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Fallersleben unsere Herbstzeitlose bereits im Mai erblühen läßt, her Irrtum liegt aber ln er, so schreibt uns ein Mitarbeiter, durch­aus auf Seite des Sprachforschers. Der Dichter, der ja gleiche- zeitig einer der Begrüiwcr der deutsck)en Sprachwissenschaft ge­wesen ist und der in der mittelhochdeutschen Dichtung zu Hause war, wie kann: ein airderer, hat hier natürlich das Maßliebchen gemeint: er bat freilich für dieses einen Namen gewählt, der auch zu feiner Zeit niemandem mehr geläufig war . . . Tire Botaniker des Mittelalters nannten die merkwürdige Pflanze filius ante pattem (Sohn vor dem Vater, iveil sic glaubten, daß sie zuerst die Frucht (im Frühlings und dann erst (im Herbst) die Mute entwickle. Natürlich kommt auch bei der Herbstzeitlose die Blüte vor dctr Frucht. Ter Fruchtkeim wandert aber von der im Herbst ent­falteten Blüte in die tiefliegende Zwiebel hinab, überlvintett dort, und erst im nächsten Frühjahr wird gleichzeitig mit den Blätterig die Fruchtkapsel an (je Erdoberfläche hinaufgetrieben. Friedrich Rückert berichtigt den .Irrtum der mittelalterlichen Botanik in folgenden Versen:

..Welch' eine Pflanze trägt du Frühling ihren Samen,

Da ihre Blüten erst hervor im Herbste kamen?

Die Zeitlos' ist hierin der Blumen Widerspiel,

Daß sie im Anfang ist, wo jene sind am Ziel."

So schön auch die Blüte der Herbstzeitlose ist, so ist ihr gegenüber die größte Vorsicht geboten. Sie gehört zu den Giftpflanzen: besonders giftig sind die Zwiebel Und die Samenkörner. Der Land­mann haßt sie, weil ihr schon manches Stück Viesh pn Opfer gefallen ist, und Man kann nicht eindringlich genug auch die Kinder vor ihr warnen. Eine alte griechische Sage bringt die Pflanze mit der Zauberin und Gistmischerin Medea in Verbindung, deren Heimat die Landschaft Kvlchis am Kaukasus war. Von dem Zauber­trank, mit dem Medea ihren alten Schwiegervater A»eson verjüngte, fielen einige Tropfen zur Erde, und aus diesen entsproßte die Giftpflanze. Die Botaniker nahmen ans diese Sage Bezug, indem sie der Pflanze ihren botanischen Namen Colchicum verliehen.

vermischte».

* Konservieren im Haushalt. Von allen Seiten prasseln förmlich die Ratschläge über die Anwendung alter und neuer Arten der Haltbarmachung von Obst, Gemüse, Fleisch nsw. auf die armen Hausfrauen herab. So gut gemeint alle diese Rat­schläge sicherlich sind, so gefährlich können sie wirken, wenn tat­sächlich jedermann glaubt, daß er nach der ersten besten Anweisung, die meistens keinen Anspruch aus Vollständigkeit machen kann, nun jede beliebige Menge Obst oder Gemüse nsw. konservieren könne. Die meisten der neuen Haltbarmachungsarten, besonders diejenigen ohne Zucker, sind noch viel zu wenig erprobt, um allgemeftr an* gewendet werden zu können. Auch das sogenannte Einwecken hctt heute seine großen Gefahren. Tie gelieferten Gummi- oder Gummi­ersatzringe können vielfach nicht als vollwertig angesehen werden und nur zu oft kommt es vor, daß das mit gvoßen Kosten er-, wordene, infolge des mangelhaften Materials, trotz der sorg­fältigsten Einhaltung aller Vorschriften, verdirbt. Darum muß im eigensten Interesse jedermann davor getvarnt werden, sich mit der Konservierung irgend welcher Nahrungsmittel zu befassen­dem nicht schon längere Erfahrung aus diesem Gebiete eine Sicher­heit dafür bietet, daß er auch unter den jetzigen, besonders schwie­rigen Verhältnissen, imstande ist, die Haltbarmachung erfolgreich durchzuführen. Wer sich leichtsinnigerweise ohne genügerrbe Er­fahrung mit der Haltbarmachung von Nahrungsmitteln befaßt, die dadurch möglicherweise dem Verderben ausgesetzt werden, ver­sündigt sich an seinen Mitbürgern und an seinem Vaterlande.

