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Geschmack nicht mehr los. ivenn man durch die Bet packungs räume wandert, m Hunderte junger McLchen und Frauen am Werre sind. Ja, man behalt diesen Süßgeschnmck noch den ganzen Tag über im Munde, an den iHäuden, in den Kleidern: „500 mal so süß
als Zucker."-« — In den Hellen Sälen, die zum Teil eben erst
vom letzten Handtverkcr verlassen sind, denn die Saccharinabteilung muß fortgesetzt eriveitert werden, stellen Maschinen die befamttert kleinen Tabletten her. Aus eurem Behälter fallt der Saccharm- staub (hier zu vier Fünfteln mit doppeltkohlensaurem Natroil vermengt, weil sonst die Tabletten gar zu klein ausfallen nrüßten) und wird in die kleinen Löcher einer Eisenplatte gepreßt. Glerch 25 Stück der flachen Plättchen springen heraus, fallen durch emen Trichter und enden in einem Glasröhrchen. Eine andere Maschrne zählt gleich bis 300, sie fiM größere Glasflaschen-Packungen. Nebenan werden flache Platten gepreßt von etnm Spicken zuckere Grüße. Tie dienen fiir Gefangenenlager. Andere große Pressungen sind für das Oberkommando-Ost bestimmt. Das größte Gewtmmel von Arbeitskräften aber ist um die kleinen „Reichs-Briefchen" beschäftigt, dig jetzt von der vielgenannten Zeutral-Einkaufsgesett-. schalst an die Gemeinden verteilt werden. Es ist nicht so einfach, l 1 /, Gramm in Massenbetrieb abzumessen. Hier ist das Problem gelöst. Ein kleiner Blechlöffel faßt die Menge, füllt den Inhalt durch ein Trichterchcn tu eilt winziges Beutelchen. Das lmrd verklebt und wieder in ein anderes gelegt. Und je mehrere Hundertl der bunten Päckchen füllen einen Karton. So Nnrd es möglich, dte „leichte Ware" nun doch für jedermann bequem faßbar zu gestalten. Und damit ist auch zugleich der Fabrikationsgwlg beendet.
Absichtslos, lvie so oft in ähnlichen Fallen, errtdeckte der Forscher das „süße Geheimnis". Verlacht erst, dann aus Notwendig- keft bekärnpft, tut es nun Kriegsdienst. Aus ätzenden und scharf schmeckenden Stoffen fügte es sich zusammen, aus allerlei Farben rvuchs es auf. Und wurde doch lichtweiß und süßer als süßeste Frucht: Eines der Wunder aus unseren Tagen. Millionen werden bald dieses Wmtders Gabe kosten können.
Hebung der Ziegenzucht.
Die Ztege ist des kleüten Mannes Kuh. Dieses alte Sprichioort kommt in der tzekr der und Fettknavvbeit erst voll zur Gel
tung und zwar mit umso größerer Berechtigung, als eine gut gehaltene und zweckmäßig ernährte Ziege 600, 700, sogar 800 Liter vollfette Milch im Jahre gibt. Nimmt man nur 600 Lfter Milch- ertrag im Jahre an, so bringen fünf solcher Ziegen den Ertrag einer guten Mittelkuh von 3000 Jahreslitern Milch. Wenn mm auch die fünf Ziegen den Futterbedars einer Kuh erreichen, so liegt doch der Vorteil für den klebten Mann darin. daß er wohl eins oder zivei Ziegen, nicht aber Vs oder Vs Kuh halten kann, daß selbst in recht kleinen auch städtischen Haushaltungen bezw. Wirtschaften das Futter für eine oder zwei Ziegen leicht zu besclmften ist, daß die Anschaftungskosten und der eventuelle Verlust viel geringere sind, daß die Stallränme bedeutend kleiner und primitiver fern körnten, und daß sich schließlich die Wartung auf ein Mindestmaß beschränkt. Wer zwei oder mehrere Ziegen hält, kann sich durch ent- spreciMde Verteilung der Deckzeit leiäst so einrichten, daß er das ganze Jahr hindurch seine Milch hat.
