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Vermischtes.
• Geröstete Kartoffeln. In Frankfurt a. M. wurden im vergangenen Winter an den verkehrsreichsten Stelle,: der Stadt, sowie an einigen Lokalbahnhösen geröstete Kartoffeln im Straßenverkans feilgeboten. Die dortige städtische HanSberatnngs. stelle hatte die Straßenröstereien auf Kosten der Stadt eingerichtet. In diesen: Herbst soll der Verkauf der gerösteten Kartoffeln auf der Straße wieder ausgenommen werden. Im vorigen Winter war der Zuspruch sehr groß und erfuhr eine tägliche Steigerung. Der Preis für eine^geröstete-Kartoffel betrug 2 P»g., für zwei Kartoffeln 3 Psg- usw. So mancher zog vergnügt mit einer ganzen Tüte voll heiger Kartoffeln ad. Man folgte in Frankst,rt a. M. mit der Ein- rlchtung des Straffenverkaufs der gerösteten Kattoffeln einen: Brauch, der sich in Südeuropa schon längst eingebürgert hat. Ueberall werden dort, namentlich in den größeren österreichischen Städten und besonders in Wien, geröstete Kastanien uub Kartoffeln im offenen straßenverkans feilgeboten. Tie auf Kastanienbratöfcher: gerösteten Kartoffeln schmecken ganz vorzüglich; sie stellen em überaus einfaches und billiges Mittel dar, um dem Bedürfnis des Magens nach einer war«nen Speise abzuhel'en. ES iväre daher sicherlich wünschenswert, daß das Frankfurter Beispiel des Feil" Haltens von gerösteten Kartoffeln in dem kommenden Herbst nnb A"Nter auch in anderen deutschen Städtei: Nachahmilng findet. Zn Wien nennt man die gerösteten Kartoffeln »Bramburi" ilnd ihren Verkäufer den „BramburimannE. In diesen Bezeichnungen steckt der tschechische und südslawische Name der Kartoffel: drawbor. dieser slawische Name, so schreibt unS ein Mitarbeiter, ist kulturgeschichtlich von höchstem Interesse; es liegt chm nämlich mchlS ^a^Eres. als der Name Brandend»,rg zugrunde. Im Oberserbischen <Wendischen) bezeichnet man l>ente noch mit dem Namen Brambor den Brandenburger oder Preuße««. Wenn diese Bezeichnung in einer Reihe von slawische«: Sprachen auf die Kartoffel übertragen worden ist, so würde man damit der wichtigen hlstorrschen Tatsache gerecht, daß unter den: Großen Kurfürst Friedrich Wilhelm die ersten Kartoffeln in der Mark Brandenburg angebant worden sind, -er jetzige Lustgarten, der nördlich vom Königl. Schlösse in Berlin gelegen ist und auf dein sich gegenwärtig der Ton: und daS Neue Museum befindet, wies das erste Karloffelbeet in der Mark Branden- bürg aus. Dadurch, daß die Wenden, die Tscl>eche>: und andere slawnchen Völker der wichtigen Kultnrvstanze den Namen Brambor veigelegt haben, mti dem sie z. B heute noch de«: Brandenburger oder Preußen bezeichnen, haben sie zun: Ausdruck gebracht, daß der Kartostclbau zu ihnen aus Brandenburg-Preußen gelangt ist. Im Bulgarischen begegnet man als Bezeichnung für die Kartoffel den Ramensforme«: baraboj. bardoj. barabol, brnubale, bnr«ubale und druwoare; cs lägt sich unschwer erkennen, das; diese Bezeichnungen aus dem Namen bratab. r hervorgegangen sind. Pros. Berneler slihrt in seinem »Slawische«: Ethymologischen Wörterbuchs a,:s de«: klemrussische«: Dttmdarten als Bezeich«:u,:gen für die Kartoffel iu a. die Namen vuu:ä)'bnrka. bauäura. birabola. barabil, barabona, garabola, grardybarka an. Auch diese gehen ohne allen Zweifel auf de,«selbe«: Urspru«:g z««rück.
