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zudrücken." Die Anglo-Ainerikaner und Woodrow Wilsoil köimten, gleich den Franzosen, manches aus dem „Britenspiegel" lernen^ wären sie nicht voll des süßen englischen cant's. Rosens „Britenspiegel ist nicht nur für Staatsmänner vom Schlage Wilsons und Poincares und die amenkanischcn Munitionssabrikanten, die vergessen haben, daß in ihrem Freiheitskamps Tausende und Abertausende von Amerikanern unter den Skalpiermess-ern der wilden Berlinde den Englands verbtutekul, sonderil für jedernumn, er sei Politiker oder nicht, eine Fundgrube, ein Handbuch der weltgeschichtlichen Verbrechen Englands an Kultur rmd, Menschheit.
Mir ehernem Griffel, Zeile auf Zeile erweist der ^Briten- spiegel" Englands tausendjährige Blutschuld, der düstere L>timnren das Menetekel künden. „Die Saat, die als Ernte einen gÄvaltigw Kampf znnschen der weißen und der gelben Rasse im Pazifik zeitigen muß, geht schöner Reise entgegen!" ruft Ramsay Macdonald ironisch warnend seinen Landsleuten zu. Uno aus dein Geheimnis des Grabes schallt dumpf John Ruskius, des großen englischen Geschichtsschreibers Stimme: „Sorgen wir uns nicht um dieses E ngland; in hundert Jahren zählt es zü den toten Nationen!" . . . Wilhelm Fischer.
Vermischte».
* Das türkische Somme reis. Zu den mancherlei Kulturelementen, die aus der Türkei zu uns herübergekonnnön sind, gehört auch die Kunst, Eis im Winter ernziuernten, run es im A>mNrer Kur Kühlung von Getränken und Spesen z-u venv-en! Man behalf sich früher bei uns mit kühlen Kellern, die man lichft keif anlegte, bis das türkische Verfahren, über das Oeutj^ Reisende im 16. Jahrhundert staunend berieten, auch bet ims Eingang fand. Im Jahre 1608 erschien in Deutschland eine „Reisebeschreibung nach Konstxrntinopel" von Salomvn Schwaiger, einem aus Brettau stammenden Theologen, der darin seine Beobachtungen rnedergelegt hat, die er bei einem Aufenthalt in der türkischen Lxruptstodt 1578 machen konnte. Der Verfasser eAahlt uns dort gelegentlich der Schilderung der Obstgärten des Sultans \olyent>e&: r,Das Obst wird verkauft, welches doch für kein schand wrrd gehalten, so wenig, als ivenn der Sultan mit Schnee und Eitz hau-' tirung treibt, da er jährlich ein unseglich Gelt läßt aus den Eiß- druben, dergleichen thun auch die Waschen (Paschas), die auch mit dieser Käuftmannschaft umbgehm, dann ich glaubwirdig berichtet kvorden. daß AUnnet Mascha järlich aus seinen Eißgvuben oder aus dem Eiß, biß in die achtzig tausend Ducaten löse, das kan ivol ein frostiger kalter gcüvin seyn„ daraus abzunemen, daß der^ Sultan muß mehr lösen. Diese Wahr kauften die Obsthändler rm Sommer, und verkauftens widerumtb dem Gemeinen Bolck, ein Stück so groß als ein viertel eines Laib^ Brodts umb anderthalben Asper, daS Macht schier 3 Kreutzer, damit kühlen sie ir Traiuk, lvenn einer ein Diaß Scherbet oder Hutzelwasser (Hutzel nennt man noch heute in Süddeutschland die Birne: es handelt sich also hier uM ein aus Birnen beveitetes Getränk' kaufst, so kaufst er zumal auch ein knollen Eis, den wirfft er dvein, oder geht auf den Gassen daher, hat einen knollen im Mnnd und sauget daran: es hat mein G. Herr üGnÄnger Herr- täglich für einen halben Taler, oder lvann er Gastung gehalten, fast zween Taler unkb Eis geben müssen, das legt man aus die Zinnerin Flaschen in ein Schafs gestellt, damit man ein ftftchen Trunck mog haben, dann es hat kerne treffe Keller, wie in unfern Landen. Dieser Eißgruben hat es viel umb die Stadt her, gegen Galata, im freyen Feld, da hat es tveite tiefts Gruben, darüber ein hülyerin Hütten gemacht ist, wie im Schwarz- Wald die HeustÄ>el in den Thalern hin und wieder, da sehn sondern Personen darzu bestellt, Schneescheuffter, die den Schnee zu Winterszeiten in die Gruben aufffchütten, darinn wird es alstdann M Eis, dasselbige saget man zu großen Stücken, daß ein Rost an -Weyen Kr tragen hat, die wickeln die Christen, die Bulgarr, in Filtz. und führens also umb bestimbten lohn m bk Stadt den Obßhändlern." Der Verfasser, der Theologe von Beruf gewesen ist, erinnert bei dieser Gelegenheit an eine Stelle der Sprüche Salomonis (Kap. 25, Vers 13), in der es heißt: „Me die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein getreuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und erquicket seines Herrn Seele". Diese Biöelstelle scheint zu beweisen, daß man im Orient schon ftüh und Schnee zur Kühlung im Sommer benutzt hat. Jedenfalls! aber stamMt diese Art^der Verwendung des Eises im Sommer aus dem Orient, und bie Türken haben sie nach ihrer Festsetzung auf dem Balkan unserem Erdteil übermittelt.
Vüchertisch.
