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Ehre war- euch und 5ieg, doch der Ruhm nur kehtte zurücke".

Wum Gedächtnis meiner beiden in den Kämpfen in Mandern 1914 gefallenen Vettern.)

Allgemach wird's dunkel unter den hohen alten Buchen mit ken breiten Kronen. Schon mancher Stramm, der jahrzehnte lang Sturnl und Wetter getrotzt hat, liegt nun am Boden, zersplittert von französischen Granaten.

Leise rinnt der Regen. Gr tropft von Blatt zu Blatt, von Mona zu Zweig und dann verschwindet der Tropfen lautlos Der Boden ist wie ein vollgesogener Schwamm. Braune Blätter tzoin vorigen Herbst, dürre Aeste, vernwderte Stümpfe, die des

glühen; hie und da schon flattern Auf dem schinalen lehmigen Wege, Zweige hängen, stehen Witzen in den von Kanoneii- rädorn ausgefahrenen Geleisen.

Läi:gst schon laben sich des Helios nrutige Rasse an der kühlen Mut des endlosen Oeeanus. Die Nacht breitet ihre Fittiche über die ruhelose Erde und entzieht die Schrecken des flammenden' Weltbrandes den Augen der Himmlischen. Eine Schar gespensti­scher Vögel fliegt unter den Woltensetzen dahin; krächzend üm- schwärmen sie einen Baum auf einsamer Höhe: es sind Wodans weise Vögel.

In deir Wipfeln rauscht's und raunt und singt und tönt. Sind das die Geister der Erschlagenen? Rufen mir da die beiden Brüder aus dem fernen Flandern einen letzter: Gruß zu?

Was war Leonidas mit seinen kampfgeübten Streitern gegen diele Knaben, die mit gefälltem Bajonett undDeutschland über flaues" auf den Lippen die feindlichen Gräben stüriEn, nicht achtend den Dod, der sie in tausend Gestalten umlauerte!

Als leise der Befehl von Mann zu Mann ging, das Seiten­gewehr aufzupftanzen, da haben sich die beiden Brüder zum letzten Male die Hände gedrückt, haben sich fest in die Augen geblickt. Sie sahen sich nochmals daheim bei ihren Lieben am trauten Familien­tisch; sie dachten an Vater und Mutter und den kleinen Bruder, die fern in der hessischen Heimat siür sie bebten.Grüß die Eltelnö, Carl!"Oder du, Hans!" Dann riefen die Hörner und Trom­meln zum Sturme und sie stürzten hinaus aus den: Graben voll heiliger Kampfeslust dem Feind entgegen.

Eine Welle ergießt sich über die grana.tendurchs::nhtei: Aecker. Graue Gestalten werfen sich nieder springen auf rasen weiter stürzen mancher bleiht liegen. Kleine Wölkchen, luie «Urs Watte, erscheinen prasselnd hageln die Schrapnellkugeln. Und immer weiter geht's. Ta einer ohne Heln:, voM Kopf rinnt's rot dort einer in zerfetztem Rock. Vorwärts! Vorwärts! Tau­sendfältig zuckt blutiger Feuerschein auf Maschinengewehre rasen und Kugeln sausen. Granaten heulen und bohr«: sich in die Erde hochauf spritzt's dann verderbenstreueiüi. Hier der fällt lautlos, dort der windet sich ächtend und stöhnend tm Schlamm gur­gelnde Laute und jubelndes Schreiei,. Die ersten sind in: feind­lichen Graben nun ein Ringer: und Kämpfen und Würgen! Brust an Brust rnit Kolben und Bajonett und Messer. Ueberall dröhnt's und ^knirscht und jamimert und heult. Tann ist der Sieg errungen fchrer erkauft.

O wieviel Wunden haben die englischen Gewehre, die indischen Messer geschlagen! Wieviele liegen bleich auf dem blutgetränkte,: Rasen, in voller Jugendkraft vom Schnitter Tod dahingemäht!

O Flandern:! Die schönste Grafschaft nannte man dick; im Mittelalter. Kann es je und je dort in der: zerschossener:, verbraun- teii Dörfern wieder Mischer, geben, die lachen und scherzen? Werden dort wieder Rosen blühen und Lilien und Nelken, um die Mädchen zum Tanz zu schmücken? Dort, wo so viele kleine Hügel ansgelporfen sind, auf denen ein schlichtes Holzkreuz steht, ein Helm oder Seitermewehr! Wo die Blüte von Deutschlands Ju­gend freudig :hr Blut verspritzt hat für's heißgeliebte Vaterlaich! Wahrlrch, es smd die Bester: gewesen, die ihr Leben gelassei: l>rben für :hre Freunde! Nie mehr Werder: sie den geliebten Heimatboden betreten, nie mehr die hessischen Wälder rauscl>en hören.

Und die beiden Brüder? Dem einer: war die Brust durch- schosien ein paar Minuten lebte er noch, hörte rwch das Hurrah- Janchzender Kameraden, ihrer: Siegesjubel urch mit einem Lächeln prif den Lippen verschied er. Seine reine Seele entfloh nach Ely- sarms Gefilden. Er lag da so friedlich auf der blutbefleckter: Llcker- frume wie ein Kind, das in Müllers Arm cingesch lasen ist und» selig träumt. Den ander:: fand man im Graben stehend, ein Gurkhamesser in der Kehle. Die Hände hielter: rwch den Schaft des Gewehres ftoßbereit, die Auger: weit offen. So stand er an die Grabenwand gelehnt, starr wie das Standbild eines ftmgctt Krregsgottes, der von künftigen Heldentaten trcüunt.

