Ausgabe 
9.10.1916
 
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vie Ernährung unserer ltinder.

Don Schwester Lotte Mittler. Berlin. Mitglied des Haus- frauenbeirats des K. E. A.

die Sorgen der Unterernährung haben in bezug auf Kiemen, will ich' von der Ernährung unserer Großstadtkinder erzählen und berichten, was ich für wertvoll ansehe, bei der Ernäh- unserer Kinder zu beachten. Man gebe: Am Morgen an- statt Gersten- oder Kornkaffee möglichst eine Suppe von Hafer, Grreß oder Gerste. Dazu ein Stück trocken Brot. Unsere Groß­mutter haben ihre Kinder immer damit den Tag anfangen lassen.

gute Grundlage. Zum Frühstück, wenn möglich ein Stuck Brot und erneu Apfel oder etwas Obst; Brot allein geht auch, -es muß nur tüchtig gekaut sein. Grobe Brotsorten sind gesünder .mft cr , da in den noch vorhandenen Kleibestandteilen Kalk-Nahrsalze und Vitamingehalt sich befinden.

* ^ um . Wittag ein Eintopfgericht. Möglichst dick gekocht, mög- Irchst wenrg gewürzt, möglichst viel Abwechslung. Gemüse und Kar- tolttln Kartoffeln und Gemüse, auch einmal ein Stück Fisch oder Fleisch mrt hrnein, auch einmal Kartoffelklöse oder Kartoffel­pudding, zur Abwechslung ein dicker Brei aus Hafer, Graupen oder Gneß mit gekochtem Obst oder Kaneel und Zucker dazu. Um der kalkarmen Kriegskost entgegenzuwirken, kann man einen kleinen Bu,aß von Chlorkalzrum dem Gemüse beimengen. Vorschrift' 100 Gramm rernes, kristallisiertes Cblorkalzium in 500 cbcm (V 2 Liter) ^gekochtem Wasser auflösen. Zusaß: 7* Teelöffel pro Tag und Kopf dem Gemuje vor dem Anrichten beigegebeu.

. Gibt es zum Vesper Brot mit Marmelade und ab und zu mal eine Butterstulle, werden wir unseren Kindern am Abend möglichst nochmals emen Bre: oder eine dicke Suppe geben oder Kartoffeln.

Hülsenfrüchte, Gerste, Hafer, Buchweizen Hirse, Maisgrieß gibt es nun b^d von der neuen Ernte. Für uns Stadtmütter ist es eine große Beruhigung, daß Hafer und Gerste mehr für uns da ist und der Preis für diese außerordentlich wichtigen Bestandteile ^ Fsernahrung so gut geregelt ist. Gerstengrütze 30 Pf.,

Grreß 28 Pf. Kleinhandelspreis für das Pfund und in größeren Mengen für uns zur Verfügung.

Butter und Milch werden mehr und mehr für kranke und zarte Kinder und Erwachsene zurückzustellen sein. Ebenfalls Eier ^as schadet nichts, wir werden es auch ohne dem schaffen.

-< on Mern, die den Willen am Durchhalten haben, werden beweisen, daß dre einfache Ernährung bei sorgsamer Ein­teilung genügt, dem Vaterlande gesunde Kinder zu erhalten.

lmmm.Äblll. Es ist ebenfalls MN großer Typ, mit einem Pctro- An 15 kL, der eine Geschwindigkeit von 6,6 Knoten Z?ot, dessen Besatzung 10 Mann zählt, hat NettunaÄ^^^ von 7000 Kilogramm. Es ist, wie heute fast alle ^uit{???? ?mfijfj? d) ^ppelboden mtt Zelleneinteilung und durch wa eichte Bewnders bemerkenswert ist der

wajserdichte Einbau des Motors, der auch bei schwerster Sturzsee

1913 v^^t. Auf diesen ersten Bootschp folgte

tulck ein zweiter, der etwas großer und stärker ist Dieser deutsche ^ottungs-Motorlwotsthp hat einen Motor von 30 ?8, mit dein eine Gelchivindigkett von 8 Knoten zu erzielen ist. Dies sind die beiden bei unv gebräuchlichen Grundchpen, mit deneir die Ostscc- hafen und auch die Küste der Nordsee ausgerüstet sind Ein noch größeres Motorrettungsboot wurde im Jahre 1914 für das Ku-

