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Stempelmaschine habe bereits Hundertlausende von Dollar-« erspart. Norton bekam aber bis zu seinem Tode — 1890 — nicht einen Pfennig Geld von der Regierung und war im Kampfe um sein Recht ein armer Mann geworden Warum die Regierung die Schuld, die sie durchaus anerkannte, noch nicht bezahlt hat, ist eine verwickelte, für den Fernstehenden dazu erheiternde Geschichte. Zunächst erfuhr Norton, daß der hohe Postbeamte, der die Erfindung von ihm übernommen hatte, dazu gar kein Recht gehabt habe. Nur die höchste Postbehörde hätte dies tun dürfen. Im Jahre 1867 schien dieser Einwand.hinfällig zu werden: damals berichtete der General- postmeister Randall dein Kongreßausschuß für Postangelegenheiten die Nortonsche Erfindung sei das denkbar Beste uub man müsse jetzt ein Abkommen mit dem Erfinder» treffen. Norton fuhr viele, viele Male von seinem Wohnorte Troy nac£> Washington und -"ruck, es entstand ein großer Prozeß und das Gericht kam zu der Ansicht. der wunde Punkt sei das Wort : Regierung: Regierung bedeute den Kongreß, und der Kongreß habe die Postbehörde nie ermächtigt, die Nortonsche Stempelmaschine einzuführen. Dies geschah jedoch im Jahre 1870, und wieder glaubte Norton, nun sei alles in bester Ordnung. Tatsächlich ging beim Senate ein Gesetz durch, nach dein Norton eine Summe von 100 000 Dollars bekommen sollte. Allein da die Post zu jener Zeit schon viele Millionen durch den Gebrauch der Stempelmaschine erspart hatte, wollte Norton sich hiermit nicht abfinden, und nun fing er weitere Prozesse gegen die Regierung an. ©ein Vermögen war inzwischen zu Ende gegangen, weil er sein Geschäft nicht hatte wahrnehmen können und dauernd aus Reisen war. So nahm er nun große Darlehen auf und verschrieb seinen Gläubigern als Sicherheit Anteile an der Entschädigung, die er von der Regierung bekommen sollte. Im Laufe der Jahre, durch die sich diese Prozesse hin- schleppten, wuchs die Anzahl der Teilhaber auf 17 an, und als einmal die Frage umnittelbar vor der Entscheidung cm, scheiterte alles daran, daß diese 17 Leute sich nicht mit dein Kongresse einigen konnten. Von einem Zusammentreten des Kongresses zum andern schleppte sich die Angelegenheit nun weiter, Northon selber starb, feine Frau ist eine gebrechliche, erblindete Greisin, vielleicht aber bekommen die Urenkel des Erfinders einmal vom Staate die ihnen zustehende Entschädigung für die Erfindung ihres Urgroßvaters ausgezahlt - samt Zinsen und Zinseszinsen selbstverständlich.
Ue b er bet Icommel getraut. So hieß eS früher für den jetzt gebräuchlichen Ausdruck „kriegsgetraut". Der ältere Ausdruck stammt aus jener Zeit, da noch dem Heere ein großer Troß von Frauen und Kindern der Soldaten folgte und innerhalb des Heeres sich das Familienleben abspielte, auch die Trauung, die der Feldprediger buchstäblich über der Trommel vollzog. Die Bezeichnung blieb dann, als längst schon jene Zustände der Vergangenheit angehörten, und noch Kaiser Wilhelm I. gab während des Deutsch-Französischen Krieges einem Offizier den Ehe-Konsens „zur Trauung über der Trommel", wobei nichts anderes gemeint war als eine Schnelltrauung ohne das übliche vierwöchentliche Aufgebot, was unserer jetzigen Kriegstraunng entspricht.
vüchertisch.
— Die deutsch-englische Ausernan Versetzung als Kernpunkt des Weltkriegs. Vortrag, gehalten in Berlin und Leipzig von Dr. Gottfried Galli, Kaiserlichein Generalkonsul z. D. Verlag von Franz Vahlen in Berlin W. 9, Link- straße 16. Preis 1 Mk.