Helm ab! vor diesen Helder:, die dsm Vaterland ihr Alles, chr ^onn und Werder:, freudig dahingaben.'

, ^Loch in den spätesten Jahren wird der Großvater bei trau- Uchemi Lampenjchimmer seiner: Enkeln erzählen von den Frei- willmen ir: Flandern, urch die Enkel ,verden still sitzer: und mit den Auger: an der: welken Lippen des Ahns hängen, die zittcrnz wenn er :m Gerst die jugendfrischen, begeisterten Stttrmer wie- dersuht.

Im Felde, 9. September 1916.

Ossiz.-Stellv. W . . . Flak-Zug . . .

m .2« derNeuen Bad. Lcmdesztg.* finden wir folgendes hübsche Gedicht in Pfälzer Mundart:

E pä,zisch Mahnung zur Urlegsanleihe.

Ma Hot Euch viel fchun vorgeseht Fremdwörter, Bilder, Zahle.

Ma Hot gepetzt, gehetzt, geschwätzt Wie bei de NeichStagswahle.

Ihr denkt, des alles rS jo Kohl,

Do möcht ich doch druff wette,

Drum loht mich nur e eenzig Mol Mit Euch gut pälzifch redde.

Seht Euch doch an, de grobe Dauz,

Deu fe um Deutschland schpringe,

Denkt Eich nrol aus, des VjerverbandS Plan bähte gar gelinge.

Keeu Dach war heil rm Pälzerland,

Keeu Faß mehr voll mm: Neie,

^kerch, Schul und Sloru war Glut un Brand:

Drum zeichnet Kriegsanleihe!

Jeen Taler kleppert Eich im Sack,

Der daun Eich nit genumme,

Wär eenmol nur des Kaff'repack In unser Land gekunune,

Ei: Gurkah tat an Eirem Bett,

An Uhr und Wäsch' sich freie,

Ach wie Ihr do so gern doch hätt'

Gezeichnet Kriegsanleihe.

Geld Geld brauch jetzt de deutsche Schtaat Sunfckt kann er Eich u:t schütze,

Geld koscht en jeder Feldsoldat,

Kanone un Haubitze,

Un schteht es in de Zeitung drin,

Wie se in London schreie, .

Geld koscht de Bornb mm: Zeppelin:

Drum zeichnet Kriegsanleihe!

Die Munition, Kreizsaperlot,

Die iS dock nit vun Pappe,

Es schießt daß Heer, es schießt die Flott, Der Schtaat, der muh berappe,

Meenscht. wär do alei c Sieggebrumm In unsrer Feinde Reihe,

Gab nit c gute runde Summ Die neue Kriegsanleihe.

Ihr schenkt jo nit, Ihr legl's gut an, Des iS doch nit zu leugne,

Druu: us Ihr alle, Fraa un Mann, Zun: Zeichne un zum Zeichne,

Der Hiudeuburg schasst's gut un schtill, Ich brauch nit prophezeie,

Un wer beim Siege helfe will,

Der zeichne

Kriegsanleihe!

-/i

A '

R. I. Wolfs.

Herbstzeitlose.

Blattlos in Herbstes Sonnenstrahl Sch:nückt sie Anger und Wiesental.

Ter Himmel weiß, sie ist geduldig,

Bleibt ihr das grüne Röllchen schuldig."

Wenn der Altweiberson:mcr iiber die Felder streicht, dann er­scheint ans den Wiesen in großer Zahl die letzte Blume des Jahres, die Herbstzeitlose. Johannes Trojan gedenkt in den hier ange­führten Versen der merkfvürdigen Tatsache, daß diese Blüte gerade in dieser Zeit gänzlich den Blätterschmuck entbehrt. Man erklärt daraus auch de,: NamenHerbstzeitlose", der lediglich eine Ver­kürzung des volleren NamensZur Herbstzeit Blätterlose" dar- ftellen soll. Nun aber wird in vielen mittelhochdeutschen Ge­dichten eine Blume zitelose erwähnt, die aber nichts mit der Herbst­zeitlose zu tun hat. Die zitelose scheint vielmehr die jedem bekannte Bellis (Maßliebchen) zu sein, die destvegen ihren NamenZeit­lose" erhalte:: hat, weil sie sich mit ihrer Blüte an keine Zei.t bindet. In Anlehnung an diese Zeitlose scheint dann unsere Herbst­zeitlose ihren Namen erhalten zu haben. Der bekannte Sprach­forscher Franz Söhns glaubt nun, in seinem sonst ganz vortreff­lichen BucheUnsere Pflanzen, ihre Namenserklärung und ihre Stellung in der Mythologie und in: Bolksaberglanben" dem Dichter Heinrich Hofimann von Fallerslebe,: ein dichterisches Versehen Nachweisen zu können, »veil dieser in seinem bekannten Frühlings- liedMaiglöckchen und die Blümelein" singt:

Die Blümche:: blau und gelb und weiß Die kommen all' herbei.

Vergißmeinnicht u::d Ehrenpreis.

Zeitlos' und Akalei."

Söhns glaubt, ou3 dieser Zusammenstellung derZeitlose" mit den tZ-ruhlmgsblnmen folgern zu müssen, daß Hofimann voiß