— V e rner von Heiden ft am, Karl derZwölste und seine Krieger, Erster und zweiter Teil. Berechtigte Uebersetznng aus dem Schwedischen von Gustav Bergman. Titel- und Nmschlagzeichnungen von Wilhelm Schulz, Einbandentwurs von Felger. Zwei einzeln käufliche Bände. Jeder Band geheftet 4 Mart, gebunden in Leinen 6 Mark, in Leder 15 Mark. Verlag von Albert Langen in München. — Historische Erzählungen bietet uns deidenslain in diesem in Skandinavien längst hochberühmten Werke. Anch in Deutschland hat der Langensche Verlag den ersten
Teil vor Jahren schon herausgebracht. Heute nun läßt er das ganze Werk in neuer, stilgerechter Uebersetzuug und einer wunderschönen Ausstattung erscheineil, die dem inneren Wert dieses großen Prosa-Epos in würdigster Weise entspricht. Karl der Zwölite, eine Herrschernatur, ein großer Mensch, groß in Jemen Schwächen, großer in seiner Charakterstärke, stürzt durch jahrelaiige Kriege sein Volk in das größte Elend. Sein Dämon treibt ihn. von Kampf zu Kampf, von Abenteuer zu Abenteuer, er vermag die Leiden feines Volkes nicht zu empfinden, sein Sinn steht zu hoch, alles Erdenleid bleibt unter ihm, wie der Nebel die höchsten Bergspitzen nicht zu berühren wagt. Sein Wesen ist tragischer Jdealisinus. — Die Größe des Werkes zeigt sich darin, daß hier, wie Schiller es gefordert hat, selbst das Tragische versöhnt. Und da diese deutsche Ausgabe im höchsten Sinne zeitgemäß ist, darf man hoffen, daß sie dem großen schwedischen Dichter Verner von Heidenstam auch tn Deutschland den breiten Erfolg bringen wird, den er schon längst verdient hätte.
— Der Türmer (Kriegsausgabe). Herausgeber: I. E. Frhr. v. Grotthnß. Vierteljährlich (6 Hefte) 4 Mk. 60 Pig., Einzelheft 80 Pf. Probeheft portofrei (Stuttgart, Greiner & Pfeiffer). — 2Ui3 dem Inhalt des zweiten Augnsthestes : Annexionen. Von Profeffor Dr. Ed. Heyck. — Die Prüfung. Von Fritz Müller. — „Kriegs- mtnister" Lloyd George. Von Dr. Frhrn. v. Mackay. — Die Seele der Bauernuhr. Von Mar Jungnickel. — Die Zukunft der Vlamen. Von Dr. Erich Kleinschmiot. - Wo bleibt die Staatserziehung? Von Marie Diers. — Im Schatten Bismarcks. — Um 1866. — Die großen Vermögen in der nordamerikanischen Union. Von Paul Dehn. — Goschens Bluff. — Platz dem Deutschen '. — Deutsche Zukunft in Kurland. - Zur Verdeutschung der Heeressprache. Don Hauptmann G. Goeckel. — Der alte Engländer. — Zu Heinrich Steinhausens 80. Geburtstag. Von Karl Storck. — Vom Widerstand gegen die „mene* Kunst. Von Karl Storck. — Türmers Tagebuch: Der Krieg. — Auf der Warte. — Kunstbeilage. — NotenbeUage.
— Ho chl an d. Inhalt des Augusthestes: Die Freimaurerei und der Weltkrieg. Von Dr. Heinz Brauweiler. - Judith. Roman von Peter Dörfler. — Shakespeare und der Genius der Kunst. Von
t ochschulprosessor Dr. Robert Saitschrck. — Clemens Brentano und uise Hensel. Von Dr. Hermann Cardauns. — Kleine Bausteine: Die Iren aus dein Kontinent im Mittelalter. Von Anton Mayer. — Kritik: Krlegsliteratnr zur politischen Neuorientierung. Von Dr. Eduard Stadtler. Im Lande der Morgenstille. Von K. Eckermann. Nelle Ronlane. Von Franz Herwig. — Rundschau: Kriegs- betrachlung. Dienstpflicht und Dienstjahr 6eS weiblichen Geschlechts. Deutsche Rückwanderung. Heinrich HanSjakob. Max Reger. — Neues vom Büchermarkt. — Unsere Kunstbeilage.
— „Bühne und Welt". AnS dem Inhalt des August- HesteS erwähnen wir: „Die sittlichen Ziele deutscher Lebensführung im Spiegel der deutschen Dichtung", Prof. Dr. L. Hllber; „Gedanken zur Zeit", Aribald; „Dichtung und Musik", Eberhard König ; Richtlinien zu Ibsens „Peer Gynt", Dietrich Eckart; „Strindberg und die Frauen", Käthe Rohmeder; „Der Erdgeist", Anna Schellen- berg; „Ein Blich der Andacht", Prof. vr. tdeol. Richard Hoffmann; „Marlin Deutinger", Dr. JohS. Eckart. — „Deutsche Bücherbriese". Ferner drei Reproduktionen von Plastiken des Karlsruher Bildhauers Pros. Herrn. Bolz. — Preis des Heftes Mk. —,60, für den HalbjahrLbezug 3,50 Mk. — Durch jede Buchhandlung, -die Post und den Verlag von „Bühne und Welt", G. m. b. H., Hamburg 36. _
«önlgspromcnade.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — wie der König aus dem Schachbrett — stets von einem Feld au- auf ein benachbartes übergeht.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des LogogriphS in voriger Nummetrr Undine, Unding.
Schrrstlettuna: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Ärühllcheu UniverstlätS-Buch- und Stetndruckerei. R. Lange. Gießen.