- Von Heimat und Glaube »t, Kriegsbetrachtungen von Großherzogl. Rabbiner Dr. Bruno Italiener in Darmstadt, z. Zt. Feldrabbiner beiln Oberkommando der 7. Armee. H. L. Schlapp, Hofbnchhandlnng Darmstadt 1916. 8 0 42 Seiten, geheftet 1 Mark.
— Josef Baron Weyssenhosf: „Leben und Gedanken des Herrn Siegmund von Podfilipski." Roman. (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Pappband 1 Mk., in Leinen Mk. 1,25. — Baron Weyffenhoff ist eines der stärksten Taleilte der neuen polnischen Literatur. Unter seinen Werken hat gleich beim Erscheinen in ferner Heimat der jetzt in deutscher wohlfeiler Ausgabe erschienene Ronran „Leben und Gedanken oes Herrn Siegmund von Podfilipski" das größte Aufsehen erregt, rurd mit Recht. Dieser Podfilipski ist mehr als ein Individuum, er ist sogar fast mehr als ein Typus; eine ganze Gesellschaft erscheint in ihm vor den klaren, spöttischen Augen eines Dichters; sie wird bis ins Mark erkannt, verurteilt und vernichtet. Podfilipski rst ein Meister des Lebensgenusses, da« heißt, er ist ein Egoist voll abgründiger Verlogenheit, der sich vor dem Geiste der Armut und vor den Frauen sophistisch an das gesicherte Ufer rettet. Auf den Sockel seines imaginären Denkmals schreibt der Dichter die Inschrift: „Er hat es verstanden, sich das Leben einzurichten." Aber der Dichter hat uns gezeigt, daß Herr Podfilipski am Leben immer nur vorbergeglitten und daß er bei der Verteilung aller guten Geschenke leer ausgegangen ist. WeyssenhoffS Roman leistet als Schilderung einer bestimmten, unfruchtbaren, sogenannten Oberschicht der polnischen Gesellschaft eine ebenso unterhosliaine wie grausame soziale Kritik.
— Die Fünfzig Bücher. (Band 7—11.) Jeder Band gebunden 50 Pfg.- — Fünf neue kleine Werke in den zierlichen, bunten Einbänden der „Fünfzig Bücher- liegen vor, und abermals lassen sie die Reichhaltigkeit nnd die besondere Note dieser Samm
lung erkennen. Dichterische Literatur, nationale Geschichte und Biographie sind die wiederum vertretenen Stoffgebiete. Unter dem Titel „R o m a n t i s ch e N o v e l l e n" sind drei der phantastischen Erzählungen, wie die deutsche Generatioii von 1820 sie liebte, oer- ^nigt: Arnims „Toller Invalide auf Fort Ratonneau", Tiecks, des Großmeisters, italienische Zaiiberernovelle „Pietro von Abano" und Brentanos „Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Armer!". Wilhelm Schmidtbonn hat zu diesem Bande ein Vorwort geschrieben, das in hinreißender Sprache die Welt der blauen Blume vor uns anfsteigen läßt. Die Zeit des Biedermeier vergegenwärtigt der von Georg Hermann eingeleitete „Alt - Berliner H u m o r", der drastische Szenen von Glaßbrenner, Julius von Voß und Kalisch bringt, ein Brevier des mit Spreewaffer getauften Volkswitzes und eine lustige Bilderfolge aus den Tagen von Großvater und Großmutter. Sehr apart wirkt eine NeuauSgabe von Fritz Reuters klassischer Humoreske „Ut de Franzosentid" mit einem Vorwort von Max Möller. In die Werdejahre des neuen Deutschen Reiches führt der Band „Deutsche Einigung", der, von Joachim Kühn zusammengestellt, auf Grund der großen Parlamentsreden sichtbar macht, welche Schwierigkeiten zwischen 1867 und 1871 der Staatskunst Bisinarcks sich entgegentürmten und wie dann sieghaft der Gedanke der Einheit in Nord und Süd Boden gewamr, Der von Paul Wtegler bearbeitete Band „Schopenhauer" gibt des Philosophen Briefe, Gedichte, Aufzeichnungen und Gespräche, von der durch leidenschaftliche Kämpfe zerrissenen Jugend an. Die seelischen Geheimnisse des merkwürdigen Mannes werden durch diese aktenmäßige Darstellung seines Lebens aufgehellt. — Verlag Ullstein & Co., Berlin.