* Die Kunst, das letzte Stückchen Seife zu ver­brauchen. Eine neue Methode zur Seifensparung gibt der berühmte 'Hamburger Dermatologe Professor P. G. Unna:Die Oekonomie des Seifenstückes im Gegensatz zur flüssigen Seife endet bekanntlich, wenn es bis aus einen kleinen Rest verbraucht ist; unhandlich, wie dieser ist, geht er regelmäßig für das Waschen verloren. Jetzt, wo die Seife gespart werden muß, mag daran erinnert werden, daß es ein einfaches Mittel gibt, um alle Seifen­stücke restlos auszubrauchen. Man sammelt die Reste, wickelt si« in ein Stückchen Müll und wäscht sich mit dem entstehendcktz Seisenball, indem neun ihn in der Richtung der Wicklung durch die Finger gleiten laßt. Dabei stellen sich noch weitere Vov, teile heraus. Beim Waschen dringt der Seifenschaum in die poröse, weiche Hülle, und trocknet in derselben nachher im Seifen- napf fest, um beim Anfeuchten wieder sofort einen dichten Seifen­schaum zu liesenr. Die erste Seife, die sonst ein trockenes 'Seifen­stück liefert, bis genügender Schaum erzeug wird, sowie der Ueber schuß, der zum Schluß weggespült wird, bleibt in der Hülle des Seisenballes. Darauf muß es wohl zurückgesührt wer­den, schreibt der «berühmte Gelehrte in derDermatol. Wochenschr.", daß ein Seisenball von der Größe eines gewöhnlichen Seifenstückes- der nur wenige kleine Seifenreste enthält, fast ebenso lang« vorhält, wie ein frisches Seifenstück. Die Erfahrung, daß der Seisenball sehr ökonomisch arbeitet, hat nun in der jetzigen Seisen- not dazu geführt, von vornherein das Seifenstück in ein Stück Mull einzuwickeln. Darin entstehen überhaupt keine unbrauchbaren Reste: man wäscht sich damit ökonomischer, angenehmer und

gründlicher. IW gebe diesen Rat allen Pattenten beim Ge­brauch medizinischer Seifen, die jetzt so stark auf die Neige gehen."

* Ein einfaches Verfahren zur Feststellung der Wärme im Innern einer Getreidemiete. Es bedarf keiner ausführlichen Begründung, wie tvichttg es für dew Landwirt ist, zu wissen, welche Wärmegrade im Innern einer Ge- treidemicte herrschen, Nicht nür bei naß ein gefahrenem Getteibez sondern auch bei Getreide, welches bei gutem Erntewetter eingo- bracht werden konnte, entwickeln sich häuftg bei Lagerung Tempera­turen, die dem Getreidekorn sowohl in seiner Kermkrast wie auch sonstigen Verwertungsmöglichkeiten gefährlich werden mrd da­durch seine Gebrauchsfähigkeit stark hevabmindern. Eine regel­mäßige Ueberwachung der Wärmebildung in der Miete sowohl wie auch in der Scheune wird aus diesen Erwägungen zu eines Notwendigkeit. Für die Zwecke einer regelmäßigen Kontrolle der Wärmebildung in lagerndem Getreide sind besondere Thermometer im Handel, deren Anschaffung jedoch zumeist infolge der damit verbundenen Kosten und Umständlichketten unterbleibt. Wir können auch lohne devarttge Hilfsmittel auskommeu. Lassen wir uns beim Dorfschmied eine etwa 2,5 Meter lange und 0,5 Ztm. dicke Eisen­ftange Herstellen, an die an einer Seite ein Hvlzgriss zur leichteren Handhabung angebracht ist. Diese Stange wird täglich, am besten gegen Mittag, in den Haufen hineingeftoßen und im Ver­lauf einer halben Stunde beransgezogen. Während dieser Zeit hat die Stange diejenige Temperatur angenommen, welche in dem lagernden Getreidehaufen herrscht. Zeigt die Stange beim Befühlen mit der Hand eine deutlich toahrnehmbare Wärme, so besteht Gefahr einer zu weit gehenden .Selbsterhitzung der lagernden Getreide in enge. Es erscheint dann rätlich, geeignete Maßnahmen zur Herabminderung der Wärmebildung zu ergreifen, sonst kann inan Gefahr laufen, daß das lagernde Getreide in­folge der zu hohen Wärnvebildung mindettvertig wird, l