Die ntaßgebenden Stetten haben dte hohe Bedeutung der Ziegenzucht für die Volksernährung nicht erst im Kriege erkannt. Schon immer ist es ihr Bestreben gewesen, durch Gewährung von Züchtungsprämien, Beihilfen zur Zuchtbockbeschaffung usw. die Haltung von Ziegen zu fördern und zwar mit recht guteim Erfolg. Ist doch der Ziegenbestand des Deutschen Reiches von 3 266 900 im Jahre 1900 auf 3 548 300 Stück im Jahre 1944 gestiegen. Jetzt, wo besonders durch die Milch- und Fettknappheit die Mchtig- feit der vermehrten Zieaenhaltung um ein vielfaches geitiegen ist. werden auch besondere Anstrengungen gemacht, um eine möglichst weite Verbreitung der Ziegenhaltnng zu erzielen. So hat z. B. in Preußen der Landwirtschaftsminister erhebliche Staatsmittel zur Prämiierung weiblicher, zweiter und dritter, also über den eigenen Bedarf aufgezogener Läntmer den Landwirtschaftskaminern zur Verfügung gestallt. .
Einzelne Kreisausschüsse haben ihrerseits beträchtltche Aufwendungen gemacht, teils ftlr Prämiierungen, teils beim Ankauf von Zuchtböckcn und Zuchtlämmern. Die meisten Landwirtschaftskam- mern und Direktoren von landwirtschaftlichen Winterschulen werden gern bereit sein, jedermann beim Ankauf von guten Ziegen oder deck- fähigen LäMmeru behilflich zu sein.
Es kann daher dem Kleinhaushalt nicht warm genug empfohlen werden, sich wenn irgeitd angängig ein oder zwet Zie«n aufzustellen Die Beschaffung des Futters für zwei solcher Tiere wird keine Schwierigkeiten machen. Wie viele Feldraine, Graben- und Wegränder, Bahndammböschungen, unbebaute Plätze usw. bleiben unbenutzt. Für ein paar gute Worte oder iveniae Groschen wird man gern die Erlaubnis zur Futtererwerbung auf diesen Stetten erhalten. Welch unendlichen Segen kann aber die Ziegenmilch z. B. bei der Ernährung der SLuglmge bringen, ist sie doch im allgemeinen nahrhafter und fettreicher als Kuhmilch, auch gesünder ist sie, kommen doch bei Ziegen tubeickulöse Erkrankungen nur in den aller- seltenfteit Fällen vor. Vielfach schreibt nran der Ziegenmilch sogar
ein» heilende Wirkung bei Brustkrank hatten zu. in Manchen Bädern der Bergländer gibt es sogar besondere Kuranstalten mit Ziegenmilch für Brustkranke. _
vermischte».
* Schiffe aus Stahlbeton — eine neue Erfindung. In der norwegischen Stadt Mob ist verflossene Woche ein Leichter von 200 Tonnen Gehalt zu Wasser gelassen worden, der insofern der erste seiner Art ist, als er aus Stahlbeton hergestellt wurde. Der Erfinder des Verfahrerts, Schiffe aus Stahlbeton zu erbauen, ist der norwegische Ingenieur F o u $ n e r, der chon seit sechs Jahren mit Versuchen zur Vollendung dieses neuen Verfahrens sich beschäftigt bat. Er war lange im Auslande tätig, und in Manila ist es ihm zuerst gelungen, einen kleinen Leichter von 50 Tonnen aus Stahlbeton herzustellen. Im lausenden Jahre kehrte er in seine norwegische Heimat zurück und gründete zur Ausnützung seiner Erfindung eine Gesellschaft, die eine Schiffsbauwerkstatt in Motz errichtete. Der neue Leichter hat seine Probefahrt zu voller Zuiriedenheit ausgesührt. Die Gesellschaft hat bereits Bestellungen aus mehrere leichter vom selben Typ, außerdem aber aus einen mächtigen Leichter von 3000 Tonnen Gehalt, der zur Kiesdesörderung über die Nordsee dienen soll und den man möglicherweise mit einem eigenen Dieselmotor ausrüsten wird. Ter von Fougner verwandte Stahlbeton ist eine Verbindung von Stahlstangen, durchlöcherten Stahlplatten und Beton. ES ist ein überaus gediegener Baustoff. Selbstverständlich besitzen Leichter aus Stahlbeton nicht die Elastizität von Stahlleichtern, dagegen stehen sie an Gediegenheit hinter diesen nicht zurück und ste besitzen ihnen gegenüber mancherlei andere Vorteile. Sie sind schneller und billiger zu bauen, feuersicher, leicht rein zu halten, und das Material ist bei weitem leichter zu beschaffen, als Stahl und Holz. Ueberdies sehen Stahlbeton-Leichter gefälliger aus, als Stahlleichter, und im ganzen scheint das neue Verfahren Vorteile genug zu bieten, um einer neuen Industrie im Schiffbau die Möglichkeit zu gedeihlicher Entfaltung zu gewähren.
