Ausgabe 
25.9.1916
 
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Montag, den 25. September

Der Asdjum-Vulksn.

Roman von St. E. White und S. H. Adams.

Autorisierte Uebersetzung. Nachdruck verboten.

(Fortsetzung.)

Wenn Sie an dem Haken noch eine Leine befestigen. Sie genialer Seeräuber, könnte man Sie als Angel be­nutzen," näselte er dann, unbekiimmert darum, ob er den Mann, der gleich einem gereiften Tier die Zähne fletschte, damit beleidigte.Ich hätte an Ihrer Stelle den Haken so eingerichtet, daß man ihn vorwärts und rückwärts drehen kann. Das wäre bei mancher Gelegenheit ländlicher, zum Beispiel bei einer Schlägerei!"

Satomvn starrte ihm verbliifst nach, dann musterte er nachdenklich seinen Haken, bog den Arm hin und her und zog den Haken zu sich heran wie eine Katze, die ihre Klauen einzieht. Dann leuchtete es in seinen Augen auf.

Wahrhaftig, er hat recht!" murmelte er voll Bewunde­rung.Zehn Jahr' trag ich das Ding nun und Hab' nie daran gedacht! So 'n Teufelskerl!"

Aufblickend bemerkte er, daß ich ihn beobachtete, drehte den Kopf weg und fing an, vor sich hin. zu summen.

Der Passat hatte eingesetzt; wir machten gute Fahrt. Es U>ar du Bergungen für mich, auf Deck zu bleiben, selbst wenn ich Wache'zur Koje hatte. Der Wind wehte frisch, der Himmel wölbte sich tiefblau über dem Meer. Alles bot einen heitern, freundlichen Anblick, selbst Salomons rotes Kopftuch, das sich als leuchtender Farbenfleck gegen das Blau des Himrnels und das noch tiefere Blau des Meeres scharf abhob, und das einfältige, schwarzpolierte Gesicht des Niggers über dem fleckenlosen Weiß des Oberdecks. In rhythmischen! Heben und Senken wiegte sich das Schiff unter inir, während ich in tiefen Atemzügen die Seeluft einsog und meine Phantasie in harmlosen Schatten spitze Dolche sah. Zwei Jahre ist's nun her nnb ich war jung damals

Zur Tischzeit war ich eine Zeitlang im Zweifel, wo ich denn nun eigentlich hingehörte, bis mir die Fistelstimme des Kapitäns kundtat, daß ich in der Kajüte essen sollte. Ms einziger Offizier außer dem Kapitän ich allein, nachdem die andern fertig waren. Die Kajüte war hübsch nnb sehr sauber gehalten, mit tadellos weißein Holzwerk nnd Leder­kissen viel eleganter, als matt erwarten konnte. Später erfuhr ich, daß die Reinigung der Kajüte und der drei Ka­binen dein Neger oblag, der für ihre fleckenlose Sauberkeit haftete. Ein Gestell enthielt ein Dutzend Gewehre, fünf Re­volver und meine Dolche. Ich sah mir die Waffen ein­gehend und mit größten! Interesse an. Die Getvehre tvaren moderne Magazingewehre für gewöhnliche Armee-Munition und bereits gebraucht, die ;)tevolver natürlich die alten 4ber Colts, ein ganz außergewöhnliches Waffenarsenal für einen friedlichen Schoner von hundertundfünszig Tonnen.

Die übrige Ausstattung bot nichts sonderlich Auffallen­des oder Bemerkenswertes Aus der Bauart des Schiffes

entnahm ich, daß zwei von den Kabinen ziemlich groß sein mußten. Ich hörte Stimmen darin.

Auf Deck redete ich Kapitän Selover an.

Ein schmuckes Sck)iffl"

Er nickte.

Und gut bewaffnet!" fügte ich hinzu.

Er murmelte etwas von Seeräubern in den chinesischen Gewässern.

Ich lachte.

Sie haben ja so viel Waffen, daß Sie jedem von Ihren Leuten zlvei Getvehre geben könntet!, wenn Sie nicht ettva alle Ihre Kojen besetzen wollen."

Der Kapitän sah mir gerade ins Gesicht.

Sprechen Sie frei ' von der Leber, Mr. Eugen!" sagte er.

Was hat es mit dem Schiff für eine Belvandtnis und tvohin ist es bestinrmt?" fragte ich ihn einfach.

Er überlegte.

Was das Schiff anbetrifft," erwiderte er endlich,null ich Ihnen reinen Wein einschenken. Schließlich sind Sie mein erster Offizier und ich bin aus Sie angewiesen, falls es einmal zuin na, Aeußersten kommen sollte. Wenn das Schiff ein wenig in Verruf ist, mm. Sie sind es ja auch. Es gibt Leute, die ihm allerlei Ehrentitel anl>ängen. Warum? Ich kann den Grund dafür nicht einsehen. Man nennt es einen Schmuggler, Räuber, Kaperer, und tvie die ganze Liste sonst lautet. Na, es hat in Santa Cruz chinesische Kulis geladen wenn man -das Schmuggeln nennen kann aber das Land ist frei, und ein Chinese ist ein Mensch, außer­dem wurden beim Landen hi, hi, wollte sagen beim Löschen dieser Fracht zehn Dollars pro Kopf bezahlt. Ein andernral lag am Ufer eine Ladung Pökelfleisch, die ein Dummkopf dort aufgestapelt hatte, ich nahnr sie iiber; könnt' ich denn wissen, was der Unternehmer damit beabsichtigte?"

Aber der Raum vorn ? Die vielen Kojen?" fragte ich.

Na ja, im letzten Jahre haben wir Perlen gefischt."

Dazu brauchten Sie doch nur den Taucher und die Mannschaft," wandte ich ein.

Man mußte sich doch aber vor einem japanischen Ka­nonenboot oder dergleichen höllisch in acht nehmen!"

Also Perlendiebstahl!" entfuhr es mir.

Na ja, so lvird ejs von einigen genannt. Die Musck-eln liegen da, die Inseln sind unbeivohnt. Ich fei} nicht ein, weshalb ich mir die Muscheln nicht nehmen soll!"

Warten Sie mal!" rief ich.Im vorigen Jahre kam es bei den Jshigaki-Iiina-Jnsetn zu einen! verztvei selten Kampf, wobei ein räuberischer Perlenfischer dieOyama" zurückschlug."

In Kapitän Selovers Augen bl!tzte es aus.

,Lsch befehligte damals eine schwarze BrigantineThe Petrel"," lachte er.Oben war sie eine Brigantine, unten aber von derselben Bauart wie dieLaughing Laß". Merken