Ausgabe 
12.8.1916
 
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Schicksale.

Roman von Heinrich Kornfeld.

(Nachdruck verboten.)

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(Fortsetzung.,

3>?r General von Lüssow stieß seinen Sessel zurück ttliö erqop sich ruckhaft. Das war ja ettoas ganz Neues, worüber der Doktor Darragon bisher hartnäckig geschwiegen.

Gegen eine Perlon also, die zu den Bewohnern des Schwnes oder des Kavalierhauses hier gehöri g Gegen keine derartige Person. Erlenz." scharf 'vrang die militärisch fnappe Jiommanbüftimme oe* i -obe:: ^rm dem Pariser Börsianer ins Gesicht.

"£ err Doftoi -.arragon icL. er.che dringend, mich Nlch. zürn Narren zu hauen'"

,. -ch bru weit entfernt davon, Erzellen.;!" . . . mar die unerschütterlich ruhig gegebene Erivcherung

tüsin verzichten ^ie aud- zukunsiig ans Fh» e halben Andeutungen und rätselhalrei Beiaerkungen '

,,*t bin vorläufig noch dazu gezwungen, will aber dre SttuaLion 'oweit tlären - r.iciii Hierbleiben bezweckt nicht einen Angriss gegen die Bewohner und Gaste von St. E^amant, sondern derr«'. Zck.utz. -ch gegebener Srunde weü>ei'. ELzeiienz mir zugebe:?. daß ich nicht mir Pbraien. sondern mir Entschlüssen zu arbeiten verstehe '

. ' -oar das cku-;ec'ie, was jidb der kleine Doktor vor­

läufig abringen ließ, lind als der höbe Syerz diese Erkennt- niv erst einmal gewonnen hatte, verbrach ec ttkrz und rvap^. oei der Marquise die Angelegenheit zu ermitteln.

. T'-r Doktor Darrago-'. verueqgke sich dankend, der Ober- staosarzt Hartn.ann klirrte wieder militürttch die Hacken zusammen.

Erzeckenz verabschiedete d:e Syetvtn mit einem

xopmi'f?!!.

Die Audienz war beendet.

Der Kommandierende General von Lüssow hatte die erste Niederlage dieses Krieges erlitten

D^e ärgerte ihn. Selbstverständlich. Er war es nicht gewöhn:, »ich mir halben Erfolgen zuirreoeuzugeden. WahrerrD der ganzen bisherigen ijufi dieses Feldzuges war er mit seiner Armee stets an der 3pi&e gecoesen, hatte noch WjE stunde die Avantgarde der riesen basten Heeresmaffe ged.wer. dre sich in drei rer Front gegen Par-.s üczjdtob.

±jö ihr. der Gegner durch Schützengräben oder Drahr- verhaue auszubalten suchte, ob er ihn in den FlanVsr attackierte .... das kümmerte den Kommandierende« Gener:. von Lüssow verdeuwett wenig. Er hatte sich durch- gebtssen . 2 war durch derartige Hindernisse nicht für eine ernzrge Sekunde i» dem ecamal gefaßten Entschluß toanknb geworden als erster deutscher Heerführer dreseS Krieges le;ne icusjtfta qegeu Oie Sarifcr Forts heranzuführen.

..eyt lag er mit seiner Armee in breiter Front a.rr Nheiu Marne-Kanal, sperrte und kontrollierte diese wichtige schlssahrtsstraße und war wieder mal lustig dabei, die Franzosen, Engländer und Belgier und all das farbige Ge­sindel aus den molligen Schützengraben. auszuräucheru , Manch anderer Härte sich an solcher Ausgabe wohl b\t &bne ausqebissen und den Schädel eingerannt er nicht r^elbjtoersta.blich ikichl. Er war ja oer Kommandiereude General von Lüssow

Und jetzt mußte da solch armseliger kleiner Pariser Pflastertreter kommen und ihn an der Nase herumfüßren und das letzte Wort behalten.

Und toenn der hohe Herr auch nichts vor feiner Um­gebung merken ließ bae haft doä) oetoaUiq an ihm

2olch eine Unverfrorenheit! Und von welcher aalglatten Zuvorkommenheit dieser Pariser Fritze gewesen war?

Und setzt sollte er Foiias Leberecht von Lüssow. er sollte jetzt, weil- dem kleiicen Herrn aus Paris so in den Kram paßte, he- der Marquise andreren und rbre junge grauer Hren pnd ihr da mit halben Geschichten kommen, oie nicht Hand und Fuß hatten^

Nee das ging dem hohen Herrn oecdeuwett roioer den cstr-.ch

Und so druckne er denn und druckste und roand sich Ji6 im schließlich, wie schon lo^ott, sein persönlicher Adju­tant einfiei, der ja doch eigentlich dazu da war, all solche peinlichen «beschichten aus der Welt zu schaffen und für seinen hohen Ehei in die Bresche zu springest.

Das war ein hervorragender Gedanke Ob das eine glän^nde Idee war' Und zwischen ein paar Randbemer­kungen. die er einem eben erngelaufenen Gefechtsbericht hinzusetzte, drrickte er auf erneu tropf der Telephon- tastarur daß im Adjutanten Zimmer eine Xiimel grell ausschriltte

Rittmeipser Brunno ^ legre seine schöne LiebesziAarve. die er sich gerade angesteckr hatte, schleuniast bettelte, »oranz aus und begab sich zu seinem hoben Cbef

Und da erfudr er denn, welch Kummer dem alten Hau­degen und Scrattgen so gefährlich auf der ^eete hernmkniele und mit welcher lietzlrcken Mission er betraut werden sollte.

Nicht dienstlich natürlich erfudr er das, sondern der aUe Fosias Leberecht war von bestrickender Liebenswürdig­keit, bot dem schweren Reiter eine noch schwerere r.enä Zrgarre an, wa- als das achte BelSvunoer gereckmet werden tnrrftt, und oerbrersere itai sich eine to gerichrK Fam'lienstinrmuug, daß der Rittmeister einfach nicht die minderen Bedenken haben konnte, ohne sich schwer au dem väterlichen Wohlwollen seines hoben Borge'etz'.en ;u ver­gehen.

Er begnügte sich einfach mir der z^emluh überslüssraen Entgegnung

Wird selbstverständluh sofort erledigt. Erzellenz. Ich werde die Frau Maranife heute noch t» der A^qelegercheit tu sprechen suchen '