vüchertisch.

Hochland. Inhalt des Septemberhestes: .Deutsche Politik". Von Univ.-Prof. Dr. Martin Spahn. -Judith". Roman von Peter Dörfler. -Katholizismus und praktisches Leben". Von irmin Coar.%Einige Briefe au König Johann von Sachsen", on Johann Georg Herzog zu Sachsen. meine Bausteine: .Der Tod". Plauderei eines verwundeten Feldgrauen. Von Fritz Magon.

Rückblick aus das zweite Kriegsjahr". Von Generalmajor Friedr. Otto. Kritik:Der Wiener Kongreß". Eine Besprechung von Charlotte Lady Blennerhassett.KrieaSliteratur zur poli­tischen Neuorientierung". Von Dr. Eduard Stabiler". »Neue Romane". Von Franz Herwig. Rundschau: Kriegsbetrachtung.

Der politische Föderativ-Gedanke. Chestertons KriegSschristen.

Der deutsche Görres. Johannes Ranke -f. Die .Einheits­schule". Der Krieg und die deutsche Musik. Neues vom Büchermarkt. Unsere Kunstbeilage.

V a r i e t 6. Roman von Joachim Delbrück. (Verlag von Ullstein & Co.). Die brausende Buntheit des Varietös um­fängt uns in Joachim Delbrücks Roman, der das Schicksal einer jungen Dänin erzählt, der blassen Johanne Simonsen vom Hortensia-Quartett der Wienerin Madame Andrse. Jane Soes- man, Jeannette Holberg, Jeanne Dnsour sind der Reihe nach ihre Künstlernamen. Aus der kleinen Artistin mit den Hänge­locken wird eine große Dame, aus der Unbekannten ein Stern europäischer und amerikanischer Bühnen. Tann folgt sie der be­törenden Neigung zu Harry Lenvener, dem eleganten holländischen Diplomaten; sie wird verlassen, sie büßt ihre Stimme ein, und vor dieselbe Kopenhagener Skala, aus deren Brettern sie als An­fängerin stand, führt sie die absteigende Linie ihres Lebens. In zarten, Hellen Bildern sind alle Eindrücke sestgehalten: Herbsttage in Kopenhagen, eine dänische Kleinstadt, Holland mit seinen Wiesen und Grachten, ein norwegischer Fjord, von dem der Nehel weicht, der Mälar bei Stockholm in winterlicher Mond,rächt, der Korso yon Buenos Aires. _ ,

Skat-Aufgabe.

Mittelhand spielt Null ouvert auf folgende Karte:

f+ +

4 +

4 4'

4k 4

4 4'

+

+ +

+

+ 4 4

4 4

4

4 4 4

4*4

4 4

4 4

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DaS Spiel geht verloren. Im Skat liegt Treff- und Treff- Bube. Welche Karten besaßen die Gegner und wie wurde gespiell ?

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer i Mohrenkopik - Abolf lSuahell Conful Arac Granit - Maoatra - Ingwer.

Mascagni, Ratclisf.

Schristlettung: Fr. R. Zenz. Rotationsdruck und Verlas der Brühl'schen Universitäts-Buch' und Steindruckerei, R. Lange, Gießer».