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vermischter.
Franzosen unter deutschem Trommelfeuer Nach der Schilderung, die ein Franzose, .der dabei war-, in der »Revue des Deux Mondes- gibt, sind die französischen Nerven der Wucht des deutschen Trommelfeuers nicht gewachsen. Wenn die Journalisten — heißt es da — von der Sorglosigkeit und Früh lichkeil der Poilus schreiben, mit der sie den Platzregen der Geschosse über sich ergehen lassen, so zeigt das eben, daß diese Herren noch niemals ein Trommelfeuer durchgemacht haben und nur vom grünen Tisch ans urteilen. An den täglichen Austausch der Ge schaffe gewöhnt man sich wohl als an eine Gefahr, deren Bedeutung und Dauer man kennt Aber wenn die Menge der Granaten und Schrapnelle ständig zunimmt, wenn die Kaliber größer und größer werden und methodisch jeden kleinsten Abschnitt des Grabens be- hammern, dann verlieren die Poilus ihren Gleichmut. Zuerst versuchen sie es wohl noch mit allerlei schwachen Witzen, wie „Tie drüben haben sich geirrt!* oder „Die zielen heute mal schlecht! Geht dann aber erst die richtige Höllenmusik los mit dem Sausen und Pfeifen, Krachen und Platzen der Geschoffe, hebt das Wimmern und Schreien der Verwundeten an und ist die Luft verpestet von dem manch der Explosivstoffe und den erstickenden, tränenreizenden Gasen, so ähneln die unglücklichen Verteidiger, ganz verwirrt und schrecken gelähmt, den Reisenden, die an Seekrankheit leiden, und sie stehen unter dem Bann der qualvollen Todesangst, die dem Weltuntergang vorausgehen soll. Mit wachsendem Entsetzen sehen sie, wie die Riffe uu Unterstand immer größer und größer werden. Von Zeit zu Zeit konunt ein Offizier in den zertrümmerten Graben. Er drückt sich ganz tief zusammen, spricht seinen Leuten, die sich auch so klein wie möglich machen. Mut zu und sorgt für die regelmäßige Ablösung der -Losten. Ständige Aufmerksamkeit der Horchposten ist in diesen Augenblicken höchster Gefahr dringend nötig. Gelingt es dem Feinde, sich dank der Staub- und Rauchwolken und des entsetzlichen Getoses, das sein Herannahen verbirgt, unvermutet in den Graben der ersten Lime zu kommen, so gibt es für besten Insassen nur ehr- tose Uebergabe oder erbanniulgsloses Niedergemetzeltwerden. Jeder Widerstand der Verteidiger ,vird durch Handgranaten erstickt. Aber sie denken ja gar nicht an Widerstand, die Poilus, denn in ihnen lebt nur em einziger Gedanke und ein einziger Instinkt: Nur ein Onde, nur ein Ende dieses schrecklichen Höllenseuers, lieber sterben, als das noch länger ertragen! Darum spricht auch aus den Gesichtern der Toten so oft ein unendliches'Glück, das weder Worte, noch der Pinsel schildern können. Man sieht eS diesen Gesichtern der Erlösten an, daß sie noch Zeit hatten, den Tod zu segnen, der 311 ihnen als Befreier kam, daß sie mit dem letzten Reste ihres Bewußtseins noch die Vorstellung hatten, daß für sie nun die Ruhe käme, eine Ruhe ohne Trommelfener, ohne Granaten und Schrap- nelle. — So der Franzose. Wir aber wissen aus Feldpostbriefen, wie aus dem verwunderten Zeugnis englischer Zeitungen, daß unsere feldgrauen Helden es vielmehr als eine Erlösung empfinden, wenn auf da? entnervende Trommelfener der feindliche Sturm olgt und nn Handgemenge endlich an Stelle des untätigen Wartens tatkräftiges Handeln tritt. So mußten unsere Feinde z. B. an- ecr i n m-L b -k ? CI Sommeschlacht in vollständig zerstörten Gräben noch Widerstand bis ans den letzten Mann und die letzte Patrone geleistet wurde. Wie hat doch Hindenbnrg einmal gesagt? „Siegen wird, wer die besseren Nerven hat!"