Boo^ t ? ien <? ^//Et §ür die flachen Kiistengebiete, >vo das Boo^ vom Land erst allmählich ins Wasser geschleppt iverden nluß ünd die genannten Typen nicht verivendbar. Für die an solchen

fIeinen unb leichten Rettungsboote wurde in Deritschlaiid der Motor noch nicht eingeführt, ba die Schwier^ inten hierbei sehr groß sind. Bor allem bestellst die Sfo di.* Schraube denn Abbringen des Bootes zu beschädchen außerdem erhöht der Motor allzu sehr den Tiefgang. Seit Jahren werden, versuche gemacht, für diesen Zweck besonders geeignete Motor- rettuugvl'oote zu konstruieren. In deii Vereinigten Staaten wird M../?lchor Byp betrieben. Er hat zwei Schrauben, um bei Be- W'gungeiner Schraube weiter manöverieren zu können, und die klappt"wer^ii^nnen erforderlichenfalls an die Bordwand ge-

vevmischtes.

Zur Geschichte des Motorrettungsbootes.

!Jm Rettungsivefen zur See spielt heute das Motorboot eine der wichtigsten Rotten. Seme Einführung bei rms ist besonders der Deutschen Gesellschaft »zur Rettung Schiffbrüchiger zu danken,

b icfe? ÄrrSt öl - ' 5 *Ü ce ! t gegründet wurde. Tie Entwicklung ltneser Grsellschaft gmg, wre im Prometheus ausgeführt wird Ühr schnell vor sich, so daß sie im Jahre 1914 au der deutschen weniger als 133 Retturrgsstationen besaß, von denen! H Hälfte mit Rettungsbooten ausgerüstet ist. Diese

Rettungsboote haben aber im Laufe der Zeit erhebliche Verbesse- % r . bedeutendste Fortschritt auf diesem Gdbietej wurde durch dre Einführung des Motorrettnngsbootes erzielt Zwei Typen von Retttl nysbooten sind, nach den Ausführung er? von Phil. Hermann Stemert, in Gebrauch, und zwar ein leichtes kleines Boot vvn starker Bauart, das sich begiiem den Strand wm großes, zienilich schweres Bjvot, das wo es sich mittels Kttan oder Ablauf.- wagen vom geschützten Ufer ans direkt in tiefes Wasser setzen läßt. Ber diesen schweren Booten regte sich natürlich der Municki imrf*

cn Anttiebsmaschirre. In England 5??^ 1 ? 8 < bm Tarnpfretttmgsboot gebaut^ das Imi Erhielt, da dre Dampfmaschine sich nicht für

- ^ Eignet da sre bekanntlich nickst sofort betriebs- tS11^5 den letzten zehn Jahren hohe Vervollkommunng

den Gedanken führen, ihn zumindest Rettungsboote zu verwerrden. Seine Eignung hierfür liegt vor allein rn der ständigen sofortigen Bettiebsber ei t\ rfin»( fonne bBrin bai der TOtotor Sstounl

© e lmc(it feanfprudjit. Auch macht der Bootsmotor in seiner heutigen

mannnim't^-ssMs^"^ unnötig belöstendc Br-

mannung überflüssig. In Europa wurde das bisher größte Motor­rettungboot im Jahre 1910 in den Niederlanden gebaut wo ^ r b % besonders wichtigen Rettungsstation Terschelling 'in Be- rst. W hat einen nrederländischm Rohölmotor von 100 PS ber eine Eeschlvmdigkeit von 9 Knoten also die eines gewölm^ llchen Frachtdampfers ermöglicht. Da bei der Größe dieses Lorwervegung mit Ruderkraft ausgeschlossen ist ist Man natürlich auf die unbedingte Zuverlässigkeit des Motors mi «e'vresem Diese Zuverlässigkeit ist aber längst rettungsboote von ganz großem Typ wurden auch in Schweden^ dElMEN lMd Dänemark eingeftihrt. Das erste deEcki? MowÄ rettungvboot wurde rm Jalwe 1911 bei der Station Laboe in'