*Räuchern — ein neues Treib mittel für Pflanzen. i3u den mannigfachen, zuweilen nicht ganz einfachen Verfahren des Knospeittrerbens, bereit sich die Gärtner seit einer Reihe von Jahren erfolgreich bedienen, hat Molisch ein neues gefügt, das sich des Rauchen bedient. In einer Sitzung der Kaiserltctien Akademie der Wissenschaften in Wie-n bat er auSeinanÄergesetzt, daß Rauch die Pflanzen nicht nur schädigt, und B. jum führt, sondern unter gewissen Bedingungen auch Neubildung und Wachstum von Zetten Hervorrufen kann, so daß dadurch ruhende Gewächse zunr Treiben veranlaßt werden könnten. Versuche cur ein- oder ziveijähriaen Zlveigeu der Hasel, der Roßkastanie, de^ Flieders und ausländischer Zierpflanzen, lvie des japanischest Ichwebestrauches und des nordamerikanisck)en Essigbaumes wnrd«i in der Weise ausgesührt, daß die Zlveige unter einer Glasglocke in Wasser gestettt und dann kurze Zeit dem Rauche verbranntest Papiers ausgesetzt wurden. Die lvirksamrn Stoffe des Rauches, der sich au der Glaswandung mtd auf dem Boden niederschlug, lvirkteu dabei während 24 Stunden und länger. Es stellte sich l-eraus^ daß die mit Rauch vorbehaudelteit Zweige in vielen Fällen um 1 bis 3 Wochen früher ausschlugen, als gleichzeitig beobaäftete. nicht mit Rauch behandelte Zweige der gleichen Pflanzen. Freilich et- gab sich ebenfalls, daß der Versuch nicht zu allen Zeiten getätigt vielmehr lvar es iricht möglich, Fliederzweige in der Mtcke des Oktobers durch Rauch zum früheren Treidelt zu veranlassen. Dies deckt sich mit dem Ergebnisse der Versuche mit anderen Treibmitteln wie ettva Aether. Molt sch vermutet, daß der Rauch auf die Begetationspunkte der Pflanzen einwirkt, dabei läßt er aber die Frage offen, welche Bestandteile des Rauches die eigeutsiichs TreiVwirkung haben. Durch eine Reihe von Versuchen hat er nachgewiesen, daß Azetylen (das rm Rauche vorkommt), Kampfer, Aceton und eine Reihe anderer Stoffe m verschiedenem Grads fähig sind, das Treiben der Pflanzen zu beschleunigen.
Rätsel.
Gerad' zur Zeit, da sich zwei Monde scheiden, Hat einst mein Lieb daS Licht der Welt erblickt, Und zur Erinnerung an jene beiden Ward ihr ein Name auSerwählt geschickt.
Denn jene beiden Monde, sie vertraten Zur Taufe just die Stelle eines Pathen:
Der Erste ganz, ein wenig nur vom Zweiten. Wer weiß nun Liebchen» Namen abzuleiten? — Auflösung in nächster Nummer,
Auflösung deS Magischen Quadrats in voriger Nummer:
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Schristleltungr Fr. R. Zenz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Stetndruckerei. R. Lange, Gießen