... Ein merkwürdiges Spielverbot. Für den Feld- soldaten ist das Spiel, sei es nun ein Karten- oder ein Brettspiel eine notwendige Anregung, und niemand, und sei es der ärgste Griesgram, wird unseren braven Feldgrauen einen Männerskat nuvgonnen. Früher aber, als es noch ein faules Lagerleben gab und Raub und Plünderung viel Geld und Geldes,vert in die Hand kr Q (f)t c , nahmen Spiel und Spielerleidenschaft oft gefährlichen Umfang an, und die Führer suchten deshalb den Gebrauch von Karten und Würfeln möglichst einzudämmen. Freilich, man wandte zweierlei Maß an und auch, als die Könige Richard Towenherz und Philipp August durch eine Verordnung vom 8 . Oktober 1190 gegen das Spiel in ihrem Kreuzheer einschritten, w^chEen sie sehr bedeutsame Unterschiede und zeigten, daß sie von der Macht des guten Beispiels nichts wissen wollten. Ihr Edikt lautete nämlich: „Niemand sott im ganzen Heere irgend ein Spiel des Gewinnes halber spielen, außer den Rittern und Geistli chen, welche jedoch die ganze Nacht und den Tag hindurch nur 30 ^olidi verlieren sollen.- Uebertraten sie da- Gebot, so kostete sie das 100 Solidi Strafe: „Die Könige s 0 l l t e n f e doch nach ihrem Belieben spielen. In der He,berge des Königs (also im -Hauptquartier*) können Knechte nach Befehl derselben bis 20 Solidi verspielen, ebenso in Gegen- 2 >ül L u,l £. etjbitööf« imb Sijc&äfe. Wenn jedoch
u e & * j . I oder andere Diener für sich spielen, so werden me '.nechle drei Tage nackt vor dem ganzen Heere Schläge bekommen und die anderen Diener desgleichen: die Schisfslente werden an drei Tagen des Morgens früh in? Meer getaucht, nach Brauch der Seeleute ..." ' 1
Die Pariserin m i t bem 60111 m erpelz. In der gegenwärtigen Hitze, so schreibt der „Matin" in seinem jüngsten Angriff gegen d,e ModeauSwüchse der Pariserinnen, denkt man an den Soldaten, der draußen ipl Felde zwischen Geschützen und Gräben
bürstet. Um so merkwürdiger ist es, daß die Pariserinnen gerade dtese Zeit auserwählt haben, um sich mit ihrem Pelzwerk zu schmucken. Es ist die neueste und sinnloseste aller Moden. Ueberall tn Paris erblickt man jetzt Frauen, die in der Glut de? August unter der Last von Pelzkragen und Pelzstolen keuchen. Und wenn man diese Wahnsinnigen betrachtet, so möchte man ihnen den Rat geben, daß sie, falls sie wirklich so sehr die Erhitzung lieben, dies !? auch durch Arbeit in den Kriegswerkstätten in reichlichem Maße haben könnten. Man fragt sich, ob solche Modetorheiten in der gegenwärtigen Zeit bloß Dummheit oder krankhafter Walm- stnn sind. Im ersteren Falle müßte die Zensur einschretten. im letzteren der Irrenarzt. Jedenfalls greift diese Epidemie immer weiter um sich, und die Pariserin im Sommerpelz wird eine von Tag zu Tag häufiger zu beobachtende Erscheinung.
vüchertlsch.
, & w r t M 0 re ck : Menschen im Kampf. Preis
1 Mk. Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart. Bei diesen Erzählungen handelt es sich um seelische Erlebnisse von Menschen w. den Sturmen außerordentlicher, ja einzigartiger Geschehnisse. Em Dichter von feinster Empfindsamkeit für jeden sinnlichen und seelischen Reiz, von ungeivöhnlicher Schärfe des inneren Gesichts und fast visionärer Kraft des Schauens gestaltet hier einzelne Menschenschicksale in den Schrecken des Krieges.
“ Äunftfreunb. Zeitschrift der Vereinigung der
Kunstfreunde. Heft 8/9. A. Bodmer, Die Schönheit der Waffen. Dr. L. Luttenberger, Die Versicherung von Kunstgegenständen in Krieg und Frieden. P. Wahlberg, Die Erscheinung moderner Großberater nn Rheinland. E. Grüttel. Kriegergräber. E. Lettkow, Werbepramien. I. Franke, Der Blumenstrauß. E. Trutter, Stip. Rundschau. Verlag Ad. O. Troitsch, Berlin-Schöneberg.
— Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde. Verlag: Egon Fleische! & Eo., Berlin W. 9 . DaS erste Septemberheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: M. Kronenberg: Denken und Phantasie; Heinrich Dleyer-Benfey: Gorch Fock; Walther Heymann j-: Zum Verständnis neuerer Wort- runst II; Oskar Walze!: Zu Uhlands Briefen; Georg Witkowski: Goethe-Bücher im Weltkriege I. — Echo der Zeitungen. — Echo der Zeitschriften. — Echo des Auslandes. - Kurze Anzeigen.
— Kürschners Bücherschatz. Band Nr. 1077: Die 9 X 0 nik v 0 n Wreden Hagen. Roman von Hedda v. Schmid. 96 Seiten Umsang. - Preis 20 Pfg. - Herm. Hillger Verlag, Berlm W 9, Potsdamer Straße 124/125. 9
— Da 8 Kaninchen und seine volkswirtschaitliche Bedeutung in Kriegs- und Friedenszeiten. Praktische Anleitung für Zucht- anlänger. Von A. Kaiser, Marbach bei Marburg (Lahn). Preis 30 Pfg. m den Buchhandlungen. Gegen Voreinsendung von 3b Pfg. an den Verfasser freie Zusendung. - Das Schristchen sagt klar und deutlich, was unbedingt erforderlich ist, um Freude anstatt Enttäuschung an der Zucht zu erleben und wirklichen Nutzen zu erzielen. J 0
Schach-Ausgabe.
Schwarz.
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Weiß zieht und setzt in drei Zügen Matt. .Auflösung in nächster Nummer^
Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer:
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