/Eine französische Ehrenrettung des Alkohols. llnter de«: vielen durch de«: Krieg laut ge«vorde»:e«: Meinungsverschiedenheiten iu Frankreich spielt die Frage, ob der Alkoholgenuß aus moralischen oder gesundheitlichen Gründen zu verdanunen oder aber wegen mdustrieller Vorteile in Schutz z«: nehinen sei, nach wie vor eine große Rolle. Die französische Re- glcrtmg, die rnit stärkere,« Mitteln gegen die besonders in der schwer arbeitenden Bevölkerung Frankreichs sehr verbreitete Liebe zu»: Alkohol a«:zukä«npse»: sucht, sah und sieht sich trotz vielfacher Aus- u:u»:teru,:ge„ von der eine,: Seite auch einer ganzen Anzahl «nehr oder «nmbec erbitterter Gegner gegenüber. Viele K'emhändler so vor allem d:e Verkäufer von Tabak und Zeltnngen. s»:che>: i,n Stlllen ihren Prosit ain Alkohol zu „:achen. So geichieht es hät.siq, daß man in eine,:: Lade«: nur ein Paket Zigaretten oder eine Zeitung erhält, wenn ,na«: sich bereit erklärt, zum eigenen Er- gotze«: und vor allem zum N««hei: des Ladeainhabers auch ein Gläschen Schnaps zu leeren. An: «vütendsten über die Bewegung gegen den Alkohol sind natürlich die fra,:zösischen Weii:häi»dler u,»d d:e Fabrikanten von Spirituose,:. Nmunehr gibt ein Fachblatt der Weinhandler, die »Revue Vinicole", dieser Stimmung in einen: grotesken Artlkel zur Verteidigung des Alkohols Ausdruck: »Kennen Sre, so sragt daS Blatt, »unter den geiziger: und phili- fö?,-ü ^o f0 r?°J 9efl ™ r , n "^ele Leute, die auch würdig wären, die köstliche Lust des Weines und der Liköre zu ge»:ießen? De»««: um wirkli .h nach den Regeln derKunst das edleRaß zu schlürfen, muß «na«: mu entsprecheiiden Tugenden auSgestatlet sein!' Aber dies genügt der »Revue B.mcole« noch nicht. Sie hofft auf den Tag, ,.a«:
, IÖJ gewohnllche Trintivaffer nur noch zu Fußbädern verwende: werden wird, da dies die einzige gerechte Rolle sei, die ihn: znkomine. Auch vergleicht sie „die antialkoholischen Damen m:t den bewnndernswerten Gattinnen der Wein- und Spirituosen- handler, mit blefeu pflichtbervußtei: Frauen, die, während ihre Man,:er und Sohne im Felde für das Vaterland kämpse.:, daheim durch eigene Erbest d:e so wichtige Alkoholindustrie ausrecht er-
e,U «> ■ r 0 * - cm wäre es nicht verivnnderlich, »venn die »Revue Vinicole eures Tages verlangte, daß die sra«:zösische Re- grernng d,e grauen der Wein- und Schnapshändler, dle in ver
borgenen Hinterstuven dem Volt Spirituose«: ausschenken, mit einer oeiondecen Ehreiunedaille anSzeichneten! . . .
terseeboote in d e r Schweiz. Daß die schweize- r:,chen vplelivarenhandler auch schweizeriiche Schlachtschiffe zur «chai,^ bringen, ans denen bic Ausjchristen .Wilhelm Tell^, u|,u. pra«lgen, ilt nichts Ungewöhnliches. Aber bet diesem neuen Unterseeboot handelt es sich nicht um ein Spielzeug, sondern nn: ein wirkliches Unterseeboot, das für den Ge««ser See errichtet und dort verkehren soll. Die Rücksicht aus das aktuelle Jnlereffe "NO der Trieb, neue Reklaiueinöglichkeiteu a»Ssi,»dig zu inachen, haben hier enolgreich zusaimnengewirkt. Tatsächlich soll ein solche- n.ahczeug, so schreibt uns ein Züricher Mitarbeiter, gebaut werden, ungelahr 10 Meter lang sein und eine Schnelligkeit von 10 bi» J“ Knoten besitzen, jo daß es gut eine Viertelstunde sich unter Kaiser wird bcuvegen können. Einige reiche Hotelbesitzer der Gegend wollen sich allen Ernstes zu diesen: Zwecke znsammentnn.
nun dle verschiedene«« Zoll- llild Grenzbehörden der beiden i^eeufer schlanklveg bannt einverstanden sein «verden, wird sich 5 e:gen. Jedenfalls ist das ein Beispiel inehr dafür, «vie man die Krlegsereignisse in de«: Dienst der Reklame stellen kan«:.
Gietzener Hausfrarrerr-Berein.
In der Geschäftsstelle, Mänsburg ü, sind Kolben von Zucke«« ma:s, der hier gezogen ist, .uus.geMlt.