* Schloß Wilhelmstal bei Kassel wer kennt es f»t ^ Wilhelmshöhe, ja Wilhelmshöhe ist in aller Mund^ aber Wilhelmstal, das von demselben Landgrafen Wilhelm VIII' ^HeslMerbmrt wnrt^und das nur zwei Wegstunden davon ent- WÄtverlorener Abgeschiedenhett einen Dorn- ^ lft f Eine der herrlichsten Perlen deutscher und entzückt^durchblättert man den Auf- !K, den Septemberheft von Bel ha gen .& Klasings bf/en ghm widmet. Versteckt hinter hochstämmigen Buchen und Fltt^erhecken, weitab von den breiten Straßen des Lebens, liegt Schloß Wilhelmstal. Eine Allee führt über waldige dorthin. Rings um das buschige Wald-

Well^ b Lf d && Ä eU 4 ld} ru ^ i9e Felder in langen m. ^schloß erscheint tunen und außen geformt aus

Cinic ' »n- -u WteXru

völlig reifer, me irrender, me versagender Ge- pd^lend Licht und Schatten zu meistern. Die Mal- Baukunst drnd die Formkunst faßten einander bei den ^/Enr^Rergen voll Sckiönhait und Anmut. Und die sind^eines fürstlichen Sommerhauses schufen, sind sämtlich Deutsche. Emen weltbekannten Namen hat von ilmcn

Johann Heinrich Tischbein. Seine Bildnisse der Fürstlichkeiten sowohl als der Hofdamen und anderer

BeschaE^mtt die Räume noch l>eute und entzücken den

SffS'rr ! A^er Farbenpracht und ihrem Duft und Reiz

Sftbeniäb^iam^^^ .mancherlei Schicksale gehabt.^^ Zunächst im ^-leveniahrigen Kriege, m dem Hesfen mtt Hannover zusamm.m

känlpste^m^ck^ hier im Wester, gegen Frankreich

CI ^vhre 1762 regierte der parfümierte, von vierzehn m^^cAÄs'Kvndgepack gefolgte Prinz von Soubise in Kassel v? Befehlshaber der ftunzöftschrn Jnvasionsarmee. Ta kam es ^ dwA am schloß Wilhelmstal zur Schlacht Herzog

Winand Von Braunschweig ft'ihrte die Hessen, Hannoveraner ^r° a m de i Fbgen die französischen Eindringlinge. Und er sre. Nach der Schlacht speiste der Herzog im Schlosse. Und folgend, die auch im Kriege ihre Liebe ^c^Erie uie ganz vergaß, lud er die zahlreichen ftanzösischen Llaugenen Oftizrere an seine Tafel, wo er sie ebensogut bewirtete L bas Mahl vorbei war, brachte ? des Herzogs eine große Meißener Schüssel herein

Fertmiand forderte drc französischen Offiziere auf, den Deckel ^Ochusftl zu heben uns sich ihres 'Inhalts zu bedienen, sie Eialte einen ^ Nachthch ftlr dre Besiegten. Die Franzosen wur-

bl t Schüssel zu öffnen. Da hob der den Derbel, und goldene Tosen, Diamanttinge und |H l f flS r 2 l zum Vorfchem, auf die er lächelnd wies

S-Vr rf A^rdeiÄmg an dre Offiziere Ludwigs XV., sich den ^uhalt als Andenken an die Schlacht bei Wilhelmstal zu tcüen'

V ^rvorgetreten ist Scküoß Wilhelmstal noch einmal und zwar N.V Zeit des.Königreichs Westfalen, als KönigMorgen wieder

r ba M'inzesstn Karoline von Würt- ersten Jahre seiner glücklichen Eh- verlebte, ^ettdem verftel es dann mehr und mehr, bis es schließlick mit SffIfn» F^drtch emen solchen Eindruck machte, daß er es aus-

Är^ er ist^^t^^ b ^r seine Sommertage zu verleben, ^.vel- er ist nicht dazu gekommen. Die Kimstgeschichte freilich

Erhaltuiig einer der edelsten, reinsteu uuo fchonsten RokokoschölstnUgeu in Deutschland.