölker,
unztvilisierter oder balbzivilisierter Nomadenstämme, ethnographisch hochinteressant, sind hier in buntem Gemisch versammelt und .prägen sich in ihrer charaktec-istischen Wesenheit dem Auge unver- geßlich ein. Daneben stehe,l unsere gesitteteren Feinde, gekennzeichnet durch ihre völklsche Eigenart, ihre geistige und seelische Derfaffllng, die sich meist in dem die inneren Triebe vor at'uden Antlitz widerspiegelt. In kllrzen, treffenden Worten sind ,,r alle geschildert mit ihren Vorzügen und Annehmlichkeiten, ihren Fehlern und Schlvächen, die in dem eigenartigen, ellgen Zusammensein der Lagerlebens oft in merkwürdig drastischer Weise zum Ausdruck gelangen und Manchen wertvollen Schluß auf die völkischen Eigentümlichkeiten unserer sehr zahlreicheil lind sehr verschiedenartigen feinde erlallben.
— U-DeutschlandS Fahrt. Von Dr. FritzSkowronnek. Mit farbigen: Umschlag. Preis 1 Mk. Verlag voil Otto Janke, Berlin SW.
— Die Lehre von der Lautbildlrng. Von Prof. Dr. L. Sütterlln. Zweite verbefferte Auflage. 173 Seiten. (Wiffen- schast und Bildung. Bd. 60.) In Leinenband Mk. 1.25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Hauptfragen der Lebensgestaltung. Von Professor Dr. A. W. Hunzinger. 160 Seiten. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 136.) In Leinenband Mk. 1,35. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Einführung in Goethes „Fan st". Von Pros. Dr. Friedrich Lrenhard. Zweite Auflage. 123 Seiten. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 116. In Leinenband Mk. 1.25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.
— Gnstav Frenfsen: E i n Brief. (Schriften zur Zeit und Geschichte. 1. Bändchen.) 64 Seiten Oktav. Kort. 40 Pfg. Verlag von G. Grote, Berlin. — Gustav Frenffen richtete diesen Brief an einen Jugendfreund in Amerika, der durch den Krieg und die Verleumdungen Deutschlands, mitten :u:ter Feinden wohnend, schwer bedrückt war, und setzt ihm darin in kurzer, schlichter Weise Unser Recht und unsere Sache im großen Kriege auseinander.
— Der Völkerkrieg, Herausgeber Tr. C. H. Beer, Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart. Die beiden letzten Helle (9b und 96) des erwähnten Werkes geben eine große Fülle von Einzelheiten aus Kampf und Vorbereitung an der Westfront im Winter 1915/16. Außer den vorzüglichen Bildern bieten sie als besonders willkommene Beigabe eine Reihe von Uebersichtskarten über sämtliche KamAsabschnitte der Westfront.
- I o h n B u l l N i m in e r f o 11 und wie ' s i h m eräugen hat. Ein Trutzbüchleiu, gereimt und gezeichnet von rpad Schmidhammer. 13 farbige Vollbilder (21:27 cm groß) mit Versen. Geb. Mk. 1.25. Verlag von Jos. Scholz in Mainz.
— Die .Lejwziger Illustrierte Zeitung" (Verlag I. I. Weber) leitet das neue Quartal mit einer Nummer (Rr- 3823, (Krtegsnuinmer 114) ein, die nach Inhalt und Ausstattung hohe Ansprüche befriedigt. Ein Vierfarbendruck „Lazarett in Varennes" (Doppelseite) von Professor Georg Schöbet zeigt die Verpflegung gefangener verwundeter Franzosen im Hose des Lazaretts. Weiter, farbige Bilder führen »Deutsche Unterseeboote an der Werft" »Deutsche Sturmtruppen beim Durchschneiden des feindlichen Draht- nerhaues" und „Bosniakische Sanitätssoldaten in einem Lager an der Front in: Jsonzotal" vor. Von den Zeichnungen interessieren besonders »Unsere Feldgranen beim Minieren" von Herniann Widmer, »Wohnschiffe an: Kanal. bei Meurchin" von Professor Hans v. Haueck, die „Rettung des in der südlichen Adria versenkten französischen Unterseebootes „Foucault" durch österreichisch-ungarische Marineflieger" von Ladislautz TuSzynSki und „Das Schlachtseld von Tutrakan" von Professor M. Zeno Diemer. Unter dein photographischen Bildermaterial ragen die 17 Ausnahmen ans dem Kampfgebiet an der Somme vor allein hervor. Nicht minder fesseln die Ausnahmen von der Fahrt des Unterseebootes „U 36" nach Cartagena" und von der Ankunft der ersten griechischen Truppen in Görlitz. Doch nicht Mars allein hat in der Nummer das Wort. Der reich illustrierte Beitrag „Die Schönheit des Seeschiffes von Chr. Voigt zeigt das Schiff von feiner ästhetischen Sette vom germanischen Urboot an bis zum modernen Riesendampfer und Linienschiff. Das Interesse der Kunstfreunde verdient der mit meisterhaften Reproduktionen anSgestattete Beitrag über den verstorbene,: Maler und Graphiker Otto Greiner.
vexierrätsel.
Nimm ei,: Drittel Apfelsine,
Doch vergiß die Farbe nicht.
Weißt du nicht, wie sie erschiene,
Wenn eS dunkelt: so bediene Dich besondrer Art von Licht.
Ruse ihn, der es erfunden,
Dessen Nan:e wohlbekannt. —
Hast du alles recht verbunden,
Ist sogleich ein Wort gesunden Für „Mnsikwerksabrikant."
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auslösung des Versteckrätsels in voriger Numnfekl Mit fremdem Kalb ist wohlfeil pflügen.
Schrutleitung: Fr. R. Zenz. — Rotationsdruck und Verlaa der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


