Ausgabe 
3.7.1916
 
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Die arme Prinzessin.

Koman von Fedor von ZobeltiH-

(Nachdruck verboten.^

(Schluß.)

Wir reißen dich mitten ans der Arbeit ^offc" saate

v taf ' 'l ahn and) Geschäftliche muß einmal zur ^//bblAUttgi kommen. Auf deinen Wunsch ist es iu Bezug auf

bUeb^n ^ Gotterneqg vorläufig beim alten ge!

nach '/"'i aber daran, zu ihrer Erholung

M.^ln Süden zu gehen und lvird sich später wahrschein- t ausiedeln Aus den Meikonnnißgüteru

lhr ke Erbe zu, nber Barkapitalien ist nicht zu

* L \u 1 ° 1 >Kerschung bietet also keinerlei Schmie

festzufttzei," ,ai ' bf f,d > 1111,1 darum, einen Gerichtstag

'"'»'er zur Verfügung, Vetter," enviderte Jost, fo S >nMi r bt? ,,<it,0 i n Arrangements sich doch nicht

i°,r ta ^ eu werden. Hort mich einmal in Ruhe

1' ,,^ du, nieiner ganzen Natur, meinem Wesen und meiner E?a! .? ?!!?"<? "icht dazu geschaffen, das Wrsmchaüs, ««iliIrT dlugen sieht, ,o zu vertreten, wie Ruhm und bt Bel gangenhett es munschensm'ert erscheinen ließen L4 blu auch NN Begriff, mich mit einem armen bürgerlichen wäh?Ä!!f* U ^b^oben, und schon dadurch würde für mich die Ä des FMrstentltels in Frage gestellt sein Ich kchnpfeu wie unser- armer Bolko - ich We die Absicht, freuvttlig auf Titel und Namen Verzicht zu

ii! w\ U, ! b J mr) Uon Kempten zu nennen,

sl U w ai r te ' -b/r "hsrem Geschlecht ja gleichfalls zusteht und ^nrch bereits (bei meinen rvissenschastlichenArbelte'i geführt habe^ Damit »vurde nach dem Majoratskodex freilich auch die flde koininlssaiische Bnidnng des Gotterneggschen Besitzes Elchen. Agnaten gibt es nicht mehr, das Majorat haftet % "lugte als solches also zerschlagen werden. Enu so gioße Herrschaft laßt sich aber iinr znsaniinentmlten me.iii man imstande ist, auch böse Wirtschaftsjahre^ n über-

baju I ef)Ieu ,,nr bie Ressourcen; ich habe zudem Lilians Einlagen herauszuzahlen '

pin 'Lavon ist keine Rede!" warf die Fürstin kopsschüttelnd

^ru'°!Ll Udte ^I^undlich zu und fuhr fort:Doch, Lillaii, ^ch nehme nichts, lvas mir nicht gehört. Ich will

Besitz auf das Stammgut Gotternegg be- schranken und die übrigen Güter verkaufen. Es wird mir nicht leicht, das gesteh' ich euch zu. Aber der Gedanke, daß verbleibt, das Stück Erde, ans dem unser E "nd stark geworden ist, tröstet mich auch wieder. Vielleicht . . . nein kein Vielleicht. Zn hoffen

doch erst" und ein tiefer Atemzug tyob seine Brustwollen wir leben!. "

. . streckte ihm ihre Hand hin.Jost ich weiß

Ü-r^s c? dein Entschluß gut ist oder nicht: aber das weiß ch, daß du recht tust, dir dein Glück zu suchen, wo du a-Z

sin de st. Ich ahne, wer deine Braut ist und freue mich von ganzem Herzen über deine Wahl."

Ich gratuliere dir ebenso aufrichtig. Jost," sagte Graf varro:ich kann von meinem Standpunkte aus. der im Prinzip nicht der deine sein mag. deiner Titelentsagnng auch nur zustlmmen. Es wäre ja nicht unmöglich, daß des Kaisers Maiestat in Anbetracht des Umstandes, daß keine weiteren Gotterneggschen Agnaten existieren, in eine Aendernnq der Majoratssatzungen willigen würde: aber . . . mein lieber ^ .0'!'die Auflösung des Fideikommisses für ein großes Gluck, das dir eitle Freiheit wiedergibt, bic deinen Vorfahren versagt war. Du bist hundert,nal besser dran als sie es waren: du kannst auf deinem Besitz nach Gefallen hatten .du darfst schließlich auch das Mädchen denrer Wahl heunfuhren, ohne nach Rang, Stand ilnd Geburt zu fiagen. Ich bin kein Anhänger der sogenannten Traoir twn, die den Nachkommen Ketten um die Füße legt und ihnen die Möglichkeit eigener Entschließung raubt. Aber ich will einmal gelten lassen, was bei dir eine Art Pietät'.gefüllt ld L w i tt < 511 verstehen suchen, daß dir die Auflösung des lahrhundertealten Besitzes nahe geht. Ist das denn in! letzten Grunde nicht znin Besten der KommendenDl- hast gewiß recht, wenn du sagst: zuerst wollen »uir l eben. Fo wohl, Jost -- immer hat zuerst der Lebende das Recht, und das soll ihm kein überliefertes Vorurteil und keine s-e- "ne:: Sle Schwäche verkümmern! Wir schaffen in der Gegenwart für die Zukunft nicht für die lote Vergangenheit Auch die Freiherren von Kempten sind Gotterneggs m 0 IC) ,» nn c * Söhnen und Enkeln getingen sollte, wieder den allen Gefamtbesltz unter sich zu vereinigen, so lvird das nur möglich sein, wett ledem von ihnen die schaffende Hand frei bleibt. L-ei froh, ^ost, daß die Fesseln gefallen sind nicht deinett wegen allem, sonderii vor altem um der jungen Brut willen, cne am Fuße des Götzen flügge iverden uub dir dankbar sein lvird, daß man ihr nicht die Schwingen beschnitt.

.mst hatte schweigend zugehört. Er harmonierte lucniq utit dem Vetter, und er empfand gerade in, Augeiiblick um so weniger das Bedürfnis, auf seine Ausführungen einzw gehen, als es ihn danach drängte, zu Eva zu eilen, die nach dem Prmzenhlmse übergesiedelt lvar, lim sich init den beiden oavm&mißcit Schwestern und der Madame Balionr in die PsM Annemaries zu teilen. Zudem eilte es Jost, vas rein Geschäftliche zu Ende zu führen. Es gab noch manck»ertei zu besprechen. Zwar lauteten die Majoratsbestimm ungen so klar, daß kaum Schlvierigkeiten erlvachsen tomiteii: aber es mußte berücksichtigt werden, das; iiifolge der Auflösung des Famillenbeiitzes als unteilbares Ganz's auch Annemarie und die kleine Dina erbberechtigt wurden. Lilian wehrte sich da< gegen, für Dina, der ja aller Voraussicht nach so lvie so ein bedeutendes Vermögen zufallen ninßte, Anspruch auf d-G Erbe der Gotterneggs zu erheben. Es war jedoch die Frage ob sie für 'hre Tochter überhaupt der Erbschaft entsagt, durste, was ^ost überdies gar nicht wollte. So wurde denn verabredet, m der nächsten Woche die Berliner Anwälte her<