Zur Ernte der Maiskolben sei bemerkt:
Die in den Blattachsen des Stammes befindlich,: Kolben toer^ den gebrochen, sobald die Körner ein nicht mehr wässeriges, stumpf- glasiges, sondern ein perlmutterglänzendes, wachsiges oder elfen« bern artiges Ans sehen annebmen. Von außer: ist dieser ZorMttw daran erkennbar, daß sich das obere Ende des in der BUrtthülle bestudl:ä>en Kolbens mcht mehr spitz, sonkx'rn mehr rimd- Uch arr suhlt. Man wird nach kurzer Hebung die Untersch'idnng - b'rben. Der <u x der Spitze des 5rchlbens befindliche,
aus Blutensienrpeür bestes.«de vaarschops des Kolbens ist venvclkt. dre Korner smd weich Knd milchhaltig. Auch durch Auf- chlartern eu:es Teiles und Bloßlegung des Innern der Kolben laßt sich der GraH der Rnfe erkemren. Erscheint bcinr Rihen der - n9 ^ lnrcht Ukiifericrer) Saft, so ist es Zeit zur Ernte. t)t Auchtrg. bie noch zarten Kolben rechtzeitig zu «verspeisen Zu reif geworden, verliert der Mais an Süßigkeit und Wohlge- srtpnack; auch sollen die Kolben, möglichst frisch gebrochen, gekockxt »veroen. "
DieZubereitungdes Zuckermaises.
Die Kolbe:: werden ans der früde gelöst, von den Fäden (die den Schopf bilden) befreit, in leick>t gesohzenes, kochendes Wasser gedan und — von Boginn des Siedens des Wassers an gerechnet — etwa 8 Mimitem lang gekoch^ Der Geschmack erinnert an junge Erbsen tum besonderer Süßigkeit.
,Man verspeist den Mais nach landläufiger Art. ii:de,n man die noch hcrszen Kolben mit frischer Butter l>estreicht (sie schmecken auch ohne Gitter), zum ?Nnnde führt, die woh.sch,nech.,deu Körner mit den Zahnen zerdrückt und sie aussaugt. Oder man kocht die Kolben zunächst 5 Minuten, öffnet die Körner durch einen Messerschuitt
hiirrU St.» SiTT-iH-p So.- w... ..... .... --
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durch Die Mitte der Reihen, druckt de«: Inhalt mit einen: Messer- Hüllen, dünstet ihn mit etwas Milch und Pfefsev
rücken aa:s der: i/uiu..u, uuuiici u/u um envas a/diui uiu> Piessev m:t> richtet heiß an. Junge unreife Kolben kann uran der Länge «nach vierteilen u,id ebenso an richten.
dluch kann rnan die Kolben bei gelinder Glut am offenen Feuer rosten. Mim lässt bei dieser Zubereitung einige der ihr: umgcben- den inneren Blätter am Kolben und genießt die Kerne, sobald sie leicht hellbraun angela«:fen sind.
Logogriph.
Mit S bringt'S Menschen und Tieren Gefahr,
Aiit R enthält es die edelsten Teile.
Ein T >:och dazu, so gereicht e§ fürwahr Dein, der eS be«n":tzt, zun: Glück «n:d z«m: Qeile.
Wird schließlich ein S vor das Ganze gestellt,
So kommt es als Zwillingspaar ans die Welt.
Auslösimg in nächster Nummer.
Auslösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummerr
Abkürz»mgen : tx --- Treff, p ^ Pique, c = Eoeur, rar« Earreau trB = Treff-Bube. pA = Pique-'Aß, cD = Eoe««r-Tame usw. Vorhand besaß : pB, pD, pK. pA, cZ, cD, cK, cA, carK, carA: Hinterhand: trO, trZ, trD, trK, c«, e'h C B, car8, carZ, carB. Die ersten drei Stiche sielen solgei:dernlabe>::
1. V. oZ M. e7 H. o8.
2. H. dr9 V. carA M. tr8.
3. H. trZ V. oarL M. tr7.
Da Vorhand jetzt sein carA und earL abgelvorsen hat und Hinterhand ear8. carZ und carB der Reihe nach ausspielt, muß Mittelhand schließlich mit der carD darüber gehe«:.
Schriltleilung: Ir. R. Z«»t. — Rotationsdruck und Verla« der Briihl'iche» UniversitStt-Buch- und Steiadrucke.ei. R. Lang«. Gießen