- Was nach dem Krieg? Neue Wege lind Ziele von Gustav Ströhmfeld. Verlag von August Beil in Stuttgart.
— Der Türmer (KrtegSausgabe). Herausgeber: I. E. Frhr. v. Grotthuß. Vierteljährlich (6 Hefte) 4 Mk. 50 Pfg., Einzelheft 80 Pf. Probeheft portofrei (Stuttgart, Greiner <fe Pfeiffer). — Aus dem Inhalt des ersten Septem oerheftes: Die eigene Linie. Bon Hedwig v. Pnttkainer. — Der Zusammenhang mit dem Staate. Von Eva Gräfin von Baudissin. - Pazifismus und Gemeinheit. Von Erich Schlaikjer. — Unverdrossen. Von I. Spier- Irving. - Die Alldeutschen sind schuld! Von I. E. Freiherrn v. Grotthuß. — Fürst Bülows „Deutsche Politik". Von Kurd von Strantz. — Rumänien bei AuSbruch drs Krieges. — Deutsche und englische ZeitnngSpolttik. — Die Sinai-Wüste im Weltverkehr. - Der Tunnel unter dem Englischen Kanal. Von vr. phil. Richard gening. — Englisch-Calais. — Die polnische Frage. — Max Jungnickel. - DaS Lied der Deutschen. Von Karl Storck. - Die Geburt unserer Musik. Von Karl Storck. — Türmers Tagebuch: Der Krieg. - Auf der Warte. - Kunstbeilage. - Notenbeilage
— Die in Zeitschristenform erscheinende Ausgabe „D i e Welt-Literatur", ein ernstes Unternehmen, das dem Volke das beste des Schrifttums aller Völker in durchaus würdiger Gestalt zu einem Preise liefert, den wohl auch der bescheidenst Entlohnte für seine Kulturbedürfnisse erübrigen kann, bringt in ihrer Nummer 26 Gottfried Keller: Romeo und Julia aus dem Dorfe. Das Unternehmen verdient die Förderung aller, denen Volks- blldung eme wichtige soziale Aufgabe ist. In diesen Zeiten, da sich alle Gedanken immer wieder oem Kriege zuwenden, sei auch auf die allsgezeichnete Eignuilg dieser Hefte für Schützengräben unb Lazarette hingewiesen. Gerade weil jedes Heft ein abgeschlossenes Werk bildet, ist es für ben oft so rasch den Ort wechselilden Krieger geeigneter als die in Fortsetzungen erscheinenden Zeitschriften mit ihren Erzählungen. (Die Welt-Literatur, Verlag Walther C. F. Hirth. München 2, Färbergraben 24.)
m Ae „Schweizer Illustrierte Zeitung" Nr. 35, Preis 25 Pfg.. Verlagsanstalt Ringier L Cie., Zofinaen, bringt auch diesmal sehenswerte Bilder von den Kriegsschauplatzeil, u. a. von den Kämpfen an der Somme.
- Griebens Reiseführer. Band 83. Eisenach
und die Wartburg. 1916. (90 Pfg.) Verlag von Albert Gold- schmidt, Berlin W. Dieser Führer durch Eisenach, dessen prächtige Gebirgsnatnr und die herrliche, durch große nationalgeschichtliche Ereignisse bedeutsamste deutsche Burg erscheint nun schon in zehnter Aufiage. _ _
Diamanträtsel.
In die Felder nebenstehender Figur find die Buchstaben aabb e e g g kk lnoop rttt an wwya derart einzutragen, daß die wagerechten
1 Reihen folgendes bedeuten:
1. Eineil Buchstaben.
2. Ort in Bayern.
3. Weiblichen Vornalllen.
4. Delltscheil Dichter.
5. Ein Schiffs ge rät.
6. Geographische Bezeichnung.
7. Einen Buchstaben.
Die senkrechte nnb wagerechte Mittelreihe ergeben da« Gleiche Auflösung in nächster Nummer,
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer r
Psalrn, Salm, Alm.
Schnstlertung: Fr. R. Zenz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch-und Stetndruckerei, R. Lange. Gießen


